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    Teil 104: Sure An Nissa (Frauen) Verse 15- 18

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    Die Ayeh 15 der Sure An Nissa steht in ihrer Übversetzung zu Beginn dieses Teiles: (4: 15- 18)

     

    وَاللَّاتِي يَأْتِينَ الْفَاحِشَةَ مِن نِّسَائِكُمْ فَاسْتَشْهِدُوا عَلَيْهِنَّ أَرْبَعَةً مِّنكُمْ ۖ فَإِن شَهِدُوا فَأَمْسِكُوهُنَّ فِي الْبُيُوتِ حَتَّىٰ يَتَوَفَّاهُنَّ الْمَوْتُ أَوْ يَجْعَلَ اللَّـهُ لَهُنَّ سَبِيلًا

     

    „Und wenn welche von euren Frauen etwas Abscheuliches (Unzucht) begehen, so verlangt, dass vier von euch (Männern) gegen sie zeugen! Wenn sie (hinsichtlich der Unzucht) zeugen, dann haltet sie (diese Frauen) im Haus fest, bis der Tod sie abberuft oder Gott ihnen eine Möglichkeit schafft (ins normale Leben zurückzukehren).“ (4: 15)

     

    Wir haben gesehen, dass es in den ersten Versen dieser Sure um Familien- und Ehefragen geht. In den nächsten Versen gehet es nun darum, welche Strafen für Frauen und Männer, die Unzucht begehen, vorgesehen sind.

     

    Der Vers 15 weist auf verheiratete Frauen hin, die ein Verhältnis mit anderen Männern eingehen, also die als heilig geltende Ehe verletzen.

     

    An dieser Stelle soll betont werden, dass der Islam zur Wahrung der als heilig geltenden Ehe keinem erlaubt, neugierige Nachforschungen über das Privatleben anderer anzustellen. Der Islam regt niemanden dazu an beweisen zu wollen, dass jemand eine Sünde begangen hat. Aber wenn ein Verdacht besteht, so müssen mindestens vier zuverlässige Zeugen da sein, die wie es im genannten Vers heißt, die Unzucht bezeugen. Erst wenn vier zuverlässige Zeugenaussagen vorliegen, kann eine Ehebrecherin bestraft werden.

     

    Die Strafe, die in der Sure 4 im Vers 15 genannt wird ist ein vorläufiges Gebot Gottes für den Ehebruch. Das heißt, eine Ehebrecherin durfte das Haus ihres Ehemannes bis ans Lebensende nicht mehr verlassen: Durch diese sozusagen In-Gewahrsamnahme der Frau im Haus des Ehemannes sollte das Ansehen der Familie gewahrt werden.

     

    Später wurde das Gebot des lebenslänglichen Hausarrestes für Ehebrecherinnen annulliert und die Frauen konnten zu ihren Familien zurückkehren. Das neue Gebot für Ehebruch verheirateter Frauen entspricht der Bestrafung im Alten Testament.

     

     

    Aus Vers 15 der Sure 4 geht hervor:

     

    Erstens: Für den Beweis eines Ehebruches oder der Unzucht sind mehr Zeugen nötig als z.B. bei Mord. Bei Mord genügen zwei zuverlässige Zeugen. Beim Nachweis eines Ehebruches müssen es vier Zeugen sein.

     

    Zweitens: Der Islam hat zum Schutz von Familie und Gesellschaft harte Strafen verhängt. Eine solche harte Strafe war der lebenslängliche Hausarrest für eine Ehebrecherin.

     

    Drittens: Mitleid darf nicht dazu führen, dass die göttlichen Gebote nicht mehr eingehalten werden, denn sie dienen ja dem Wohl der Menschen.

     

    Vers 16 der Sure Nissa lautet übersetzt:

     

    وَاللَّذَانِ يَأْتِيَانِهَا مِنكُمْ فَآذُوهُمَا ۖ فَإِن تَابَا وَأَصْلَحَا فَأَعْرِضُوا عَنْهُمَا ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ تَوَّابًا رَّحِيمًا

     

    „Und wenn zwei von euch (Männern) etwas Abscheuliches (Unzucht) begehen dann züchtigt sie! Wenn sie reuevoll umkehren und sich bessern, dann wendet euch von ihnen ab (und setzt ihnen nicht weiter zu)! Gott ist in der Tat gnädig und barmherzig.“ (4: 16)

     

    Dieser Vers wird von den meisten Korankommentatoren auf unverheiratete Frauen und Männer bezogen, die Unzucht begehen. Sie werden körperlich bestraft, aber wen sie bereuen und sich bessern, bleiben sie von härterer Strafe verschont. Es bleibt Gott überlassen, ob er ihre Reue annimmt.

     

    Wir lernen hieraus also:

     

    Erstens: Ein Gesetzesbrecher sollte sich in einer islamischen Gesellschaft nicht sicher fühlen. Durch eine entsprechende Bestrafung muss der Staat die Gesetzesbrecher zurechtweisen.

     

    Zweitens: Nehmt Gesetzesbrechern nicht die Möglichkeit zu bereuen und sich zu bessern. Wer wirklich bereut, sollte in die Gesellschaft zurückkehren dürfen.

     

    Der Vers 17 der Sure An Nissa besagt:

     

    إِنَّمَا التَّوْبَةُ عَلَى اللَّـهِ لِلَّذِينَ يَعْمَلُونَ السُّوءَ بِجَهَالَةٍ ثُمَّ يَتُوبُونَ مِن قَرِيبٍ فَأُولَـٰئِكَ يَتُوبُ اللَّـهُ عَلَيْهِمْ ۗ وَكَانَ اللَّـهُ عَلِيمًا حَكِيمًا

     

    „Nur diejenigen haben bei Gott Vergebung zu erwarten, die in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten umkehren. Diesen wendet sich Gott (gnädig) wieder zu. Gott weiß Bescheid und ist weise.“ (4: 17)

     

    وَلَيْسَتِ التَّوْبَةُ لِلَّذِينَ يَعْمَلُونَ السَّيِّئَاتِ حَتَّىٰ إِذَا حَضَرَ أَحَدَهُمُ الْمَوْتُ قَالَ إِنِّي تُبْتُ الْآنَ وَلَا الَّذِينَ يَمُوتُونَ وَهُمْ كُفَّارٌ ۚ أُولَـٰئِكَ أَعْتَدْنَا لَهُمْ عَذَابًا أَلِيمًا

     

    „Diejenigen aber haben keine Vergebung zu erwarten, die schlechte Taten begehen (und darin verharren), so dass einer erst wenn er zum Sterben kommt sagt: Jetzt kehre ich um. Auch diejenigen nicht, die als Ungläubige sterben. Für sie haben wir (im Jenseits) eine schmerzhafte Strafe bereit.“ (4: 18)

     

    Nachdem zuvor davon gesprochen wurde, dass der Weg zur aufrichtigen Reue für alle Sünder offen ist, machen diese beiden Koranverse deutlich, dass es dennoch Bedingungen für die Reue gibt. Die wichtigste Bedingung ist die, dass eine Sünde aufgrund von Unwissenheit begangen wurde, nicht aufgrund von Gewohnheit oder weil sie als geringfügig betrachtet wurde. Die zweite Bedingung lautet: Die Reue soll dann erfolgen, wenn erkannt wird, dass man gesündigt hat. Man sollte die Reue nicht hinausschieben oder weiter sündigen und erst wenn der Tod naht oder durch hohes Alter die Möglichkeit zu sündigen wegfällt, sein Tun bereuen.

     

    Eine wichtige Bedingung für die Annahme der Reue durch Gott ist, dass wir nicht nur bereuen, sondern uns auch bessern. Nur dann besteht die Möglichkeit eine Sünde wieder gut zu machen.

     

    Die Reue aufzuschieben und sich von der Sünde nicht abzukehren, trägt automatisch dazu bei, dass die begangene Sünde zur Gewohnheit des Menschen wird und wenn sie den Menschen ganz für sich eingenommen hat, wird er schwerlich noch Reue üben können.

     

    Selbst wenn er dann mit Worten sagt er bereue, so hat er sich innerlich so sehr an seine Sünde gewöhnt, dass gar nicht mehr die Möglichkeit zur inneren Umkehr, und damit zur wahren Reue besteht.

     

     

    Wir lernen aus diesem Koranvers:

     

    Erstens: Gott akzeptiert wahre Reue. Solange wir leben, sollten wir die Gelegenheit zur inneren Umkehr nutzen.

     

    Zweitens: Ein Mensch, der keinen Widerstand gegenüber seinen triebhaften Neigungen zeigt, ist in Wirklichkeit unwissend, selbst wenn er ein gelehrter Mensch ist.

     

    Drittens: Eine schnelle reuevolle Abwendung von der Sünde ist der Schlüssel dafür, dass Gott die Reue annimmt. Solange die Sünde nicht wiederholt wird, ist das Bereuen leichter.

     

    Viertens: Reue ist nur dann etwas wert, wenn wir sie aus freien Stücken begehen, nicht in der Not oder wenn wir uns einer Gefahr gegenübersehen oder wenn der Tod uns nahe ist.