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    Teil 119: Sure An Nissa (Frauen) Verse 74- 76

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    Teil 119: Sure An Nissa (Frauen) Verse 74- 76
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    Die kurze Auslegung des Korans ist nun beim 74. Vers der Sure An Nissa angekommen. Dieser Vers der Sure 4 kann wie folgt übersetzt werden: (4: 74- 76)

     

    فَلْيُقَاتِلْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ الَّذِينَ يَشْرُونَ الْحَيَاةَ الدُّنْيَا بِالْآخِرَةِ ۚ وَمَن يُقَاتِلْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ فَيُقْتَلْ أَوْ يَغْلِبْ فَسَوْفَ نُؤْتِيهِ أَجْرًا عَظِيمًا

     

    „Diejenigen aber, die das diesseitige Leben um den Preis des Jenseits verkaufen, sollen um Gottes willen kämpfen. Und wenn einer um Gottes willen kämpft, und er wird getötet – oder er siegt -,werden wir ihm (im Jenseits) gewaltigen Lohn geben.“ (4: 74)

     

    Im letzten Teil wurde erläutert, dass es eines der Merkmale der Heuchler ist, dass sie unter allen möglichen Vorwänden der Teilnahme am Djihad, dem Kampf auf dem Wege Gottes, ausweichen. Nicht nur, dass sie selber dem Kampf ausweichen wollen, sie versuchen auch andere vom Kampf abzuhalten. In Fortsetzung dieses Themas besagt nun der Koranvers 74: Ein Zeichen dafür, dass jemand nicht an Gott und den Jüngsten Tag glaubt ist, dass er sich nicht am Kampf (Djihad) beteiligt. Wenn aber jemand an das Jenseits glaubt und sich bewusst ist, dass das vorübergehende Leben die Vorbereitung für das Ewige Leben ist, dann schließt er sich dem Kampf auf dem Wege Gottes an. Ein solcher Gläubiger weiß: Er hat die Pflicht, die Religion gegenüber den Feinden Gottes zu verteidigen. Er erfüllt seine Aufgabe, ob nun der Kampf einen Sieg bringt oder eine Niederlage – dies spielt für ihn keine Rolle. In beiden Fällen ist er der Sieger, weil der eigentliche Sieg darin besteht, Gott durch Erfüllung seiner Pflichten zufriedenzustellen.

     

    Wir können also drei wichtige Dinge aus diesem Koranvers entnehmen:

     

    Erstens: Der islamische Djihad, der Kampf um das Gute auf dem Wege Gottes, dient der Wahrung der Religion Gottes. Er dient keinen expansionistischen Zielen, nicht der Rache und nicht der Suche nach Ausbeutung und Vorherrschaft.

     

    Zweitens: Eine Arena in der unser Glaube auf die Probe gestellt wird, ist die Arena des Verteidigungskampfes (auf dem Wege Gottes). Hier scheiden sich die Gläubigen von den Heuchlern.

     

    Drittens: An der Front im Kampf auf dem Wege Gottes gibt es weder Flucht noch Niederlage, sondern nur Sieg oder Märtyrertod, wobei auch der Märtyrertod ein Sieg ist.

     

    Die Übersetzung des nächsten Koranverses, Vers 75 der Sure An Nissa, lautet:

     

    وَمَا لَكُمْ لَا تُقَاتِلُونَ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ وَالْمُسْتَضْعَفِينَ مِنَ الرِّجَالِ وَالنِّسَاءِ وَالْوِلْدَانِ الَّذِينَ يَقُولُونَ رَبَّنَا أَخْرِجْنَا مِنْ هَـٰذِهِ الْقَرْيَةِ الظَّالِمِ أَهْلُهَا وَاجْعَل لَّنَا مِن لَّدُنكَ وَلِيًّا وَاجْعَل لَّنَا مِن لَّدُنكَ نَصِيرًا

     

    „(Ihr Gläubigen!) Warum wollt ihr nicht um Gottes willen und (für die Rettung) der unterdrückten Männer, Frauen und Kinder kämpfen? Jene, die (in Mekka zurückbleiben mußten und) sagen:,Herr! Bring uns aus dieser Stadt hinaus, deren Einwohner frevlerisch sind, und schaff uns deinerseits einen Freund und einen Helfer.“ (4: 75)

     

    Wie andere Verse, die die Gläubigen nachdrücklich zur Bekräftigung des Glaubens an den Jüngsten Tag und zum Vergleich zwischen dem weltlichen Leben und der Ewigkeit auffordern, sowie zum Kampf auf dem Wege Gottes aufrufen, spricht dieser Vers nun das Gefühl der Menschlichkeit an. Er ruft die Gläubigen auf, zur Rettung derer herbeizukommen, die in den Händen der Unterdrücker sind. Er sagt: bleibt nicht untätig und schweigt nicht.

     

    Dieser Vers zeigt deutlich, dass eines der Ziele des islamischen Djihads die Befreiung der Unterdrückten aus der Herrschaft der Unterdrücker ist. Der Kampf auf diesem Wege ist der Kampf auf dem Wege Gottes. Ein wahrer Gläubiger hat gegenüber seinen Glaubensgeschwistern und seinen Landsleuten Pflichten. Wenn diese in Schwierigkeiten sind, darf er nicht nur an sein eigenes Wohl und das Wohl seiner Familie denken.

     

    Aus dem Vers 75 der Sure 4 entnehmen wir demnach folgende Punkte:

     

    Erstens: Der islamische Djihad ist für Gott und er ist für die Menschen. Der Kampf für die Befreiung von Menschen aus der Unterdrückung ist ein Kampf auf dem Wege Gottes.

     

    Zweitens: Es ist eine Sünde, die Hilferufe der Unterdrückten zu überhören. Man muss ihnen zur Hilfe kommen.

     

    Drittens: Für die Rettung aus der Herrschaft der Unterdrücker müssen wir Gott und die Gottesfreunde um Hilfe bitten und nicht andere.

     

    Die Übersetzung des Verses 76 der Sure 4 lautet wie folgt:

     

    الَّذِينَ آمَنُوا يُقَاتِلُونَ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ ۖ وَالَّذِينَ كَفَرُوا يُقَاتِلُونَ فِي سَبِيلِ الطَّاغُوتِ فَقَاتِلُوا أَوْلِيَاءَ الشَّيْطَانِ ۖ إِنَّ كَيْدَ الشَّيْطَانِ كَانَ ضَعِيفًا

     

    „Diejenigen, die gläubig sind, kämpfen um Gottes willen; diejenigen, die ungläubig sind, um der Götzen willen. (Ihr Gläubigen) Kämpft nun gegen die Freunde des Satans! Gewiß, die List des Satans ist schwach.“ (4: 76)

     

    Dieser Vers legt deutlich die Ziele der Gläubigen und die Ziele der Ungläubigen dar und zeigt, was der Islam mit dem Djihad beabsichtigt.

     

    Die Gläubigen kämpfen nur zur Wahrung und Stärkung der Religion Gottes. Sie kämpfen nicht um Macht. Ihr Ziel ist Gott, während die Ungläubigen die Herrschaft der Unterdrücker und Götzen stärken wollen und dafür kämpfen. Ihr Ziel ist es, über andere zu herrschen und ihren Machtbereich auszudehnen.

     

    Schließlich werden die Gläubigen angespornt gegen diese hegemonialen und expansionistischen Menschen zu kämpfen. Ihnen wird mit diesem Koranvers gesagt:

     

    Glaubt nicht, dass diese Leute stärker sind als ihr und ihr schwach seid: Im Gegenteil: Mit eurem Glauben an Gott, habt ihr die besten Kräfte. Und sie, die Satan folgen, sind sie sehr schwach. Darum fürchtet euch nicht vor dem Kampf gegen das Heer der Ungläubigen und Götzenanbeter. Kämpft gegen sie mit aller Kraft und wisset – ihr seid stärker. Denn Satan und die, die ihm folgen, sind gegenüber dem Willen Gottes absolut schwach.

     

    Folgende vier Punkte lassen sich Vers 76 der Sure An Nissa entnehmen:

     

    Erstens: Auf dem Wege Gottes zu sein ist das höchste Ziel der islamischen Gesellschaft.

     

    Zweitens: Es gebührt sich für einen Gläubigen nicht, dass er sich zu Hause ausruht und gleichgültig ist. Der Kampf gegen das Unrecht, ist ein Zeichen seines Glaubens.

     

    Drittens: Unglauben, Götzenanbeterei und Satan stehen wie die Seiten eines Dreiecks in Zusammenhang. Sie sind voneinander abhängig und unterstützen sich gegenseitig.

     

    Viertens: Dem Satan zu folgen, nimmt kein gutes Ende, denn Satan kann seine Anhänger nur wenig unterstützen, weil er in Wirklichkeit schwach ist.