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    Teil 29: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 139- 142

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    Zu Beginn dieses Teiles steht die Übersetzung des Verses 139 aus der Sure Baqarah: (2: 139- 142)

     

    قُلْ أَتُحَاجُّونَنَا فِي اللَّـهِ وَهُوَ رَبُّنَا وَرَبُّكُمْ وَلَنَا أَعْمَالُنَا وَلَكُمْ أَعْمَالُكُمْ وَنَحْنُ لَهُ مُخْلِصُونَ

     

    „ (Prophet! Zu den Leuten der Schrift) Sag: Wollt ihr über Gott (mit uns) streiten, während Er doch unser und euer Herr und Erhalter ist? Uns kommen unsere Werke zu, und euch eure Werke. Wir dienen Ihm aufrichtig.“ (2: 139)

     

    Leider glauben einige Religionsanhänger, deren Religionswissen unvollständig ist, dass sie bei Gott einen besonderen Rang genießen, Gott nur an sie denken würde und nur für sie Propheten geschickt habe. Daher sind sie nicht bereit, die anderen Propheten Gottes und ihre Anhänger anzuerkennen.

     

    Aber Gott steht zu keiner bestimmten Rasse und zu keinem bestimmten Volk in einem Verwandtschaftsverhältnis. Alle Menschen sind vor ihm gleich und es sind ihre Taten, durch die sie in größere Nähe zu Ihm gelangen bzw. sich von Ihm entfernen. Jeder gehört entsprechend seines Handelns zu einer bestimmten Gruppe von Menschen, und es werden nur gute Werke akzeptiert, die der Mensch aufrichtig für Gott tut. Solche Werke sind Zeichen dafür, dass er aufrichtig an Gott glaubt und sich von jeder polytheistisch verunreinigten Anschauung fernhält.

     

    Die genannte Koranstelle zeigt, dass das Streben nach Alleinansprüchen des Menschen so weit gehen kann, dass er sogar Gott nur für sich selber will, ihn nur als seinen Gott betrachtet und nicht auch als den Gott der anderen. Aber Gott ist der Herr und Erhalter aller Weltbewohner. Er steht nicht im Monopol nur einer Religion oder Lehre, bzw. nur einer Rasse oder eines Volkes.

     

     

    Das nächste Offenbarungszeichen, Vers 140 der Sure 2 lautet in der Übersetzung:

     

     

    أَمْ تَقُولُونَ إِنَّ إِبْرَاهِيمَ وَإِسْمَاعِيلَ وَإِسْحَاقَ وَيَعْقُوبَ وَالْأَسْبَاطَ كَانُوا هُودًا أَوْ نَصَارَىٰ ۗ قُلْ أَأَنتُمْ أَعْلَمُ أَمِ اللَّـهُ ۗ وَمَنْ أَظْلَمُ مِمَّن كَتَمَ شَهَادَةً عِندَهُ مِنَ اللَّـهِ ۗ وَمَا اللَّـهُ بِغَافِلٍ عَمَّا تَعْمَلُونَ

     

    „(Ihr Schriftbesitzer!) Wollt ihr sagen, Ibrahim, Ismail, Ishaq, Yaqub und die Propheten aus ihrer Generation seien Juden oder Christen gewesen? (Prophet) sag: Wisst ihr es besser oder Gott? Wer aber ist frevelhafter als derjenige, der ein göttliches Zeugnis über (die Propheten) unterschlägt? Gott gibt sehr wohl Acht auf das, was ihr tut.“ (2: 140)

     

    Einige Anhänger von Moses und Jesus behaupteten, um die eigene Religion für richtig und die Religion der anderen für nichtig zu erklären, dass schon Abraham und Propheten vor Moses und Jesus die selbe Religion wie sie gehabt hätten, d.h. Christen oder Juden gewesen wären. Da die Gottgesandten Jesus und Moses aber erst nach Abraham und Ismael, Isaak und Jakob gekommen sind, konnte diese Behauptung nicht zutreffen und ging auf reinen Übereifer und falschen Rassenstolz zurück.

     

    Der Koran betrachtet es als großes Unrecht, die Wahrheit zu entstellen oder zu verbergen, denn dies führt bei kommenden Generationen und über mehrere Epochen hinweg zur Abschweifung im Glauben und Denken und verhindert die kulturelle Entfaltung der menschlichen Gesellschaft.

     

    Die Ayeh 141 trägt folgenden Inhalt:

     

     

    تِلْكَ أُمَّةٌ قَدْ خَلَتْ ۖ لَهَا مَا كَسَبَتْ وَلَكُم مَّا كَسَبْتُمْ ۖ وَلَا تُسْأَلُونَ عَمَّا كَانُوا يَعْمَلُونَ

     

    „Das ist ein Volk, das gestorben ist. Ihm kommt zu, was es (an guten und schlechten Taten) begangen hat. Und euch kommt zu, was ihr begangen habt. Und über das, was sie getan haben, werdet ihr nicht zur Rechenschaft gezogen.“ (2: 141)

     

    Vers 141 der Sure Baqarah ist in Wirklichkeit eine Antwort auf die Behauptung einiger Juden und Christen, die in Ayeh 140 beschrieben steht, nämlich das Propheten wie Abraham auch schon Juden bzw. Christen gewesen waren. Indirekt legt diese Ayeh als Antwort die Frage offen, warum sich diese Gruppe von Juden und Christen sogar über die Vergangenheit streiten.

     

    Diese Ayeh sagt aus:

     

    In einer Gesellschaft herrscht dann Leben, wenn sie sich auf das Handeln in der Gegenwart stützt. Sich auf die Vergangenheit zu stützen, bedeutet Stillstand.

     

    Die früheren Propheten und Völker leben nicht mehr. Was sie getan haben, kommt ihnen zu. Ihr seid verantwortlich für euer eigenes Tun. Tugend und Charaktergröße sind nicht vererbbar sondern jeder muss sie selber erwerben. Jede Gruppe und jeder Einzelne muss selber gute Werke vollbringen, damit sie angerechnet werden.

     

     

    Es folgt Koranvers 142 der Sure 2 in seiner Übersetzung:

     

     

    سَيَقُولُ السُّفَهَاءُ مِنَ النَّاسِ مَا وَلَّاهُمْ عَن قِبْلَتِهِمُ الَّتِي كَانُوا عَلَيْهَا ۚ قُل لِّلَّـهِ الْمَشْرِقُ وَالْمَغْرِبُ ۚ يَهْدِي مَن يَشَاءُ إِلَىٰ صِرَاطٍ مُّسْتَقِيمٍ

     

    „Die Törichten unter den Leuten werden sagen: Was hat sie von der Gebetsrichtung, die sie bisher eingehalten hatten, abgebracht? Sag: Gott gehört der Osten und der Westen. Er führt wen er will, auf den rechten Weg.“ (2: 142)

     

    In vorhergehenden Beiträgen wurde schon gesagt, dass einer der Vorwände, die die Juden den Muslimen entgegenhielten, die Änderung der Gebetsrichtung von Beyt-ol-Moghadas nach Mekka war. Dieser Koranvers und einige weitere Verse nach ihm, geben ihnen eine klare Antwort darauf.

     

    Nach seiner Ernennung zum Propheten hat Mohammad 13 Jahre in Mekka gelebt und in Richtung Beyt-ol-Moghadas gebetet. Beyt-ol Moghadas, Jerusalem, war die Gebetsrichtung aller Monotheisten. Diese Gebetsrichtung galt in allen Religionen göttlicher Herkunft als heilig. Außerdem hatten die Götzenanbeter die Kaabeh (Kaaba) in Mekka in ein Götzenhaus verwandelt. Hätte sich der Prophet in der Al-Haram-Moschee beim Gebet zur Kaabeh gewandt, hätte er in Wahrheit vor den Götzen gestanden.

     

    Auch nach der Hidschra (Auswanderung des Propheten) von Mekka nach Medina, beteten die Muslime noch einige Monate lang in Richtung Beyt-ol-Moghadas. Die Juden begannen dies zum Vorwand zu nehmen, und machten sich über den Propheten und die Muslime lustig und sagten: Ihr seid in Wirklichkeit unsere Anhänger und habt keine eigene Religion, denn ihr habt keine eigene Gebetsrichtung.

     

    Dies ging so lange, bis Gottes Anordnung erfolgte, die Gebetsrichtung der Muslime zu ändern. Der Prophet betete zu Mittag gerade in der Moschee. Mitten im Gebet drehte ihn der Offenbarungsengel Djibrail (Gabriel) in Richtung Kaabeh. Daher wird die Moschee in Medina auch „Zu(Ssu) Qiblitin“ d.h. „Moschee mit zwei Qiblah“, zwei Gebetsrichtungen, genannt.

     

    Die Juden suchten nach neuen Vorwänden. Nun sagten sie zu den Muslimen: Wenn die vorherige Gebetsrichtung richtig war, warum habt ihr euch von ihr abgekehrt und wenn die neue Gebetsrichtung stimmt, warum habt ihr dann eine Zeit lang in Richtung Beyt-ol-Moghadas das Gebet verrichtet? Darauf erhielten sie die Antwort: Die Vorgabe einer Gebetsrichtung bedeutet nicht, dass Gott an einem bestimmten Ort ist, so dass sich darüber streiten ließe, ob er sich im Osten oder Westen befinde. Im Gegenteil Gott ist in jeder Richtung zugegen: Ob im Osten oder Westen oder in jeder anderen Richtung.

     

    Kein Ort steht über dem anderen. Nur durch Gottes Befehl wird ein Ort heilig. Wichtig ist, dass wir uns nach den Befehlen Gottes richten. Dass wir uns in diejenige Richtung wenden, die er anordnet, ob es die Kaabeh ist oder Beyt-ol-Moghadas.

     

    Diejenigen finden auf den Weg Gottes, welche seinen Anweisungen folgen ohne zu widersprechen und nicht jene, die das, was ihnen gefällt akzeptieren und was ihnen nicht gefällt anzweifeln.

     

    Abschließend sollten wir uns noch einmal vor Augen halten, welche Punkte wir aus der heutigen Koranstelle entnehmen können:

     

    1. Gott ist der Gott aller Menschen, ja aller Geschöpfe. Keine Religion hat Alleinanspruch auf Ihn. Kein Einzelner und keine Gruppe oder Gemeinschaft genießt ein Privileg. Durch gute Taten kommt der Mensch Gott näher, durch schlechte entfernt er sich von Ihm.
    2. Die Verfälschung der religiösen und geschichtlichen Wahrheit ist ein Kulturverrat an der Menschheit. Im Koran zählt dieser Verrat als einer der größten Frevel.
    3. Wir sollten an unser eigenes Handeln denken, und uns nichts auf unsere Vorfahren einbilden. Wir werden weder für ihre guten Werke belohnt, noch wegen ihrer schlechten Taten bestraft.
    4. Die Qiblah, die Gebetsrichtung, gibt an, in welche Richtung wir uns gemäß Gottes Gebot beim Gebet wenden sollen. Sie bedeutet nicht, dass Gott in dieser Richtung ist. Ob die Muslime nun anfangs in Richtung Beyt-ol-Maghadas oder später in Richtung Kaabeh gebetet haben und die Kaabeh auch heute noch die Gebetsrichtung der Muslime ist, spielt eigentlich keine Rolle. In beiden Fällen geschah die Orientierung gemäß der Anweisung Gottes, nicht gemäß den Wünschen eines Menschen.

     

    Das ist das Entscheidende.

    Abschließend bitten wir Gott um größere Korankenntnisse und darum, dass Er uns davor bewahre, dass wir unsere persönlichen Wünsche über Seine Gebote stellen.