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    Teil 14: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 48- 56

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    Diesen Beitrag möchten wir mit den Worten einleiten, mit denen 113 der 114 Koransuren beginnen, nämlich mit ‚Bismillahir rahmanir rahim‘ – Im Namen Gottes des Allbarmherzigen, des Gütigen. Hier die Übersetzung der Offenbarungszeichen 48 und 49 der Sure 2, Sure Baqarah:

     

    (2: 48- 56)

    وَاتَّقُوا يَوْمًا لَّا تَجْزِي نَفْسٌ عَن نَّفْسٍ شَيْئًا وَلَا يُقْبَلُ مِنْهَا شَفَاعَةٌ وَلَا يُؤْخَذُ مِنْهَا عَدْلٌ وَلَا هُمْ يُنصَرُونَ

     

    „Und seid auf der Hut vor dem Tag, da niemand für den anderen einsteht, weder Fürbitte noch ‚Wiedergutmachung‘ akzeptiert wird und keine Hilfe mehr ist.“ (2: 48)

     

     

    وَإِذْ نَجَّيْنَاكُم مِّنْ آلِ فِرْعَوْنَ يَسُومُونَكُمْ سُوءَ الْعَذَابِ يُذَبِّحُونَ أَبْنَاءَكُمْ وَيَسْتَحْيُونَ نِسَاءَكُمْ ۚ وَفِي ذَٰلِكُم بَلَاءٌ مِّن رَّبِّكُمْ عَظِيمٌ

     

    „Und gedenkt der Zeit, da Wir euch aus dem Joch der Pharaonen befreiten, die euch drangsalierten, eure Söhne töteten und eure Frauen (als Sklavinnen) am Leben ließen. Darin lag in der Tat eine schwere Prüfung Gottes für euch.“ (2: 49)

     

    Erneut werden in diesen Koranversen die Kinder Israel – Bani Israel – angesprochen. Es wird auf einige ihrer falschen Überzeugungen und unangemessenen Erwartungen hinsichtlich des Jüngsten Gerichtes geantwortet. Unter den alten Völkern war der Glaube verbreitet, im Leben nach dem Tode könne man ähnlich wie im weltlichen Leben durch Mittelsmänner seine Interessen wahren. Daher legten sie ihren Götzen Geschenke zu Füßen und brachten ihnen Opfer dar. Sie dachten, ihre Götter würden ihnen somit ihre Sünden vergeben und erhofften sich deren Beistand oder Fürbitte. Sie versuchten ihre Sünden durch Materielles wieder gut zu machen und legten ihren Toten Schmuckstücke und Waffen mit ins Grab, damit sie diese im Jenseits verwenden könnten. Auch unter einigen Völkern, die den Islam annahmen, gab es noch Überbleibsel von diesem Aberglauben. Doch der Koran erklärt derartige Ansichten eine nach der anderen für haltlos und falsch.

     

    Er sagt: An dem Tag (am Tag des Jüngsten Gerichtes) bestimmt nur Gott. Nur sein Befehl gilt. Und dann mahnt er: ‚Fürchtet den Tag, an dem niemand etwas von euch abwehren und keiner für euch vorsprechen kann. Den Tag, an dem keine Wiedergutmachung mehr möglich ist und niemandem von anderen geholfen werden kann.‘ Ergänzend zu dieser Koranstelle sei darauf hingewiesen, dass der Koran nicht ganz die Fürbitte ausschließt. Fürbitte einlegen bedeutet für jemanden zu dessen Gunsten oder zur Abwendung eines Schadens zu vermitteln. Der Koran gibt einer Fürbitte, die zu Dreistigkeit oder zum erneuten Sündigen führt, keinen Raum. Fürbitten können nur konstruktiv und abwehrend sein und für gläubige Menschen eingelegt werden. Menschen, mit deren Religiosität Gott zufrieden ist, die sich jedoch wegen einiger Sünden Strafe eingehandelt haben. Natürlich können Unterdrücker und Frevler, die das Bündnis mit Gott mit Füssen getreten haben, keine Fürbitte erhoffen.

     

    Der Koran dementiert, dass jemand anderes als Gott vollkommen ist. Er weist darauf hin, dass diejenigen, die im Leben höhere Stufen erreichen, ihnen diese nur von Gott gewährt wurden. Sie können nur mit Erlaubnis Gottes und in Beistandsuche bei Seiner Barmherzigkeit und Gnade erreichen, dass ein Gläubiger, der sich durch Sünden Strafe eingehandelt hat, Gottes Barmherzigkeit und seine Vergebung erfährt. Der Koran erinnert in der darauffolgenden Ayeh an die Unterdrückung durch die Pharaonen und mahnt, dass die Kinder Israel die Wohltaten Gottes schätzen sollten. Denn Er hat sie aus einem großen Leid und großer Unterdrückung herausgeführt. Der Koran erinnert aber auch daran, dass Härten und Leiden wichtige göttliche Prüfungen sind. Mit Hilfe dieser göttlichen Prüfungen kann der Mensch Rechtleitung erfahren.

     

    Nun folgt die Übersetzung der Ayeh 50 bis 52, Sure 2:

     

     

    وَإِذْ فَرَقْنَا بِكُمُ الْبَحْرَ فَأَنجَيْنَاكُمْ وَأَغْرَقْنَا آلَ فِرْعَوْنَ وَأَنتُمْ تَنظُرُونَ

     

    „Und gedenkt der Zeit, als Wir das Meer für euch teilten, euch Rettung finden und Pharao und seine Leute ertrinken ließen, dieweil ihr zusaht…“ (2: 50)

     

     

    وَإِذْ وَاعَدْنَا مُوسَىٰ أَرْبَعِينَ لَيْلَةً ثُمَّ اتَّخَذْتُمُ الْعِجْلَ مِن بَعْدِهِ وَأَنتُمْ ظَالِمُونَ

     

    „Und gedenkt der Zeit, als Wir mit Moses einen Bund für vierzig Nächte schlossen; nachdem er fortgegangen war, nahmt ihr euch das Kalb (als Gottheit) und begingt damit Unrecht gegen euch selbst.“ (2: 51)

     

     

    ثُمَّ عَفَوْنَا عَنكُم مِّن بَعْدِ ذَٰلِكَ لَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

     

    „Doch Wir verziehen euch danach – möget ihr dafür dankbar sein.“ (2: 52)

     

    Diese Koranstelle führt den Bani Israel noch einmal die Wunder Gottes vor Augen. Moses war von Gott beauftragt worden, sein Volk aus Ägypten zu führen. Als sie sich dem Meer näherten, bemerkten sie, dass Pharao sie mit seinem Heer verfolgt. Gott wies Moses an, das Meer mit seinem Stab zu berühren. Da öffnete sich ein Weg für die Kinder Israel auf dem sie trockenen Fußes das Meer durchqueren konnten. Der Pharao und seine Leute folgten ihnen, aber inmitten des Weges stürzten die Meereswogen über ihre Köpfe hinweg und sie ertranken. Auf diese wunderbare Weise wurden die Kinder Israel aus der Gewalt des Pharao befreit. Dann erhielt Moses die Anweisung, sein Volk vierzig Tage alleine zu lassen. Gott wollte ihm die Schrift geben. Moses ging zum Berg Tur.

     

    In dieser Zeit, in der Moses fern von den Kindern Israel war, stellte Gott sie auf die Probe. Ein listiger Mann mit Namen Samera fertigte eine Skulptur aus dem Gold und den Schmückstücken der Leute an: das Goldene Kalb. Dieses schien sogar von selber Laute hervorzubringen. Samera forderte die Kinder Israel auf, dieses goldene Kalb anzubeten. Sie folgten ihm, und damit schadeten sie sich selber. Es war ein großes Unrecht und sie gerieten auf diese Weise weit vom richtigen Weg ab. Und Sie taten auch Moses damit schweres Unrecht an, denn er hatte viel Leid auf sich genommen, um die Kinder Israel aus Ägypten zu retten. Als Moses vom Berg Tur zurückkehrte, wurde den Bani Israel bewusst, dass sie sich sehr schlecht verhalten hatten.

     

    Hier nun die Übersetzung der Offenbarungszeichen 53 bis 56, der Sure 2:

     

    وَإِذْ آتَيْنَا مُوسَى الْكِتَابَ وَالْفُرْقَانَ لَعَلَّكُمْ تَهْتَدُونَ

     

    „Und gedenket der Zeit, als Wir Moses das Buch und das (zwischen Rechtem und Unrechtem) Unterscheidende gaben, auf dass ihr rechtgeleitet sein möget.“ (2: 53)

     

     

    وَإِذْ قَالَ مُوسَىٰ لِقَوْمِهِ يَا قَوْمِ إِنَّكُمْ ظَلَمْتُمْ أَنفُسَكُم بِاتِّخَاذِكُمُ الْعِجْلَ فَتُوبُوا إِلَىٰ بَارِئِكُمْ فَاقْتُلُوا أَنفُسَكُمْ ذَٰلِكُمْ خَيْرٌ لَّكُمْ عِندَ بَارِئِكُمْ فَتَابَ عَلَيْكُمْ ۚ إِنَّهُ هُوَ التَّوَّابُ الرَّحِيمُ

     

    „Und gedenket der Zeit, als Moses zu seinem Volk sprach: Mein Volk, indem ihr das Kalb (zur Gottheit) erhobet, habt ihr euch schwer gegen euch selber versündigt. Bereut und kehrt um zu eurem Schöpfer. Eure Sühne aber sei, dass ihr euch tötet. Dies ist vor Gott besser für euch. Und Gott erkannte eure Reue an (und wandte sich euch wieder zu). Wahrlich, er ist der großherzig Vergebende, der Barmherzige.“ (2: 54)

     

     

    وَإِذْ قُلْتُمْ يَا مُوسَىٰ لَن نُّؤْمِنَ لَكَ حَتَّىٰ نَرَى اللَّـهَ جَهْرَةً فَأَخَذَتْكُمُ الصَّاعِقَةُ وَأَنتُمْ تَنظُرُونَ

     

    „Und gedenket der Zeit, als ihr sagtet: Moses, niemals werden wir dir Glauben schenken, es sei denn, wir würden Gott “ sehen“. Da ereilte euch, dieweil ihr hinsaht, ein Blitzstrahl.“ (2: 55)

     

     

    ثُمَّ بَعَثْنَاكُم مِّن بَعْدِ مَوْتِكُمْ لَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

     

    „Anschließend erweckten Wir euch, nachdem ihr tödlich getroffen wart, zum Leben, auf dass ihr dankbar sein möget.“ (2: 56)

     

    Die Koranverse 53 bis 56 schildern das gewagte Verhalten der Bani Israel und ihre Ausreden. Die Bani Israel hatten sich nach kurzer Abwesenheit von Moses, der Götzenanbetung zugewendet und ein goldenes Kalb verehrt. Um wieder zu ihrem Glauben zurückzukehren, wollten Sie Gott mit eigenen Augen sehen. Gott aber wollte ihnen deutlich machen, dass sie nicht einmal all das, was Er erschaffen hat, sehen können. Er schickte ein Gewitter. Es donnerte und blitzte furchterregend und einige der Bani Israel wurden tödlich vom Blitz getroffen. Doch Moses bat Gott, ihnen ihr Leben zurückzugeben, und Gott erhörte das Gebet Seines Gesandten. So hatten die Kinder Israel erneut die Gelegenheit, für die Güte Gottes dankbar zu sein.