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    Teil 13: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 44- 47

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    Der Koran ist eine göttliche Schrift. Der Mensch erfährt aus dieser über seine leibliche und seelische Existenz, über das Weltliche und die Ewigkeit und über seine Beziehungen zur Daseinswelt und zu Ihrem Schöpfer. Durch den Koran hat der Mensch die Möglichkeit die Stellung, die er in der Daseinswelt einnimmt, kennen zu lernen. Auch den Sinn und das Ziel seiner Erschaffung kann er aus dieser Schrift entnehmen. Der Koran gibt Erleuchtung und ist Wegführer. Er ruft die gesamte Menschheit zur Auferstehung auf, zum Wandel vom bloßen Nur-Da-Sein zum wirklichen Leben, zum Wandel vom Stillstand zur Bewegung, zum Handeln statt Reden. Durch ihn werden die Entwicklungen des Menschen in eine Richtung gelenkt.

     

    Der Prophet des Islams, salawatolla aleih, hat daher gesagt: ‚Wendet euch an den Koran, wenn Versuchungen wie dunkle nächtliche Schatten auf euch zukommen, um euch in die Irre zu führen!‘ Der Koran lehrt uns, wie wir zu Glück gelangen. Er stellt Beziehungen zwischen den Menschen her, versammelt sie zu einer großen geschlossenen Gemeinschaft, liefert solide Grundlagen. Wenn die Menschen ihn in ihr Leben aufnehmen, wenn sie sich nach seinen Lehren richten, wird er für ein freies, fortschrittliches und geläutertes Leben garantieren. Im vorherigen Teil hatten wir dem Koran entnommen, dass die Wahrheit nicht mit der Unwahrheit vermengt und nicht verheimlicht werden darf.

     

    Nun folgt die Übersetzung des Verses 44, Sure 2:

     

    (2: 44- 47)

     

    أَتَأْمُرُونَ النَّاسَ بِالْبِرِّ وَتَنسَوْنَ أَنفُسَكُمْ وَأَنتُمْ تَتْلُونَ الْكِتَابَ ۚ أَفَلَا تَعْقِلُونَ

     

    „Den Leuten empfehlt ihr, die göttlichen Weisungen zu befolgen, doch euch selbst vergesst ihr dabei – während ihr doch das Buch (Thora) lest?! Wollt ihr euch denn nicht besinnen?“ (2: 44)

     

    Zwar sind diese Worte zunächst an die Bani Israel und ihre Geistlichen gerichtet, aber sie haben ebenso allgemeine Gültigkeit. Gutes Tun hat zur Folge, dass der Mensch Abstand von Egoismus und egozentrischem Denken gewinnt. Gute Werke lassen den hohen Wert von Menschlichkeit und Nächstenliebe hervortreten. Es gibt aber Menschen, die zur Wohltätigkeit aufrufen, obwohl sie selbst nicht mit gutem Beispiel vorangehen. Gott mahnt sie deshalb in dieser Ayeh und an anderen Stellen im Koran. Zum Beispiel wird in dem Offenbarungszeichnen 5 der Sure 62 ein Gelehrter, der sein Wissen nicht nutzt, mit einem Lasttier verglichen, welches Bücher auf seinem Rücken trägt. Andere nutzen diese Bücher, aber der Träger nutzt sie nicht. Imam Ali, aleihe salam, sagte, als ihm die Führung der Muslime anvertraut worden war: Bei Gott, ich fordere euch nicht zur Befolgung von Geboten auf, ohne dass ich diese selbst nicht befolge, und ich halte euch von keinem Verstoß zurück, ohne mich nicht selber davon abzuhalten.

     

    Es folgt nun die Übersetzung der Ayeh 45 und 46:

     

    وَاسْتَعِينُوا بِالصَّبْرِ وَالصَّلَاةِ ۚ وَإِنَّهَا لَكَبِيرَةٌ إِلَّا عَلَى الْخَاشِعِينَ

     

    „Suchet Stärkung in Geduld und im Gebet, was jedoch nicht leicht ist, es sei denn für die Gott demutsvoll Ergebenen.“ (2: 45)

     

    الَّذِينَ يَظُنُّونَ أَنَّهُم مُّلَاقُو رَبِّهِمْ وَأَنَّهُمْ إِلَيْهِ رَاجِعُونَ

     

    – „Jene, die sich der Audienz bei Gott und der Rückkehr zu Ihm gewiss sind.“ (2: 46)

     

    In diesen beiden Versen wird der Mensch auf zwei mächtige Eckpfeiler des Glaubens aufmerksam gemacht: einen inneren und einen äußeren: Geduld und Gebet. Durch die Geduld wird jedes Problem und sei es noch so groß, kleiner. Und das Gebet, welches Hinwendung zu Gott und Zufluchtsuche bei Ihm bedeutet, lässt Glauben und Zuversicht im Menschen erwachen und ihn eine Stütze finden, die unzerstörbar ist. Die Gottpreisung und das Gebet nehmen allerdings nur in den Augen Gott ergebener Menschen einen solchen Platz ein. Wer diese Gottergebenheit noch nicht erfahren hat, dem erscheint das tägliche Gebet wie eine Last.

     

    Der Koran stellt an dieser Stelle die Chaschean – die Menschen, die Gott ergeben sind – vor. Es sind die Menschen, die an die Auferstehung und das Jüngste Gericht und an die Rückkehr zu Gott glauben. Dieser Glauben ruft in ihnen Ergebenheit Gott gegenüber hervor. Ebenso empfindet ein solcher Mensch Verantwortung. Er beginnt das Leben so zu sehen, als befände er sich vor einem Gericht, vor dem er jede seiner Taten verantworten muss. Es sei hinzugefügt, dass aus dem Ausdruck: Audienz bei Gott und Rückkehr zu ihm, nicht abgeleitet werden darf, dass es am Jüngsten Tag zu einem mit den Sinnen wahrnehmbaren Treffen mit Gott käme. Gott kann man sich ja nicht in körperlicher Form vorstellen. Seine Macht kommt jedoch in Form Seiner Strafe oder Belohnung zum Ausdruck.

     

    In diesem Zusammenhang wurde Imam Ali einmal von einem Gefährten gefragt: „Hast du deinen Gott gesehen“ Imam Ali antwortete: „Soll ich denn einen Gott, den ich nicht sehe, anbeten?“ Daraufhin erläuterte er: „Die körperlichen Augen können ihn nicht sehen, aber die vom Glauben erleuchteten Herzen können ihn spüren.“ Das Offenbarungswort 47 der Sure 2 macht auf die weiteren Segensgaben, die Gott den Bani Israel zukommen ließ, aufmerksam und fordert diese auf, Gott dafür zu danken und seiner zu gedenken. Ein Beispiel für die Huld Gottes gegenüber den Bani Israel, ist die Befreiung aus der Hand des Pharaos und ihre Erstarkung unter Führung von Mose(s). Ayeh 47 Sure Baqarah:

     

    يَا بَنِي إِسْرَائِيلَ اذْكُرُوا نِعْمَتِيَ الَّتِي أَنْعَمْتُ عَلَيْكُمْ وَأَنِّي فَضَّلْتُكُمْ عَلَى الْعَالَمِينَ

     

    „Ihr Kinder Israel -gedenket Meiner Wohltaten für euch und der Überlegenheit, die Ich euch über die anderen Völker (jener Zeit) verlieh.“ (2: 47)