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    Teil 123: Sure An Nissa (Frauen) Verse 86- 88

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    Teil 123: Sure An Nissa (Frauen) Verse 86- 88
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    Die folgende Übersetzung gilt Vers 86 der Sure 4, Sure An Nissa,: (4: 86- 88)

     

    وَإِذَا حُيِّيتُم بِتَحِيَّةٍ فَحَيُّوا بِأَحْسَنَ مِنْهَا أَوْ رُدُّوهَا ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ حَسِيبًا

     

    „Und wenn euch ein Gruß entboten wird, dann grüßt mit einem schöneren (zurück) oder erwidert ihn (auf dieselbe Weise)! In der Tat! Gott rechnet über alles ab.“ (4: 86)

     

    Dieser Vers beschreibt wie Muslime sich im Umgang miteinander verhalten sollen. Erstes Prinzip ist Freundlichkeit und Achtung, sowohl beim Sprechen als auch beim Handeln. Sich bei einer Begegnung begrüßen, sich unter Freunden und in der Familie beschenken, sind Empfehlungen des Islam.

     

    Der Gruß Salam! gilt als selbstverständlich und seine Beantwortung ist Pflicht. Die Muslime sind außerdem aufgefordert, dass immer wenn jemand aufmerksam zu ihnen ist, dann sollen sie auf eine noch bessere Weise reagieren oder mindestens genauso. D.h. Wenn jemand grüßt, so soll man noch freundlicher grüßen und wenn jemand ein Geschenk macht, so sollte man ihm noch etwas besseres schenken.

     

    Imam Hassan ging mit gutem Beispiel voran. Von ihm wurde folgendes überliefert:

     

    Einmal brachte eine der Sklavinnen einen Blumenstrauß zu Imam Hassan, und er schenkte ihr die Freiheit.

    Imam Hassan berief sich auf die genannte Ayeh, den Vers 86 der Sure An Nissa.

     

    Wir lernen aus diesem Vers:

     

    Erstens: Jede freundliche Geste von anderen sollten wir schnell auf beste Weise beantworten.

     

    Zweitens: Freundlichkeit von anderen abzulehnen ist falsch. Ein Geschenk soll man annehmen und auf geeignete Weise wieder gut machen.

     

    Drittens: Einen Gruß oder die Freundlichkeit anderer nicht zu beachten, hat negative Folgen. Der Mensch wird diese Folgen im Leben und in der Ewigkeit zu spüren bekommen.

     

    Hier nun die Übersetzung des Verses 87 der Sure An Nissa.

     

    اللَّـهُ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ ۚ لَيَجْمَعَنَّكُمْ إِلَىٰ يَوْمِ الْقِيَامَةِ لَا رَيْبَ فِيهِ ۗ وَمَنْ أَصْدَقُ مِنَ اللَّـهِ حَدِيثًا

     

    „Gott – es gibt keinen Gott außer ihm. Er wird euch sicher zu dem Tag der Auferstehung versammeln, an dem nicht zu zweifeln ist. Wer wäre, wenn er etwas aussagt, glaubwürdiger als Gott?“ (4: 87)

     

    Zum Schluss des vorherigen Verses hieß es: Gott führt über all euer Tun Buch und Abrechnung. Weder gute noch schlechte Taten bleiben ihm verborgen. Und im Vers 86 heisst es dann weiter: Gott, der alles Sein geschaffen hat und der auch der Welt ein Ende bereitet, wird euch nach dem Tod an einem bestimmten Tag an einem Ort versammeln. Dann wird jedem sein Tun vergolten. Dann spricht er die an, die an diesem Tag zweifeln: Warum zweifeln sie am Jüngsten Tag! Am Tag des jüngsten Gerichtes gibt es nichts zu zweifeln.

     

    Kennt ihr denn jemand, der aufrichtiger ist als Gott. Warum sollte Gott lügen. Wer lügt, hat entweder Angst oder er benötigt etwas oder er ist unwissend. Aber Gott hat weder Furcht, noch benötigt er etwas. Er ist allmächtig und allwissend. Warum sollte er lügen und euch das Jüngste Gericht ankündigen, obwohl es dieses nicht gibt.

     

    Hier noch zwei Punkte, die sich aus Vers 87 dieser Sure entnehmen lassen:

     

    Erstens: Wir sollten jetzt und nicht später an das Jüngste Gericht denken und danach streben, Gott zufrieden zu stellen und nur zu ihm zu beten, nur ihm zu dienen.

     

    Zweitens: Lässt sich noch am Tag des Jüngsten Gerichtes zweifeln, wenn es so viele Gründe für sein Eintreten gibt wie zum Beispiel der, dass Gott gerecht ist und dass er das Jüngste Gericht verheißen hat? Er hat uns doch aus dem Nichts geschaffen! Warum sollte er uns dann nicht noch einmal erschaffen, von den Toten auferstehen lassen und vor das Jüngste Gericht bringen können?

     

    Die Übersetzung des Verses 88 der Sure 4 lautet:

     

    فَمَا لَكُمْ فِي الْمُنَافِقِينَ فِئَتَيْنِ وَاللَّـهُ أَرْكَسَهُم بِمَا كَسَبُوا ۚ أَتُرِيدُونَ أَن تَهْدُوا مَنْ أَضَلَّ اللَّـهُ ۖ وَمَن يُضْلِلِ اللَّـهُ فَلَن تَجِدَ لَهُ سَبِيلًا

     

    „(Ihr Gläubigen!) Wie könnt ihr hinsichtlich der Heuchler getrennter Meinung sein, wo doch Gott sie wegen dessen, was sie begangen haben, zu Fall gebracht hat! Wollt ihr denn rechtleiten, wen Gott in die Irre gehen ließ? Wen Gott in die Irre gehen lässt, für den findest du keinen Weg.“ (4: 88)

     

    In diesem Vers wird wieder auf die Heuchler hingewiesen, deren Vorgehen und Denken zuvor beschrieben wurde. Es geht nun darum, wie die Gläubigen mit diesen Leuten umgehen sollen und es wird gefragt: Warum sind einige so leichtgläubig und denken, dass die Heuchler zu den Muslimen gehören? Sie gehören überhaupt nicht zu euch. Sie haben von Anfang an nicht geglaubt, sondern nur zum Schein gesagt: wir sind Muslime.

     

    Ein Zeichen für wahren Glauben ist die Umsetzung der Gebote Gottes und der Anweisungen des Propheten. Sich nur zum Glauben zu bekennen genügt nicht. Leute die sich nur als Muslime ausgeben sind unehrlich. Wegen ihrer Heuchelei ziehen sie die göttliche Bestrafung auf sich. Sie nehmen sich selbst die Voraussetzung zur Rechtleitung und zur Erlangung von Glück und Seeligkeit. Sie glauben sie können die anderen täuschen, aber in Wahrheit machen sie sich selber etwas vor.

     

    Vers 88 der Sure 4 zeigt deutlich: Jeder, der vortäuscht gläubig zu sein, um die anderen hinters Licht zu führen, dem nimmt Gott die Möglichkeit auf den rechten Weg zu finden. Selbst der Prophet kann diese Menschen nicht recht leiten. Es heisst also, dass Gott diese Menschen in die Irre gehen lässt, wörtlich übersetzt ist sogar gemeint: Gott führt sie in die Irre.

     

    Hier fragt sich, wie ist das zu verstehen? Will Gott jemanden in die Irre führen?

     

    Dazu möchten wir wie folgt erklären:

     

    Gott hat für alle Menschen die gleichen Chancen geschaffen, die Rechtleitung zu erhalten. Wer nun statt die Rechtleitung anzunehmen, die Lehre Gottes zu einem Spielzeug macht, der erfährt dadurch keine Rechtleitung und er verdirbt sich sogar die Möglichkeit diese späterhin zu erfahren.

     

    Gott will niemanden in die Irre führen. Aber derjenige, der alles verdreht und voller Heuchelei steckt, und so handelt dass es den Feinden des Islam nützt, wie kann er erwarten Rechtleitung zu erfahren? Dies ist eine unangemessene Erwartung.

     

    An dieser Stelle kann man auf zwei Punkte hinweisen, die Vers 88 der Sure An Nissa uns lehrt:

     

    Erstens: Die Ursache für den Niedergang eines Menschen besteht in seinem eigenen Handeln. Ohne Grund führt Gott niemanden in die Irre.

     

    Zweitens: Bei der Begegnung mit Heuchlern dürfen wir nicht naiv sein und nach äußeren Dingen ein Urteil fällen. Wir dürfen sie nicht bedauern und sollen nicht versuchen, ihre Freundschaft zu gewinnen.