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    Teil 105: Sure An Nissa (Frauen) Verse 19- 23

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    Dieser Koran-Kurzkommentar beginnt mit einer Übersetzung von Vers 19 der Sure An Nissa (Sure 4): (4: 19- 23)

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا يَحِلُّ لَكُمْ أَن تَرِثُوا النِّسَاءَ كَرْهًا ۖ وَلَا تَعْضُلُوهُنَّ لِتَذْهَبُوا بِبَعْضِ مَا آتَيْتُمُوهُنَّ إِلَّا أَن يَأْتِينَ بِفَاحِشَةٍ مُّبَيِّنَةٍ ۚ وَعَاشِرُوهُنَّ بِالْمَعْرُوفِ ۚ فَإِن كَرِهْتُمُوهُنَّ فَعَسَىٰ أَن تَكْرَهُوا شَيْئًا وَيَجْعَلَ اللَّـهُ فِيهِ خَيْرًا كَثِيرًا

    „Ihr Gläubigen! Es ist euch nicht erlaubt, Frauen (nach dem Tode ihres Mannes) wider (ihren) Willen (zu heiraten und) zu erben. Und drangsaliert sie nicht in der Absicht, (ihnen) einen Teil von dem, was ihr ihnen (zuvor als Morgengabe) gegeben habt, wegzunehmen! Es sei denn, sie begehen etwas ausgesprochen Abscheuliches. Und geht gut mit ihnen um! Wenn sie euch zuwider sind (scheidet euch nicht von ihnen, denn wie oft) ist euch vielleicht etwas zuwider, während Gott viel Gutes in es hineinlegt.“ (4: 19)

     

    In diesem Koranvers werden wieder die Rechte der Frauen in der Familie verteidigt. Zunächst werden die Männer davor gewarnt die Frauen schlecht zu behandeln und dann wird ein genereller Grundsatz genannt der zur Wahrung der Ehe und Familie dient.

     

    Es ist kein gutes Motiv eine Frau nur zu heiraten, weil sie reich ist. In diesem Koranvers wird dies abgelehnt. Auch, dass der Mann seine Ehefrau unter Druck setzt, damit sie einen Teil ihrer Morgengabe erlässt, wird in diesem Vers verboten und es heißt: Ihr müsst das Recht eurer Ehefrauen auf ihr Eigentum respektieren. Nur wenn die Frau Unzucht begeht, ist es erlaubt sie streng zu behandeln. Dann kann die Frau sich scheiden lassen, nachdem sie ganz auf die Morgengabe verzichtet hat, was eine Art Strafe für sie ist.

     

    Gleichzeitig nennt Gott ein generelles Gesetz für die Männer. Es lautet „Geht gut mit euren Ehefrauen um. Auch wenn ihr aus bestimmten Gründen nicht mit eurer Frau zufrieden seid oder eure Zuneigung zu ihr abgenommen hat, sollt ihr nicht sofort an Scheidung denken oder sie schlecht behandeln.“

     

    Oft gefällt dem Menschen etwas nicht, während es in Wirklichkeit für ihn göttlichen Segen enthält.

     

    Wir entnehmen dem Vers 19 der Sure 4:

     

    Erstens: Bei der Wahl einer Ehefrau darf nicht Besitz und Reichtum dieser Grund für die Heirat sein.

     

    Zweitens: Die Frau ist Eigentümerin der Morgengabe und was sie sonst noch persönlich besitzt. Der Ehemann hat nicht das Recht sich des persönlichen Eigentums seiner Frau zu ermächtigen.

     

    Drittens: Es ist Aufgabe des Ehemannes die Familie zu erhalten. Er darf nicht zulassen, dass Härten und Misstrauen zu schlechter Behandlung der Frau und zur Scheidung führen.

     

    Die Verse 20 und 21 der Sure An Nissa bedeuten in Deutsch:

     

    وَإِنْ أَرَدتُّمُ اسْتِبْدَالَ زَوْجٍ مَّكَانَ زَوْجٍ وَآتَيْتُمْ إِحْدَاهُنَّ قِنطَارًا فَلَا تَأْخُذُوا مِنْهُ شَيْئًا ۚ أَتَأْخُذُونَهُ بُهْتَانًا وَإِثْمًا مُّبِينًا

     

    „Und wenn ihr eine Gattin an Stelle einer anderen eintauschen wollt, und der einen von ihnen (vorher) einen Qintär gegeben habt, dann nehmt nichts davon wieder zurück! Wollt ihr es (denn etwa) mit Verleumdung und offenkundiger Sünde (wieder an euch) nehmen.? (4: 20)

     

    وَكَيْفَ تَأْخُذُونَهُ وَقَدْ أَفْضَىٰ بَعْضُكُمْ إِلَىٰ بَعْضٍ وَأَخَذْنَ مِنكُم مِّيثَاقًا غَلِيظًا

     

    Wie könnt ihr es (denn wieder an euch) nehmen, wo ihr doch zueinander eingegangen seid. Sie (eure Ehefrauen) haben (außerdem während der Ehe-Schließung) eine feste Verpflichtung von euch entgegengenommen!“ (4: 21)

     

    Eine Unsitte in der vorislamischen Zeit bestand darin, dass wenn ein Mann eine andere Frau heiraten wollte, er seine erste Frau zu Unrecht des Ehebruchs bezichtigte. Damit setzte er sie unter Druck, damit sie auf ihre Morgengabe verzichtet, und er sich von ihr scheiden lassen kann. Die zurückgeforderte Morgengabe gab er seiner neuen Frau.

     

    Dieser Koranvers verurteilt diese schlechte Gewohnheit. Er verweist auf das Bündnis, dass Mann und Frau bei ihrer Eheschließung eingegangen sind und mahnt: Bei diesem Bündnis habt ihr euch verpflichtet, eurer Ehefrau die Morgengabe zu geben. Jahrelang habt ihr aufgrund dieses Bündnisses miteinander gelebt. Wie könnt ihr nun aus Interesse an einer anderen Frau, euer Bündnis mit Füßen treten und eure anständige Frau dazu noch verleumden.

     

    Wir sehen an diesen Koranversen:

     

    Erstens: Der Islam unterstützt die Rechte der Frauen. Er gestattet nicht, dass der Mann auf Kosten der Rechte seiner ersten Frau, ein zweites Mal heiratet.

     

    Zweitens: Die Morgengabe, die der Ehemann seiner Frau geschenkt hat, darf er ihr nicht wieder wegnehmen um sie einer anderen Frau zu schenken. Seine Sünde ist doppelt so groß, wenn er dabei seine erste Frau in Verruf bringen will.

     

    Drittens: Das Ehebündnis ist ein festes Bündnis, aufgrund dessen Mann und Frau zusammenleben dürfen. Deshalb müssen beide dieses Bündnis wahren.

     

    Die Verse 22 und 23 der Sure An Nissa lauten wie folgt:

     

    وَلَا تَنكِحُوا مَا نَكَحَ آبَاؤُكُم مِّنَ النِّسَاءِ إِلَّا مَا قَدْ سَلَفَ ۚ إِنَّهُ كَانَ فَاحِشَةً وَمَقْتًا وَسَاءَ سَبِيلًا

     

    „Und heiratet keine Frauen, die (vorher einmal) eure Väter geheiratet haben, abgesehen von dem, was (vor der Offenbarung dieses Gebotes) bereits geschehen ist! (4: 22)

     

    حُرِّمَتْ عَلَيْكُمْ أُمَّهَاتُكُمْ وَبَنَاتُكُمْ وَأَخَوَاتُكُمْ وَعَمَّاتُكُمْ وَخَالَاتُكُمْ وَبَنَاتُ الْأَخِ وَبَنَاتُ الْأُخْتِ وَأُمَّهَاتُكُمُ اللَّاتِي أَرْضَعْنَكُمْ وَأَخَوَاتُكُم مِّنَ الرَّضَاعَةِ وَأُمَّهَاتُ نِسَائِكُمْ وَرَبَائِبُكُمُ اللَّاتِي فِي حُجُورِكُم مِّن نِّسَائِكُمُ اللَّاتِي دَخَلْتُم بِهِنَّ فَإِن لَّمْ تَكُونُوا دَخَلْتُم بِهِنَّ فَلَا جُنَاحَ عَلَيْكُمْ وَحَلَائِلُ أَبْنَائِكُمُ الَّذِينَ مِنْ أَصْلَابِكُمْ وَأَن تَجْمَعُوا بَيْنَ الْأُخْتَيْنِ إِلَّا مَا قَدْ سَلَفَ ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ غَفُورًا رَّحِيمًا

    Das (eine solche Heirat) ist etwas Abscheuliches und hassenswert – eine üble Handlungsweise! Verboten (zu heiraten) sind euch eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Tanten väterlicherseits oder mütterlicherseits, die Nichten, eure Nährmütter, eure Nährschwestern, die Mütter eurer Frauen, eure Stieftöchter, die sich im Schoss eurer Familie befinden (und) von euren Frauen (stammen) zu denen ihr bereits eingegangen seid, – wenn ihr zu ihnen noch nicht eingegangen seid, ist es für euch keine Sünde (solche Stieftöchter zu heiraten) – und (verboten sind euch) die Ehefrauen eurer leiblichen Söhne. Auch (ist es verboten) zwei Schwestern zusammen (zur Frau) zu haben, abgesehen von dem, was (in dieser Hinsicht) bereits geschehen ist. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ (4: 23)

     

    Diese beiden Koranverse nennen diejenigen Frauen, die ein Mann nicht heiraten darf. Ein Heiratsverbot entsteht durch:

     

    – Das verwandtschaftliche Verhältnis, so dass eine Heirat mit Mutter, Schwester, Tochter, Tante und Nichte ausgeschlossen ist.

     

    – Eine verwandtschaftliche Beziehung die durch die Heirat eines Mannes mit einer Frau entsteht. Durch diese Heirat ist es dem Mann nicht möglich, die Mutter, Schwester oder Tochter dieser Frau zu heiraten.

     

    – Eine Beziehung, die durch das Stillen entsteht. Wenn eine Frau (Amme) einen Jungen stillt, so kann er als Erwachsener diese Frau und die Mädchen, die diese Frau auch gestillt hat, nicht heiraten.

     

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Zur Wahrung der Heiligkeit der Familie darf der Mann bestimmte weibliche Mitglieder der Familie nicht heiraten und diese Frauen nicht begehren.

     

    Zweitens: Gott bestimmt was erlaubt (hilal) und was verboten (haram) ist: Nicht nur bei der Nahrung, sondern auch in Angelegenheiten der Ehe und Familie. Gott kennt die Bedürfnisse des Menschen.