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    Teil 18: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 76- 84

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    Teil 18: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 76- 84
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    In den Offenbarungszeichen, die wir im letzten Teil aus der Sure Baqarah besprachen, ist von einer Kuh die Rede, die die Kinder Israel auf Anweisung Gottes opfern sollten, damit ein Mord aufgedeckt würde. Doch wieder versuchten die Bani Israel die Anweisung Gottes zu umgehen, handelten sich dadurch aber Bedingungen ein, die es erschwerten, ein solches Tier ausfindig zu machen. Schließlich fanden sie einen Waisenjungen aus einer rechtschaffenen Familie, der eine solche ‚Baqarah‘, eine solche Kuh, besaß. Die Bani Israel sahen sich gezwungen, einen teuren Preis für dieses seltene Tier zu bezahlen. Moses erklärte, wie das Tier zu opfern sei. Als sie dann mit einem Teil von der toten Kuh die Leiche des Ermordeten berührten, geschah das Wunder: Der Tote kehrte ins Leben zurück und enthüllte, wer sein Mörder war. Aber die Opferung dieser Kuh führte nicht nur zu der Entlarvung des Mörders, sondern setzte auch einen Schlussstrich unter die Anbetung des goldenen Kalbes, und zugleich wurde ein Waisenkind aus seiner Armut gerettet.

     

    Es folgt nun die Übersetzung der Verse 76 bis 78, Sure 2:

     

    (2: 76- 84)

     

    وَإِذَا لَقُوا الَّذِينَ آمَنُوا قَالُوا آمَنَّا وَإِذَا خَلَا بَعْضُهُمْ إِلَىٰ بَعْضٍ قَالُوا أَتُحَدِّثُونَهُم بِمَا فَتَحَ اللَّـهُ عَلَيْكُمْ لِيُحَاجُّوكُم بِهِ عِندَ رَبِّكُمْ ۚ أَفَلَا تَعْقِلُونَ

     

    „Und wenn sie die Gläubigen treffen, sagen sie ‚wir glauben.‘ Wenn sie aber unter sich sind, sagen sie: ‚Wollt ihr ihnen erzählen, was Gott euch offenbarte, damit sie vor Gott gegen euch Argumente vorbringen?‘ Denkt ihr nicht nach?“ (2: 76)

     

     

    أَوَلَا يَعْلَمُونَ أَنَّ اللَّـهَ يَعْلَمُ مَا يُسِرُّونَ وَمَا يُعْلِنُونَ

     

    „Wissen sie denn nicht dass Gott weiß, was sie geheim halten, und was sie bekannt geben?“ (2: 77)

     

    وَمِنْهُمْ أُمِّيُّونَ لَا يَعْلَمُونَ الْكِتَابَ إِلَّا أَمَانِيَّ وَإِنْ هُمْ إِلَّا يَظُنُّونَ

     

    „Unter ihnen gibt es auch lese- und schreibunkundige Leute, die von der Schrift nur falsche Wunsch-vorstellungen haben. Sie stellen nur Mutmaßungen an.“ (2: 78)

     

    Zu Beginn des Islams kamen einige Juden zu den Muslimen und sagten: „Wir glauben an eure Religion, weil in der Thora euer Prophet beschrieben wird.“ Doch die jüdischen Gelehrten mahnten sie: „Sagt ihnen nichts über die Merkmale Mohammads, die in der Thora stehen, damit sie Gott gegenüber keine Einwendungen gegen euch zur Hand haben.“ Da schickte Gott als Antwort die oben angeführten Offenbarungszeichen. Die Bani Israel sahen Gott zum Teil aus materieller und einschränkender Sicht. Gott aber besitzt unendliches Wissen, unendliche Macht. Seinem Willen und seiner Vorsehung sind keine Grenzen gesetzt. Er kennt alle Gedanken und Empfindungen. Die Bani Israel lassen sich in zwei Gruppen gliedern: Auf der einen Seite das Volk, auf der anderen die profitsuchenden Gelehrten. Das einfache Volk besaß nicht das Wissen dieser Gelehrten. Deshalb bemerkten sie nicht, wenn etwas in der Thora geändert wurde. Die Gelehrten der Bani Israel aber verfälschten die Wahrheit zu ihren Gunsten. Die Religion wurde ihnen ein Mittel zur Erreichung weltlichen Genusses. Der Koran protestiert scharf gegen sie.

     

    In dem Offenbarungszeichen 79 der Sure 2, heißt es:

     

    فَوَيْلٌ لِّلَّذِينَ يَكْتُبُونَ الْكِتَابَ بِأَيْدِيهِمْ ثُمَّ يَقُولُونَ هَـٰذَا مِنْ عِندِ اللَّـهِ لِيَشْتَرُوا بِهِ ثَمَنًا قَلِيلًا ۖ فَوَيْلٌ لَّهُم مِّمَّا كَتَبَتْ أَيْدِيهِمْ وَوَيْلٌ لَّهُم مِّمَّا يَكْسِبُونَ

     

    „Aber wehe denen, die etwas mit ihrer Hand schreiben und dann sagen: ‚Dies kommt von Gott‘, um sich dafür einen geringen Preis zu erkaufen. Wehe ihnen um das, was ihre Hand geschrieben hat! Wehe ihnen um das, was sie gewinnen!“ (2: 79)

     

    Der Koran tadelt hier die jüdischen Gelehrten deshalb so scharf, weil sie den größten Verrat begehen. Der größte Verrat ist nämlich der Verrat an ihrer Religion. Durch Verheimlichung und Entstellung der Wahrheit werden viele Generationen auf falsche Wege geführt. Daraus folgt für jeden Menschen, achtsam zu sein, auch gegenüber Worten von scheinbar religiösen und gelehrten Menschen.

     

    Es folgt nun die Übersetzung der Koranverse 80 bis 82, Sure Baqarah:

     

    وَقَالُوا لَن تَمَسَّنَا النَّارُ إِلَّا أَيَّامًا مَّعْدُودَةً ۚ قُلْ أَتَّخَذْتُمْ عِندَ اللَّـهِ عَهْدًا فَلَن يُخْلِفَ اللَّـهُ عَهْدَهُ ۖ أَمْ تَقُولُونَ عَلَى اللَّـهِ مَا لَا تَعْلَمُونَ

     

    „…Und sie sagen: ‚Das Höllenfeuer wird uns nur ein paar Tage erfassen.‘ Sag: ‚Habt ihr von Gott ein Versprechen erhalten? Gewiss wird Gott nie sein Versprechen brechen. Oder wollt ihr gegen Gott etwas aussagen, wovon ihr kein Wissen habt?'“ (2: 80)

     

    بَلَىٰ مَن كَسَبَ سَيِّئَةً وَأَحَاطَتْ بِهِ خَطِيئَتُهُ فَأُولَـٰئِكَ أَصْحَابُ النَّارِ ۖ هُمْ فِيهَا خَالِدُونَ

     

    „Ja! Diejenigen, die eine schlechte Tat begehen und von ihrer Sünde erfasst sind, werden Bewohner des Höllenfeuers sein und ewig darin bleiben.“ (2: 81)

     

     

    وَالَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ أُولَـٰئِكَ أَصْحَابُ الْجَنَّةِ ۖ هُمْ فِيهَا خَالِدُونَ

     

    „Diejenigen aber, die glauben und tun, was recht ist, werden Bewohner des Paradieses sein und ewig darin weilen.“ (2: 82)

     

    Die Juden, die nicht genau über den Inhalt ihrer Heiligen Schrift informiert waren, glaubten tatsächlich, dass Gott sie höher einstuft als andere Rassen und vermeinten ein solches Privileg könne ihnen am Jüngsten Tag etwas nützen. Mit anderen Worten glaubten sie, ihre Sünden würden milder bestraft und diese Strafe würde nur kurze Zeit dauern. Doch diese Sure vereitelt ihre falsche Denkweise, denn sie ist eine Art Gottesverleumdung. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse hat keinen Einfluss auf Gottes Strafe oder Belohnung.

     

    Jeder Anspruch auf Privilegien aufgrund von Abstammung, Rasse oder Lehre, widerspricht der göttlichen Logik. Das Einzige, was einen Menschen über andere stellt, ist sein gottesfürchtiges Denken und Handeln, darauf weist Ayeh 82 hin. Aber das vorhergehende Verszeichen betont: Wer sich bewusst immer mehr versündigt, handelt sich die Bleibe im Höllenfeuer ein. Es werden keine Unterschiede in der Bestrafung zwischen den Juden und anderen Völkern gemacht. In den Paradiesgarten Gottes aber werden die einkehren, die aufrichtig glauben und handeln.

     

    Die nachfolgenden Koranverse, Vers 83 und 84, zeigen erneut den oftmaligen Bündnisverrat der Kinder Israel. Sie werden deshalb scharf getadelt. Diese Offenbarungszeichen enthalten Gesetze, die für alle Völker auf der Erde Gültigkeit haben. In diesen Verszeichen wird auf die Dinge, die den Völkern zur Ehre gereichen und auf Faktoren, die ihren Niedergang herbeiführen hingewiesen.

     

    Offenbarungszeichen 83 und 84, Sure 2:

     

     

    وَإِذْ أَخَذْنَا مِيثَاقَ بَنِي إِسْرَائِيلَ لَا تَعْبُدُونَ إِلَّا اللَّـهَ وَبِالْوَالِدَيْنِ إِحْسَانًا وَذِي الْقُرْبَىٰ وَالْيَتَامَىٰ وَالْمَسَاكِينِ وَقُولُوا لِلنَّاسِ حُسْنًا وَأَقِيمُوا الصَّلَاةَ وَآتُوا الزَّكَاةَ ثُمَّ تَوَلَّيْتُمْ إِلَّا قَلِيلًا مِّنكُمْ وَأَنتُم مُّعْرِضُونَ

     

    „Und gedenket der Zeit, als wir die Verpflichtung der Kinder Israel entgegennahmen: Ihr sollt nur dem alleinigen Gott dienen. Und zu den Eltern gut sein und ebenso zu den Verwandten, den Waisen und den Armen. Und sprecht freundlich zu den Menschen! Und verrichtet das Gebet und gebt die Zakatsteuer! Daraufhin kehrtet ihr euch ab, mit Ausnahme von wenigen und wurdet abtrünnig.“ (2: 83)

     

     

    وَإِذْ أَخَذْنَا مِيثَاقَكُمْ لَا تَسْفِكُونَ دِمَاءَكُمْ وَلَا تُخْرِجُونَ أَنفُسَكُم مِّن دِيَارِكُمْ ثُمَّ أَقْرَرْتُمْ وَأَنتُمْ تَشْهَدُونَ

     

    „Und gedenket, als wir eure Verpflichtung entgegennahmen: Ihr sollt nicht euer Blut vergießen und euch nicht aus euren Wohnungen vertreiben, was ihr anerkanntet, indem ihr Zeugnis ablegtet!“ (2: 84)

     

    Dem Vers 83 und 84 ist zu entnehmen, dass entsprechend dieser Schrift göttlichen Ursprungs, jedes Volk, dass sich auf die größte Macht, nämlich Gottes Macht stützt, erfolgreich sein wird und das Weiterbestehen einer Gesellschaft davon abhängt, ob ihre Mitglieder zusammenhalten. Der Koran beginnt bei dem ersten Faktor sozialen Zusammenhaltes, nämlich den Eltern, und dehnt diesen auf die Verwandten und dann auf die gesamte Gesellschaft aus. Indirekt weist er damit darauf hin, dass der Grund für den Untergang der Völker und die Entstehung von Feindseligkeiten, in der Vernichtung dieser Solidarität zu suchen ist.