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    Teil 126: Sure An Nissa (Frauen) Verse 95- 99

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    Teil 126: Sure An Nissa (Frauen) Verse 95- 99
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    Wir leiten diesen Korankommentar mit der Übersetzung der Verse 95 und 96 der Sure 4, Sure An Nissa, ein: (4: 95- 99)

     

    لَّا يَسْتَوِي الْقَاعِدُونَ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ غَيْرُ أُولِي الضَّرَرِ وَالْمُجَاهِدُونَ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ بِأَمْوَالِهِمْ وَأَنفُسِهِمْ ۚ فَضَّلَ اللَّـهُ الْمُجَاهِدِينَ بِأَمْوَالِهِمْ وَأَنفُسِهِمْ عَلَى الْقَاعِدِينَ دَرَجَةً ۚ وَكُلًّا وَعَدَ اللَّـهُ الْحُسْنَىٰ ۚ وَفَضَّلَ اللَّـهُ الْمُجَاهِدِينَ عَلَى الْقَاعِدِينَ أَجْرًا عَظِيمًا 

     

    „Diejenigen Gläubigen, die daheim bleiben (statt am Djihad teilzunehmen) – abgesehen von denen, die eine (körperliche) Schädigung (als Entschuldigungsgrund vorzuweisen) haben -, sind nicht denen gleich- (zusetzen), die mit ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person sich auf dem Wege Gottes Mühe geben und Djihad führen. Gott hat diejenigen, die mit ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person Djihad führen, gegenüber denjenigen, die daheim bleiben, um eine Stufe höher bewertet. Aber einem jeden Gläubigen hat Gott einen guten Lohn verheißen. Doch hat Gott die Djihadführenden gegenüber denen, die daheim bleiben, mit gewaltigem Lohn ausgezeichnet, (4: 95)

     

    دَرَجَاتٍ مِّنْهُ وَمَغْفِرَةً وَرَحْمَةً ۚ وَكَانَ اللَّـهُ غَفُورًا رَّحِيمًا

     

    (mit besonderen) Rangstufen (die sie) von Gott ( im Paradies zugewiesen bekommen) und Vergebung und Barmherzigkeit. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ (4: 96)

     

    Wie wir bei der Besprechung der vorherigen Verse gesehen haben, mahnt Gott die Gläubigen, bei der Einschätzung des Feindes nichts zu übereilen. An dieser Koranstelle ruft er sie jedoch auf, am Djihadd gegen den Feind teilzunehmen. Um auch Gläubige die sich fürchten oder lieber ohne Mühen leben wollen, anzuspornen, spricht er über den Rang den Kämpfer auf dem Wege Gottes erreichen können und sagt, dass sie höher eingestuft werden als diejenigen Gläubigen, die nicht in den Djihad ziehen und sich mit der Anbetung Gottes begnügen.

     

    Und nicht nur das, sie werden nicht nur höher eingestuft, sondern erhalten auch noch einen gewaltigen Lohn. Dieser Lohn geht mit der Vergebung Gottes und seiner besonderen Barmherzigkeit einher.

     

    Gott verlangt jedoch von keinem mehr, als er Fähigkeiten besitzt. Alle die körperlich behindert oder krank sind, sind vom Kampf befreit. Und wenn sie die Djihadkämpfer unterstützen, nämlich durch Anspornen und Spenden, werden sie an dem Lohn der Kämpfer auf dem Wege Gottes teilhaben.

     

    In diesen beiden Versen wird dreimal davon gesprochen, dass die Djihadkämpfer höher eingestuft werden als jene, die zu Hause bleiben. Das soll nicht heißen, dass die Mühen der anderen unbeachtet bleiben. Daher wird in diesem Koranvers auch betont, dass Gott alln Gläubigen belohnen wird!

     

     

    Wir können wieder einige Punkte aus diesen Versen ableiten:

     

    Erstens: In der islamischen Gesellschaft wird unter Gerechtigkeit nicht verstanden, dass alle Gläubigen gleich eingestuft werden. Beispiel für eine höhere Einstufung des Gläubigen kann die Teilnahme am Djihad, dem Kampf auf dem Wege Gottes (wobei aber nicht nur kriegerische Auseinandersetzungen gemeint sind), sein.

     

    Zweitens: Voraussetzung für den Empfang des göttlichen Segens ist innere Reinheit und Läuterung.

     

    Drittens: Gott verzeiht und ist barmherzig. Aber die Voraussetzungen die nötig sind, um in den Genuß der göttlichen Barmherzigkeit zu gelangen, schafft der Mensch selber, nämlich durch sein Handeln.

     

    Die Übersetzung des Verses 97 der Sure 4 lautet:

     

    إِنَّ الَّذِينَ تَوَفَّاهُمُ الْمَلَائِكَةُ ظَالِمِي أَنفُسِهِمْ قَالُوا فِيمَ كُنتُمْ ۖ قَالُوا كُنَّا مُسْتَضْعَفِينَ فِي الْأَرْضِ ۚ قَالُوا أَلَمْ تَكُنْ أَرْضُ اللَّـهِ وَاسِعَةً فَتُهَاجِرُوا فِيهَا ۚ فَأُولَـٰئِكَ مَأْوَاهُمْ جَهَنَّمُ ۖ وَسَاءَتْ مَصِيرًا

     

    „Jene, die gegen sich selber gefrevelt haben, fragen die Engel, wenn sie sie abberufen:,In welcher Situation wart ihr denn?'(daß ihr nicht gläubig geworden seid). Sie sagen: ,Wir waren in unserem eigenen Land unterdrückt.‘ Sie (die Engel) sagen:,War (denn) die Erde Gottes nicht weit (genug), so dass ihr darauf hättet auswandern können?‘ In der Tat! Ihre Bleibe wird die Hölle sein – ein schlimmes Ende!“ (4: 97)

     

    In den geschichtlichen Überlieferungen heisst es: In Mekka lebten einige Muslime, die sich aus Angst den Ungläubigen anschlossen und diese zum Teil im Kampf gegen die Gläubigen unterstützten. Aber dieser Koranvers sagt, dass ihnen Verbundenheit mit ihrer Heimat oder Bequemlichkeit nicht als Ausrede dienen dürfen. Viel wichtiger wäre gewesen, dass sie ihre Religion gewahrt und wenn nötig, ihre Heimat verlassen hätten.

     

    Aus diesem Vers geht auch hervor, dass der Mensch bei seinem Tod den Engeln Gottes begegnet un, dass diese mit dem Menschen sprechen. In diesem Vers heisst es zum Beispiel, dass die Engel dem Menschen Vorwürfe machen.

     

    Wir sehen also:

    Erstens: Nicht nur Gott, sondern auch die Engel sind über das Tun der Menschen informiert.

    Zweitens: Die Hidschra, d.h. die Auswanderung von einem Ort an dem Sünde und Unglaube herrschen, ist für die Gläubigen Pflicht. Die Muslime dürfen nicht das Fußvolk der Ungläubigen sein.

    Drittens: Das Wichtigste im Leben ist die Verehrung Gottes, nicht die Verehrung der Heimat. Die Gläubigen müssen sich dafür einsetzen, dass die gesellschaftlichen Umstände in der Heimat sich ändern, oder sie sollen die Orte an denen Unglaube und Sünde herrschen, verlassen.

     

    Nun noch die Verse 98 und 99 der Sure 4, d.h. eine Übersetzung von ihnen:

     

    إِلَّا الْمُسْتَضْعَفِينَ مِنَ الرِّجَالِ وَالنِّسَاءِ وَالْوِلْدَانِ لَا يَسْتَطِيعُونَ حِيلَةً وَلَا يَهْتَدُونَ سَبِيلًا 

     

    „Ausgenommen die unterdrückten Männer, Frauen und Kinder, die über keine Möglichkeit verfügen (aus Mekka wegzukommen) und (aus Hilflosigkeit) keinen Ausweg finden. (4: 98)

     

    فَأُولَـٰئِكَ عَسَى اللَّـهُ أَن يَعْفُوَ عَنْهُمْ ۚ وَكَانَ اللَّـهُ عَفُوًّا غَفُورًا 

     

    Denen wird Gott vielleicht verzeihen. Gott ist bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.“ (4: 99)

     

    In den Versen 96 und 97 wurde die Auswanderung zur Wahrung der Religion als Pflicht erklärt. Im Vers 98 werden diejenigen Gläubigen nun davon ausgenommen, die nicht auswandern und sich nicht aus der Situation retten können. Von ihnen wird nicht etwas verlangt, was sie nicht können.

     

    Es ist einer der Grundsätze im Islam, dass jemand zur Erfüllung einer Pflicht in der Lage sein muss. Wer die nötigen körperlichen und geistigen Kräfte oder materiellen Voraussetzungen nicht besitzt, wird von göttlichen Pflichten befreit.

     

    Wir können uns anhand dieser Koranstelle zwei Dinge merken:

     

    Erstens: Die Hischra, d.h. die Auwanderung zur Wahrung der Religion gilt nicht nur für Männer sondern für alle Mitglieder einer Familie – auch für Frauen und Kinder – es sei denn, sie sind nicht dazu in der Lage.

     

    Zweitens: Berechtigte Entschuldigungen werden von Gott angenommen, aber Ausreden und erfundene Vorwände nicht.

     

    Wir sollten also den Ort unseres Lebens und Wohnens so wählen, dass wir unsere Religion wahren können.