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    Teil 24: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 113- 117

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    Teil 24: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 113- 117
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    Bevor wir mit der Übersetzung und Interpretation weiterer Verse der Sure 2 fortfahren, möchten wir aus einer anderen Sure zitieren, nämlich der Sure 6. Dort sagt Gott im Vers 155 über die Offenbarung des Korans: „Und dies ist eine gesegnete Schrift, die wir herabsandten. Folgt ihr.“

     

    Nun folgt die Übersetzung des Verses 113 der Sure 2:

     

    (2: 113- 117)

     

    وَقَالَتِ الْيَهُودُ لَيْسَتِ النَّصَارَىٰ عَلَىٰ شَيْءٍ وَقَالَتِ النَّصَارَىٰ لَيْسَتِ الْيَهُودُ عَلَىٰ شَيْءٍ وَهُمْ يَتْلُونَ الْكِتَابَ ۗ كَذَٰلِكَ قَالَ الَّذِينَ لَا يَعْلَمُونَ مِثْلَ قَوْلِهِمْ ۚ فَاللَّـهُ يَحْكُمُ بَيْنَهُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ فِيمَا كَانُوا فِيهِ يَخْتَلِفُونَ

     

    „„Die Juden sagen: Die Christen entbehren (in ihren Glaubensanschauungen) der Grundlage. Und die Christen sagen: Die Juden entbehren (in ihren Glaubensanschauungen) der Grundlage. Dabei lesen sie doch (beide) die Himmlische Schrift. Auch (die Götzenanbeter und) diejenigen, die kein Wissen (über die Schrift) haben, sagen dasselbe. Aber Gott wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entscheiden über das, worüber sie uneins sind.“ (2: 113)

     

    Der Vers 113 der Sure 2 wurde wie die anderen Koranverse zu einem bestimmten Zeitpunkt herabgeschickt. Eine Gruppe von Christen aus Nidschran war zum Propheten Gottes nach Medina gekommen. An ihrem Treffen mit dem Gesandten Gottes nahmen auch einige jüdische Gelehrte teil. Die Juden und Christen gerieten in Streit miteinander. Rafe‘ Ebne Harmeleh, einer der Juden, sagte den Christen zugewandt: Eure Lehre ist haltlos. Jesus Christus war kein Prophet. Einer der Christen erwiderte ihm mit dem gleichen Satz, wobei er sich auf die jüdische Lehre bezog. Da kam die zuvor genannte Offenbarung auf Prophet Mohammad herab. In dieser wurden beide Seiten wegen ihrer falschen Äußerungen und Denkweise getadelt.

     

    Es war blinder Eifer, der zur Folge hatte, dass jede Gruppe, obwohl sie doch beide Besitzer der Schrift und Anhänger von Gottes Propheten waren, der anderen vorwarf im Unrecht zu sein. Interessanterweise glaubten sich auch die Götzendiener, die ja nicht zu den Schriftbesitzern zählten, im Recht.

     

    Unbegründeter Übereifer und Wille auf Alleinanspruch sind es, die dem Menschen den Blick für die Wahrheit versperren. Somit vermeint er, der einzige zu sein, der im Recht ist und alle anderen im Unrecht sind. Das kommt in diesem Koranvers zum Ausdruck. Außerdem zeigt er, dass in einer von blindem Eifer erfüllten Atmosphäre, der Unwissende und Wissende gleich denken, nämlich: Die Schriftbesitzer, welche den Inhalt der Thora und des Evangeliums kannten, sagten nämlich hier das gleiche wie die Muschrikin, die Götzenanbeter, d.h. jeder behauptete ohne Argumente, der andere befände sich auf dem falschen Wege.

     

    Die Übersetzung der nächsten beiden Koranverse in der Sure Baqarah, nämlich Vers 114 und 115 sagen:

     

    وَمَنْ أَظْلَمُ مِمَّن مَّنَعَ مَسَاجِدَ اللَّـهِ أَن يُذْكَرَ فِيهَا اسْمُهُ وَسَعَىٰ فِي خَرَابِهَا ۚ أُولَـٰئِكَ مَا كَانَ لَهُمْ أَن يَدْخُلُوهَا إِلَّا خَائِفِينَ ۚ لَهُمْ فِي الدُّنْيَا خِزْيٌ وَلَهُمْ فِي الْآخِرَةِ عَذَابٌ عَظِيمٌ

     

    „Wer ist frevelhafter als diejenigen, die verwehren, dass in den Moscheen Gottes Sein Name genannt wird, und die eifern, sie zu zerstören? Sie dürfen sie (ihrerseits ) nicht betreten, ohne dass sie Angst haben müssten. Im Diesseits wird ihnen Schande zuteil und im Jenseits haben sie eine gewaltige Strafe zu erwarten.“ (2: 114)

     

     

    وَلِلَّـهِ الْمَشْرِقُ وَالْمَغْرِبُ ۚ فَأَيْنَمَا تُوَلُّوا فَثَمَّ وَجْهُ اللَّـهِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ وَاسِعٌ عَلِيمٌ

     

    „Allahs ist der Osten und der Westen. Wohin ihr euch daher wenden möget: Ihr habt Gottes Antlitz vor euch. Er ist der Alles-Umfassende und Wissende.“ (2: 115)

     

    Gotteshäuser und Moscheen sind Ausgangspunkt für die Geltendmachung der göttlichen Religionen und Versammlungsort für ihre Anhänger. Sie spielen eine bedeutende Rolle für die Formung des Glaubens, die Einheit unter dem Volke und die Abwehr des Feindes. Deshalb droht den Moscheen die Vernichtung und es hat immer wieder Despoten und Abgeirrte gegeben, die Moscheen und Gotteshäuser zerstört oder sie zweckentfremdet haben. Auch die Götzenanbeter von Mekka verwehrten Prophet Mohammad und den Muslimen jahrelang den Zugang zur Al-Haram-Moschee.

     

    Dass Moscheen weiter in Gefahr sind, zeigen die Versuche von den Feinden des Islams, die Al-Aghsa-Moschee in Beyt-ol-Moghadas und die historische Baberi-Moschee in Indien zu zerstören. Die Bedeutung einer Moschee für das spirituelle Leben der Muslime ist nicht von der Schönheit ihrer Architektur abhängig. Ebenso bedeutet die Zerstörung einer Moschee nicht nur die Zerstörung eines Bauwerkes.

     

    Unter Moscheenzerstörung ist daher bereits alles zu verstehen, was den Stellenwert der Moschee senkt und was die Menschen mehr von Gott und der Moschee entfernt. Die Feinde der Moscheen bedrohen diese zum Beispiel durch Publikationen von Unmoralischem, wie z.B. dekadente Kino- und Videofilme. Auf diesem Wege wollen sie erreichen, dass die Jugend in den islamischen Ländern den Moscheen fernbleiben. Dass sie ihnen fremd werden. Die Koranstelle, die wir eben brachten bezeichnet Leute, die andere von den Moscheen fernhalten, als besonders schlimm. Sie mahnt: Sie handeln sich schon im irdischen Leben Schande ein und im kommenden Leben erwartet sie eine peinvolle Strafe.

     

    Nach dieser Verkündung wird eine bedeutende Wahrheit zur Sprache gebracht, nämlich die, dass Gott an keinem bestimmten Ort ist. Es wird gesagt, dass ihm alle Welt gehört, der Osten wie der Westen. In jede Richtung in die wir uns wenden, ist Gott zugegen. Dieses Offenbarungszeichen ist auch eine Erwiderung auf den Zweifel der Juden, nachdem die Gebetsrichtung der Muslime geändert worden war. Die Gebetsrichtung dient dem Zweck, dass alle Betenden, ob sie nun alleine oder in der Gemeinschaft beten, sich in eine gemeinsame Richtung wenden. Dies führt zur Einheit unter den Gläubigen. Jedoch soll dies nicht heißen, dass Gott nur in einer bestimmten Richtung zu finden ist. Gott aber ist überall, er ist mächtig und weise.

     

    Nun folgen die Koranverse 116 und 117 der Sure 2:

     

    وَقَالُوا اتَّخَذَ اللَّـهُ وَلَدًا ۗ سُبْحَانَهُ ۖ بَل لَّهُ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ ۖ كُلٌّ لَّهُ قَانِتُونَ

     

    „Und sie sagten: Gott hat einen Sohn gezeugt. Er ist gepriesen und erhaben! Nein; Ihm gehört alles was im Himmel und auf Erden ist. Und alle gehorchen ihm.“ (2: 116)

     

    بَدِيعُ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ ۖ وَإِذَا قَضَىٰ أَمْرًا فَإِنَّمَا يَقُولُ لَهُ كُن فَيَكُونُ

     

     

    „Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde. Und wenn er etwas beschließt sagt er sei, und es ist.“ (2: 117)

     

    Ein weiterer Irrglauben der Schriftbesitzer war der, dass sie ihren Propheten für den Sohn Gottes hielten. Diese Koranverse weisen diese falsche Vorstellung, die sich unter der Bevölkerung verbreitet hatte, ab und sagt: Gott ist weit davon entfernt, ein Kind zu haben, denn jegliche menschenähnliche Vorstellung von Gott ist falsch. Eine solche Vorstellung baut auf der begrenzten Sichtweise des Menschen auf. Es gibt nichts und niemanden der Gott gleichen würde.

     

    Aus den heutigen Übersetzungen des Korans können wir folgende Punkte entnehmen:

     

    Unangemessener Eifer verleitet den Menschen zu Handlungen und Äußerungen, die nicht mehr auf Wissen beruhen.

     

    Moscheen sind Stützpunkt für den Kampf gegen Gottesverleumdung und Gottesleugnung (Kufr und Schirk).

    Daher sollen die Gläubigen darum bemüht sein, dass die Moscheen belebt sind und konstruktiv genutzt werden.

     

    Gott befindet sich nicht in einer bestimmten Richtung oder an einem bestimmten Ort. Wohin wir uns auch immer wenden: Dort ist Gott!

     

    Gott ist nicht wie der Mensch, der Kinder oder Ehegefährten benötigt. Er selbst ist der Erschaffer aller Menschen.