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    Teil 3: Tafsir Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 1-5

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    In diesem dritten Beitrag beginnen wir mit der Darlegung der 2. Sure im Heiligen Koran, der Sure Baqareh.

     

    Das Wort Al Baqareh bedeutet die Kuh, und zwar bezieht sich dieses Wort auf eine hörenswerte Geschichte aus der Zeit der Bani Israel. Die Sure Baqareh hat 286 Offenbarungszeichen. Sie ist die längste Koransure und beginnt mit den Buchstaben: Alef Lam Mim. Es gibt noch einige andere Suren im Koran, die mit mehreren Einzel-Buchstaben beginnen. Viele Koranausleger sehen in diesen einzelnen Buchstaben zu Beginn verschiedener Suren eine Wiederspiegelung der Authentität und der Großartigkeit des Korans. Sie sind der Überzeugung, dass Gott damit zum Ausdruck gebracht hat, dass aus diesen einzelnen einfachen Buchstaben des Alphabets das Wunderwerk des Korans entstanden ist. Die ersten Verse der Sure 2 lauten:

     

     

    (2: 1-5)

    بِسْمِ اللَّـهِ الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ

     

    „Im Namen Gottes, desAllbarmherzigen des Gütigen.

     

     

    الم

    Alef – Lam – Mim. (2: 1)

     

     

    ذَٰلِكَ الْكِتَابُ لَا رَيْبَ فِيهِ هُدًى لِّلْمُتَّقِينَ

     

    Dieses gewaltige Buch, an dessen Echtheit nicht zu zweifeln ist, ist ein Wegführer für die Reinen und die Gottesfürchtigen.“ (2: 2)

     

    Bücher sind das wertvollste Menschheitserbe. Mit ihrer stillen Sprache haben sie wichtige Begriffe und Erkenntnisse von Generation zu Generation weitergegeben. Auch Gott hat seine perfekten Anordnungen für das Leben der Menschheit in Form eines Buches gegeben. Der Gesandte Gottes hat jeden Koranvers, nach dessen Offenbarung, den anderen vorgetragen und ihnen gesagt, dass sie ihn aufschreiben und sich merken sollen, damit keine Änderungen möglich sind. Der Koran ist daher eine sichere, solide Offenbarungsschrift, ein ewiges Buch, ein Ratgeber. Mit den Worten des christlichen Denkers Compte Greek, ist diese Schrift heute genauso wie zu Beginn des Islams hinsichtlich seines literarischen Stils, das hervorragendste religiöse Buch auf der Welt und auch nach über 1 400 Jahren nicht alt geworden.

     

    In dem 1. Vers der Sure 2, verweist Gott darauf, dass dieses Buch Wegführer für die Gottesfürchtigen ist und alle diejenigen etwas von diesem Buch haben, die auf der Suche nach der Wahrheit und bereit sind, Recht und Wahrheit zu akzeptieren. Zu Beginn des Weges ist daher eine Gott gegebene Gottesfurcht notwendig, welche die Grundlage dafür schafft, dass der Mensch den Koran als Wegweisung annimmt. Ähnlich wie Lichtwellen durch eine glatte klare Glasscheibe hindurchdringen können, können auch wir das Licht des Korans in unseren Herzen aufnehmen, wenn wir unsere Seele auf den Empfang klarer Wahrheiten vorbereitet haben.

     

    In Fortsetzung der Sure Baqareh, beschreibt Gott die Eigenschaften der Gottesfürchtigen:

     

     

    الَّذِينَ يُؤْمِنُونَ بِالْغَيْبِ وَيُقِيمُونَ الصَّلَاةَ وَمِمَّا رَزَقْنَاهُمْ يُنفِقُونَ

     

    ….“Gottesfürchtige sind die, die an die Welt des Verborgenen glauben, das Gebet verrichten, und von dem was wir ihnen an Unterhalt gegeben haben, spenden. (2: 3)

    وَالَّذِينَ يُؤْمِنُونَ بِمَا أُنزِلَ إِلَيْكَ وَمَا أُنزِلَ مِن قَبْلِكَ وَبِالْآخِرَةِ هُمْ يُوقِنُونَ

     

    Diejenigen, die an das, was auf dich herabgesandt und was vor dir auf vorherige Propheten herabgesandt wurde, glauben und von dem Jenseits überzeugt sind.“ (2: 4)

     

    Menschen, die Gott fürchten und auf der Suche nach der Wahrheit sind, engen ihr Blickfeld nicht auf die materielle Welt ein, denn sie sehen, dass die Sinne des Menschen beschränkt sind und nicht die volle Wahrheit des Daseins erfassen können. Die Gottesfürchtigen gelangen aufgrund des mitgegebenen natürlichen Empfindens zu der Überzeugung, dass eine Intelligenz und Macht existiert, die unseren Sinnen verborgen bleibt, die jedoch alle Geschöpfe hervorgebracht hat. Die Gottesfürchtigen sind sich ebenso der Wahrheit bewußt, dass die Daseinswelt sich nicht auf die sichtbare und mit den Sinnen erfassbare materielle Welt beschränkt. Solche gläubige Menschen sind daran zu erkennen, dass sie sich Gott, dem Erhabenen, unterwerfen, Ihm gegenüber demütig sind. Diese Gottesdemut wird in ihren Gebeten, in der Art ihrer Verbeugung, dem Niederknien und der Niederbeugung, vollendet Ausdruck gegeben, kommt aber auch darin zum Tragen, dass sie von ihrem Besitz und von ihrem Wissen und von dem was sie errungen haben, an andere weitergeben.

     

    Die Gottesfürchtigen sorgen mit ihrem täglichen Gebet, welches ein Gedenken an Gott ist, für ihr seelisches und geistiges Wohl. Sie gewinnen dadurch innere Ruhe und Zuversicht. Indem sie einen Teil von dem was sie besitzen an Bedürftige weitergeben, helfen sie darüberhinaus Probleme der Gesellschaft lösen und tragen damit auch zum Wohl der Gesellschaft bei. Diese Offenbarungszeichen lehren uns, dass Glauben mit Handeln einhergehen soll und der Islam eine Religion ist, die sowohl das Privat- als auch das Gesellschaftsleben regelt. In der Fortsetzung heisst es im Offenbarungswort 4 der Sure 2, dass die Gottesfürchtigen weiterhin daran zu erkennen sind, dass sie an das, was dem Propheten geoffenbart wurde und das, was vor ihm den anderen Propheten geoffenbart wurde, glauben.

     

    Der Glaube oder auf Arabisch Imaan, bedeutet: Etwas wird zur festen innerlichen Überzeugung. Ein gläubiger Mensch macht seine Überzeugungen von Zweifeln frei und gelangt zur Gewissenheit. Dieser Glauben vereint mit Gewißheit läßt erst eine starke tiefe Beziehung zu dem einzig Anzubetenden entstehen. Eine solche Glaubensüberzeugung hält den Menschen ab zu Sündigen und veredelt ihn durch würdiges und gutes Tun. Dieses Offenbarungszeichen ruft in Erinnerung, dass der Glaube eines Gottesdieners erfordert, dass er an das glaubt, was Gott seinem Propheten geoffenbart hat, der Gläubige in den göttlichen Propheten die wahren Wegführer der Menschheit sieht und keinen Streit über die Religion entfacht.

     

    Jetzt möchten wir noch das Offenbarungszeichen 5 der Sure 2 erklären. In diesem gibt Gott eine sehr erfreuliche Botschaft: Er verkündet denen die zum Glauben gefunden haben Rettung und Glück:

     

    أُولَـٰئِكَ عَلَىٰ هُدًى مِّن رَّبِّهِمْ وَأُولَـٰئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ

     

    „Diese Gläubigen sind rechtgeleitet von ihrem Schöpfer und ihnen wird es wohl ergehen.“ (2: 5)

     

    Laut diesem 5. Koranvers der Sure 2 finden die aufrichtig Glaubenden zu Glück und Wohl. Dieses Glück bedeutet Befreiung von den triebhaften Wünschen und Entfaltung der moralischen Vorzüge. Und das bedeutet: Erreichung der höchsten Stufe menschlicher Vervollkommnung. Gott hat in zahlreichen Koranversen darauf aufmerksam gemacht, dass die Daseinswelt für den Menschen erschaffen wurde und die Höherentwicklung und Veredlung des Menschen, welche durch Gott-Dienen und Gott-Fürchten erreicht werden kann, Ziel seiner Schöpfung ist. Der genannte Offenbarungsvers enthält die frohe Botschaft, dass die Gottesfürchtigen Rettung finden. Gott möge das Licht des Glaubens in unseren Herzen leuchten lassen und uns zu denen gesellen, die Rechtleitung fanden.