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    Teil 122: Sure An Nissa (Frauen) Verse 83- 85

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    Teil 122: Sure An Nissa (Frauen) Verse 83- 85
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    Dieser Teil beginnt mit der Übersetzung des Verses 83 der Sure 4, Sure An Nissa: (4: 83- 85)

     

    وَإِذَا جَاءَهُمْ أَمْرٌ مِّنَ الْأَمْنِ أَوِ الْخَوْفِ أَذَاعُوا بِهِ ۖ وَلَوْ رَدُّوهُ إِلَى الرَّسُولِ وَإِلَىٰ أُولِي الْأَمْرِ مِنْهُمْ لَعَلِمَهُ الَّذِينَ يَسْتَنبِطُونَهُ مِنْهُمْ ۗ وَلَوْلَا فَضْلُ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَتُهُ لَاتَّبَعْتُمُ الشَّيْطَانَ إِلَّا قَلِيلًا

    „Und (typisch ist für die Heuchler) wenn ihnen etwas zu Ohren kommt, was Sicherheit oder Furcht betrifft, machen sie es bekannt. Wenn sie es jedoch vor den Gesandten und vor diejenigen von ihnen bringen würden, die zu befehlen haben (oder: die zuständig sind), würden diejenigen von ihnen es wissen, die der Sache wirklich nachgehen können. Und wenn nicht Gott seine Huld und Barmherzigkeit über euch hätte walten lassen, wäret ihr – mit wenigen Ausnahmen – dem Satan gefolgt.“ (4: 83)

     

    In den vorherigen Versen wurde beschrieben, wie sich die Heuchler gegenüber dem Propheten und den Muslimen verhielten. Dieser Koranvers spricht nun über eine weitere Verhaltensweise dieser Leute und sagt: Die Heuchler verbreiten gerne Gerüchte, besonders in wichtigen Angelegenheiten wie Gefahren durch Krieg oder falscher Sicherheit, um die Bevölkerung zu ängstigen oder in Sicherheit zu wiegen.

     

    Der genannte Koranvers enthält auch den Hinweis auf die Pflicht, die die Gläubigen gegenüber den islamischen Regenten haben. Es heißt nämlich: Die Aufgabe der Muslime in der Gesellschaft besteht darin, dass sie sich an die Führenden wenden und ihnen Mitteilungen, die sie erhalten haben zukommen lassen. Diese können dann aus den Mitteilungen auf die Tatsachen schließen und die Bevölkerung über die Wirklichkeit informieren.

     

    Der Vers weist auch noch auf einen anderen wichtigen Punkt hin: Nämlich, dass das Vorgehen der Heuchler (Munafiqin) die Menschen ungläubig macht. Wenn nicht Gottes Huld und die Lenkung der Propheten und anderen göttlichen Führer wäre, würde die Mehrheit der Menschen keine Rettung mehr finden.

     

    Wir lernen aus dem Vers 83 der Sure An Nissa:

     

    Erstens: Die Verbreitung von Gerüchten unter der Bevölkerung gehört zu den Methoden der Heuchler. Vorsicht bei Gerüchten!

     

    Zweitens: Mitteilungen welche die Sicherheit der Muslime betreffen, sollen nicht verbreitet werden, sondern sie sind den Regenten und Führenden der Gesellschaft mitzuteilen.

     

    Drittens: Die Führenden in einer islamischen Gesellschaft haben Zugang zur Wahrheit, und die Bevölkerung soll sich bei diesen danach erkundigen.

     

    Es folgt nun Vers 84 der Sure An Nissa, in einer deutschen Übersetzung:

     

    فَقَاتِلْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ لَا تُكَلَّفُ إِلَّا نَفْسَكَ ۚ وَحَرِّضِ الْمُؤْمِنِينَ ۖ عَسَى اللَّـهُ أَن يَكُفَّ بَأْسَ الَّذِينَ كَفَرُوا ۚ وَاللَّـهُ أَشَدُّ بَأْسًا وَأَشَدُّ تَنكِيلًا

     

    „(Prophet!) Kämpfe nun auf dem Wege Gottes! Du hast (dereinst) nur die Last für deine eigenen Handlungen zu tragen – und sporne auch die Gläubigen (zum Kampf) an. Vielleicht wird Gott die Gewalt derer, die ungläubig sind, (von euch) zurückhalten. Gott verfügt über mehr Gewalt und seine Strafe ist stärker!“ (4: 84)

     

    In den geschichtlichen Überlieferungen heisst es:

     

    Nachdem die Muslime in Uhud eine Niederlage erlitten hatten, legte Abu Sufyan einen Zeitpunkt für den nächsten Angriff fest. Als nun der Prophet die Muslime aufrief zum Kampf anzutreten, wollten einige wegen der bitteren Erfahrung von Uhud nicht mit in den Kampf ziehen. Der Vers 84 der Sure An Nissa wurde in diesem Zusammenhang dem Propheten offenbart, er erhielt die Anweisung: Selbst wenn niemand mitkommt, du hast die Pflicht, in den Kampf zu ziehen. Aber lade die Muslime weiter zum Djihad ein.

     

    Der Prophet folgte dieser Anweisung, einige wenige schlossen sich ihm an. Aber, der Feind fand sich nicht an angekündigter Stelle ein und es kam nicht zum Kampf. Damit hat Gott sein Versprechen, die Ungläubigen daran zu hindern den Muslimen Schaden zuzufügen, eingehalten.

     

    Wir entnehmen dem Vers 84 der Sure An Nissa:

     

    Erstens: Der Führende muss immer der Gesellschaft bei Gefahren und im Kampf vorangegehen. Selbst wenn er ganz alleine bleibt, soll er den Kampf nicht aufgeben. Gott wird Seine Hilfe schicken und ihm beistehen.

     

    Zweitens: Die Propheten haben die Aufgabe, die Menschen zur Religion und zu den religiösen Geboten aufzurufen, aber sie haben nicht das Recht, die Menschen dazu zu zwingen.

     

    Drittens: Jeder ist für seine eigenen Handlungen verantwortlich. Selbst die Propheten sind nicht für die Handlungen der Menschen verantwortlich.

     

    Viertens: Die göttliche Macht ist die höchste Macht. Gott hält andere Mächte zurück, aber die Menschen sollen auch ihre Pflichten erfüllen.

     

     

    Der Vers 85 der Sure An Nissa lautet sinngemäß wie folgt:

     

    مَّن يَشْفَعْ شَفَاعَةً حَسَنَةً يَكُن لَّهُ نَصِيبٌ مِّنْهَا ۖ وَمَن يَشْفَعْ شَفَاعَةً سَيِّئَةً يَكُن لَّهُ كِفْلٌ مِّنْهَا ۗ وَكَانَ اللَّـهُ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ مُّقِيتًا

     

    „Wer für ein gutes (Tun) Fürsprache einlegt, bekommt einen Anteil von der Belohnung dafür. Und wer für ein schlechtes (Tun) Fürsprache einlegt, bekommt einen Anteil von der Bestrafung dafür. Gott wacht über alles und verrechnet alles.“ (4: 85)

     

    Nachdem es im Vers 84 heißt, dass der Prophet die Pflicht hat die Gläubigen zum Djihad aufzurufen, folgt in diesem Vers die generelle Regel:

     

    Jeder soll die anderen zu guten Werken, und zwar auf gute Weise, aufrufen. Jeder ist zwar nur für sein eigenes Handeln verantwortlich, aber das soll nicht bedeuten, dass er gegenüber dem Guten und Schlechten in der Gesellschaft gleichgültig bleiben darf. Der Islam ist keine Religion, die den Einzelnen nur auf sich selbst aufmerksam macht. Der Islam sagt: Ladet die anderen zur Wahrheit ein und verschließt nicht die Augen vor verdorbenem Tun.

     

    Dieses allgemeine Gebot, nämlich zum Guten aufzurufen und dem Schlechten zu wehren, ist Aufgabe jeden Muslims. Er hat Pflichten in seinem Leben zu erfüllen: in der Familie, in seinem Wohnviertel, an seinem Arbeitsplatz, in seinem gesamten Verantwortungsbereich.

     

    Der Mensch ist außerdem nicht nur Empfänger von Belohnung bzw. Bestrafung für sein eigenes Tun, er kann auch durch Einwirken auf die Handlungen der anderen an deren Belohnung bzw. Bestrafung mitbeteiligt werden. Wenn durch seine Einwirkung eine gute Tat geschieht, so hat er Anteil an der Belohnung für diese gute Tat, und wenn er an einer Sünde beteiligt ist, muss er auch einen Teil der Strafe dafür erdulden.

     

    Wir entnehmen dem Vers 85 der Sure An Nissa:

     

    Erstens: Beispiele für Fürsprache und Vermittlung einer guten Tat sind zum Beispiel: Unterstützung guter Werke für die Gesellschaft, und die Unterstützung des Kampfes gegen die Gottesleugner. Dies ist Aufgabe jeden Muslims.

     

    Zweitens: Ein gläubiger Mensch kann auf Grund zeitlicher und örtlicher Einschränkungen nicht an jedem guten Werk teilnehmen, aber er kann, ort- und zeitunabhängig, Vermittler einer guten Tat werden. Auch dann darf er einen Anteil an der Belohnung erwarten.