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    Teil 125: Sure An Nissa (Frauen) Verse 92- 94

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    Teil 125: Sure An Nissa (Frauen) Verse 92- 94
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    Wir beginnen mit der Übersetzung des Verses 92 der Sure 4, Sure An Nissa: (4: 92- 94)

     

    وَمَا كَانَ لِمُؤْمِنٍ أَن يَقْتُلَ مُؤْمِنًا إِلَّا خَطَأً ۚ وَمَن قَتَلَ مُؤْمِنًا خَطَأً فَتَحْرِيرُ رَقَبَةٍ مُّؤْمِنَةٍ وَدِيَةٌ مُّسَلَّمَةٌ إِلَىٰ أَهْلِهِ إِلَّا أَن يَصَّدَّقُوا ۚ فَإِن كَانَ مِن قَوْمٍ عَدُوٍّ لَّكُمْ وَهُوَ مُؤْمِنٌ فَتَحْرِيرُ رَقَبَةٍ مُّؤْمِنَةٍ ۖ وَإِن كَانَ مِن قَوْمٍ بَيْنَكُمْ وَبَيْنَهُم مِّيثَاقٌ فَدِيَةٌ مُّسَلَّمَةٌ إِلَىٰ أَهْلِهِ وَتَحْرِيرُ رَقَبَةٍ مُّؤْمِنَةٍ ۖ فَمَن لَّمْ يَجِدْ فَصِيَامُ شَهْرَيْنِ مُتَتَابِعَيْنِ تَوْبَةً مِّنَ اللَّـهِ ۗ وَكَانَ اللَّـهُ عَلِيمًا حَكِيمًا

    „Kein Gläubiger darf einen (anderen) Gläubigen töten, es sei denn (er tötet ihn) aus Versehen. Und wer einen Gläubigen aus Versehen tötet, der hat einen gläubigen Sklaven in Freiheit zu setzen und das Wergeld (zu bezahlen), das seinen Angehörigen auszuhändigen ist – es sei denn sie erlassen (es ihm) als Almosen. Und wenn er (d. h. der Getötete) zu Leuten gehört, die euch feind sind, während er gläubig ist, ist ein gläubiger Sklave in Freiheit zu setzen. Und wenn er Leuten angehört, mit denen ihr in einem Vertragsverhältnis steht, ist seinen Angehörigen Wergeld auszuhändigen und ein gläubiger Sklave in Freiheit zu setzen. Und wenn einer keine Möglichkeit findet (einen Sklaven in Freiheit zu setzen) hat er zwei aufeinander folgende Monate zu fasten. (Das ist) Vergebung von Gott. Gott weiß Bescheid und ist weise.“ (4: 92)

     

    Die Geschichte berichtet von einem Muslim, der jahrelang in Mekka von Götzendienern gefoltert worden war. Nachdem er schließlich nach Medina ausgewandert war, traf er dort einen von denen, die ihn gefoltert hatten. Er wusste nicht, dass dieser inzwischen Muslim geworden war und tötete ihn. Nachdem der Prophet davon erfahren hatte, wurde ihm der genannte Koranvers geoffenbart.

     

    In diesem Vers fällt auf, dass wenn die Angehörigen eines Opfers zu den Feinden des Islam gehören, ihnen kein Wiedergutmachungsgeld gezahlt wird, um sie nicht finanziell zu stärken. Wenn die Feinde aber einen Friedensvertrag mit den Muslimen geschlossen haben, dann muss der Familie des Getöteten, auch wenn er zu dem feindlichen Volk gezählt hat, Wiedergutmachung gezahlt werden.

     

    Die Entschädigungsregelung für einen Getöteten hat mehrere günstige Folgen unter anderem diese beiden:

     

    Ein Teil der finanziellen Probleme, die durch diese Tötung für die Hinterbliebenen entstehen, wird entschädigt.

    Außerdem wird erreicht, dass sich die Leute vor fahrlässigem Handeln in Acht nehmen, weil auch eine versehentliche Tötung bestraft wird.

     

    Wir entnehmen demnach dem Vers 92 der Sure An Nissa:

     

    Erstens: Es ist nicht mit dem Glauben an Gott vereinbar, das Blut anderer zu vergießen. Selbst wenn jemand dies aus Versehen tut, muss er dafür sühnen.

     

    Zweitens: Der Islam hat zur Aufhebung der Sklaverei und nicht zu deren Ausweitung beigetragen, denn diese Religion hat für die Befreiung von Sklaven viele Wege geöffnet. So muss, wie aus Vers 92 der Sure 4 hervorgeht, jemand, der einem Menschen irrtümlich das Leben genommen hat, einem anderen Menschen (einem Sklaven nämlich) ein Leben in Freiheit schenken.

     

    Drittens: Erneut sehen wir, dass der Islam nicht nur Anweisungen für die Gottesanbetung, sondern auch viele Gesetze, u.a. auch Strafgesetze, enthält.

     

    Vers 93 der Sure An Nissa lässt sich wie folgt übersetzen:

     

    وَمَن يَقْتُلْ مُؤْمِنًا مُّتَعَمِّدًا فَجَزَاؤُهُ جَهَنَّمُ خَالِدًا فِيهَا وَغَضِبَ اللَّـهُ عَلَيْهِ وَلَعَنَهُ وَأَعَدَّ لَهُ عَذَابًا عَظِيمًا

     

    „Und wenn einer einen Gläubigen vorsätzlich tötet, ist die Hölle sein Lohn, dass er (ewig) darin weile. Und Gott ist zornig auf ihn und hat ihn verflucht, und er hält (im Jenseits) eine gewaltige Strafe für ihn bereit.“ (4: 93)

     

    Wieder gibt es einen geschichtlichen Zusammenhang mit der Herabsendung dieses Koranverses, und zwar hatte ein Muslim im Uhud-Krieg einen anderen Muslim aus persönlichen Gründen getötet. Der Prophet wurde darüber in Kenntnis gesetzt. Auf dem Rückweg von Uhud gab er Anweisung, dass der Mörder mit Gleichem bestraft werde.

     

    Im Koranvers 92 wurde gesagt wie die versehentliche Tötung zu bestrafen ist. Aber in diesem Vers heisst es, dass jemand, der einen absichtlichen Mord begeht, den göttlichen Zorn auf sich zieht und immer im Feuer der Hölle bleibt. Seine weltliche Strafe besteht, wie in anderen Koranstellen nachzulesen ist, in der Vergeltung mit Gleichem.

     

    Folgende wichtige Punkte können wir aus Vers 93 der Sure 4 entnehmen:

     

    Erstens: Leute die absichtlich jemanden töten, werden gesondert bestraft.

     

    Zweitens: Die Aufstellung von strengen Strafgesetzen dient dem Schutz der Gesellschaft vor Verbrechen und der Wahrung der Sicherheit.

     

    Die Übersetzung des Verses 94 der Sure 4 lautet:

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِذَا ضَرَبْتُمْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ فَتَبَيَّنُوا وَلَا تَقُولُوا لِمَنْ أَلْقَىٰ إِلَيْكُمُ السَّلَامَ لَسْتَ مُؤْمِنًا تَبْتَغُونَ عَرَضَ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا فَعِندَ اللَّـهِ مَغَانِمُ كَثِيرَةٌ ۚ كَذَٰلِكَ كُنتُم مِّن قَبْلُ فَمَنَّ اللَّـهُ عَلَيْكُمْ فَتَبَيَّنُوا ۚ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ بِمَا تَعْمَلُونَ خَبِيرًا

     

    „Ihr Gläubigen! Wenn ihr um Gottes willen (zum Kampf gegen die Feinde Gottes) unterwegs seid, dann paßt genau auf und sagt nicht zu einem, der euch den Friedensgruß entboten hat: ‚Du bist kein Gläubiger‘, wobei ihr (unter dem Vorwand einen Ungläubigen vor euch zu haben und ihn bekämpfen zu müssen) den Glücksgütern des diesseitigen Lebens (Kriegsbeute) nachgeht! Doch bei Gott gibt es sehr viel Gutes (Beute). So (beutegierig) seid ihr früher gewesen. Aber dann hat euch Gott Gnade erwiesen (indem er euch dem Glauben zugeführt hat). Gebt also genau Acht (und greift nicht schnell zur Waffe)! Gott ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.“ (4: 94)

     

    Nach dem Kampf von Chaibar zwischen den Muslimen und den Juden, die in der Nähe von Medina wohnten, schickte der Propeht eine Gruppe aus. Sie sollten die Bewohner eines der Dörfer auffordern, den Islam anzunehmen oder sich dem Schutz der islamischen Regierung zu unterstellen.

     

    Einer der Juden lief den Muslimen entgegen und bekannte: Es gibt nur einen Gott und Mohammd ist sein Prophet. Einer der Muslime dachte, dass dieser sich nur aus Angst zum Islam bekennt. Er tötete ihn und riss seinen Besitz an sich.

     

    Da wurde dem Propheten der genannte Koranvers geoffenbart. Das Verhalten dieses Muslims wurde getadelt und es wurde klargestellt, dass das Ziel immer der Aufruf zum Islam oder die Herstellung von Frieden zwischen Muslimen und Ungläubigen ist, und nicht die Eroberung von weltlichen Gütern.

     

    Wir sehen:

     

    Erstens: Ein Kampf muss auf genauen Informationen beruhen, nicht auf von Gefühlen und weltlichen Interessen geprägten Gründen.

    Zweitens: Wer sich zum Islam bekennt, soll begrüßt werden, es sei denn sein Bekenntnis erweist sich als Betrug.

    Drittens: Wer Macht besitzt, darf sie nicht ausnutzen.

    Viertens: Auch Djihadkämpfer sind nicht vor der Gefahr weltlicher Interessen sicher.

    Fünftens: Weder sollten wir immer misstrauen, noch immer naiv sein, noch Rachegefühle hegen. Auch in der Begegnung mit unseren Feinden müssen wir Maß halten.