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    Teil 28: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 134- 138

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    Am Anfang dieses Teiles steht das Offenbarungszeichen 134 der Sure 2: (2: 134- 138)

     

     

    تِلْكَ أُمَّةٌ قَدْ خَلَتْ ۖ لَهَا مَا كَسَبَتْ وَلَكُم مَّا كَسَبْتُمْ ۖ وَلَا تُسْأَلُونَ عَمَّا كَانُوا يَعْمَلُونَ

     

    „Das ist ein Volk, das gestorben ist. Ihnen kommt zu, was sie (an guten und schlechten Taten) begangen haben. Und euch kommt zu, was ihr begangen habt. Und über das, was sie getan haben, werdet ihr nicht zur Rechenschaft gezogen.“ (2: 134)

     

    Die Bani Israel waren äußerst stolz auf ihre Vorfahren. Sie dachten: So viel wir auch immer gesündigt haben, uns wird alles wegen der guten Eigenschaften, die unsere Väter besaßen, verziehen werden. Daher dachten sie nicht darüber nach, wie sie sich selber bessern könnten, sondern sprachen nur von den guten Taten ihrer Väter.

     

    Dieser Koranvers mahnt sie und die anderen Menschen, darunter auch die Muslime, dass jeder für sein eigenes Tun und Lassen verantwortlich ist und verwandtschaftliche Beziehungen vor dem Gericht am Jüngsten Tag nichts nutzen. Niemand sollte sich falsche Hoffnungen darüber machen, das seine Vorfahren Gutes getan haben.

     

    Imam Ali bringt dies in folgendem kurzen Satz zum Ausdruck:

    „Die Ehre des Menschen beruht auf seinem hohen Einsatz, nicht aber auf seinen Vorfahren, deren Knochen schon verwest sind.“

     

    Nun folgt Vers 135 der Sure 2:

     

     

    وَقَالُوا كُونُوا هُودًا أَوْ نَصَارَىٰ تَهْتَدُوا ۗ قُلْ بَلْ مِلَّةَ إِبْرَاهِيمَ حَنِيفًا ۖ وَمَا كَانَ مِنَ الْمُشْرِكِينَ

     

    „Und sie (die Leute der Schrift) sagten: Werdet Juden oder Christen, dann seid ihr rechtgeleitet. Sag: Nein! (das stimmt nicht!). Was zur Rechtleitung führt, ist der Weg des Ibrahim (Abraham) – er strebte nach Gott. Er war keiner von denen, die dem einen Gott andere Götter beigesellen!“ (2: 135)

     

    Die Juden glaubten sich im Recht und die Christen im Irrtum, und umgekehrt glaubten die Christen das gleiche in Bezug auf sich und die Juden. Deshalb forderten sie sich gegenseitig auf, die Religion des anderen anzunehmen und sagten: Wenn ihr rechtgeleitet werden wollt, müsst ihr euch zu unserer Lehre bekennen.

     

    Der Koran reagiert auf diese grundlosen Alleinansprüche in dem er sagt: Der Weg der Rechtleitung ist der Weg, auf dem wir auf Gott zugehen. Dieses Gottstreben können wir von Abraham erlernen. Dieser hat sich nie zur Anbetung falscher Götzen oder des eigenen Egos bewegen lassen.

     

    Aus diesem Koranvers entnehmen wir, dass Name und Titel nicht entscheidend sind, sondern entscheidend sind allein der Glaube an den alleinigen Gott und das Handeln nach den göttlichen Geboten. Jude oder Christ sind nur Bezeichnungen, was zählt ist der Ein-Gott-Glaube.

     

    Die Übersetzung des nächsten Verses, Vers 136, Sure 2 lautet:

     

    قُولُوا آمَنَّا بِاللَّـهِ وَمَا أُنزِلَ إِلَيْنَا وَمَا أُنزِلَ إِلَىٰ إِبْرَاهِيمَ وَإِسْمَاعِيلَ وَإِسْحَاقَ وَيَعْقُوبَ وَالْأَسْبَاطِ وَمَا أُوتِيَ مُوسَىٰ وَعِيسَىٰ وَمَا أُوتِيَ النَّبِيُّونَ مِن رَّبِّهِمْ لَا نُفَرِّقُ بَيْنَ أَحَدٍ مِّنْهُمْ وَنَحْنُ لَهُ مُسْلِمُونَ

     

    „(Ihr Schriftbesitzer! Anstatt euch gegenseitig abzulehnen)Sagt: Wir glauben an Gott und was zu uns und was zu Ibrahim, Ismail, Ishaq, Yaqub (Abraham, Ismael, Isaak und Jakob) und den Stämmen (Israels) herabgesandt worden ist, und was Mussa (Moses) und Issa (Jesus) und die Propheten von ihrem Herrn erhalten haben. Wir machen bei keinem von ihnen (den anderen gegenüber) einen Unterschied. Nur Ihm (Gott) sind wir ergeben.“ (2: 136)

     

    Während das vorhergehende Koranzeichen auf die Auseinandersetzung zwischen Juden und Christen über die Rechtmäßigkeit ihrer Religion eingeht, heißt es in diesem Vers gerichtet an sie und die Anhänger anderer Religionen: Es gibt keinen Unterschied zwischen den göttlichen Propheten, weil sie alle von Ihm, von Gott, gesandt wurden.

     

    Auch das, was auf sie herabgesandt wurde, kommt von dem Einen Gott. Jeder Gottesanbeter muss demnach an alle Seine Propheten und an das, was auf sie herabgesandt wurde, glauben. Es geht nicht, dass er nur einen Propheten akzeptiert und die anderen und ihre Schriften ablehnt.

     

    Jeder der Gottgesandten ist ein Lehrer einer Gruppe von Menschen in einem bestimmten Zeitraum der Geschichte gewesen. Seine Vorgehensweise entsprach der geistigen Reife der Menschen seiner Zeit. Gott hat daher mit zunehmender Reife der Menschheit zu ihrer Rechtleitung immer vollständigere Schriften und Lehren gesandt.

     

    Weiter geht es mit dem Offenbarungswort 137 der Sure 2:

     

    فَإِنْ آمَنُوا بِمِثْلِ مَا آمَنتُم بِهِ فَقَدِ اهْتَدَوا ۖ وَّإِن تَوَلَّوْا فَإِنَّمَا هُمْ فِي شِقَاقٍ ۖ فَسَيَكْفِيكَهُمُ اللَّـهُ ۚ وَهُوَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ

     

    „Und wenn sie (die Schriftbesitzer, auch) an das gleiche glauben wie ihr (Muslime), werden sie ganz bestimmt Rechtleitung finden. Wenn sie sich aber abkehren, sind sie eben in der Opposition (zu dir). Doch Gott wird dir (als Helfer) gegen sie genügen, denn er ist der Hörende und Wissende.“ (2: 137)

     

    An dieser Stelle heißt es, gerichtet an die Muslime: Wenn die Schriftbesitzer wie ihr an alle Propheten und ihre Schriften glauben und die Alleinansprüche aufgrund von Abstammung usw. aufgeben, dann werden sie rechtgeleitet, wenn sie jedoch nur die eigene Meinung als Maßstab anlegen und die Anhänger anderer Religionen und ihre Propheten für abwegig halten, so ist dies ein Zeichen dafür, dass sie gegen Recht und Wahrheit sind und nicht zu den Wahrheitssuchenden gehören. Zum Schluss der Ayeh 137 der Sure Baqarah tröstet der Koran die Muslime und verspricht ihnen, dass es genügt, wenn Gott gegenüber den Sabotageakten der Religionsfeinde zu ihnen hält, weil er alles hört und sieht, was sie in Bezug auf die Muslime sagen und planen.

     

    Die nächste Ayeh, Ayeh 138 lautet:

     

    صِبْغَةَ اللَّـهِ ۖ وَمَنْ أَحْسَنُ مِنَ اللَّـهِ صِبْغَةً ۖ وَنَحْنُ لَهُ عَابِدُونَ

     

    „Dies ist die göttliche Farbmischung! Wer wäre besser bei der Zusammenstellung von Farben und der Schaffung von Gemälden als Gott. Wir beten nur Ihn an.“ (2: 138)

     

    Die Welt mutet wie ein phantastisches Gemälde an und dieses Gemälde hat Gott geschaffen. Er hat bei der Erschaffung des Menschen dessen Seele (Fitrah)mit der Farbe seines reinen göttlichen Wesens gemalt. Aber die Menschen haben diese göttliche Farbmischung der Seele mit einem Anstrich aus triebhaften Gelüsten übertüncht und verdeckt.

     

    Egozentrische Neigungen und Gruppeneifer sind Verfärbungen, die zur Spaltung unter den Menschen führen. Damit die göttliche „Farbe“ im Menschen zum Vorschein kommt, müssen alle Buntheit ethnischer Abstammung und die unterschiedlichen Hautfarben der Rassen in den Hintergrund treten.

     

    Alle Farben verblassen mit der Zeit und verlieren sich, aber die göttliche Farbe nicht, sie bleibt beständig.

    Alle Farben führen zu Hervorhebungen und Trennung. Bis auf die göttliche Farbe. Sie führt dank gemeinsamer Angebung des einen Gottes zur Einheit und Brüderlichkeit.

     

    Viele Menschen passen sich schnell einer Gemeinschaft an, um in ihr aufgenommen zu werden. Sie wechseln zu diesem Zweck sozusagen ihre „Farbe“ und nehmen die „Farbe“ dieser Gemeinschaft an. Aber die Religion mahnt sie: Jede Farbe anzunehmen, bedeutet eigene Farblosigkeit. Diese Farblosigkeit macht die Menschen zu Opportunisten.

     

    Aus diesem Beitrag wurde folgendes deutlich:

     

    1. Anstatt uns auf den „Lorbeeren der Vorfahren auszuruhen“, sollten wir unser eigenes Tun und Lassen unter die Lupe nehmen. Jeder wird in die Gruppe eingeordnet, die so handelt wie er. Keiner sollte sich wegen seiner Abstammung Hoffnung machen und dadurch versäumen sich auf das Jüngste Gericht vorzubereiten, während die anderen sich anstrengen, ein gutes Leben in der Ewigkeit zu erzielen!

     

    1. Wir sollten uns nicht einseitig für eine bestimmte Gruppe ereifern, sondern immer nur für das Recht. Das Streben nach Recht öffnet dem Menschen Auge und Ohr für die Erkenntnis der Wahrheit. Aber wenn wir unser Denken auf das Denken einer bestimmten Gruppe versteifen, verlieren wir schnell den Blick für die eigenen Schwächen und die guten Seiten der anderen.

     

    1. Die innere Überzeugung alleine genügt nicht. Vielmehr muss sich die Gott-Ergebenheit auch in den Taten des Menschen wiederspiegeln. Keiner kann behaupten ein gläubiger Mensch zu sein, wenn er, statt den Geboten Gottes zu folgen, sich nach Lust und Laune verhält.

     

    1. Die schönste Farbe ist die Farbe der Fitrah (der reinen inneren Seele), die Farbe mit der Gott das Innere aller Menschen gefärbt hat. Diese Farbe ist beständig, sie ist die Basis für die Vereinigung der Menschen und zu ihrer Freundschaft miteinander.

     

    Zum Abschluss bitten wir Gott, dass er uns mit den Feinheiten des Koraninhaltes vertrauter macht und uns nach ihm handeln lässt.