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    Tafsir/Exegese 110. Sure Al-Nasr (Der Sieg) – Vers 3

    • Ayatullah Makarem Shirazi
    • http://www.al-quran.de/
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    فَسَبِّحْ بِحَمْدِ رَبِّكَ وَاسْتَغْفِرْهُ إِنَّهُ كَانَ تَوَّابًا

    (3) dann lobpreise in Dankpreisung deinen Herrn und bitte Ihn um Vergebung! Wahrlich, Er ist reueannehmend.

     

     

    Exegese:

     

    (3) dann lobpreise in Dankpreisung deinen Herrn und bitte Ihn um Vergebung! Wahrlich, Er ist Reue annehmend.

     

    In diesem Vers legt Allah (swt) dem heiligen Propheten bzw. allen Gläubigen drei Dinge Nahe, durch welche die Dankbarkeit ausgedrückt wird und der richtige Standpunkt nach dem göttlichen Siege gewählt wird und zwar: Die Lobpreisung (al-tasbih), die Dankpreisung (al-hamd) und das Vergebungsersuchen (al-istighfaar).

     

    Die Lobpreisung (arab. al-tasbih) ist die Lossprechung Allahs (swt) von jedem Makel und jeder Schwäche.

     

    Die Dankpreisung (arab. al-hamd) ist die Beschreibung Allahs (swt) durch die vollkommenen Eigenschaften.

     

    Und das Vergebungsersuchen (arab. al-istighfaar) entspricht dem Zugeben der Schwächen und Sündhaftigkeit.

     

    Dieser großartige Sieg in Mekka führte zur Bereinigung der Umgebung von den polytheistischen Gedanken und der Verkörperung der Schönheit und Vollkommenheit Allahs noch mehr als je zuvor, sowie zur Rechtleitung jener, die von dem Wege Allahs (swt) irregeleitet waren. Diese großartige Eroberung führte dazu, dass niemand mehr dachte, dass Allah (swt) Seine rechtschaffenen Diener im Stich lässt und daher kam in dem Vers auch der Befehl zur Lobpreisung Allahs und somit zur Lossprechung Allahs davon, dass er Seine Diener alleine lässt. Und ebenso führte diese Eroberung dazu, dass die Gläubigen erfuhren, dass das Versprechen Allahs Wirklichkeit ist, wodurch Er durch eine vollkommene Eigenschaft beschrieben wurde. Und auch führte dies dazu, dass die Gottesdiener ihre Schwächen gegenüber der Großartigkeit Allahs eingesehen haben.

     

    An dieser Stelle könnte man die Frage stellen: Der Gesandte Gottes (s.) ist doch genau wie die restlichen Propheten und Gesandten unfehlbar, weshalb also das Vergebungsersuchen?

     

    Die Antwort darauf lautet, dass dies Lehren an die gesamte Gemeinschaft sind, da:

     

    Erstens: Während der Konfrontation zwischen dem Islam und dem Götzendienst gab es schwere Zeiten für die Muslime und es gab einige, die an dem Versprechen Allahs (swt) gezweifelt haben, so wie Allah über sie bei der Schlacht von al-Ahzaab sagte: „Und als (euch) der Blick unsicher wurde und das Herz (vor Angst) bis zur Kehle (hoch) kam und ihr über Allah Mutmaßungen anstelltet.“ (33:10) Und nun, wo der Sieg stattgefunden hat und sich gezeigt hat, dass diese Mutmaßungen zu Unrecht waren, muss um Vergebung gefleht werden.

     

    Zweitens: Der Mensch kann nie die ausreichende Dankbarkeit ausdrücken, egal wie oft er Allah preist und dankt, daher muss er nach der Lob- und Dankpreisung zum Vergebungsersuchen übergehen, wodurch er seine Schwäche und Unfähigkeit zur Dankbarkeit Allahs (swt) kundtut.

     

    Drittens: Nach dem Sieg fangen meistens die teuflischen Einflüsterungen an, so dass manche sich in den Vordergrund stellen und nicht bedenken, dass dies nur durch die Hilfe Allahs möglich war und daher muss Allahs (swt) gedacht werden und um Vergebung gefleht werden, so dass diese Einflüsterungen keine Möglichkeit haben Einfluss auszuüben oder beseitigt werden, wenn sie es schon gemacht haben.

     

    Viertens: Die Herabsendung dieser Sure hat ausgedrückt, dass der Tod des Gesandten Gottes (s.) näher gerückt ist, so wie wir zu Beginn erklärt haben. Und daher heißt es in den Überlieferungen, dass der Gesandte Gottes (s.) nach der Offenbarung dieser Sure sehr oft folgendes Bittgebet gesprochen hat: „Gelobt seiest Du, oh Allah und gepriesen. Oh Allah, vergebe mir, wahrlich Du bist der Reue annehmende und Barmherzige.“

     

    Bezüglich dem Satz: „Wahrlich, Er ist Reue annehmend.“, so drückt dieser den Grund des Vergebungsersuchens an und zwar: Flehe um Vergebung und bereue, denn wahrlich Allah ist Reue annehmend. Und es könnte auch sein, dass mit diesem Satz den Muslimen eine Lehre erteilt werden soll und zwar: Genauso wie Allah die Reue annimmt, müsst auch ihr die Reue der Sünder annehmen nach dem Sieg und ihnen vergeben.