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    Teil 16: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 62- 69

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    In diesem Teil beginnen wir mit den Offenbarungszeichen 62 und 63 der Sure Baqarah, die Übersetzung lautet: (2: 62- 69)

     

     

    إِنَّ الَّذِينَ آمَنُوا وَالَّذِينَ هَادُوا وَالنَّصَارَىٰ وَالصَّابِئِينَ مَنْ آمَنَ بِاللَّـهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ وَعَمِلَ صَالِحًا فَلَهُمْ أَجْرُهُمْ عِندَ رَبِّهِمْ وَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

     

    „Diejenigen, die da glauben (d.h. die Muslime), und die Juden und die Nazarener und die Sabäer, – die, die an Gott und den jüngsten Tag glauben und tun, was recht ist, denen steht ihr Lohn bei ihrem Herrn zu, und sie brauchen keine Angst zu haben und nicht traurig zu werden.“ (2: 62)

     

     

    وَإِذْ أَخَذْنَا مِيثَاقَكُمْ وَرَفَعْنَا فَوْقَكُمُ الطُّورَ خُذُوا مَا آتَيْنَاكُم بِقُوَّةٍ وَاذْكُرُوا مَا فِيهِ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَ

     

    „Und gedenket, als wir eure Verpflichtung entgegennahmen und den Berg über euch emporhoben, (indem wir euch aufforderten:) Haltet fest , was wir euch (als Zeichen) gegeben haben und gedenket dessen, was sie enthalten. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein.“ (2: 63)

     

    Dieser Übersetzung ist zu entnehmen, das für den Lohn Gottes der Glaube und das rechtschaffene Handeln maßgebend sind. Ein Glaube der nur äußerlich ist, ob nun von einem Muslim oder einem Anhänger anderer göttlicher Religionen, ist wertlos. In dieser Koranstelle heisst es also, dass niemand vor der Strafe Gottes sicher ist, aber belohnt wird, wenn er gläubig ist, gleich welcher der göttlichen Religionen er angehört. Maßstab für die Erreichung der wahren Glückseligkeit ist der Glaube an Gott und das Jüngste Gericht, aber nur zusammen mit rechtschaffenem Handeln. An vielen anderen Stellen des Korans wird ebenso betont, dass Größe und Wohl des Menschen von seiner Gottergebenheit abhängen. Dies gilt für die Propheten wie für alle anderen. Gott sagt daher in der Sure An’am in Bezug auf die Propheten: ‚Wenn sie Mir jemanden oder etwas zur Seite stellen, werden all ihre guten Werke zunichte.‘ Es gibt natürlich Offenbarungszeichen im Koran, welche die Juden und Nazarener dazu anregen, sich zum Islam zu bekehren.

     

    In der Sure ‚Al Imran‘, Sure 3, wird gemahnt, dass es nicht anerkannt wird, wenn jemand eine andere Religion als den Islam wählt. In den zuvor übersetzten Verszeichen wird jedoch erklärt, dass die Anhänger der anderen göttlichen Religionen, die an den Propheten und die Heilige Schrift ihrer Zeit glaubten, und nach diesem Glauben handelten, den göttlichen Lohn erhalten. Hätten diese den Propheten des Islam gekannt, hätten sie bestimmt auch an ihn geglaubt. Sein Kommen wird unter Angabe der Begleitzeichen und der Eigenschaften, an denen er zu erkennen ist, in den Originalschriften der Juden und der Christen angekündigt. Der Koran weist in der genannten Ayeh die Bani Israel auf ein weiteres Wunderzeichen Gottes hin: Er erhob einen Berg über sie (gemeint ist der Sinai). Dieses Zeichen sollte ihnen die Macht Gottes vor Augen führen, damit sie sich nicht mehr weigern, den göttlichen Anweisungen zu folgen.

     

    Im Offenbarungszeichen 64 der Sure 2 heisst es dann:

     

    ثُمَّ تَوَلَّيْتُم مِّن بَعْدِ ذَٰلِكَ ۖ فَلَوْلَا فَضْلُ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَتُهُ لَكُنتُم مِّنَ الْخَاسِرِينَ

     

    „Nachdem dies geschehen war, wandtet ihr euch ab. Und wenn nicht Gott seine Huld und Barmherzigkeit (über euch) hätte walten lassen, wäret ihr verloren gewesen.“ (2: 64)

     

    Schon vor der Erhebung des Berges Sinai über die Bani Israel, hatten diese mehrmals ihren Propheten Moses bedrängt und von ihm immer wieder neue Wunder verlangt. Die Ayeh 64 warnt, dass kein gläubiger Mensch sich über eine Anweisung Gottes belustigen oder sie als unbegründet betrachten darf. Im Gegenteil ein wahrhaft Gläubiger akzeptiert, in Zuversicht auf die Weisheit und das Wohlwollen Gottes, seine Gebote völlig.

     

    Hier nun die Übersetzung der Ayeh 65 und 66:

     

     

    وَلَقَدْ عَلِمْتُمُ الَّذِينَ اعْتَدَوْا مِنكُمْ فِي السَّبْتِ فَقُلْنَا لَهُمْ كُونُوا قِرَدَةً خَاسِئِينَ

     

    „Ihr wisst doch von denjenigen unter euch, die sich hinsichtlich des Sabbats einer Übertretung schuldig machten, worauf wir zu ihnen sagten: Werdet zu verstoßenen Affen!“ (2: 65)

     

     

    فَجَعَلْنَاهَا نَكَالًا لِّمَا بَيْنَ يَدَيْهَا وَمَا خَلْفَهَا وَمَوْعِظَةً لِّلْمُتَّقِينَ

     

    „Und wir machten es zu einem warnenden Exempel für die Mit- und die Nachwelt und zu einer Ermahnung für die Gottesfürchtigen.“ (2: 66)

     

    Gott stellte die Bani Israel auf die Probe und gebot, dass sie am Sabbat nicht auf Fischfang gehen dürfen. Diejenigen von ihnen, die an der Küste lebten, dachten sich eine List aus. Nahe des Wassers legten sie kleine Wasserbecken an, woraus sie am Tag nach dem Sabbat die Fische, die am Sabbat in diese Wasserbecken schwammen und dort blieben, weil ihnen die Rückkehr ins Meer versperrt wurde, fischten. Auf diese Weise wollten sie schlau das Gebot Gottes, am Sabbat nicht zu fischen, umgehen. Doch ihr Spiel mit dem Gebot Gottes ging für sie übel aus: Ihre Gesichter wurden entstellt. In Wahrheit ist die Religion nicht nur auf die Ewigkeit ausgerichtet, sondern sie ist ein Sittenkonzept für das tägliche Leben und dient der Wahrung der Interessen aller Menschen und der Verwirklichung der Gerechtigkeit. Menschen, die Sachverhalte unter dem Deckmantel ‚Religion‘ zu ihren Gunsten verdrehen, und sich dafür eine scheinbar religionsrechtliche Lösung zurechtlegen, vergessen, dass die Religion kein Spielball ist. Wenn der Mensch mit der Religion spielt, handelt er sich seine Vernichtung ein.

     

    In den drei nächsten Offenbarungszeichen, den Koranversen 67 bis 69 der Sure Baqarah, wird von einem weiteren Ereignis aus der Geschichte der Bani Israel berichtet. Dabei geht es um eine Kuh. Kuh heißt auf Arabisch Baqarah. Die Sure 2 wurde nach diesem Ereignis benannt.

     

    Hier die Übersetzung der Koranverse 67 bis 69, Sure 2:

     

     

    وَإِذْ قَالَ مُوسَىٰ لِقَوْمِهِ إِنَّ اللَّـهَ يَأْمُرُكُمْ أَن تَذْبَحُوا بَقَرَةً ۖ قَالُوا أَتَتَّخِذُنَا هُزُوًا ۖ قَالَ أَعُوذُ بِاللَّـهِ أَنْ أَكُونَ مِنَ الْجَاهِلِينَ

     

    „Und (damals) als Mose zu seinem Volk sagte: Gott befiehlt euch, eine Kuh zu opfern, sagten sie: Treibst du denn deinen Spott mit uns? Er sagte: Ich suche bei Gott Zuflucht einer der Ignoranten zu sein.“ (2: 67)

     

     

    قَالُوا ادْعُ لَنَا رَبَّكَ يُبَيِّن لَّنَا مَا هِيَ ۚ قَالَ إِنَّهُ يَقُولُ إِنَّهَا بَقَرَةٌ لَّا فَارِضٌ وَلَا بِكْرٌ عَوَانٌ بَيْنَ ذَٰلِكَ ۖ فَافْعَلُوا مَا تُؤْمَرُونَ

     

    „Sie sagten: Bitte deinen Herrn, uns Klarheit darüber zu geben, wie sie beschaffen sein soll. Er sagte: Gott spricht: Es soll weder eine Kuh sein, die zu alt ist, noch eine, die noch nicht gekalbt hat, vielmehr eine dazwischen, mittleren Alters. Tut nun, was euch befohlen ward.“ (2: 68)

     

     

    قَالُوا ادْعُ لَنَا رَبَّكَ يُبَيِّن لَّنَا مَا لَوْنُهَا ۚ قَالَ إِنَّهُ يَقُولُ إِنَّهَا بَقَرَةٌ صَفْرَاءُ فَاقِعٌ لَّوْنُهَا تَسُرُّ النَّاظِرِينَ

     

    „Sie sagten: Bitte deinen Herrn, damit er uns Klarheit darüber gibt, welcher Farbe sie sein soll. Er sagte: Gott sagt: Es soll eine gelbe Kuh sein, von intensiver Farbe, eine Kuh, die denen, die sie anschauen, Freude macht.“ (2: 69)

     

    Unter den Bani Israel geschah ein Mord. Aber keiner wusste, wer der Mörder war. Es kam zu einem Streit unter den Volksstämmen und jeder beschuldigte den anderen des Mordes. Sie gingen zu Moses, damit er ein Urteil fälle. Moses löste die Frage auf Anweisung Gottes durch ein Wunder. Er sagte den Bani Israel, sie sollten eine Kuh opfern und mit einem Stück ihres Fleisches den Körper des Ermordeten berühren. Dieser würde dadurch ins Leben zurückkehren und sagen, wer der Mörder ist. Die Bani Israel dachten, Moses mache sich über sie lustig. Aber Moses sagte: ‚Nur unwissende Leute machen sich über etwas lustig.‘ Moses war ein Prophet Gottes. Die Bani Israel wußten, dass das was er sagt, von Gott kommt und die Anweisung Gottes ernst zu nehmen ist. Aber sie begannen wieder mit Ausflüchten und unnützen Fragen. Fragen stellt man um etwas besser zu verstehen. Aber mit den Fragen, die die Bani Israel stellten, zum Beispiel die, welche Farbe die Kuh denn haben solle, verfolgten sie schlechte Absichten und wollten sich der Befolgung von Gottes Gebot entziehen. Diese und die vorhergehenden Koranverse lehren uns etwas Wichtiges: Wenn wir ein Gebot Gottes nicht verstehen oder es uns nicht gefällt, dürfen wir es nicht ablehnen oder geringschätzig behandeln.