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    Teil 100: Tafsir Sure An Nissa (Frauen) Verse 1- 3

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    Teil 100: Tafsir Sure An Nissa (Frauen) Verse 1- 3
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    Wir beginnen in diesem Teil die Erklärungen zur vierten Sure, der Sure An Nissa. Insgesamt enthält sie 176 Verszeichen und wurde dem Propheten in Medina offenbart. Viele Verse dieser Sure behandeln Fragen des Eherechtes und die Rechte der Frauen. Daher heißt diese Sure An Nissa. Das arabische Wort Nissa bedeutet ‚Frauen‘.

     

    Hier nun Vers 1, Sure An Nissa, in einer deutschen Übersetzung: (4: 1- 13)

     

     

     

    يَا أَيُّهَا النَّاسُ اتَّقُوا رَبَّكُمُ الَّذِي خَلَقَكُم مِّن نَّفْسٍ وَاحِدَةٍ وَخَلَقَ مِنْهَا زَوْجَهَا وَبَثَّ مِنْهُمَا رِجَالًا كَثِيرًا وَنِسَاءً ۚ وَاتَّقُوا اللَّـهَ الَّذِي تَسَاءَلُونَ بِهِ وَالْأَرْحَامَ ۚ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَلَيْكُمْ رَقِيبًا

     

    „Ihr Menschen! Fürchtet euren Herrn, der euch aus einem einzigen Wesen geschaffen hat, und aus ihm auch das entsprechende andere Wesen, und der aus ihnen beiden viele Männer und Frauen hat (hervorgehen und) sich (über die Erde) ausbreiten lassen! Fürchtet Gott, in dessen Namen ihr einander zu bitten pflegt, und die Blutsverwandtschaft (d.h. gebt acht, dass ihr nicht gegen die Bindungen der Blutsverwandtschaft verstoßt)! Gott passt auf euch auf.“ (4: 1)

     

     

    Die Sure An Nissa beginnt mit der Empfehlung sich vor bestimmten Dingen, aus Gottesfurcht heraus, in Acht zu nehmen.

     

    Gott hat Regeln für die Familie und das Zusammenleben aufgestellt. Wenn diese nicht wären, gäbe es keinen Garant mehr für das Wohlergehen des Einzelnen und der Gesellschaft.

     

    Außerdem erinnert Gott die Menschen daran, dass sie alle aus dem gleichen Material erschaffen sind. Trotz aller Unterschiede, die sie wegen Rasse, Geschlecht usw. aufweisen, steht keiner über dem anderen. Alle sind gleicher Abstammung.

     

    An anderen Koranstellen hat Gott die guten Taten gegenüber den Eltern direkt auf den Aufruf zum Gottgehorsam folgen lassen. Damit hat er den Eltern einen ehrenvollen Platz eingeräumt.

     

    Im ersten Vers der Sure 4 wird nicht nur gesagt: Ehrt eure Eltern, sondern auch: Ehrt alle in der Familie, beachtet ihre Rechte und behandelt keinen von ihnen schlecht.

     

    Das Verszeichen 1 der Sure An Nissa zeigt uns:

     

    Erstens: Der Islam legt Wert auf die Beziehungen der Menschen. Gottesfurcht und Gottesanbetung schließen die Beachtung der Rechte der Mitmenschen mit ein.

     

    Zweitens: Die menschliche Gesellschaft soll eine geschlossene Einheit sein, jede Form der Diskriminierung aufgrund von Rasse, Sprache usw. ist verboten. Alle sind von gleicher Abstammung.

     

    Drittens: Alle Menschen sind in Wahrheit miteinander verwandt. Sie stammen alle von dem einen Ur-Vater und der einen Ur-Mutter ab. Deshalb sollten wir alle Menschen lieben und sie wie unsere nächsten Verwandten achten.

     

    Viertens: Gott kennt alle unsere Taten und sogar alle unsere Absichten. Wir dürfen also andere nicht überheblich behandeln und uns selbst für besser halten.

     

    Die Übersetzung des 2. Verses der Sure An Nissa lautet:

     

    وَآتُوا الْيَتَامَىٰ أَمْوَالَهُمْ ۖ وَلَا تَتَبَدَّلُوا الْخَبِيثَ بِالطَّيِّبِ ۖ وَلَا تَأْكُلُوا أَمْوَالَهُمْ إِلَىٰ أَمْوَالِكُمْ ۚ إِنَّهُ كَانَ حُوبًا كَبِيرًا

    „Und gebt den Waisen ihr Vermögen und tauscht (dabei) nicht etwas Schlechtes (von eurem Vermögen) gegen etwas Gutes (aus ihrem Vermögen) aus, und schlagt ihr Vermögen nicht eurem eigenen zu. Das wäre eine schwere Sünde.“ (4: 2)

     

    Dieser Vers behandelt das Problem der fürsorgelosen Waisenkinder. Waisenkinder können nicht über das Vermögen, dass ihnen vererbt wurde, verfügen. Dieses Vermögen wird ihrem Vormund und Fürsorger überlassen. Er kann darüber bestimmen und es besteht die Gefahr, dass er dies ausnutzt. In diesem Vers ist vor allen Dingen der Fall gemeint, dass die erwachsenen Hinterbliebenen das Erbe unter sich aufteilen, und das Recht der minderjährigen Waisen übergehen oder ihnen nicht das geben, was ihnen entsprechend den göttlichen Geboten zusteht.

     

    Im Vers 2 der Sure 4 wird untersagt, dass jemand das Erbe von Waisen an sich nimmt, oder es gegen geringerwertiges eigenes Vermögen eintauscht. Dies wird als große Sünde bezeichnet. Der Vormund eines Waisenkindes ist dazu verpflichtet, das ihm anvertraute Vermögen treu zu hüten und später dem Waisenkind auszuhändigen. Er darf sich nicht als Besitzer dessen, was dem Waisenkind gehört, betrachten und nicht beliebig damit umgehen.

     

    Diese Koranstelle besagt also:

     

    Erstens: Das Vermögen von Waisen ist diesen später auszuhändigen.

     

    Zweitens: Kinder können auch Eigentümer sein. Aber solange sie nicht volljährig sind, können sie nicht über ihr Eigentum verfügen.

     

    Drittens: Der Islam schützt die fürsorgelosen Mitglieder der Gesellschaft.

     

     

    Die Übersetzung des Verses 3 der Sure An Nissa lautet:

     

    وَإِنْ خِفْتُمْ أَلَّا تُقْسِطُوا فِي الْيَتَامَىٰ فَانكِحُوا مَا طَابَ لَكُم مِّنَ النِّسَاءِ مَثْنَىٰ وَثُلَاثَ وَرُبَاعَ ۖ فَإِنْ خِفْتُمْ أَلَّا تَعْدِلُوا فَوَاحِدَةً أَوْ مَا مَلَكَتْ أَيْمَانُكُمْ ۚ ذَٰلِكَ أَدْنَىٰ أَلَّا تَعُولُوا

     

    „Und wenn ihr fürchtet, in Sachen der (weiblichen) Waisen nicht recht zu handeln, dann heiratet (nicht sie, sondern), was euch an Frauen gut scheint, zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber fürchtet, (diese) nicht gerecht zu (be)handeln, dann begnügt euch mit einer oder was ihr (an Sklavinnen) besitzt! So könnt ihr am ehesten vermeiden, Unrecht zu tun.“ (4: 3)

     

    Dieser Vers betrifft das Problem weiblicher Waisenkinder. Sie erfuhren viel Unrecht in der vorislamischen Zeit. Deshalb hat Gott gesondert gemahnt, dass sie nicht ungerecht behandelt werden dürfen. Der Koran sagt:

     

    Selbst wenn ihr nur vermutet, dass ihr Unrecht begeht, wenn ihr eine Waise heiratet, seht von dieser Heirat ab. In den Überlieferungen steht, dass manche ein Waisenmädchen bei sich aufnahmen, in der Absicht es später wegen seines Vermögens zu heiraten. Sie gaben diesem Mädchen sogar eine geringere Morgengabe als üblich.

     

    Vers 3 und Vers 127 der Sure An Nissa wurden geoffenbart, damit niemand ein Waisenmädchen ausnutzt. Da viele Männer sich ein solches Mädchen als zweite, dritte oder vierte Frau aussuchten, sagt der Koran, um das Ansehen der Waisenmädchen zu wahren:

     

    Wenn ihr weitere Ehen schließen wollt, warum dann mit Waisenkindern? Sucht euch andere Frauen aus oder ehelicht eine eurer Sklavinnen.

     

    Dieser Offenbarungsvers gestattet den Männern bis zu vier Frauen zu heiraten. Hierzu ist zu sagen:

    Der Islam hat die Vielehe nicht eingeführt, es gab sie schon zuvor. Aber der Islam hat Bestimmungen für sie aufgestellt.

     

    Es ist eine Lebenswahrheit, dass der Mann größeren Gefahren ausgesetzt ist. Die Sterberate ist bei den Männern höher, als bei den Frauen und deshalb liegt das durchschnittliche Lebensalter des weiblichen Bevölkerungsanteils normalerweise immer höher. Aber niemand kann Witwen vorschreiben Weil bis zum Ende ihres Lebens ohne Fürsorger zu bleiben! Oder jungen Männern in der Gesellschaft kann man nicht vorschreiben Witwen zu heiraten, die möglicherweise auch mehrere Kinder haben.

     

    Deshalb hat der Islam die Möglichkeit geschaffen, dass Männer auch mehrere Frauen heiraten können. Das Ziel hierbei ist in erster Linie die Versorgung der Frauen.

     

    In den westlichen Gesellschaften, in denen dieses islamische Gebot als im Widerspruch zu den Rechten der Frauen verstanden wird, gibt es zahllose illegale Beziehungen zwischen Männern und Frauen, für die keine Regeln gelten.

     

    Der Islam hat das wechselseitige Bedürfnis von Mann und Frau anerkannt und befürwortet. Aber er hat dafür spezielle Bestimmungen aufgestellt. Der Islam hat mit seinen Geboten die Zahl der Ehefrauen eingeschränkt und eine sehr wichtige Bedingung aufgestellt: nämlich die Beachtung der Gerechtigkeit. Hat er mit dieser Bedingung gegen das Recht der Frau verstoßen?

     

    Oder umgekehrt: Dient die Uneingeschränktheit für die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, wie sie in den westlichen Gesellschaften oft zu sehen ist, wirklich der Wahrung der Rechte der Frauen?

     

     

    Der Koran hat im Vers 3 deutlich gemacht:

    Wenn ihr mehrere Frauen nicht gerecht behandeln könnt, dürft ihr nur eine Frau heiraten!

     

    Wir entnehmen diesem Koranvers:

     

    Erstens: Der Islam hat für Waisenmädchen besondere Gebote ausgegeben, damit sie nicht ausgenutzt werden.

     

    Zweitens: Eine wichtige Bedingung für die Wahl einer Frau ist Zuneigung, niemand kann zur Heirat mit jemanden gezwungen werden.

     

    Drittens: Dass einige die Erlaubnis mehrere Frauen heiraten zu können nutzen, zeigt, dass dieses Bedürfnis besteht. Wer es nutzt, muss jedoch die schwierige Bedingung erfüllen, gerecht zu sein, sonst hat er diese Erlaubnis missbraucht.