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    Teil 101: Sure An Nissa (Frauen) Verse 4- 6

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    Auch dieser Teil beginnt wieder im Namen Gottes, des Allbarmherzigen, des Gütigen. Es geht weiter mit Vers 4 der Sure 4, Sure An Nissa in einer deutschen Übersetzung: (4: 4- 6)

     

    وَآتُوا النِّسَاءَ صَدُقَاتِهِنَّ نِحْلَةً ۚ فَإِن طِبْنَ لَكُمْ عَن شَيْءٍ مِّنْهُ نَفْسًا فَكُلُوهُ هَنِيئًا مَّرِيئًا

     

    „Und gebt den Frauen ihre Morgengabe als Geschenk und gerne! Wenn sie euch aber freiwillig etwas davon überlassen, könnt ihr es unbedenklich (für euch selber) verbrauchen.“ (4: 4)

     

    Wie gesagt, behandeln die Verse der Sure An Nissa Fragen und Probleme um Ehe- und Familie und Gesellschaft.

     

    Zum Beispiel war und ist es unter vielen Völkern immer noch Sitte, dass der Bräutigam der Braut eine Morgengabe gibt, bzw. die Höhe dieser vor der Hochzeit festgelegt wird. Die Morgengabe ist aber kein Kaufpreis für die Braut.

     

    In der vorislamischen Zeit weigerten sich viele Männer diese Morgengabe zu zahlen, und die Frauen wurden ohnehin oft sehr abwertend behandelt. In manchen Fällen wurde zwar die Morgengabe ausgezahlt, dann wurde die Frau aber zur Rückgabe gezwungen.

     

    Im Koran wird dieses Verhalten verurteilt und die Verse der Sure An Nissa verteidigen das Recht der Frau. Den Männern wird geboten die Morgengabe zu zahlen, und das mit Wohlwollen, denn sie ist ein Geschenk. Dieses Geschenk darf nicht zurückgefordert werden, nur wenn die Frau selbst darauf verzichtet oder auf einen Teil davon verzichtet, ist dies rechtens.

     

    Im Vers 4 kommt also das arabische Wort „nihlah“ vor. Dieses Wort hat eine sehr feine Bedeutung. Es geht auf das Wort „nahl“ zurück, was Honigbiene bedeutet. So wie die Biene den Menschen Honig spendet und ihnen den Gaumen versüßt, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, ist auch das „sidaq“, also die Morgengabe für die Braut, ein Geschenk dass der Mann gibt, um seiner Frau das Leben zu „versüßen“.

     

    Vers 4 der Sure An Nissa lehrt also folgendes:

     

    Erstens: Das sidaq – die Morgengabe darf nicht als Kaufpreis für die Frau betrachtet werden. Es ist ein Geschenk des Mannes und ein Zeichen für seine aufrichtige Liebe. Das Wort sidaq, kommt von sidq im Sinne von sidaqat, was Aufrichtigkeit bedeutet.

     

    Zweitens: Die Morgengabe ist ein Recht der Frau. Sie gehört ihr, und kann ihr nicht vorenthalten und nicht wieder weggenommen werden.

     

    Drittens: Der Mann soll die Morgengabe gerne geben und ohne dafür Erwartungen an seine Frau zu stellen.

     

    Es folgt nun die Übersetzung des 5. Verses dieser Sure:

     

    وَلَا تُؤْتُوا السُّفَهَاءَ أَمْوَالَكُمُ الَّتِي جَعَلَ اللَّـهُ لَكُمْ قِيَامًا وَارْزُقُوهُمْ فِيهَا وَاكْسُوهُمْ وَقُولُوا لَهُمْ قَوْلًا مَّعْرُوفًا

     

    „Und gebt nicht euer Geld, das Gott euch zum Unterhalt bestimmt hat, den Unverständigen (in die Hand)! Beschafft ihnen (vielmehr) damit Unterhalt und Kleidung! Und sprecht ihnen freundlich zu!“ (4: 5)

     

    Dieser Koranvers gibt dem Menschen die Anweisung, das er von dem was Gott ihm zum Unterhalt gegeben hat, nicht unbedacht an Unverständige (Toren) geben soll, sondern diese vielmehr mit Unterhalt und Kleidung versorgen soll, da sie selbst den rechten Umgang, z.B. mit Geld, nicht begreifen. Als wichtige Anweisung gebietet Gott auch einen freundlichen Umgang mit diesen Menschen.

     

    Wir entnehmen diesem Koranvers der Sure 4:

     

    Erstens: Vermögen wird von der Gesellschaft sinnvoller genutzt, wenn es in der Hand kluger und rechtschaffener Menschen ist.

     

    Zweitens: In finanziellen Fragen der Familie und Gesellschaft soll das Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft und nicht flüchtige Gefühle beachtet werden. Die Verwalter von Wirtschaft und Vermögen in einer islamischen Gesellschaft müssen Erfahrungen besitzen und verständig sein.

     

    Drittens: Weltlicher Besitz wird vom Islam nicht abgelehnt, denn er stützt die Wirtschaftsordnung. Allerdings darf er nicht in den Händen von unverständigen Menschen sein.

     

     

    Vers 6 der Sure An Nissa lautet übersetzt:

     

    وَابْتَلُوا الْيَتَامَىٰ حَتَّىٰ إِذَا بَلَغُوا النِّكَاحَ فَإِنْ آنَسْتُم مِّنْهُمْ رُشْدًا فَادْفَعُوا إِلَيْهِمْ أَمْوَالَهُمْ ۖ وَلَا تَأْكُلُوهَا إِسْرَافًا وَبِدَارًا أَن يَكْبَرُوا ۚ وَمَن كَانَ غَنِيًّا فَلْيَسْتَعْفِفْ ۖ وَمَن كَانَ فَقِيرًا فَلْيَأْكُلْ بِالْمَعْرُوفِ ۚ فَإِذَا دَفَعْتُمْ إِلَيْهِمْ أَمْوَالَهُمْ فَأَشْهِدُوا عَلَيْهِمْ ۚ وَكَفَىٰ بِاللَّـهِ حَسِيبًا

    „Und prüft die Waisen (ob sie reif genug sind)! Wenn sie schließlich das Heiratsalter erreicht haben und ihr an ihnen feststellt, dass sie (in Geldsachen) verständig sind, dann händigt ihnen ihr Vermögen aus! Und zehrt es nicht verschwenderisch und voreilig auf (in der Erwartung), dass sie groß werden (und ihr ihnen ihr Vermögen zurückgeben müsst)! Wer reich ist, soll sich enthalten (etwas von dem ihm anvertrauten Vermögen der Waisen als Entlohnung seiner Mühe für sich zu nehmen).

     

    Wer arm ist, soll (nur) in rechtlicher Weise (davon für die Fürsorge des Waisen) nehmen. Und wenn ihr ihnen ihr Vermögen aushändigt, dann lasst es bezeugen! Und (wisset, über jede unrechtmäßige Aneignung aus dem Vermögen der Waisen müsst ihr vor Gott Rede und Antwort stehen) Gott genügt für die Abrechnung.“ (4: 6)

     

    Dieser Koranvers gibt ausführlich wieder, wie das Vermögen von Waisen zu behandeln ist, und sagt damit, wie die Rechte der Schwachen in der Gesellschaft zu wahren sind. Zum Beispiel heißt es zunächst, dass man den Waisen ihr Vermögen aushändigen soll, wenn sie erwachsen und verständig geworden sind und selber mit diesem Besitz wirtschaften können. Daher liegt die Betonung darauf, dass das Vermögen der Waisen behütet wird, bis zu dem Zeitpunkt der Übergabe an sie. Es heißt man soll dieses Vermögen vorher nicht aufbrauchen.

     

    Außerdem darf der Vormund des Waisenkindes sich nicht aus diesem Vermögen bereichern oder versorgen, es sei denn, dass er selber bedürftig ist. Wenn dies der Fall ist, darf er nur in dem Maße davon verbrauchen, wie er Mühe auf sich genommen hat.

     

    Die Übergabe des Besitzes an das erwachsen gewordene Waisenkind, muss bezeugt werden, damit es später nicht zu Meinungsverschiedenheiten kommt.

     

     

     

    Aus Vers 6 der Sure An Nissa können wir folgendes lernen:

     

    Erstens: Um über eigenen Besitz zu verfügen ist nicht nur körperliche Reife, sondern auch geistige Reife notwendig, d.h. also, junge Menschen können erst über ihr Vermögen verfügen, wenn sie reif genug sind, damit zu wirtschaften.

     

    Zweitens: In finanziellen Fragen sollte man sich absichern. Man sollte sowohl Gottes Gebote nicht vergessen als auch einen Zeugen nehmen, sonst kann es sein, dass man später des Betruges bezichtigt wird.

     

    Drittens: Es heißt auch, dass reiche Leute der Gesellschaft dienen sollten ohne dafür etwas zu erwarten. Und sie sollten nicht mit dem Gedanken spielen, an den Bedürftigen der Gesellschaft zu verdienen.