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    Teil 116: Sure An Nissa (Frauen) Verse 60- 63

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    Teil 116: Sure An Nissa (Frauen) Verse 60- 63
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    Auch in diesem Teil geht es weiter mit Erläuterungen zum Inhalt des Koran, und zwar mit dem Vers 60 der Sure 4, Sure An Nissa. Hier die Übersetzung ins Deutsche: (4: 60- 63)

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الَّذِينَ يَزْعُمُونَ أَنَّهُمْ آمَنُوا بِمَا أُنزِلَ إِلَيْكَ وَمَا أُنزِلَ مِن قَبْلِكَ يُرِيدُونَ أَن يَتَحَاكَمُوا إِلَى الطَّاغُوتِ وَقَدْ أُمِرُوا أَن يَكْفُرُوا بِهِ وَيُرِيدُ الشَّيْطَانُ أَن يُضِلَّهُمْ ضَلَالًا بَعِيدًا

     

    „Hast du nicht jene gesehen, die behaupten, an das zu glauben, was (als Offenbarung) zu dir und was (den Propheten) vor dir herabgesandt worden ist, während sie sich (gleichzeitig) an Götzen um Entscheidung wenden wollen, wo ihnen doch befohlen worden ist, nicht daran (d.h. an Götzen) zu glauben? (Ja!) Der Satan will sie abirren lassen, ein weites Abirren!“ (4: 60)

     

    Im Vers 59 steht, dass die zuverlässigste Orientierung für alle Fragen des Lebens der Koran und die Sunna, also die Verfahrensweise, des Propheten sind. In Vers 60 werden nun diejenigen getadelt, die dies nicht tun, sondern sich an Götzen oder sogar an unberechtigte Herrscher wenden, die gegen das Recht kämpfen. Dieses Tun wird als weitreichender Irrtum bezeichnet. Aus den Überlieferungen erfahren wir in diesem Zusammenhang über folgende Begebenheit:

     

    In Medina kam es zu einem Streit zwischen einem Muslim und einem Juden. Der Jude empfahl den Propheten des Islam wegen seiner Zuverlässigkeit und Gerechtigkeit als Richter. Aber der Muslim, der unrechtmäßige Interessen im Auge hatte, wollte, dass einer der jüdischen Gelehrten in diesem Falle richtet, denn er wusste, dass er diesen mit Geschenken bestechen und somit erreichen kann, dass er zu seinen Gunsten ein Urteil fällt. Da wurde dem Propheten der Vers 60 der Sure 4 geoffenbart.

     

    Wir können diesem Vers folgendes entnehmen:

     

    Erstens: Unser Glaube ist nicht richtig, wenn wir uns nicht vom Unrecht entfernen und uns nicht eindeutig von falschen Göttern distanzieren.

     

    Zweitens: Leute, die behaupten den rechten Glauben zu besitzen, aber in der Praxis sich an andere als an Gott und seine Anweisungen wenden, stellen sich gegen Gott und den Propheten.

     

    Der nächstfolgende Vers 61 der Sure An Nissa lautet in der Übersetzung:

     

    وَإِذَا قِيلَ لَهُمْ تَعَالَوْا إِلَىٰ مَا أَنزَلَ اللَّـهُ وَإِلَى الرَّسُولِ رَأَيْتَ الْمُنَافِقِينَ يَصُدُّونَ عَنكَ صُدُودًا

     

    „Wenn man zu ihnen sagt: ,Kommt her zu dem, was Gott (als Offenbarung) herabgesandt hat, und zum Gesandten!`,siehst du, dass die Heuchler (die anderen) nachdrücklich von deiner Aufforderung abhalten.“ (4: 61)

     

    In dieser Ayeh heisst es: Wenn sich ein Muslim bei Streitigkeiten bei Fremden ein Urteil einholen will, so ist dies ein Zeichen dafür, dass er seinen Glauben nur heuchelt. Denn es heisst: Es sind die Heuchler, die Munafiqin, die die Schrift Gottes und die Sunna des Propheten scheuen und der Ansicht der Nichtgläubigen den Vorrang geben. Sie akzeptieren die göttlichen Gebote nicht. Und nicht nur das: Sie hindern auch die anderen daran. Sie wollen, dass die anderen wie sie handeln und keiner gegen sie protestiert.

     

    Wir entnehmen Vers 61 der Sure 4:

     

    Erstens: Es ist unsere Aufgabe, die Menschen zu Gott zu rufen, auch wenn wir wissen, dass sie nicht auf uns hören und sich nicht dem Gebot Gottes beugen.

     

    Zweitens: Eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass jemand Munafeq, d.h. kein aufrichtiger Gläubiger ist, besteht darin, dass er sich gegen die Führung Gottes, des Rechtes und der Wahrheit, auflehnt.

     

    Die Übersetzung der beiden nächsten Koranverse, d.h. Vers 62 und 63 der Sure 4 lautet:

     

    فَكَيْفَ إِذَا أَصَابَتْهُم مُّصِيبَةٌ بِمَا قَدَّمَتْ أَيْدِيهِمْ ثُمَّ جَاءُوكَ يَحْلِفُونَ بِاللَّـهِ إِنْ أَرَدْنَا إِلَّا إِحْسَانًا وَتَوْفِيقًا

     

    „Aber wie, wenn sie für die Taten, die sie mit eigenen Händen begangen haben, ein Unglück trifft und sie hierauf zu dir kommen und bei Gott schwören: ,Wir wollten es ja nur gut machen und Einigung zwischen beiden Seiten erreichen?‘ (4: 62)

     

    أُولَـٰئِكَ الَّذِينَ يَعْلَمُ اللَّـهُ مَا فِي قُلُوبِهِمْ فَأَعْرِضْ عَنْهُمْ وَعِظْهُمْ وَقُل لَّهُمْ فِي أَنفُسِهِمْ قَوْلًا بَلِيغًا

     

    Aber Gott weiss was in ihren Herzen ist. Wende dich von ihnen ab! Jedoch gib ihnen guten Rat und sprich mit ihnen deutlich darüber (die Folgen ihres Tuns)!“ (4: 63)

     

    Diese Verse stehen mit den vorherigen in Verbindung, in denen von dem hässlichen Vorgehen der Heuchler (Munafeqin) die Rede ist, die nämlich statt in Streitfagen Gott und seinen Propheten zu befragen, sich an andere wenden.

     

    In den Versen 62 und 63 wird beschrieben, wie mit ihnen umzugehen ist. Es heisst, dass man sie vor den Folgen ihres Tuns warnen soll.

     

    Als die Munafiqin ihren Streit nicht vor den Propheten brachten, damit er ein Urteil fällt, rechtfertigten sie dies damit, dass der Prophet schließlich ein Urteil zu Gunsten der einen und zum Nachteil der anderen Partei fällen würde. Und dann, so argumentierten sie weiter, würde eine der beiden Streitparteien dem Propheten sein Urteil übelnehmen. „Das aber wird dem Ansehen des Propheten schaden und wir bringen unsere Streitfälle deshalb lieber nicht vor ihn, damit sein Ruf und seine Beliebtheit erhalten bleiben“. Mit derartigen Ausreden versuchten die Munafiqin sich zu rechtfertigen, um ihre eigentlichen Pflichten zu umgehen. Würde die Beliebtheit des Propheten auf diese Weise zu wahren sein, so wüßte Gott das wohl am besten.

     

     

    Wir entnehmen diesen Koranversen:

     

    Erstens: Viele Schwierigkeiten, denen der Einzelne begegnet, oder die es in der Gesellschaft gibt, gehen auf das Handeln des Menschen zurück. Es kann sein, dass der Mensch die Hintergründe nicht versteht, oder sie nicht akzeptieren will. Aber er darf diese Ereignisse nicht Gott zur Last legen.

     

    Zweitens: Typisch für Heuchler (Munafiqin) ist, dass sie nach Rechtfertigungen suchen. Zum Beispiel schwächen sie, wie in dem beschriebenen Fall die Position des Propheten unter dem Vorwand, sein Ansehen schützen zu wollen.

     

    Drittens: Typisch ist auch, dass Heuchler schwören, um auf diese Weise ihr schlechtes Tun und ihre üblen Ziele zu vertuschen.

     

    Viertens: Verschwörer wollen ihr Tun mit Begriffen wie ‚gutes Werk‘, Reform usw., als gut darstellen. Damit wollen sie erreichen, dass keiner gegen sie protestiert.

     

    Fünftens : Von Heuchlern soll man sich abwenden, sie aber mahnen und warnen.

     

    Bitten wir Gott, dass er uns von jeder Heuchelei fern hält.