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    Teil 26: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 124- 127

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    Teil 26: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 124- 127
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    Wir beginnen diesen Teil mit den Worten, mit denen alle Suren, mit Ausnahme der Sure 9 beginnen, nämlich mit den Worten „Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen, des Gütigen“. Es folgt die Übersetzung des Offenbarungszeichens 124 der Sure Baqarah:

     

    (2: 124- 127)

     

    وَإِذِ ابْتَلَىٰ إِبْرَاهِيمَ رَبُّهُ بِكَلِمَاتٍ فَأَتَمَّهُنَّ ۖ قَالَ إِنِّي جَاعِلُكَ لِلنَّاسِ إِمَامًا ۖ قَالَ وَمِن ذُرِّيَّتِي ۖ قَالَ لَا يَنَالُ عَهْدِي الظَّالِمِينَ

     

    „Und als Ibrahim (Abraham) von seinem Herrn mit verschiedenen Prüfungen auf die Probe gestellt wurde und er sie alle erfolgreich bestand, sagte Gott: Fürwahr! Ich will dich zu einem Vorbild und Führer der Menschen bestimmen. Ibrahim sagte: Oh Gott! (bestimme) auch Leute in meiner Nachkommenschaft (zum Vorbild und Führer)! Gott sagte: auf die Unrecht-Tuenden erstreckt sich mein Bund nicht!“ (2: 124)

     

    Abraham, aleihe salam, nimmt einen besonderen Platz unter den Propheten ein. Sein Name wird insgesamt 69 Mal in 25 der 114 Suren des Korans genannt. Wie der Prophet des Islams wird auch er, Ibrahim, als Vorbild für die Menschen bezeichnet. In Sure 2 wird ab diesem Verszeichen in 17 Ayat (Verszeichen) über die großen Propheten Gottes gesprochen. Ibrahim ist der Held des Ein-Gott-Glaubens, er hat die Kaabeh/Kaaba (arab.=Würfel) in Mekka errichtet. Er ging siegreich aus vielen Prüfungen Gottes hervor und wurde von Ihm für die Lenkung der Gläubigen bestimmt.

     

    Alle Menschen werden von Gott geprüft, das gehört zu den Gesetzen Gottes. Allerdings darf man daraus nicht schließen, dass Gott die Menschen prüft, um mehr über sie zu erfahren. Da er ja alles weiß, ist er nicht darauf angewiesen, durch Prüfungen etwas feststellen zu müssen. Diese Prüfungen dienen dazu, dass jeder Mensch seine Eignung und Eigenschaften zeigen kann und offenkundig wird, welchen Weg er aufgrund der ihm von Gott verliehenen Entscheidungsfreiheit wählt. Der Mensch stellt sich daher bei jeder Prüfung selber ein Zeugnis aus und handelt sich für sein Tun Strafe oder Belohnung ein.

     

    In dieser Ayeh ist mit dem Wort „kalemat“ im arabischen Original eine Serie von schwierigen Aufgaben gemeint, die Gott Ibrahim stellte, und die er alle erfüllte. Wir sollten auf einige dieser Aufgaben hinweisen:

     

    Ibrahim (Abraham) war der einzige Monotheist in seinem Stamm und seiner Familie. Trotzdem er alleine stand, lehnte er sich gegen das Götzentum auf und zertrümmerte im Götzenhaus alle Götterstatuen. Die Götzenanbeter wollten ihn deshalb bei lebendigem Leibe verbrennen. Aber Ibrahim betrat unbeirrt und fest von seinem Glauben an den einzigen Gott überzeugt, das Feuer. Und Gott gab Anweisung, dass ihm das Feuer nichts anhabe.

     

    Nachdem Ibrahim (Abraham) ein Leben lang kinderlos geblieben war und Gott ihm in hohem Alter einen Sohn schenkte, war er bereit diesen zu opfern, denn Gott hatte ihm die Anweisung dazu gegeben.

     

    Ibrahim bat Gott, er möge auch seine Nachkommen zum Vorbild und Lenker der Menschen machen, doch Gott lehnte dies ab und sagte: Das Amt des Imams (Führer der Gläubigen) ist nicht vererbbar. Dieses Amt wird demjenigen zugeteilt, der die Eignung dazu hat.

     

    Das Amt des Imams ist noch höher einzuordnen als das Amt des Überbringers einer Botschaft (Prophet). Der Prophet hat den Auftrag den Menschen die göttlichen Gebote mitzuteilen, ihnen frohe Kunde und Gottes Mahnung zu bringen. Aber der Imam hat die Aufgabe, für die Umsetzung der göttlichen Gebote und die Herstellung von Gerechtigkeit unter den Menschen einzutreten. Der genannte Koranvers zeigt deutlich, dass das Imamat ein göttliches Pfand ist und ein Bund mit Gott, welcher sich nicht auf die Unrechttuenden und sündigen Menschen erstreckt.

     

    Hier nun die Übersetzung des nächsten Koransverses,

    Vers 125 der Sure 2:

     

    وَإِذْ جَعَلْنَا الْبَيْتَ مَثَابَةً لِّلنَّاسِ وَأَمْنًا وَاتَّخِذُوا مِن مَّقَامِ إِبْرَاهِيمَ مُصَلًّى ۖ وَعَهِدْنَا إِلَىٰ إِبْرَاهِيمَ وَإِسْمَاعِيلَ أَن طَهِّرَا بَيْتِيَ لِلطَّائِفِينَ وَالْعَاكِفِينَ وَالرُّكَّعِ السُّجُودِ

     

     

    „Und (gedenket) als wir das Haus (die Kaabeh) zu einer Stätte der Einkehr und Versammlung für die Menschen und zu einem sicheren Ort machten, und sagten: macht euch aus dem Platz Ibrahims eine Gebetsstätte. Und wir verpflichteten Ibrahim und Ismail: Reinigt mein Haus für diejenigen, die die andächtige Umkreisung vollziehen, motakifin … und den Brauch pflegen …. und die sich verneigen und niederwerfen.“ (2: 125)

     

     

    Auch heute noch beten die Hadschpilger, nachdem sie die Kaabeh mehrmals umkreist haben, am Hause Gottes ein kurzes Gebet aus 2 Gebetsabschnitten (2 Rakà). Gott hat, um Ibrahim wegen seiner Anstrengungen zu würdigen angewiesen, dass dieses Gebet hinter dem Platz Ibrahims gebetet werden soll.

     

    Der Platz Ibrahims ist ein Felsblock auf dem dieser geehrte Prophet gestanden hat, als er die Wände der Kaaba mauerte. Abraham und Ismael haben nicht nur die Kaaba errichtet, sie waren auch die Hüter dieser heiligen Stätte. Sie hielten diese Stätte für die Anbeter des einen Gottes von jeder Verschmutzung frei.

     

     

    In der Ayeh 126 , Sure 2 heißt es übersetzt weiter:

     

     

    وَإِذْ قَالَ إِبْرَاهِيمُ رَبِّ اجْعَلْ هَـٰذَا بَلَدًا آمِنًا وَارْزُقْ أَهْلَهُ مِنَ الثَّمَرَاتِ مَنْ آمَنَ مِنْهُم بِاللَّـهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ ۖ قَالَ وَمَن كَفَرَ فَأُمَتِّعُهُ قَلِيلًا ثُمَّ أَضْطَرُّهُ إِلَىٰ عَذَابِ النَّارِ ۖ وَبِئْسَ الْمَصِيرُ

     

     

    „Und (gedenket) als Ibrahim sagte: Herr! Mach dies zu einer sicheren Stadt und beschere ihren Einwohnern, denen von ihnen, die an Dich und den Jüngsten Tag glauben, aus ihren Früchten das tägliche Brot!

     

    Gott sagte: Natürlich lasse ich auch die Ungläubigen ein wenig genießen. Hierauf weise ich sie aber (als Vergeltung für ihr Tun) unweigerlich in die Strafe des Höllenfeuers – ein schlimmes Ende!“ (2: 126)

     

    Abraham bat Gott um Sicherheit in der Stadt Mekka und um einen Unterhalt. Er hatte dabei nur an die Gläubigen gedacht, doch Gott sagte, er werde alle in Mekka versorgen, auch die Ungläubigen. Er werde den Ungläubigen nicht das tägliche Brot auf Erden verwehren, aber am Jüngsten Tag erwarte sie die Einweisung in das Inferno.

     

    Diese Ayeh zeigt zwei Dinge:

    1. Die Gläubigen dürfen materiellen Segen nutzen und das weltliche Wohl anstreben.
    2. Wenn die Ungläubigen materielles Wohl genießen, soll das nicht heißen, dass sie im Recht sind.

     

    Nun die Übersetzung des Koranverses 127, Sure 2:

     

    وَإِذْ يَرْفَعُ إِبْرَاهِيمُ الْقَوَاعِدَ مِنَ الْبَيْتِ وَإِسْمَاعِيلُ رَبَّنَا تَقَبَّلْ مِنَّا ۖ إِنَّكَ أَنتَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ

     

    „Und (gedenket) als Ibrahim dabei war, die Grundmauern, die des Hauses (Kaabeh) – zusammen mit Ismail zu bauen: (und sie wie folgt beteten) Herr! Nimm es (dieses Werk) von uns an! Du bist in der Tat der, der alles hört und weiß.“ (2: 127)

     

    Schon Adam hatte die Kaaba errichtet, und Abraham hat sie neu aufgebaut. Dies geht daraus hervor, dass er, als er seine Gemahlin und seinen Sohn Ismael, der damals noch ein Säugling war, in der Wüste alleine ließ, zu Gott gebetet hat: „Ich habe meine Angehörigen in dieser trockenen Wüste neben dein Haus gebracht, damit sie dort leben.“ Das bedeutet also, dass es das Haus Gottes, die Kaaba, damals bereits gab. Außerdem wird in der Sure 3 im Offenbarungszeichen 96 die Kaabeh das erste Haus der Menschen genannt.

     

    Aus dem Vers 127 Sure 2 geht auch hervor, dass jede Arbeit die für Gott getan wird, eine Art Gott-Dienen ist. Es kommt nicht auf die Größe der Arbeit an, es kommt darauf an, dass Gott damit zufrieden ist.

     

    Führen wir uns noch einmal vor Augen, was wir aus der heutigen Koranstelle lernen können:

    1. Gott verleiht den Menschen aufgrund ihrer Eignung einen spirituellen Rang. Durch Prüfungen, die Gott stellt, können die Menschen ihre Eignung beweisen und spirituell höhere Stufen erreichen.
    2. Das Imamat, d.h. die Lenkung der Muslime, ist ein Rang, den Gott bestimmt. Deshalb ist nicht jeder berechtigt die Muslime, die islamische Ummah, anzuführen.
    3. Die Moscheen sind Orte, die Gott gehören, daher müssen sie Unantastbarkeit genießen. Nur rechtschaffene Menschen sollen sie verwalten.
    4. Mekka ist ein exemplarisches Beispiel für eine islamische Stadt. Sie ist sowohl Anbetungsort als auch Zentrum der Sicherheit. Überhaupt ist die Anbetung Gottes nur möglich, wenn Sicherheit da ist, denn die Religion ist nicht vom Weltlichen trennbar.

     

    Abschließend bitten wir Gott, dass uns die Reise nach Mekka gelingt, dass wir dem Beispiel Abrahams folgen und wie er erfolgreich aus allen Prüfungen, die Gott uns stellt, hervorgehen dürfen.