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    “Taqlid” – die religiöse Nachahmung (Teil 5): Zusammenfassung

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    Der Islam unterteilt sich in zwei große Unterpunkte:

     

    -Die Wurzeln der Religion (Usool al-Deen)

    -Die Zweige der Religion (Furoo` al-Deen)

     

    Die Wurzeln der Religion thematisieren sämtliche Aspekte, welche die Glaubensfundamente betreffen. Darunter fallen beispielsweise das Einheitsbekenntnis Gottes, Seine Gerechtigkeit, das Prophetentum, die Führerschaft, sowie die Wiederauferstehung. Jedoch fallen auch die detaillierten und komplexen Fragestellungen der genannten Punkte unter diesem Punkt, wie beispielsweise die Art und Weise der Einheit Allahs, das Wissen Allahs, oder aber die Stufen der Propheten, das Wissen der Imame etc. Die detaillierten und komplexen Fragestellungen fallen unter dem Punkt „Details“.

     

    Die Zweige der Religion beinhalten Angelegenheiten, welche die Tat selbst betreffen, wie beispielsweise das Gebet, das Fasten, die Pilgerfahrt, die Almosenabgabe (Zakāt) und weitere Taten. Auch hier unterteilt sich dieser Zweig in sowohl grundlegende und notwendige Punkte, als auch in detaillierte und komplexe Fragestellungen.

     

    Damit gehört beispielsweise das Gebet selbst zu den Grundlagen in den Zweigen der Religion. Angelegenheiten jedoch wie beispielsweise auf welche Stoffe man die Niederwerfung machen darf, oder aber ob das Niesen das Gebet ungültig macht oder nicht – das sind Angelegenheiten, welche zu den Details gezählt werden.

     

    Das Einheitsbekenntnis selbst gehört zu den Grundlagen und Notwendigkeiten der Wurzeln der Religion. Die Frage jedoch nach der Art der Einheit und die Macht Allahs etc. werden zu den Details gezählt.

     

    Die Rückkehr zu den Experten ist immer jeweils in den detaillierten und komplexen Fragestellungen notwendig und nicht in den Notwendigkeiten der Religion. Dies gilt auch für die Zweige der Religion. Beispielsweise macht der Gläubige keine religiöse Nachahmung, wenn es darum geht, ob das Morgengebet aus zwei oder drei Gebetseinheiten besteht. Es ist klar und zweifelsfrei, dass das Morgengebet aus zwei Gebetseinheiten besteht. Der Gläubige macht keine Nachahmung, wenn es darum geht, ob das Fasten im Monat Ramadān Pflicht ist oder nicht, denn der heiligen Qur’an ist deutlich und befiehlt ausdrücklich das Fasten im heiligen Monat Ramadān. Jedoch kehrt der Gläubige zu den Experten zurück, wenn es darum geht, wie das Fasten zu verlaufen hat, oder was das Fasten ungültig macht oder aber wie man bestimmten Situationen bewältigen muss. In diesen Punkten ist der „Taqlid“ notwendig.

     

    Ähnlich ist es bei den Wurzeln der Religion. Das Einheitsbekenntnis Allahs ist deutlich und darüber gibt es keinen Zweifel. Niemand darf in diesem Punkt, nämlich das Einheitsbekenntnis selbst, „Taqlid“ machen. Wenn es jedoch darum geht, ob die Einheit Allahs zählbar ist oder unzählbar, ob das Wissen Allahs (t.) mittelbar oder unmittelbar ist, das Wesen Allahs begrenzt oder unbegrenzt ist etc. – in diesen Punkten ist die Rückkehr zu den Experten ebenso notwendig.

     

    Fazit: Das Prinzip der religiösen Nachahmung hat damit seine Wurzeln bereits bei den reinen Imamen aus der Ahl al Bayt (a.) und ist keine neuzeitige Erfindung, um die muslimische Gesellschaft zu kontrollieren. Die religiöse Nachahmung findet vor allem in den detaillierten und komplexen Fragestellungen statt und dabei ist es irrelevant, ob es eine Ĥalāl / Ĥarām Angelegenheit ist oder aber eine Frage hinsichtlich der Glaubensüberzeugungen.

     

     

    وَآخِرُ دَعْوَانا أَنِ الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

    Der letzte Ruf gebührt dem Dank Allahs, dem Herrn der Welten

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/rechtswissenschaft