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    Teil 109: Sure An Nissa (Frauen) Verse 34

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    In diesem Teil der Koranauslegung wird nur ein Vers der Sure 4, Sure An Nissa, behandelt. Es ist Vers 34 und es ist wichtig, dass dieser Vers etwas ausführlicher erklärt wird. Hier die Übersetzung von Vers 34 ins Deutsche: (4: 34)

     

    الرِّجَالُ قَوَّامُونَ عَلَى النِّسَاءِ بِمَا فَضَّلَ اللَّـهُ بَعْضَهُمْ عَلَىٰ بَعْضٍ وَبِمَا أَنفَقُوا مِنْ أَمْوَالِهِمْ ۚ فَالصَّالِحَاتُ قَانِتَاتٌ حَافِظَاتٌ لِّلْغَيْبِ بِمَا حَفِظَ اللَّـهُ ۚ وَاللَّاتِي تَخَافُونَ نُشُوزَهُنَّ فَعِظُوهُنَّ وَاهْجُرُوهُنَّ فِي الْمَضَاجِعِ وَاضْرِبُوهُنَّ ۖ فَإِنْ أَطَعْنَكُمْ فَلَا تَبْغُوا عَلَيْهِنَّ سَبِيلًا ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَلِيًّا كَبِيرًا

    „Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen, weil Gott sie (von Natur vor diesen) ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Und die rechtschaffenen Frauen sind (Gott) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende weil Gott es hütet. (Ihr Männer) und wenn ihr um Frauen fürchtet, die sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und (wenn dies nichts nutzt) dann bestraft sie durch Schläge! Wenn sie euch (daraufhin wieder) gehorchen, dann unternehmt (weiter) nichts gegen sie! Gott ist erhaben und groß.“ (4: 34)

     

    In diesem Vers geht es um wichtige Fragen hinsichtlich der Beziehung zwischen Mann und Frau.

     

    Wie viele andere Abschnitte des Korans ist auch dieser Vers von den Menschen schon oft falsch ausgelegt und ausgenutzt worden: Zum einen gibt es gläubige Muslime, die aber derartige Koranverse nicht richtig auslegen und umsetzen, zum anderen gibt es Menschen, die dem Islam feindlich gegenüberstehen und derartige Koranverse dann nutzen um diese Religion negativ darzustellen.

     

    Manche Männer nutzen diesen Koranvers, um sich als Herrscher über die Frau zu verhalten, die ihrem Ehemann ohne Widerworte gehorchen soll. Er legt diesen Vers für sich so aus, als ob seine Anweisung mit der Anweisung Gottes gleich ist und wenn die Ehefrau seine Anweisung nicht befolgt, er die härteste Strafe anwenden darf.

     

    Ein derartiges Vorgehen hat Öl ins Feuer der Islamgegner gegossen und sie nutzten dies als Vorwand, um den Islam und den Koran in Frage zu stellen. Sie haben diesen Vers als frauenfeindlich bezeichnet und nicht die genaue Bedeutung des Verses beachtet.

     

    Für eine nähere Erklärung teilen wir den Vers 34 der Sure An Nissa inhaltlich in zwei Abschnitte auf.

     

    Im ersten Abschnitt werden die Männer als Verwalter der Angelegenheiten der Frauen vorgestellt. Dazu möchten wir wie folgt erklären:

     

    Ehe und Familie werden heute in der Soziologie als erster Baustein der Gesellschaft verstanden und als besonders wichtig betrachtet. Eine Familie entsteht durch das Ehebündnis zwischen Mann und Frau und wächst durch Kinder, die aus dieser Ehe hervorgehen. Diese kleine Gesellschaft braucht jemanden, der sie verwaltet und sie versorgt, sonst lässt sich nichts richtig regeln und es gibt Durcheinander.

     

    Es ist also notwendig, dass jemand die Verwaltung übernimmt und die Familie lenkt. Auf der Hand liegt, dass die Kinder diese Aufgabe nicht übernehmen können.

     

    Der Koran wählt aus zwei Gründen den Mann zum Verwalter der Familie:

     

    Erstens: Männer sind körperlich stärker als Frauen, sie haben daher mehr Kräfte, um für den Unterhalt zu sorgen und sich mit den Unbilden des Lebens auseinander zu setzen. Der Mann hat im Islam außerdem die Pflicht für Nahrung, Wohnung, Kleidung und die anderen Lebenskosten für Ehefrau und Kinder aufzukommen, während die Frau aus der Sicht des Islam keinerlei Verantwortung hinsichtlich der Deckung der Lebenskosten übernehmen muss. Auch dann nicht, wenn sie selber ein Einkommen hat.

     

    Der Mann hat also eine verantwortungsvolle Aufgabe, weil er für das Wohl der Familie sorgen muss, daher hat der Islam ihm auch die Befugnis gegeben über die Angelegenheiten der Familie zu bestimmen. Dies ist sogar seine Aufgabe. Aber der Islam hat ihn deshalb nicht berechtigt, Ungerechtes zu fordern und sich wie ein Tyrann aufzuführen. Seine Verantwortung betrifft die Verwaltung der Familienangelegenheiten. Er darf die Frau nicht unterdrücken und für seine Angelegenheiten einspannen. Wenn der Mann nicht den Lebensunterhalt der Frau zahlt und ihr und den Kindern das Leben schwer macht, kann die Frau auf gesetzlichem Wege seine Verpflichtungen einklagen.

     

    Folgendes muss also beachtet werden: Der Mann verwaltet die Familie, das bedeutet aber nicht, dass er über der Frau steht. Der Islam betrachtet denjenigen Menschen – ob Mann oder Frau – höher stehend, dessen Glaube und Gottesfurcht größer sind.

     

    Im zweiten Abschnitt des Verses 34 wird auf zwei Gruppen von Frauen hingewiesen. Frauen, die sich durch die Ehe verpflichtet fühlen, und auch in Abwesenheit ihres Mannes Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind wahren und seine Rechte schützen, diese Frauen werden in dieser Koranstelle gelobt.

     

    Aber wenn Frauen sich in rechtmäßigen ehelichen Angelegenheiten ihrem Mann widersetzen, da sagt der Koran: Mahnt die Frauen, deren Auflehnung ihr befürchtet. Wenn sie nicht auf euren guten Rat hören, dann zieht euch eine gewisse Zeit von ihnen zurück und beachtet sie nicht und zeigt ihnen auf diese Weise, dass ihr nicht mit ihrem Tun einverstanden seid.

     

    Wenn aber eine Frau ihre Ehepflicht weiter verletzt, dann darf der Mann sie sogar körperlich – mit Schlägen – strafen. Sicher ist hier nicht gemeint, dass der Mann hier brutalst vorgehen darf, denn dadurch würde er sich ja auch der Bestrafung aussetzen.

     

    Das der Koran an dieser Stelle das Schlagen der Frauen sozusagen legalisiert muss natürlich auch im Rahmen der gegebenen Umstände der damaligen Zeit gesehen werden. Sicher ist es, im Vergleich mit den damals üblichen Vorgehensweisen unter den Menschen eine Verbesserung und wird als sozusagen letzte Maßnahme gesehen.

    Es gibt also drei Stufen des Vorgehens, wenn eine Frau unrechtmäßig ihrer Pflicht als Ehefrau nicht nachkommt.

     

    Natürlich darf auch der Mann seine Pflichten als Versorger der Familie nicht verletzten, denn auch für ihn gibt es Bestrafung. Wenn der Ehemann für die Nafaqih, d.h. den Lebensunterhalt nicht aufkommt und seinen gesetzmäßigen Pflichten nicht nachkommt, so ist dies ein Gesetzesbruch und kann rechtmäßig verfolgt werden.

    Wir entnehmen Vers 34 der Sure 4:

     

    Erstens: In einer Gemeinschaft, selbst wenn es nur zwei Personen sind, muss einer die Verantwortung übernehmen.

     

    Zweitens: Es ist kein Zeichen der Schwäche, wenn eine Frau den rechtmäßigen Forderungen ihres Mannes nachkommt, sondern ein Zeichen dafür, dass sie die Ehe schätzt und um deren Erhalt bemüht ist.

     

    Drittens: Rechtschaffenes Handeln ist für einen Muslim nicht nur das tägliche Gebet und das Fasten. Auch die Wahrung der Rechte des Ehepartners und die Erfüllung der ehelichen Aufgaben gehört dazu.

     

    Viertens: Wenn eine Frau sich in der Ehe nicht den rechtmäßigen Wünschen ihres Ehemannes fügt, so darf sie dieser nicht seiner Rache aussetzen oder sie schikanieren. Ihm stehen drei Vorgehensweisen zur Verfügung, die er nacheinander nutzen darf, um wieder gute eheliche Beziehungen herzustellen.

     

    Fünftens: Die Männer müssen wissen: Gott hat ihnen Pflichten in Ehe und Familie anvertraut und Er ist jederzeit Zeuge ihres Verhaltens. Für jedes schlechte Verhalten gegenüber Ehefrau und Kindern muss er auch am Jüngsten Tage Rede und Antwort stehen.