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    Teil 19: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 85- 89

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    Aus den vorangegangenen Koranversen haben wir erfahren, dass die Juden wegen ihres widersprüchlichen Verhaltens und ihres wählerischen Umgangs mit den Geboten Gottes, von Gott scharf getadelt wurden und ihnen mit Bestrafung gedroht wurde. Vor allen Dingen drohte denjenigen Strafe, die die besonders wichtigen Gebote, wie das Verbot des Blutvergießens und das der Vertreibung von Glaubensgeschwistern aus ihren Wohnungen und ihrer Heimat, missachten.

     

    Die Übersetzung der nächsten Koranverse, Vers 85 und 86 der Sure 2, lautet:

     

    (2: 85- 89)

     

    ثُمَّ أَنتُمْ هَـٰؤُلَاءِ تَقْتُلُونَ أَنفُسَكُمْ وَتُخْرِجُونَ فَرِيقًا مِّنكُم مِّن دِيَارِهِمْ تَظَاهَرُونَ عَلَيْهِم بِالْإِثْمِ وَالْعُدْوَانِ وَإِن يَأْتُوكُمْ أُسَارَىٰ تُفَادُوهُمْ وَهُوَ مُحَرَّمٌ عَلَيْكُمْ إِخْرَاجُهُمْ ۚ أَفَتُؤْمِنُونَ بِبَعْضِ الْكِتَابِ وَتَكْفُرُونَ بِبَعْضٍ ۚ فَمَا جَزَاءُ مَن يَفْعَلُ ذَٰلِكَ مِنكُمْ إِلَّا خِزْيٌ فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا ۖ وَيَوْمَ الْقِيَامَةِ يُرَدُّونَ إِلَىٰ أَشَدِّ الْعَذَابِ ۗ وَمَا اللَّـهُ بِغَافِلٍ عَمَّا تَعْمَلُونَ

     

    „Aber ihr tötet euch untereinander und vertreibt eine Gruppe von euch aus ihrer Heimat, indem ihr in Sünde und Übertretung gegen sie zusammensteht – Wenn sie als Gefangene zu euch kommen, dann löst ihr sie aus. Und dabei war es euch doch verboten, sie zu vertreiben. Glaubt ihr denn nur an einen Teil der Gebote in der Schrift, und an den anderen nicht? Diejenigen unter euch, die so handeln, verdienen nichts als Schande im diesseitigen Leben. Und am Tag der Auferstehung werden sie die schwersten Strafen erfassen. Gott gibt sehr wohl acht auf das, was ihr tut.“ (2: 85)

     

     

    أُولَـٰئِكَ الَّذِينَ اشْتَرَوُا الْحَيَاةَ الدُّنْيَا بِالْآخِرَةِ ۖ فَلَا يُخَفَّفُ عَنْهُمُ الْعَذَابُ وَلَا هُمْ يُنصَرُونَ

     

    „Es sind die, die das diesseitige Leben um den Preis des Jenseits erkauft haben, Ihnen wird keine Straferleichterung gewährt werden, und sie werden keine Hilfe finden.“ (2: 86)

     

    Die Bani Ghoraizeh und die Bani Nazir waren zwei jüdische Volksstämme. Sie rivalisierten gegeneinander und standen wegen weltlicher Ziele miteinander in Konflikt. Die Bani Nazir schlossen sich einem Volksstamm in Medina an, der Götzen anbetete, das waren die Chazaridsch. Die Bani Ghoraizeh aber verbündeten sich mit dem Stamm Us. Während der Kriege, die die beiden verfeindeten Stämme Us und Chazaridsch gegeneinander führten, standen ihnen ihre verbündeten jüdischen Stämme zur Seite. So kam es, dass die Juden des einen Stammes, Juden des anderen Stammes töteten oder gefangennahmen.

     

    Nach Beendigung des jeweiligen Krieges, versuchten sie durch Zahlung eines Kopfgeldes die Gefangenen wieder frei zu kaufen und beriefen sich dabei auf das Gesetz der Thora. Jedoch glaubten weder die Angehörigen des Stammes Us, noch die Chazaridsch an den einen Gott, sondern sie alle waren Götzenanbeter, daher war es nicht recht, dass die Juden sie unterstützten. Außerdem enthielt die Thora nicht nur das Gebot zur Befreiung von Kriegsgefangenen, sondern auch das Verbot von Mord und Blutvergießen. Wie diese Offenbarungszeichen zeigen, folgten die Juden ihrer Heiligen Schrift nicht, sondern sie handelten nach eigenem Willen.

     

    Sie akzeptierten die göttlichen Gebote nur, wenn sie ihnen gefielen, anderenfalls verstießen sie dagegen und unterstützten sich gegenseitig im Sündigen. Der Koran weist auf die Ursachen dieses Eigensinnes hin, nämlich die, dass sie das Weltliche suchten und sich nur nach den Geboten richteten, die ihre Interessen betrafen, aber die missachteten, die zum Ewigen Leben führen. Trotz all dieser Weltenliebe und Sünde, behaupteten die Juden weiter, dass sie keine Bestrafung erfahren werden. Doch der Koran mahnt sie, dass sie wie alle anderen Übeltäter für ihre Verstöße bestraft werden und sie keiner vor dieser Strafe beschützen kann.

     

    Die nächsten Koranverse, Vers 87 und 88, lauten:

     

     

    وَلَقَدْ آتَيْنَا مُوسَى الْكِتَابَ وَقَفَّيْنَا مِن بَعْدِهِ بِالرُّسُلِ ۖ وَآتَيْنَا عِيسَى ابْنَ مَرْيَمَ الْبَيِّنَاتِ وَأَيَّدْنَاهُ بِرُوحِ الْقُدُسِ ۗ أَفَكُلَّمَا جَاءَكُمْ رَسُولٌ بِمَا لَا تَهْوَىٰ أَنفُسُكُمُ اسْتَكْبَرْتُمْ فَفَرِيقًا كَذَّبْتُمْ وَفَرِيقًا تَقْتُلُونَ

     

    „Wir haben doch dem Mose die Schrift gegeben und nach ihm weitere Gesandte folgen lassen. Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die deutlichen Beweise gegeben und ihn mit dem Heiligen Geist gestärkt. Aber waret ihr denn nicht jedes Mal, wenn ein Gesandter euch etwas überbrachte, was nicht nach eurem Sinn war, hochmütig und erklärtet ihn für lügnerisch oder brachtet einige um?“ (2: 87)

     

     

    وَقَالُوا قُلُوبُنَا غُلْفٌ ۚ بَل لَّعَنَهُمُ اللَّـهُ بِكُفْرِهِمْ فَقَلِيلًا مَّا يُؤْمِنُونَ

     

    „Und sie sagten: Unser Herz ist ‚unbeschnitten‘ (und wir verstehen nicht, was ihr sagt). Aber nein! Gott hat sie für ihren Unglauben von seiner Barmherzigkeit ferngehalten. Und sie sind wenig gläubig.“ (2: 88)

     

    Die genannte Koranstelle enthält den Hinweis darauf, dass Gott den Menschen seine Güte immerfort zuteil werden lässt, damit sie die Gelegenheit zu ihrer Rechtleitung wahrnehmen. Gott sandte Propheten wie Moses und Jesus zu den Kindern Israel, doch aufgrund ihrer weltlichen Verbundenheit leugneten sie alle Gottgesandten und töteten sogar einige von ihnen. Die Widerspenstigen unter ihnen sagten: Wir verstehen nicht was die Propheten sagen. Doch der Koran lässt diesen Vorwand nicht gelten, sondern sagt, dass Sturheit viele Menschen unfähig macht, die Wahrheit zu erkennen und aufrichtig zu glauben. Den eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gehorchen, hat immer zur Folge, dass Denken und Fühlen von Hochmut und Egoismus überdeckt werden und von der Wahrheit nur noch das Äußerliche, Materielle gesehen wird und das göttliche Wissen verneint wird.

     

    In diesem Zusammenhang verweist der Koranvers 89 der Sure 2 auf die Juden, die zu Beginn des Islams gelebt haben und sagt:

     

     

    وَلَمَّا جَاءَهُمْ كِتَابٌ مِّنْ عِندِ اللَّـهِ مُصَدِّقٌ لِّمَا مَعَهُمْ وَكَانُوا مِن قَبْلُ يَسْتَفْتِحُونَ عَلَى الَّذِينَ كَفَرُوا فَلَمَّا جَاءَهُم مَّا عَرَفُوا كَفَرُوا بِهِ ۚ فَلَعْنَةُ اللَّـهِ عَلَى الْكَافِرِينَ

     

    „Und als von Gott eine Schrift zu ihnen kam, die ihre frühere Schrift bestätigte, glaubten sie – obwohl ihnen zuvor die Botschaft von dem Sieg über die Ungläubigen gegeben worden war – als nun das, was sie kannten, zu ihnen kam, nicht daran. Gottes Fluch komme über die Ungläubigen.“ (2: 89)

     

    In der Heiligen Schrift der Juden wurde über den Propheten des Islams berichtet und viele von ihnen waren daher nach Hidschaz auf der arabischen Halbinsel umgesiedelt. Den Götzenanbetern in Medina sagten sie: Bald wird ein Prophet mit Namen Mohammad kommen und wir werden uns ihm anschließen. Er wird über seine Feinde siegen. Aber als der Prophet Mohammad von Mekka nach Medina kam, bekannten sich die Götzendiener in dieser Stadt zu ihm und seinem Glauben, und nicht die Juden.

     

    Sie lehnten ihn aufgrund ihres Übereifers und ihrer Weltenliebe ab, was nichts anderes bedeutete, als das sie das, was in ihrer eigenen Schrift, der Thora, stand, verleugneten. Die genannten Offenbarungszeichen enthalten mehrere lehrreiche Punkte: Wir sollten uns den Geboten Gottes beugen, und wir sollten uns nicht nur nach dem richten, was uns gefällt. Wir sollten nicht die Gebote missachten, die uns missfallen. Wenn wir einige Gebote missachten, so bedeutet das, dass wir unserem subjektiven Wunschdenken gehorchen und nicht Gott. Wir sollten Gott bei all unserem Tun zugegen wissen. Wir sollten wissen, auch wenn wir ihn vergessen sollten, Er vergisst uns nicht. Er ist immer zugegen und weiß alles. Wohl und Missgeschick des Menschen hängen von ihm selber ab. Wenn wir Gottes Zorn auf uns ziehen, so wegen unserem eigenen Starrsinn und wegen unserem Unglauben. Gott aber hat uns allen die Möglichkeit gegeben, Rechtleitung zu finden. Wir sollten daran denken, dass alle Menschen vor Gottes Gesetzen gleich sind.