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    Teil 106: Sure An Nissa (Frauen) Verse 24- 25

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    Die Fortsetzung der Erläuterungen der Sure 4, Sure An Nissa, geht weiter mit den Versen 24 und 25, die beide relativ lang sind. Zunächst Vers 24 in einer deutschen Übersetzung: (4: 24- 25)

     

    وَالْمُحْصَنَاتُ مِنَ النِّسَاءِ إِلَّا مَا مَلَكَتْ أَيْمَانُكُمْ ۖ كِتَابَ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ ۚ وَأُحِلَّ لَكُم مَّا وَرَاءَ ذَٰلِكُمْ أَن تَبْتَغُوا بِأَمْوَالِكُم مُّحْصِنِينَ غَيْرَ مُسَافِحِينَ ۚ فَمَا اسْتَمْتَعْتُم بِهِ مِنْهُنَّ فَآتُوهُنَّ أُجُورَهُنَّ فَرِيضَةً ۚ وَلَا جُنَاحَ عَلَيْكُمْ فِيمَا تَرَاضَيْتُم بِهِ مِن بَعْدِ الْفَرِيضَةِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَلِيمًا حَكِيمًا

    „Und (verboten sind euch) die ehrbaren (Ehe)frauen, außer was ihr (an Ehefrauen als Sklavinnen) besitzt. (Dies ist) euch von Gott vorgeschrieben. Was darüber hinausgeht, ist euch erlaubt, (nämlich) dass ihr euch als ehrbare (Ehe)männer, nicht um Unzucht zu treiben, mit eurem Vermögen (sonstige Frauen zu verschaffen) sucht. Wenn ihr dann welche von ihnen (im ehelichen Verkehr) genossen habt, dann gebt ihnen ihren Lohn(die Morgengabe) als Pflichtteil! Es liegt aber für euch keine Sünde darin, wenn ihr, nachdem der Pflichtteil festgelegt ist, (darüber hinaus) ein gegenseitiges Übereinkommen trefft. Gott weiß Bescheid und ist weise.“ (4: 24)

     

    Diese Koranstelle beschreibt zwei Arten der Ehe, außer der normalen Ehe, die Gott erlaubt. Er stellt in diesem Zusammenhang jedoch auch Gebote auf.

     

    Eine bittere Tatsache in der Menschheitsgeschichte sind immer schon Kriege und blutige Auseinandersetzungen gewesen, bei denen immer wieder viele Menschen obdachlos werden und viele Frauen und Kinder ihren Fürsorger verlieren.

     

    In früheren Zeiten hielt man die Kriegsgefangenen nicht fest, sondern gefangene genommene Männer und Frauen wurden versklavt. Der Islam hat diese Bräuche nicht auf einmal annulliert, aber er hat Gesetze eingeführt, durch welche die Sklaven befreit werden konnten.

     

    Bezüglich gefangen genommenen Frauen (Sklavinnen) erlaubt der Islam den Männern, diese zu heiraten und ihnen dadurch erneut einen besseren Stand in der Gesellschaft zu geben.

     

    Das einzige Problem war, dass diese Frauen zum Teil vor ihrer Gefangenschaft verheiratet waren. Der Islam stellt die Gefangennahme einer Scheidung vom Ehemann gleich. Nach Berücksichtigung einer Frist, in der sich erweisen soll, dass die Gefangene kein Kind von ihrem vorherigen Mann erwartet, ist die Ehelichung dieser Frau erlaubt. Diese Regelung war für die gefangenen Frauen besser. Sie konnten auf diese Weise wieder ein geregeltes Leben erfahren.

     

    Aber auch auf der Seite der Muslime kam es zu Verlusten unter den Kämpfenden und diese hinterließen ihre Familien ohne Fürsorger. Der Islam schlug deshalb zwei Wege für diese Situation vor:

     

    Der eine Weg ist der, dass ein Mann mehrere Frauen heiraten kann. Ein verheirateter Mann kann verwitwete Frauen als zweite Frau für eine Dauerehe wählen. Er kann aber auch eine Zeitehe mit ihnen eingehen.

     

    Die Zeitehe ist wie die Dauerehe ein Bündnis, das Gott erlaubt. Es unterliegt bestimmten Bedingungen. Die Dauer der Zeitehe ist begrenzt, kann aber verlängert werden.

     

    Andere Kulturen betrachten diese Form der Ehe als Beleidigung der Frau. In westlichen Ländern werden aber zum Beispiel den Beziehungen zwischen Männern und Frauen keine Grenzen gesetzt, so dass Männer und Frauen außerehelich mehrere Beziehungen haben können. In diesem Zusammenhang kann man fragen, ob derartige auf oberflächlichen Gefühlen und Trieben basierende Beziehungen die Rechte und das Ehrgefühl der Frau, oder auch des Mannes, nicht mehr verletzen?

     

    Einen launenhafter Umgang mit den Geboten Gottes und der Tradition des Propheten, hat es bald nach dem Propheten unter den Kalifen gegeben. Die Zeitehe wurde verboten und so kam es wegen der gegebenen Bedürfnisse zu versteckten Verhältnissen, die religionsgesetzlich als Unzucht gelten.

     

    Wir schließen aus dem Vers 24 der Sure 4:

     

    Erstens: Wir müssen hinsichtlich Gesellschafts- und Familienfragen realistisch bleiben und sollten nicht Gefühlen oder dem Geschmack bestimmter Leute folgen. Der beste Weg ist immer, die göttlichen Gebote zu akzeptieren. Er ist der Schöpfer der Menschen und kennt die Bedürfnisse des Einzelnen und der Gesellschaft.

     

    Zweitens: Die Ehe – ob in Form der Zeit- oder der Dauerehe – ist ein fester Halt für Mann und Frau und die Wahrung von Anstand und Moral.

     

    Drittens: Die Morgengabe ist von beiderseitigem Einverständnis abhängig. Der Mann alleine bestimmt nicht über ihre Höhe.

     

    In dem nächsten Vers der Sure An Nissa, Vers 25, heißt es sinngemäß übersetzt:

     

    وَمَن لَّمْ يَسْتَطِعْ مِنكُمْ طَوْلًا أَن يَنكِحَ الْمُحْصَنَاتِ الْمُؤْمِنَاتِ فَمِن مَّا مَلَكَتْ أَيْمَانُكُم مِّن فَتَيَاتِكُمُ الْمُؤْمِنَاتِ ۚ وَاللَّـهُ أَعْلَمُ بِإِيمَانِكُم ۚ بَعْضُكُم مِّن بَعْضٍ ۚ فَانكِحُوهُنَّ بِإِذْنِ أَهْلِهِنَّ وَآتُوهُنَّ أُجُورَهُنَّ بِالْمَعْرُوفِ مُحْصَنَاتٍ غَيْرَ مُسَافِحَاتٍ وَلَا مُتَّخِذَاتِ أَخْدَانٍ ۚ فَإِذَا أُحْصِنَّ فَإِنْ أَتَيْنَ بِفَاحِشَةٍ فَعَلَيْهِنَّ نِصْفُ مَا عَلَى الْمُحْصَنَاتِ مِنَ الْعَذَابِ ۚ ذَٰلِكَ لِمَنْ خَشِيَ الْعَنَتَ مِنكُمْ ۚ وَأَن تَصْبِرُوا خَيْرٌ لَّكُمْ ۗ وَاللَّـهُ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

    „Und diejenigen von euch, die nicht so bemittelt sind, dass sie ehrbare gläubige Frauen zu heiraten vermögen, (sollen welche) von euren gläubigen Mägden (heiraten), die ihr (als Sklavinnen) besitzt. Und Gott weiß besser über euren Glauben Bescheid. Ihr gehört (als Gläubige) zueinander (ungeachtet der Unterschiede in der sozialen Stellung). Heiratet sie also mit der Erlaubnis ihrer Herrschaft und gebt ihnen ihren Lohn (die Morgengabe) in rechtlicher Weise! (Dabei sollen sie sich) als ehrbare Frauen (betragen), nicht als solche, die Unzucht treiben und sich Liebschaften halten. Und wenn sie (durch Eheschließung) ehrbare Frauen geworden sind und dann etwas Abscheuliches begehen, kommt ihnen die Hälfte der Strafe zu, die (in einem solchen Fall) für die ehrbaren Frauen (die keine Sklavinnen sind) vorgesehen ist. Dies (d. h. die Erlaubnis, Sklavinnen zu heiraten) ist (eine Erleichterung) für diejenigen von euch, die (bei gänzlicher Enthaltsamkeit) fürchten, in Bedrängnis zu kommen (und zu sündigen). Doch ist es besser für euch, Geduld zu üben (und auf die Heirat von Sklavinnen zu verzichten). Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ (4: 25)

     

    In dem Vers 24 wurde die Ehe mit weiblichen Kriegsgefangenen erlaubt. Im Vers 25 werden Männer, deren Vermögen es nicht erlaubt, eine Nicht-Sklavin zu heiraten, zur Heirat mit einer in Gefangenschaft geratenen Frau angeregt. Auf diese Weise wird beiden geholfen.

     

    Der Koran stellt sowohl bei der Ehe mit einer Nicht-Sklavin als auch bei der Ehe mit einer Sklavin die Bedingung, dass die Frau gläubig. Der Glauben wird hier als erste Bedingung für die Ehe genannt, da er eine Grundlage ist für ein besseres Zusammenleben und Verständnis.

     

     

    Der Koranvers 25 sagt:

     

    Erstens: Nehmt die Ehe mit einer Sklavin in Kauf aber Unzucht nehmt nie in Kauf!

     

    Zweitens: Der Islam bietet denjenigen, die zum Beispiel aufgrund finanzieller Umstände eine normale Heirat nicht eingehen können, noch andere erlaubte Arten der Ehe an.

     

    Drittens: Eine wichtige Voraussetzung für eine gute Ehe und ihr Fortbestehen sind Anstand und Zurückhaltung von verbotenen Beziehungen.