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    Teil 113: Sure An Nissa (Frauen) Verse 48- 52

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    Der Vers 48, der Sure 4 – Sure An Nissa, steht zu Beginn dieses Abschnittes unserer Koranauslegung. (4: 48- 52)

     

    إِنَّ اللَّـهَ لَا يَغْفِرُ أَن يُشْرَكَ بِهِ وَيَغْفِرُ مَا دُونَ ذَٰلِكَ لِمَن يَشَاءُ ۚ وَمَن يُشْرِكْ بِاللَّـهِ فَقَدِ افْتَرَىٰ إِثْمًا عَظِيمًا

     

    „Gott vergibt gewiss nicht, dass man Ihm (andere Götter) beigesellt. Was darunter liegt (d.h. weniger schwereSünden) vergibt Er, wem Er will. Wenn einer Gott (andere Götter) beigesellt, hat er (damit) wahrhaftig eine gewaltige Sünde begangen.“ (4: 48)

     

    Im Vers 48 wird allen Menschen, gleich welcher Religion sie angehören, auch den Muslimen, jegliches Handeln das Götzen oder andere Götter neben den Einen und Einzigen Gott stellt, untersagt. Es wird daran erinnert: Auch wenn Gott sehr großmütig und gütig ist: Götzentum und Vielgötterei sind unverzeihliche Sünden, d.h. es ist unverzeihlich wenn der Mensch andere Götter neben Gott stellt. Durch solches Tun werden die Grundlagen des Ein-Gott-Glaubens zerstört.

     

    Jedoch kann gesagt werden, dass auch Götzentum und Vielgötterei von Gott verziehen werden, wenn der Mensch es ernsthaft bereut und sich dem Ein-Gott-Glauben zuwendet.

     

    Wir entnehmen diesem Koranvers:

     

    Erstens: Schirk – Götzentum – verhindert den göttlichen Segen. Wer dem Einen und Einzigen Gott andere Götter und Götzen beigesellt, verschuldet selbst, wenn ihm Gottes Güte verwehrt bleibt.

    Zweitens: Die größte Sünde ist, Gott andere Götter beizugesellen.

     

     

    Die Verse 49 und 50 der Sure An Nissa lauten:

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الَّذِينَ يُزَكُّونَ أَنفُسَهُم ۚ بَلِ اللَّـهُ يُزَكِّي مَن يَشَاءُ وَلَا يُظْلَمُونَ فَتِيلًا

     

    „Hast du nicht jene gesehen, die sich selber für rein erklären? Vielmehr erklärt Gott für rein, wen er will. Und ihnen wird nicht ein Fädchen Unrecht geschehen. (4: 49)

     

     

    انظُرْ كَيْفَ يَفْتَرُونَ عَلَى اللَّـهِ الْكَذِبَ ۖ وَكَفَىٰ بِهِ إِثْمًا مُّبِينًا

     

    Schau, wie sie gegen Gott eine Lüge aushecken! Das ist (reichlich) genug an offenkundiger Sünde.“ (4: 50)

     

    Auch in diesem Vers sind wieder die Muslime sowie die Mitglieder der anderen monotheistischen Religionen, d.h. Juden und Christen, angesprochen und es heisst: Warum sagt jeder von euch, dass der andere ein Sünder ist und er selber ein guter Mensch. Warum lobt ihr euch ständig selber und wisst euch selber als rein? Allein Gott ist es, der euer Inneres kennt. Er weiß wer es verdient gelobt zu werden. Wenn jemand glaubt Vorzüge zu besitzen, so heisst dass noch nicht, dass er bei Gott über den anderen steht. Die größte Gefahr für gläubige Menschen ist, gleich welcher monotheistischen Religion sie angehören, dass sie sich auf ihre Gläubigkeit stolz sind.

     

    Wenn der Islam höher eingestuft wird als die anderen Religionen göttlichen Ursprungs, so bedeutet das keineswegs, dass die Muslime über den Nicht-Muslimen stehen. In diesem und in anderen Versen des Korans werden daher die Gläubigen vor religiösem Stolz gewarnt.

     

    Imam Ali, aleihe salam, sagte in einer seiner Ansprachen:

     

    ‚Ein Zeichen für einen Gottesfürchtigen ist, dass er sich ängstigt und es ihm unangenehm ist, wenn er gelobt wird. Er lobt sich nicht nur nie selber, sondern fürchtet sich vor dem Stolz, der ihn beschleichen könnte, wenn andere ihn loben.‘

     

    Folgende Punkte lassen sich aus den Versen 49 und 50 der Sure 4 entnehmen:

     

    Erstens: Eigenlob ist wertlos, wertvoll ist, wenn Gott den Menschen lobt.

    Zweitens: Stolz auf sich selbst wurzelt in Egoismus. Aber einer stolzer Geist ist nicht mit einem gottergebenen Geist vereinbar.

     

    Die beiden nächsten Verse, Vers 51 und 52 der Sure 4, An Nissa, lauten in einer Übersetzung:

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الَّذِينَ أُوتُوا نَصِيبًا مِّنَ الْكِتَابِ يُؤْمِنُونَ بِالْجِبْتِ وَالطَّاغُوتِ وَيَقُولُونَ لِلَّذِينَ كَفَرُوا هَـٰؤُلَاءِ أَهْدَىٰ مِنَ الَّذِينَ آمَنُوا سَبِيلًا

     

    „Hast du nicht jene gesehen, die einen Anteil an der Schrift erhalten haben? Sie glauben an den Dschibt (Zauberei) und sagen hinsichtlich derer, die ungläubig sind: Die da sind eher auf dem rechten Weg als die Gläubigen (d.h. die Muslime). (4: 51)

     

    أُولَـٰئِكَ الَّذِينَ لَعَنَهُمُ اللَّـهُ ۖ وَمَن يَلْعَنِ اللَّـهُ فَلَن تَجِدَ لَهُ نَصِيرًا

     

    Das sind diejenigen, die Gott verflucht hat. Und wen Gott verflucht, für den findest du keinen Helfer.“ (4: 52)

     

     

    In den islamischen Überlieferungen lesen wir:

     

    Nach dem Kampf von Uhud machten sich einige Juden in Medina auf den Weg nach Mekka um mit den Götzendienern ein Abkommen gegen die Muslime zu schließen. Um die Götzendiener für sich zu gewinnen, knieten sie vor deren Götzen nieder und sagten: ‚Euer Götzendienst ist besser als der Glaube der Muslime.‘ Dabei hatten diese Juden mit dem Propheten des Islam ein Abkommen geschlossen, dass sie keine Komplotte gegen die Muslime unternehmen würden. Aber sie verletzten ihr Abkommen und taten sich mit den Anführern der Quraisch gegen die Muslime zusammen. Um ihre Ziele zu erreichen, entfernten sie sich von ihrer eigenen Religion, denn sie besaßen selber eine Heilige Schrift. Aber sie sagten: der Aberglauben der Götzendiener steht über dem Islam. Sie waren sogar bereit, mit den Götzendienern den Islam zu bekämpfen. Durch diese große Sünde zogen sie den Fluch Gottes auf sich und entfernten sich von der göttlichen Barmherzigkeit.

     

     

    Wir lernen aus diesen beiden Versen:

     

    Erstens: Die Juden haben zu Beginn des Islam sogar mit den Ungläubigen ein Bündnis geschlossen, um den Islam zu bekämpfen.

    Zweitens: Sturheit macht den Menschen blind und hält ihn davon ab, die Wahrheit zu erkennen. Wenn es Leute gibt, die den Islam verurteilen, so ist das kein Beweis dafür, dass der Islam tatsächlich schlecht ist.

    Drittens: Gott ist der wahre Helfer des Menschen. Wer sich durch sein eigenes Tun von der Barmherzigkeit Gottes entfernt, der hat damit seinen Helfer verloren.