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    Teil 114: Sure An Nissa (Frauen) Verse 53- 57

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    In diesem Teil folgen zunächst die Verse 53, 54 und 55 der Sure An Nissa, Sure 4. Diese Verse lassen sich wie folgt übersetzen: (4: 53- 57)

     

    أَمْ لَهُمْ نَصِيبٌ مِّنَ الْمُلْكِ فَإِذًا لَّا يُؤْتُونَ النَّاسَ نَقِيرًا

     

    „Oder haben sie (etwa) einen Anteil an der Herrschaft? (Gesetzt den Fall, es wäre so) dann würden sie den Leuten nicht ein Dattelgrübchen (davon ab) geben. (4: 53)

     

    أَمْ يَحْسُدُونَ النَّاسَ عَلَىٰ مَا آتَاهُمُ اللَّـهُ مِن فَضْلِهِ ۖ فَقَدْ آتَيْنَا آلَ إِبْرَاهِيمَ الْكِتَابَ وَالْحِكْمَةَ وَآتَيْنَاهُم مُّلْكًا عَظِيمًا

     

    Oder beneiden sie etwa die Leute (Muslime) wegen dessen, was Gott ihnen von seiner Huld gegeben hat? (Dabei haben ihre Vorfahren in gleicher Weise Gottes Huld erfahren). Wir haben (doch früher) der Sippe Abrahams die Schrift und die Weisheit gegeben und ihnen (den Nachkommen Abrahams) gewaltige Herrschaft verliehen. (4: 54)

     

    فَمِنْهُم مَّنْ آمَنَ بِهِ وَمِنْهُم مَّن صَدَّ عَنْهُ ۚ وَكَفَىٰ بِجَهَنَّمَ سَعِيرًا

     

    Und nun glaubten die einen von ihnen daran, während die anderen vom Glauben abhielten. Die heißen Flammen der Hölle werden (dereinst den Ungläubigen) als Strafe genügen.“ (4: 55)

     

    Zuvor haben wir erfahren, dass die Juden in Medina sich mit den Götzendienern in Mekka gegen die Muslime verschwören wollten. Diese Verse mahnen sie nun: Macht ihr dies, um an die Macht zu gelangen, obwohl ihr es nicht würdig seid zu herrschen? Ihr seid der Herrschaft nicht würdig, weil ihr alleinige Macht anstrebt. Und wenn ihr die Macht bekommen würdet, werdet ihr niemandem sein Recht zukommen lassen und alle Vorteile für euch wollen. Warum könnt ihr nicht ertragen, dass die Muslime jetzt herrschen und hegt Neid gegen sie? Hat denn Gott nicht auch den früheren Propheten, die von Abraham abstammten, Regierungsmacht verliehen? Hat Gott nicht auch Moses, Salomon und David eine Himmelsschrift und die Herrschaft über ihr Volk verliehen? Warum beneidet ihr daher heute den Propheten des Islam und die Muslime um ihre Schrift und ihre Herrschaft? Wieso behauptet ihr sogar, dass die Götzendiener besser sind als die Muslime?

     

    Aus dieser Koranstelle können wir vier wichtige Punkte lernen:

     

    Erstens: Wir sollten unsere Feinde kennen und unsere religiöse Stellung festigen und bewahren, denn wenn diese Feinde die Macht bekommen, werden sie uns übergehen.

     

    Zweitens: Geiz und Engstirnigkeit und ungerechte Urteile sind Zeichen für materialistische Bestrebungen und das Streben nach alleiniger Macht.

     

    Drittens: Wer anderen aus Neid etwas missgönnt, protestiert in Wahrheit gegen den Willen Gottes. Er sollte sich nicht wünschen, dass die anderen diesen Segen nicht mehr erhalten, sondern Gott bitten, dass Er auch ihm einen solchen Segen zuteil werden lässt.

     

    Viertens: Es ist falsch zu erwarten, dass alle Menschen gläubig sein sollen. Jeder kann seinen Weg frei wählen. So ist es von Gott gewollt.

     

     

    Es folgt nun Vers 56 der Sure 4 in der Übersetzung:

     

    إِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا بِآيَاتِنَا سَوْفَ نُصْلِيهِمْ نَارًا كُلَّمَا نَضِجَتْ جُلُودُهُم بَدَّلْنَاهُمْ جُلُودًا غَيْرَهَا لِيَذُوقُوا الْعَذَابَ ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَزِيزًا حَكِيمًا

     

    „Diejenigen, die nicht an unsere Zeichen glauben, werden wir (dereinst) im Feuer schmoren lassen. Sooft (dann) ihre Haut verbrannt (gargekocht) ist, tauschen wir diese gegen eine andere ein, damit sie die Strafe zu spüren bekommen. Gott ist mächtig und weise.“ (4: 56)

     

    Nachdem in den vorhergehenden Versen von der Sturheit einiger Menschen gegenüber den Propheten und deren göttlichen Lehren die Rede war, wird nun in diesem Vers auf die harte Bestrafung im Jenseits hingewiesen. Wer sein Leben lang Wahrheit und Recht leugnet, und nur noch widerspenstiger geworden ist, verdient eine ewige Strafe. Aus Vers 56 geht also hervor: Die Widersacher und Abgeirrten sollten nicht denken, dass ihre Bestrafung im Jenseits endet, wenn ihre Haut einmal verbrannt ist. Sie sollten sich vor Augen halten, dass die verbrannte Haut immer wieder durch eine neue ersetzt wird, die wieder verbrennt.

     

    Es gilt also:

     

    Erstens: Das Andauern der Strafe im Jenseits führt nicht zur Abnahme des Schmerzes, wie es unter Umständen bei den Härten des irdischen Lebens sein kann.

     

    Zweitens: Die Auferstehung von den Toten vollzieht sich nicht nur seelisch sondern auch körperlich, der Sünder erfährt nicht nur seelische Qualen, sondern auch körperliche.

     

    Drittens: Die göttliche Strafe geht auf unser eigenes Tun zurück. Sie ist kein Unrecht Gottes gegenüber seinen Geschöpfen. Sie ist die Folge unseres eigenen unrechten Tuns.

     

    Dieser Teil endet nun mit der Übersetzung des Verses 57 der Sure 4 und ihrer Interpretation:

     

     

    وَالَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ سَنُدْخِلُهُمْ جَنَّاتٍ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا أَبَدًا ۖ لَّهُمْ فِيهَا أَزْوَاجٌ مُّطَهَّرَةٌ ۖ وَنُدْخِلُهُمْ ظِلًّا ظَلِيلًا

     

    „Diejenigen aber, die glauben und tun, was recht ist, werden wir (dereinst) in Gärten einkehren lassen, in deren Niederungen Bäche fließen, und in denen sie ewig weilen werden. Darin haben sie gereinigte Gemahlinnen. Und in beständigen Schatten lassen wir sie kommen.“ (4: 57)

     

    Während zuvor von der harten Strafe, die die Gottesleugner und -verleumder auf sich ziehen, gesprochen wurde, verweist dieser Vers nun auf die große Belohnung der Gläubigen. Es heißt: Wenn der Glaube an Gott mit guten Taten und rechtschaffenem Handeln einhergeht, wird dies am Tag des Jüngsten Gerichtes hoch belohnt. Gott sieht für diese Menschen einen herrlichen und grünen Paradiesgarten mit Schatten spendenden Bäumen vor. Und sie werden edle keusche Gemahlinnen haben. Die rechtschaffenen Gläubigen werden auf diese Weise für ihre Enthaltsamkeit von Unmoral und Verzicht auf vielerlei weltliche Freuden belohnt.

     

    Wir können diesem Vers entnehmen:

     

    Erstens: Der Mensch kann frei entscheiden. Es ist im frei gestellt, den falschen oder den richtigen Weg zu wählen. Aber über die Folgen dieser Wahl kann er keinen Entschluss treffen. Lebt und handelt er im Gott-Unglauben zieht das Strafe nach sich. Lebt und handelt er aber im Glauben, erkauft er sich damit ein schönes und friedliches Jenseits.

     

    Zweitens: Moral und Keuschheit sind ein Maßstab für den menschlichen Wert. Deshalb betont Gott nicht die Schönheit der Gemahlinnen, die an der Seite der Gläubigen im Paradies sein werden, sondern es heist in diesem Vers, dass sie keusch und rein sind.