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    Teil 118: Sure An Nissa (Frauen) Verse 69- 73

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    Teil 118: Sure An Nissa (Frauen) Verse 69- 73
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    Dieser Teil des Korankommentares beginnt mit den Versen 69 und 70 der Sure 4, Sure An Nissa. Hier zunächst die Übersetzung der beiden Verse: (4: 69- 73)

     

    وَمَن يُطِعِ اللَّـهَ وَالرَّسُولَ فَأُولَـٰئِكَ مَعَ الَّذِينَ أَنْعَمَ اللَّـهُ عَلَيْهِم مِّنَ النَّبِيِّينَ وَالصِّدِّيقِينَ وَالشُّهَدَاءِ وَالصَّالِحِينَ ۚ وَحَسُنَ أُولَـٰئِكَ رَفِيقًا

     

    „Diejenigen, die Gott und dem Gesandten gehorchen, werden (dereinst im Paradies) mit den Propheten, den Wahrhaftigen, den Märtyrern und den Rechtschaffenen, all denen, denen Gott (höchste) Gnade erwiesen hat, zusammen sein. Welch gute Gefährten! (4: 69)

     

    ذَٰلِكَ الْفَضْلُ مِنَ اللَّـهِ ۚ وَكَفَىٰ بِاللَّـهِ عَلِيمًا

     

    Derartig ist Gottes Huld! Und Gott weiß gut genug Bescheid (über die guten Werke seiner Diener).“ (4: 70)

     

    Aus den vorherigen Koranversen haben wir erfahren, dass diejenigen, die sich nach den Anweisungen Gottes richten, in dieser Welt den Segen verspüren werden und besondere Rechtleitung erhalten. In diesen beiden Versen heisst es nun: Diese Gläubigen werden im Ewigen Leben mit den Propheten und den Menschen, die rein waren, zusammen sein und werden aus deren Existenz schöpfen können.

     

    In der Sure Hamd, Sure 1, die in jedem der fünf täglichen Gebete vorkommt, bitten wir Gott, dass er uns auf den geraden Weg führt. Den Weg derer, denen er besonderen Segen zukommen lässt. Im Koranvers 69 der Sure 4 werden nun Beispiele für solche Menschen genannt: Propheten, Rechtschaffene, Märtyrer und seelisch Reine.

     

    Gott möchte also, dass wir Ihn in jedem Gebet bitten, dass Er uns im Paradies mit diesen Menschen zusammensein lässt.

     

    Wir lernen also aus dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Der Weg, gute Freunde im Diesseits und Jenseits zu finden, führt über die Befolgung der Anweisungen Gottes und des Propheten.

     

    Zweitens: Bei der Wahl eines Freundes sind Glauben und seelische Reinheit entscheidende Bedingungen.

     

    Drittens: Wenn wir daran glauben, dass Gott über unsere Werke Bescheid weiß, ist das der beste Ansporn für gute Taten.

     

    Der Koranvers 71 der Sure 4, Sure An Nissa, lautet in der deutschen Übersetzung:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا خُذُوا حِذْرَكُمْ فَانفِرُوا ثُبَاتٍ أَوِ انفِرُوا جَمِيعًا

     

    „Ihr Gläubigen! Seid (vor dem Feind) auf eurer Hut. Und rückt in Trupps, oder (alle) zusammen (gegen den Feind) aus.“ (4: 71)

     

    Der Islam ist eine Religion fürs Leben und das Leben hat viele verschiedene Aspekte, private und gesellschaftliche. Die Anweisungen des Korans betreffen daher nicht nur persönliche Pflichten und den Gottes-Dienst, sondern auch verschiedene gesellschaftliche Fragen. Ein wichtiges Problem in jeder Gesellschaft ist die Frage, wie man sich gegen interne und externe Feinde wehren soll. In vielen Stellen des Korans werden die Gläubigen aufgerufen, immer in Bereitschaft zur Verteidigung der Grenzen des islamischen Reiches und der Religion der Muslime zu sein. Es wird hoch eingstuft, wenn Gläubige auf diesem Weg Gefahren und Verluste auf sich nehmen. Im Vers 69 der Sure An Nissa haben wir gesehen, dass die Märtyrer auf die Stufe der Propheten und Rechtschaffenen gestellt werden.

     

    In dieser Koranstelle werden die Gläubigen aufgefordert, ihre Mittel zur Verteidigung bereitzuhalten, dass sie jeden Angriff des Feindes abwehren können. Das arabische Wort „Hizr“ bedeutet: Mittel zur Verteidigung – es bedeutet also nicht ihr sollt andere angreifen. Aber wenn die anderen euch angreifen, müsst ihr Verteidigungsbereitschaft besitzen, damit euer Ansehen und eure Stärke gewahrt werden.

     

    Wir entnehmen dem Vers 71 der Sure 4:

     

    Erstens: Die Muslime müssen die militärischen Pläne, Methoden und Möglichkeiten des Feindes kennen, damit sie ensprechende Verteidigungsmittel bereithalten, um sich wehren zu können.

     

    Zweitens: Nicht nur ein bestimmter Teil der islamischen Gesellschaft, sondern alle müssen eine Ausbildung zur Verteidigung erhalten, damit sie bei einem feindlichen Angriff mobilisiert werden und ihre Heimat und ihren Glauben verteidigen können.

     

    Nun die beiden nächsten Verse der Sure 4, d.h. Ayeh 72 und 73 in einer Übersetzung:

     

    وَإِنَّ مِنكُمْ لَمَن لَّيُبَطِّئَنَّ فَإِنْ أَصَابَتْكُم مُّصِيبَةٌ قَالَ قَدْ أَنْعَمَ اللَّـهُ عَلَيَّ إِذْ لَمْ أَكُن مَّعَهُمْ شَهِيدًا

     

    „Und unter euch gibt es manch einen, der (beim Ausrücken) ganz langsam tut. Wenn euch (andere) dann (im Kampf) ein Unglück trifft, sagt er: ‚Gott hat mir Gnade erwiesen, da ich nicht mit ihnen war und nicht mit ihnen zum Märtyrer geworden bin.‘ (4: 72)

     

    وَلَئِنْ أَصَابَكُمْ فَضْلٌ مِّنَ اللَّـهِ لَيَقُولَنَّ كَأَن لَّمْ تَكُن بَيْنَكُمْ وَبَيْنَهُ مَوَدَّةٌ يَا لَيْتَنِي كُنتُ مَعَهُمْ فَأَفُوزَ فَوْزًا عَظِيمًا

     

    Wenn euch aber Huld von Gott beschieden ist (und ihr im Krieg gesiegt habt), sagt er, als ob zwischen euch und ihm nie Freundschaft bestanden hätte: ,Wäre ich doch mit ihnen gewesen und wäre mir so (mit ihnen) großes Glück (und Kriegsbeute) zuteil geworden!“ (4: 73)

     

    Der vorherige Vers weist darauf hin, dass die Muslime auf Angriffe von externen Feinden vorbereitet sein sollen. Aber die Verse 72 und 73 warnen vor den Feinden in den eigenen Reihen, den Heuchlern. Diese sind Opportunisten, die nur an ihre eigenen Vorteile denken. Sie sind nicht bereit, ihr Leben auf dem Weg der Religion einzusetzen und halten auch die anderen davon ab, um selber nicht unangenehm aufzufallen.

     

    Der Koran bechreibt diese Leute so, dass sie sich absondern, wenn die islamische Gesellschaft in Schwierigkeiten gerät, und Gott danken, wenn sie dabei heil mit dem Leben davon kommen. Auf der anderer Seite klagen sie, wenn ihnen bei einem Sieg nichts zufällt.

     

    Wir können 6 Punke aus diesen beiden Koranversen ableiten:

     

    Erstens: Der beste Prüfstein zur Unterscheidung zwischen Gläubigen und Heuchlern ist der Krieg und Kampf auf dem Wege Gottes.

     

    Zweitens: Wenn Heuchler an der Front sind, schwächen sie die Moral der anderen Kämpfer. Deshalb sollte man sie rechtzeitig erkennen, und nicht an die Front schicken.

     

    Drittens: Den Problemen der islamischen Gesellschaft auszuweichen, ist ein Zeichen für Heuchelei.

     

    Viertens: Wohlergehen ist von Wert, wenn es auch den anderen in der Gesellschaft wohl ergeht.

     

    Fünftens: Die Heuchler glauben, dass Glück hängt alleine vom Weltlichen und davon ab, was einem an materiellen Schätzen in die Hände fällt. Deshalb sollten wir darauf achten, nicht selber auch so zu sein.

     

    Sechstens: Eine weitere Eigenschaft der Heuchler ist, dass sie nicht am Kummer der Gläubigen teilhaben, aber die Vorteile mit ihnen teilen wollen.