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    Teil 111: Sure An Nissa (Frauen) Verse 40- 43

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    Dieser Teil der Koraninterpretation beginnt mit der Übersetzung des Verses 40 der Sure An Nissa, Sure 4: (4: 40- 43)

     

    إِنَّ اللَّـهَ لَا يَظْلِمُ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ ۖ وَإِن تَكُ حَسَنَةً يُضَاعِفْهَا وَيُؤْتِ مِن لَّدُنْهُ أَجْرًا عَظِيمًا

     

    „Gott tut wahrhaft nicht im Gewicht eines Stäubchens Unrecht. Und wenn es eine gute Tat ist (die vergolten werden soll), vervielfältigt Er sie (was die Belohnung anbelangt). Er gibt seinerseits gewaltigen Lohn.“ (4: 40)

     

    In den vorhergehenden Versen konnten wir lesen, das jeder der mit seinem Besitz geizt und den Bedürftigen nicht hilft und auf diese Weise gegenüber den göttlichen Segensgaben undankbar geworden ist, eine harte Strafe erhalten wird. In diesem Vers wird nun darauf hingewiesen, dass die Strafe die Gott uns zuteil werden läßt, nicht ungerecht ist. Gottes Strafe ist die Folge ungerechten Handelns des Menschen. Dieses ungerechte Handeln führt auf die menschlichen Unzulänglichkeiten zurück, oder aber auf Unwissenheit oder Begierden usw.. Gott aber ist von solchen Mängeln frei. Warum sollte er also seinen Geschöpfen gegenüber Unrecht handeln? Es ist der Mensch, der mit seinem ungerechten Handeln gegen sich selber Unrecht begeht.

     

    Im Koran heißt es deshalb, das Gott niemandem auch nur im Gewicht eines Stäubchens Unrecht tut, sondern er ruft die Menschen zu guten Werken auf, und verspricht ihnen eine vielfache Belohnung für ihre guten Taten.

     

    Wir lernen aus Vers 40 der Sure 4:

     

    Erstens: Die Missgeschicke und Leiden in unserem Leben dürfen wir nicht als Ungerechtigkeiten Gottes verstehen, sondern müssen sie als Ergebnis unseres falschen Handelns, unseres Undankes und Unglaubens sehen lernen.

     

    Zweitens: Die Strafe für schlechte Taten entspricht diesen Taten selbst. Aber Gottes Lohn für gute Taten ist viel größer als die gute Tat selber.

     

    Hier nun die Übersetzung der Verse 41 und 42 der Sure 4:

     

    فَكَيْفَ إِذَا جِئْنَا مِن كُلِّ أُمَّةٍ بِشَهِيدٍ وَجِئْنَا بِكَ عَلَىٰ هَـٰؤُلَاءِ شَهِيدًا

     

    „(Prophet!) Wie (wird es sein), wenn wir (dereinst) von jeder Gemeinschaft einen Zeugen (von ihnen selber) beibringen (damit er über sie aussage) und dich als Zeugen über sie bringen? (4: 41)

     

    يَوْمَئِذٍ يَوَدُّ الَّذِينَ كَفَرُوا وَعَصَوُا الرَّسُولَ لَوْ تُسَوَّىٰ بِهِمُ الْأَرْضُ وَلَا يَكْتُمُونَ اللَّـهَ حَدِيثًا

     

    An jenem Tag wünschten (wohl) diejenigen, die (im Erdenleben) ungläubig und gegen den Gesandten widerspenstig waren, die Erde würde über ihnen eingeebnet (und sie könnten spurlos in der Erde verschwinden). Aber an jenem Tag wird kein Wort vor Gott verborgen bleiben.“ (4: 42)

     

    Einer der besten Beweise dafür, dass Gott niemandem Unrecht tut, werden wir am Tag des Jüngsten Gerichtes sehen. Es werden viele Zeugen da sein. Nicht nur die Körperglieder des Menschen und die Engel werden Zeugnis ablegen – sondern jeder Prophet wird über das Handeln seines Volkes zeugen. So auch der Prophet des Islam über die Muslime. Und er wird sogar auch Zeuge für die anderen Propheten sein.

     

    Wenn der Prophet am Tag des Jüngsten Gerichtes als Zeuge erscheint, werden sich seine Gegner und die Gottesleugner wünschen – Wären wir doch nie auf die Welt gekommen, wären wir doch Staub geblieben und niemals aus dem Staub wieder von den Toten auferweckt worden -. Aber was nützt ihnen das! Sie haben die Gelegenheit verpasst. Die Zeit ist angebrochen, die Früchte ihres Lebens zu ernten. Und es gibt keine Möglichkeit hässliches Tun, Denken und Reden zu verbergen.

     

    Diese Koranstelle lehrt uns:

     

    Erstens: Die Propheten sind Zeugen Gottes über die Menschen. Am Jüngsten Tag wird Gott die Handlung eines Volkes an dem messen, welche Gebote die Lehre des Propheten ihm gebracht hat.

     

    Zweitens: Gott hat Zeugen, aber er ist nicht auf sie angewiesen. Wenn der Mensch sich klar macht, dass nicht nur Gott, sondern auch andere Zeugen am Jüngsten Tag gegen ihn aussagen werden, wenn er etwas Schlechtes tut, hilft ihm das, sich vor schlechten Taten in Acht zu nehmen.

     

    Drittens: Die Nichtbefolgung der Anweisungen des Propheten und seiner Lebensweise ist mit Gott-Unglauben gleichzustellen.

     

    Viertens: Der Tag des Jüngsten Gerichtes ist der Tag, an dem einige sehr viel bereuen müssen und sich wünschen: Ach wäre ich nie wieder aus dem Staub auferstanden.

     

    Die Übersetzung des nächsten Verses, Vers 43 der Sure An Nissa lautet:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَقْرَبُوا الصَّلَاةَ وَأَنتُمْ سُكَارَىٰ حَتَّىٰ تَعْلَمُوا مَا تَقُولُونَ وَلَا جُنُبًا إِلَّا عَابِرِي سَبِيلٍ حَتَّىٰ تَغْتَسِلُوا ۚ وَإِن كُنتُم مَّرْضَىٰ أَوْ عَلَىٰ سَفَرٍ أَوْ جَاءَ أَحَدٌ مِّنكُم مِّنَ الْغَائِطِ أَوْ لَامَسْتُمُ النِّسَاءَ فَلَمْ تَجِدُوا مَاءً فَتَيَمَّمُوا صَعِيدًا طَيِّبًا فَامْسَحُوا بِوُجُوهِكُمْ وَأَيْدِيكُمْ ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَفُوًّا غَفُورًا

    “ Ihr Gläubigen! Kommt nicht in Trunkenheit zum Gebet, damit ihr wisst, was ihr sagt! Und (kommt auch) nicht unrein (zur Gebetsstätte und zur Moschee) – es sei denn, ihr geht nur (zufällig) vorüber -, ohne euch vorher zu waschen! Und wenn ihr krank seid (und deshalb nicht die regelrechte Waschung vornehmen könnt) oder (wenn ihr euch) auf einer Reise (befindet) oder (wenn) einer von euch vom Abort kommt oder (wenn) ihr mit Frauen in Berührung gekommen seid und kein Wasser findet (um die Waschung vorzunehmen), dann sucht reinen Erdboden auf und streicht euch über das Gesicht und die Hände! Gott ist bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.“ (4: 43)

     

    Zunächst wird in diesem Vers darauf hingewiesen, dass das Wesentliche der Gebete ist, dass wir uns Gott andächtig zuwenden. Ziel der täglichen Gebete ist es, dass der Mensch immer wieder an seinen Schöpfer denkt.

     

    Des Weiteren werden Fragen bezüglich der rituellen Reinigungswaschungen (ghusl und wusu) und der symbolischen Trockenreinigung (tayammum) vor dem Gebet genannt. Der Körper des Betenden soll den religiösen Geboten entsprechend rein und sauber sein. Wenn er kein Wasser für die rituellen Reinigungswaschungen findet oder krank ist und diese nicht entsprechend vornehmen kann, darf er saubere, trockene Erde verwenden, um sich auf diese Weise auf das Gebet vorzubereiten.

     

    In diesem Vers wird auch das Trinken von Alkohol verboten. Wie schon aus anderen Koranversen hervorgeht, ist damit generell gemeint, dass der Mensch wenn er betet einen klaren Kopf haben soll. Er soll wissen was er sagt und wissen, vor wem er steht.

     

    Wir entnehmen also dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Die täglichen Gebete bedeuten nicht nur bestimmte Bewegungsabläufe des Körpers wie Verbeugungen und Niederknieen oder das Heruntersagen von rituellen Worten. Nein! Der Sinn der täglichen Gebete ist die Hinwendung zu Gott. Deshalb sollten wir immer in wachem und geistig klarem Zustand beten.

     

    Zweitens: Die Moschee oder der Ort an dem gebetet wird, haben unantastbare Heiligkeit – wir können diese Orte nicht betreten, wenn der Körper nicht gereinigt ist.

     

    Drittens: Durch die rituelle Reinigung unseres Körpers bereiten wir uns darauf vor, vor Gott zu treten und zu ihm zu sprechen – zu unserem Schöpfer und dem Erschaffer des Daseins.- Ob wir krank sind oder auf Reisen: Die Gebete werden nicht aufgehoben. Bestimmte Gebote jedoch erleichtern dem Gläubigen bei erschwerten Bedingungen seine Pflicht.