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    Teil 108: Sure An Nissa (Frauen) Verse 32- 33

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    Teil 108: Sure An Nissa (Frauen) Verse 32- 33
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    Der Koranbeitrag wird in diesem Teil mit der Übersetzung des Verses 32 der Sure An Nissa fortgesetzt: (4: 32- 33)

     

    وَلَا تَتَمَنَّوْا مَا فَضَّلَ اللَّـهُ بِهِ بَعْضَكُمْ عَلَىٰ بَعْضٍ ۚ لِّلرِّجَالِ نَصِيبٌ مِّمَّا اكْتَسَبُوا ۖ وَلِلنِّسَاءِ نَصِيبٌ مِّمَّا اكْتَسَبْنَ ۚ وَاسْأَلُوا اللَّـهَ مِن فَضْلِهِ ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ بِكُلِّ شَيْءٍ عَلِيمًا

     

    „Und wünscht euch nicht das, womit Gott die einen von euch vor den anderen ausgezeichnet hat! Den Männern steht ein (bestimmter) Anteil von dem, was sie erworben haben, zu. Ebenso den Frauen. Und bittet Gott (um etwas) von seiner Huld (statt einander zu beneiden)! Gott weiß über alles Bescheid.“ (4: 32)

     

    In der Schöpfung gibt es Unterschiede, sie baut auf Unterschieden auf, die Gott geschaffen hat, denn sie sind für die Abläufe in der Schöpfung notwendig. Zu der großen Schöpfung Gottes gehören leblose Dinge und belebte Wesen wie Pflanzen, Tiere und die Menschen. Bei den Menschen gibt es zwei Geschlechter, Männer und Frauen, und Gott hat ihnen körperliche und seelische Unterschiede mitgegeben. Natürlich beruhen diese Unterschiede auf Seiner Weisheit. Und sie sind für die Menschen genauso notwendig wie die unterschiedlichen Teile eines Fahrzeuges, z.B. die Reifen aus nachgiebigem Material der Motor aus Stahl, die Scheibe aus Glaus und die Scheinwerfer für die Nacht. Beim Bau eines Fahrzeuges werden sehr viele verschiedene Teile zusammengesetzt, die sich im Material und/oder in der Form und im Zweck voneinander unterscheiden. Aber gemeinsam bilden sie ein Fortbewegungsmittel.

     

    Das Dasein ist auch auf viele verschiedene Faktoren (Teile) angewiesen. Allerdings geht ihre Zahl in die Milliarden. Und ein jedes von ihnen hat eine bestimmte Aufgabe, die zur Regelung des Ganzen beiträgt.

     

    Auch in unserer menschlichen Gesellschaft sind Menschen mit verschiedensten Fähigkeiten notwendig, ob Körperlich oder geistig. Sie sind nötig, damit die verschiedensten Bedürfnisse der Menschen erfüllt werden können. Diese Unterschiede sind also nicht als Bevorzugung oder Benachteiligung zu betrachten. Sie beruhen auf Notwendigkeit und der Weisheit Gottes.

     

    Besonders sind auch die Unterschiede hinsichtlich der Verantwortung der Menschen zu sehen. Hätte Gott von allen Menschen die gleiche Verantwortung verlangt, obwohl er ihnen nicht allen die gleichen Möglichkeiten gegeben hat, wäre das ungerecht. Aber Gott verlangt von jedem nur das, was in seinen Kräften steht, wie wir auch im Vers 7 der Sure 65 lesen können:

     

    … Gott verlangt von niemand mehr,

    als was er ihm gegeben hat…

     

     

    Die Menschen besitzen einen wichtigen Unterschied zu den anderen Geschöpfen Gottes. Nur die Menschen besitzen die Fähigkeit zu denken, einen Willen und das Recht auf eigene Entscheidung. Der Mensch selber hat die Möglichkeit über seine Vervollkommnung oder seinen Niedergang zu entscheiden.

     

    Gott hat dem Menschen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Aber auch Eigenschaften auf die er keinen Einfluss hat, wie zum Beispiel bestimmte körperliche Eigenheiten.

     

    Zu den Möglichkeiten, über die er selber bestimmen kann, gehört zum Beispiel an Wissen zu gelangen. Dies wird für ihn durch Anstrengung erreichbar. Wen sich der Mensch zum Beispiel nicht um Wissen bemüht, so ist das seine eigene Schuld und Gott ist nicht dafür verantwortlich.

     

    Im Vers 32 der Sure 4 wird also zuerst auf die göttlichen Gaben hingewiesen, über die der Mensch nicht selber entscheidet: Und Gott mahnt: beneidet euch nicht gegenseitig wegen Gaben, die Gott dem einem zukommen ließ und einem anderen nicht. Hegt keine sinnlosen Wünsche. Bei den Dingen, die erreichbar sind – so heißt es dann weiter – können sowohl Frau als Mann – jeder entsprechend seiner Anstrengung, aus den erlangten Möglichkeiten Nutzen ziehen.

     

    Zum Vers 32 der Sure 4 können folgende Punkte angeführt werden:

     

    Erstens: Statt die Gaben zu beneiden, die andere besitzen, sollten wir einen Blick auf unsere eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten werfen, und diese nutzen.

     

    Zweitens: Wir sollten sinnlose Wünsche und Sehnsüchte vergessen, denn sie rufen schlechte Charaktereigenschaften hervor.

     

    Drittens: Auch wenn wir uns Mühe geben und für unseren Unterhalt arbeiten: Wir sollten nicht denken, dass Gott keinen Einfluss auf die Besorgung des Unterhaltes hätte. Wir sollten sowohl einer Arbeit nachgehen als auch Gott um unseren Lebensunterhalt bitten.

     

    Viertens: Frauen besitzen wie die Männer ein Eigentumsrecht an dem, was sie durch Erbe, Morgengabe und durch Handel oder Beruf erworben haben.

     

    Die Übersetzung des Verses 33, der Sure 4 lautet:

     

    وَلِكُلٍّ جَعَلْنَا مَوَالِيَ مِمَّا تَرَكَ الْوَالِدَانِ وَالْأَقْرَبُونَ ۚ وَالَّذِينَ عَقَدَتْ أَيْمَانُكُمْ فَآتُوهُمْ نَصِيبَهُمْ ۚ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ شَهِيدًا

     

    „Für einen jeden haben wir hinsichtlich der Hinterlassenschaft der Eltern, der nächsten Verwandten und derer, mit denen ihr eine eidliche Bindung eingegangen habt, Mawali (wie Nahestehende oder weitere Verwandte u. Angehörige) bestimmt. Gebt ihnen ihren Anteil! Gott ist über alles Zeuge.“ (4: 33)

     

    In dem vorherigen Vers hieß es: Jeder, ob Mann oder Frau, ist Besitzer von dem, was er erlangt. Hier nun heißt es: Jeder, ob Mann oder Frau ist Besitzer dessen, was ihm Eltern oder nahe Verwandten vererbt haben. Es heißt weiter: dass der Mensch auch Eigentümer von Dingen werden kann, die er aufgrund zulässiger Verträge erhält.

     

    In diesem Zusammenhang ist es notwendig zu sagen, dass es vor dem Islam u.a. folgende Bündnisse unter den Arabern gab: Zwei von ihnen schlossen ein Bündnis, dass sie einander im Leben helfen, und wenn der eine einen Schaden erleidet, der andere ihn wieder gut machen soll. Laut diesem Bündnis konnten sie sich auch gegenseitig beerben.

     

    Der Islam hatte nichts gegen diesen Vertrag, der eine Art Versicherung darstellte, einzuwenden. Aber die Vereinbarung, dass die beiden Bündnispartner voneinander erben, machte er davon abhängig, dass es keine anderen Erben gibt.

     

    Wir erkennen am Vers 33, der Sure 4:

     

    Erstens: Das Erbgesetz des Islam, ist ein göttliches Gesetz. Keiner darf es im Kern und hinsichtlich der festgelegten Anteile ändern.

     

    Zweitens: Vertragstreue ist eine Pflicht, insbesondere bei Verträgen, die eine finanzielle Verpflichtung beinhalten und deren Verletzung dem anderen schadet.

     

    Drittens: Ein Bündnis muss auch noch nach dem Tod des Bündnispartners geachtet werden.