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    Teil 120: Sure An Nissa (Frauen) Verse 77- 79

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    Teil 120: Sure An Nissa (Frauen) Verse 77- 79
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    Mit Vers 77 der Sure 4, Sure An Nissa, wird in diesem Teil die Koranauslegung fortgesetzt. Die Übersetzung dieses Verses lautet: (4: 77- 79)

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الَّذِينَ قِيلَ لَهُمْ كُفُّوا أَيْدِيَكُمْ وَأَقِيمُوا الصَّلَاةَ وَآتُوا الزَّكَاةَ فَلَمَّا كُتِبَ عَلَيْهِمُ الْقِتَالُ إِذَا فَرِيقٌ مِّنْهُمْ يَخْشَوْنَ النَّاسَ كَخَشْيَةِ اللَّـهِ أَوْ أَشَدَّ خَشْيَةً ۚ وَقَالُوا رَبَّنَا لِمَ كَتَبْتَ عَلَيْنَا الْقِتَالَ لَوْلَا أَخَّرْتَنَا إِلَىٰ أَجَلٍ قَرِيبٍ ۗ قُلْ مَتَاعُ الدُّنْيَا قَلِيلٌ وَالْآخِرَةُ خَيْرٌ لِّمَنِ اتَّقَىٰ وَلَا تُظْلَمُونَ فَتِيلًا

    „Hast du nicht jene gesehen, zu denen man (in Mekka) sagte: ,Haltet eure Hände (vom Kampf) zurück und verrichtet das Gebet und gebtdie Almosensteuer?‘ Aber als ihnen dann (in Medina) vorgeschrieben wurde zu kämpfen, fürchtete auf einmal ein Teil von ihnen die Menschen, als würden sie Gott fürchten, oder gar noch mehr. Und sie sagten: ,Herr! Warum hast du uns vorgeschrieben, zu kämpfen? Würdest du uns doch einen Aufschub gewähren!‘ (Prophet) Sag: Die Nutznießung des Diesseits ist kurz bemessen. Und das Jenseits ist für die, die gottesfürchtig sind, besser. Und euch wird (dereinst bei der Abrechnung) nicht ein Fädchen Unrecht getan.“ (4: 77)

     

    In den islamischen Überlieferungen steht: Als die Muslime in Mekka waren, wurden sie von den Götzenanbetern stark unterdrückt und gequält. Einige von ihnen kamen zum Propheten und sagten: „Bevor wir zum Islam kamen, waren wir geachtet und geehrt, aber nun respektiert uns keiner mehr und wir werden ständig von den Feinden des Islam gepeinigt. Lass uns kämpfen, damit wir wieder zu unserer ehemaligen Größe zurückgelangen.“ Der Prophet antwortete ihnen: „Ich bin noch nicht beauftragt zu kämpfen. Erfüllt zunächst eure persönlichen und gesellschaftlichen Pflichten, wie die täglichen Gebete und die Zahlung der Zakkat-Steuer.“

     

    Nachdem der Prophet und die Muslime später nach Medina ausgewandert waren, um ihre Religion zu bewahren, erfolgte in einer neuen Offenbarung die Anweisung zur Verteidigung der Religion. Einige von denen, die in Mekka vom Kämpfen gesprochen hatten, suchten nun nach Ausreden, um nicht kämpfen zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Vers 77 der Sure 4 geoffenbart, mit dem Gott die Doppelmoral der Muslime tadelt.

     

    In dieser Ayeh geht es um eine Gruppe von Muslimen, die in der Frühgeschichte des Islams gelebt haben, aber Ähnliches ist zu jeder Zeit möglich. Es gibt immer Menschen in einer Gesellschaft, die sich durch Übereifer hervortun wollen, wenn es aber zur Entscheidung kommt, dann ziehen sie sich zurück. Es geht es ihnen nicht darum, ihre Pflicht zu erkennen und durchzuführen. Sie sind wie ein Welle, die tosend auf den Strand zuläuft, von der am Strand schließlich aber nur Schaum zurückbleibt. Oder sie sind vergleichbar mit einer Trommel, die nach außen hin viel Lärm macht, aber innen hohl ist.

     

    Folgendes können wir aus diesem Koranvers lernen:

     

    Erstens: Die Gebote der Religion bauen stufenweise aufeinander auf. Derjenige kann für seine Religion kämpfen, der zuvor durch die Erfüllung seiner religiösen Pflichten darum bemüht war, sein Selbst zu veredeln und gegen seine Triebe und den Satan gekämpft hat.

     

    Zweitens: Bei gesellschaftlichen Problemen soll man nicht nach Gefühl handeln. Vielmehr soll man sich nach den gerechten und weitsichtigen Anführern der Gesellschaft richten.

     

    Nun die Übersetzung der beiden nächsten Verse. Es sind die Verse 78 und 79 der Sure 4, Sure An Nissa:

     

    أَيْنَمَا تَكُونُوا يُدْرِككُّمُ الْمَوْتُ وَلَوْ كُنتُمْ فِي بُرُوجٍ مُّشَيَّدَةٍ ۗ وَإِن تُصِبْهُمْ حَسَنَةٌ يَقُولُوا هَـٰذِهِ مِنْ عِندِ اللَّـهِ ۖ وَإِن تُصِبْهُمْ سَيِّئَةٌ يَقُولُوا هَـٰذِهِ مِنْ عِندِكَ ۚ قُلْ كُلٌّ مِّنْ عِندِ اللَّـهِ ۖ فَمَالِ هَـٰؤُلَاءِ الْقَوْمِ لَا يَكَادُونَ يَفْقَهُونَ حَدِيثًا

    „(Wisset!) Wo ihr auch seid, wird euch der Tod erreichen, und wäret ihr in hochgebauten Türmen. Und wenn sie etwas Gutes trifft, sagen sie: ,Das kommt von Gott. `Wenn sie aber etwas Schlimmes trifft, sagen sie: ,Das kommt von dir.` Sag: Alles kommt von Gott. Warum verstehen denn diese Leute kaum etwas, was man ihnen sagt? (4: 78)

     

    مَّا أَصَابَكَ مِنْ حَسَنَةٍ فَمِنَ اللَّـهِ ۖ وَمَا أَصَابَكَ مِن سَيِّئَةٍ فَمِن نَّفْسِكَ ۚ وَأَرْسَلْنَاكَ لِلنَّاسِ رَسُولًا ۚ وَكَفَىٰ بِاللَّـهِ شَهِيدًا

     

    Was dich an Gutem trifft, kommt von Gott, was dich an Schlimmem trifft, von dir selber. Und wir haben dich als Gesandten für (alle) Menschen gesandt. Gott genügt (dafür) als Zeuge.“ (4: 79)

     

    Im Zusammenhang mit dem letzten Vers haben wir von einer Gruppe von Muslimen mit schwachem Glauben gesprochen. Sie beschwerten sich, als die Anweisung zum Kampf erfolgte und wollten Aufschub haben, um ihr eigenes Leben zu retten.

     

    Daher sagt Gott nun mit diesen beiden Versen: Denkt nur nicht, wenn ihr nicht am Kampf teilnehmt, dass ihr vor dem Tod sicher seid. Ihr solltet wissen, auch wenn ihr in den sichersten Gebäuden lebt, wird der Tod euch erreichen. Diejenigen aber können sich freuen, die ihr Leben auf wertvollem Wege verloren, nämlich beim Kampf für das Gute auf dem Wege Gottes. Sie werden durch ihren Opfertod das ewige Leben erhalten.

     

    In dieser Koranstelle wird auch das falsche Verhalten der Heuchler gegenüber dem Propheten kritisiert und es heisst:

     

    Immer wenn sie einen Erfolg erzielen, meinen Sie Gott hätte ihnen eine Huld erwiesen, aber wenn sie eine Niederlage erleiden, geben sie dem Propheten die Schuld dafür. Aber alles auf dieser Welt geschieht aufgrund des göttlichen Willens: Siege und Niederlagen.

     

    Das Verhältnis des Menschen zu Gott ist wie das Verhältnis der Erde zur Sonne. Wenn die Erde sich bei ihrer Umdrehung von der Sonne abwendet, ist sie dunkel und kalt – Wenn sie sich der Sonne zuwendet, wird sie hell und warm. Dunkelheit und Kälte sind durch die Abwendung von der Sonne begründet.

     

    Wenn sich der Mensch Gott zuwendet, kommt ihm Gottes Huld zugute und wenn er sich von ihm abwendet, hat er sich selber dieser Quelle des Daseins entzogen. Menschen mit unversehrtem lauterem Herzen verstehen das, nicht aber Menschen, die sich von der Wahrheit abkehren. Sie denken sie sind der Mittelpunkt, und nicht Gott.

     

    Wir entnehmen aus diesen Koranversen:

     

    Erstens: Der Tod ist dem Menschen sicher. Warum soll er dann vor dem Kampf auf dem Wege Gottes fliehen?

    Zweitens: Wir sollten uns nicht von unseren Pflichten freisprechen, um dadurch unsere Schwächen zu rechtfertigen.

    Drittens: Leben und Tod, Bitteres und Schönes, alles geschieht aufgrund von Gottes Weisheit.

    Viertens: Aus Sicht der Religion ist alles Schöne und Vollkommene von Gott und alles Unvollkommene von uns, seinen Geschöpfen.