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    Teil 117: Sure An Nissa (Frauen) Verse 64- 68

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    Teil 117: Sure An Nissa (Frauen) Verse 64- 68
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    Wir öffnen wieder den Heiligen Koran, um einige Verse daraus zu übersetzen und zu erklären. Hier nun der Vers 64, der 4. Sure, Sure An Nissa in einer Übersetzung: (4: 64- 68)

     

     

    وَمَا أَرْسَلْنَا مِن رَّسُولٍ إِلَّا لِيُطَاعَ بِإِذْنِ اللَّـهِ ۚ وَلَوْ أَنَّهُمْ إِذ ظَّلَمُوا أَنفُسَهُمْ جَاءُوكَ فَاسْتَغْفَرُوا اللَّـهَ وَاسْتَغْفَرَ لَهُمُ الرَّسُولُ لَوَجَدُوا اللَّـهَ تَوَّابًا رَّحِيمًا

     

    „Und wir haben keinen Gesandten geschickt, ohne dass ihm -mit Gottes Erlaubnis – Gehorsam geleistet werden sollte. Wenn sie, die gegen sich selber gefrevelt (und die Gebote Gottes nicht beachtet) haben, zu dir kämen und Gott um Vergebung bitten würden, und der Gesandte für sie um Vergebung bitten würde, dann würden sie finden, dass Gott gnädig und barmherzig ist.“ (4: 64)

     

    In der vorhergehenden Koranstelle ging es um eine Gruppe heuchlerischer Muslime (Munafigin), die zur Schlichtung in einem Streitfall nicht zum Propheten gekommen war, sondern fremde Richter aufgesucht hatte.

     

    In diesem Koranvers wird nun betont, dass die wahren Gläubigen in allen Bereichen auf den Propheten hören sollen. Der Prophet ist nicht nur der Verkünder der Offenbarung, sondern er ist auch Regierungsoberhaupt. Die Muslime müssen also ihm folgen und nicht anderen. Dies geschieht auf Gottes Anordnung. Ohne Erlaubnis Gottes ist die Befolgung anderer, selbst der Propheten, eine Form der Götzenanbetung und des Unglaubens.

     

    In Fortsetzung des Verses heisst es dann weiter: Der Weg, euren Ungehorsam gegenüber dem Propheten zu bereuen, besteht darin, dass ihr euch an den Propheten wendet. Und Gott nimmt eure Reue auch nur entgegen, wenn der Prophet sie akzeptiert und bei Gott für euch Fürbitte einlegt.

     

    Dieser Vers beschränkt sich nicht nur auf die Lebenszeit des Propheten. Jeder der sich gegen Gott und seinen Propheten gestellt hat, kann erfolgreich bereuen, wenn er zum Grab des Propheten pilgert und ihn darum bittet für ihn Fürbitte einzulegen.

     

     

    Wir lernen aus dem Koranvers 64 der Sure 4:

     

    Erstens: Die Rechtleitung der Menschen hängt davon ab, ob sie auf die von Gott ausgesandten Führer hören. Der Glaube an die Gebote alleine genügt nicht, in der Praxis müssen die Gebote auch befolgt werden.

     

    Zweitens: Man fügt sich selber ein Unrecht zu, wenn man sich von den Lehren der Propheten entfernt und sich Götzen zuwendet. Den Propheten selber kann man damit nicht schaden.

     

    Drittens: Im Koran wird empfohlen, zu den Grabstätten der großen Gottesfreunde zu pilgern und sie um Fürbitte bei Gott zu bitten.

     

    Der Vers 65 der Sure An Nissa lautet in der deutschen Übersetzung:

     

    فَلَا وَرَبِّكَ لَا يُؤْمِنُونَ حَتَّىٰ يُحَكِّمُوكَ فِيمَا شَجَرَ بَيْنَهُمْ ثُمَّ لَا يَجِدُوا فِي أَنفُسِهِمْ حَرَجًا مِّمَّا قَضَيْتَ وَيُسَلِّمُوا تَسْلِيمًا

     

    „Aber nein, bei deinem Herrn! Sie sind so lange nicht (wirklich) gläubig, bis sie dich zum Schiedsrichter machen über das, was zwischen ihnen umstritten ist, und sich hierauf durch die Entscheidung, die du getroffen hast, nicht bedrückt fühlen, vielmehr sich vollständig ihr beugen.“ (4: 65)

     

    In den vorhergehenden Versen wurde den Gläubigen gesagt, dass sie sich nicht mit Streitfragen an Fremde wenden dürfen. In diesem Vers heisst es: Ihr sollt euch nicht nur an den Prophet wenden, sondern euch auch vollständig seinem Urteil beugen. Sogar innerlich und nicht nur äußerlich sollt ihr mit dem Urteil des Propheten zufrieden sein, auch wenn es zu euren Ungunsten ist.

     

     

    In den Überlieferungen heißt es bezüglich der Offenbarung dieses Koranverses:

     

    Zwischen zwei Gefährten des Propheten war es zu einem Streit gekommen. Sie konnten sich nicht über die Bewässerung ihrer Palmenplantage einigen. So gingen sie zum Propheten und baten ihn, zu urteilen. Als der Prophet sein Urteil fällte, warf derjenige zu dessen Ungunsten es ausfiel, dem Propheten vor: ‚Der da ist dein Verwandter, deshalb hast du ein Urteil zu seinen Gunsten gefällt.‘ Der Prophet wurde über diese Sichtweise sehr traurig, und es wurde ihm der zuvor genannte Vers geoffenbart.

     

    Wir entnehmen diesem Koranvers:

     

    Erstens: Gauben entsteht nur durch Ergebenheit. Ein Gläubiger ist jemand, der den Anweisungen Gottes und des Propheten folgt und den diese Anweisungen nicht verstimmen.

     

    Zweitens: Es ist eine der Angelegenheiten der Propheten und göttlichen Führer, unter den Menschen zu richten. Die göttlichen Religionen beinhalten nicht nur Gebote für die Gottesanbetung. Zu den Aufgaben der religiösen Führer gehört auch die Klärung der sozialen Probleme der Menschen.

     

    Die Verse 66 bis 68 der Sure An Nissa lauten in einer Übersetzung:

     

    وَلَوْ أَنَّا كَتَبْنَا عَلَيْهِمْ أَنِ اقْتُلُوا أَنفُسَكُمْ أَوِ اخْرُجُوا مِن دِيَارِكُم مَّا فَعَلُوهُ إِلَّا قَلِيلٌ مِّنْهُمْ ۖ وَلَوْ أَنَّهُمْ فَعَلُوا مَا يُوعَظُونَ بِهِ لَكَانَ خَيْرًا لَّهُمْ وَأَشَدَّ تَثْبِيتًا

     

    „Wenn wir ihnen vorschreiben würden, sie sollen sich gegenseitig umbringen oder aus ihren Wohnungen ausziehen, würden sie es – mit wenigen Ausnahmen -nicht tun. (4: 66)

     

    وَإِذًا لَّآتَيْنَاهُم مِّن لَّدُنَّا أَجْرًا عَظِيمًا

     

    Wenn sie aber (wenigstens) tun würden, wozu sie ermahnt werden, wäre es besser für sie und würde sie im Glauben eher festigen. (4: 67)

     

    وَلَهَدَيْنَاهُمْ صِرَاطًا مُّسْتَقِيمًا

     

    Dann würden wir ihnen unsererseits gewaltigen Lohn geben und würden sie einen geraden Weg führen.“ (4: 68)

     

    In Ergänzung der vorherigen Verse heisst es nun in dieser Koranstelle gerichtet an jene, denen ein gerechtes Urteil des Propheten nicht gefällt:

     

    Wir haben euch doch keine schwierige Aufgabe gestellt, das ihr so denkt. Wir haben anderen Völkern vor euch eine viel schwerere Buße für ihre Sünden auferlegt, wie z.B. bei dem jüdischen Volk, nachdem sie ein goldenes Kalb angebetet hatten. Wir haben ihnen gesagt, verlasst eure Heimat, damit ihr euch auf diese Weise von den Sünden befreit. Und wenn wir solche Befehle für euch erließen, würden nur wenige von euch sie durchführen.

     

    Es heisst weiter an dieser Stelle an die Adresse der Muslime gerichtet: Wenn ihr euch den göttlichen Geboten beugt, so kommt euch selbst der Nutzen zugute und ihr werdet auf den geraden Weg gelenkt und gefestigt. Auch am Jüngsten Tag werdet ihr einen gewaltigen göttlichen Lohn erhalten.

     

    Die Koranverse 66 bis 68 der Sure 4 lehren uns:

     

    Erstens: Die Anweisungen Gottes sind Ratschläge und Mahnungen, deren Gewinn uns selber zuteil wird. Für Gott bedeutet es weder Gewinn noch Verlust, wenn wir sie beachten bzw. nicht beachten.

     

    Zweitens: Je mehr wir uns auf dem Wege Gottes bewegen, desto mehr wächst unser Glaube und desto fester wird unser Schritt.