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    Teil 30: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 143- 147

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    Die Übersetzung des Koranverses 143 der Sure Baqarah steht zu Beginn dieses Teiles: (2: 143- 147)

     

    وَكَذَٰلِكَ جَعَلْنَاكُمْ أُمَّةً وَسَطًا لِّتَكُونُوا شُهَدَاءَ عَلَى النَّاسِ وَيَكُونَ الرَّسُولُ عَلَيْكُمْ شَهِيدًا ۗ وَمَا جَعَلْنَا الْقِبْلَةَ الَّتِي كُنتَ عَلَيْهَا إِلَّا لِنَعْلَمَ مَن يَتَّبِعُ الرَّسُولَ مِمَّن يَنقَلِبُ عَلَىٰ عَقِبَيْهِ ۚ وَإِن كَانَتْ لَكَبِيرَةً إِلَّا عَلَى الَّذِينَ هَدَى اللَّـهُ ۗ وَمَا كَانَ اللَّـهُ لِيُضِيعَ إِيمَانَكُمْ ۚ إِنَّ اللَّـهَ بِالنَّاسِ لَرَءُوفٌ رَّحِيمٌ

     

    „Und so haben wir euch (Muslime) zu einer in der Mitte stehenden Gemeinschaft gemacht, damit ihr Zeugen über die Menschen seiet und der Gesandte über euch Zeuge sei. (Prophet!) Wir haben die Gebetsrichtung, die du (bisher) eingehalten hast, nur geändert, um die Leute auf die Probe zu stellen und deutlich zu machen, wer dem Gesandten folgt, und wer sich abwendet. Dies (die Änderung der Gebetsrichtung) ist zwar schwer, aber nicht für diejenigen, die Gott rechtgeleitet hat. (Wisset!) Gott lässt niemals zu, dass euer Glaube (und euer tägliches Gebet, das ihr vorher aufgrund dieses Glaubens und eurer Gott-Ergebenheit in Richtung Beyt-ol-Moghadas gebetet habt) umsonst war. Er ist liebevoll und barmherzig zu den Menschen.“ (2: 143)

     

    Im vorherigen Teil ging es darum, dass die Bani Israel den Muslimen vorhielten, sie hätten die Gebetsrichtung geändert. Wir sagten, dass Gott ihnen mit dem Hinweis antwortete, dass Ihm jede Himmelsrichtung gehört – Der Osten und der Westen – und wahre Rechtleitung darin liegt, den geraden, göttlichen Weg zu gehen. Keiner sollte glauben, dass Gott sich nur an einem bestimmten Ort oder in einer bestimmten Richtung, zum Beispiel im Osten oder Westen befände.

     

    In der Übersetzung des vorherigen Offenbarungswortes werden die Muslime als ein Volk bezeichnet, das den Mittelweg geht und sich weder zu Über- noch zu Untertreibungen verleiten lässt. Ein Volk, das in der Mitte steht, bewahrt in allen Lebenslagen, ob materiell oder geistig, ob im Zusammenhang mit seiner Überzeugung oder im Zusammenhang, zum Beispiel mit der Wirtschaft, das Maß und ist ein geeignetes Vorbild für alle anderen.

     

    Natürlich entsprechen nicht alle Muslime diesem Ideal. Es gibt zahlreiche unter ihnen, die im Denken oder Handeln über- oder untertreiben. Was also kann mit diesem Koranvers gemeint sein?

     

    Gemeint ist, dass die islamische Lehre eine Lehre ist, die auf Ausgeglichenheit und dem goldenen Mittelweg beruht und nur diejenigen, die alle und nicht nur einige ihrer Gebote, beachten, einen Rang erreichen, auf dem Gott sie zu Zeugen über die Menschen macht.

     

    Wir besitzen von den Ahl-e Beyt, den Edlen aus dem Hause des Propheten, welche aufgrund ihres Wissens über die göttlichen Gebote und ihrem Handeln nach diesen, das beste Beispiel für eine Gemeinschaft der Mitte darstellen, folgende Überlieferung:

     

    „Das Volk der Mitte, welches Gott als Zeugen über die Menschen stellt, das sind wir.“

     

    In der obigen Ayeh wird dann darauf hingewiesen, dass das Gebot Gottes, sich in eine neue Gebetsrichtung zu wenden, eine göttliche Prüfung war. Durch diese Prüfung sollten diejenigen, die ihren eigenen Wünschen gehorchten von denen, die Gott ergeben die neue Anweisung befolgten, getrennt werden. Alle, die sich nicht rechtleiten ließen, konnten sich nicht dazu überwinden, dem Gebot Gottes zu folgen, und ihre Gebetsrichtung zu ändern. Anstatt Gottes Gebot zu folgen, bemängelten sie Seine Anweisung.

     

    In der darauffolgenden Ayeh, Ayeh 144 steht:

     

     

    قَدْ نَرَىٰ تَقَلُّبَ وَجْهِكَ فِي السَّمَاءِ ۖ فَلَنُوَلِّيَنَّكَ قِبْلَةً تَرْضَاهَا ۚ فَوَلِّ وَجْهَكَ شَطْرَ الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ ۚ وَحَيْثُ مَا كُنتُمْ فَوَلُّوا وُجُوهَكُمْ شَطْرَهُ ۗ وَإِنَّ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ لَيَعْلَمُونَ أَنَّهُ الْحَقُّ مِن رَّبِّهِمْ ۗ وَمَا اللَّـهُ بِغَافِلٍ عَمَّا يَعْمَلُونَ

     

    „(Prophet!) Wir sehen doch, dass du (in Erwartung der Herabsendung einer Offenbarung) dich mit dem Gesicht zum Himmel wendest. Darum wollen wir dich in eine Gebetsrichtung weisen, mit der du gerne einverstanden sein wirst. Wende dich mit dem Gesicht in Richtung der heiligen Anbetungsstätte (in Mekka)! Und wo immer ihr Gläubigen seid, da wendet euch mit dem Gesicht in diese Richtung! Diejenigen, die die Schrift erhalten haben, wissen genau, dass diese Anweisung die Wahrheit ist von ihrem Herrn und Erhalter. Und Gott übersieht nicht, was sie tun.“ (2: 144)

     

    Als die Juden die Muslime verspotteten, sie hätten keine eigene Gebetsrichtung, hoffte der Prophet auf eine Änderung der Gebetsrichtung für die Muslime. Schließlich kam die Anweisung dazu bei einem Mittagsgebet und der Prophet drehte sich aus der Richtung nach Beyt-ol-Moghadas in Palästina in Richtung der Kaaba in Mekka und alle Muslime, die mit ihm beteten folgten seinem Tun. Interessanterweise steht in den älteren Himmelsschriften, dass eines der Zeichen, an denen der Prophet des Islams zu erkennen ist dies ist, dass er in zwei Richtungen betet.

     

    Die zuvor angeführte Ayeh mahnt daher: Warum protestiert ihr gegen die Anweisung zur Änderung der Gebetsrichtung? Sie kommt doch von Gott und ist rechtmäßig.

     

    Nun folgt Offenbarungswort 145 der Sure Baqarah:

     

    وَلَئِنْ أَتَيْتَ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ بِكُلِّ آيَةٍ مَّا تَبِعُوا قِبْلَتَكَ ۚ وَمَا أَنتَ بِتَابِعٍ قِبْلَتَهُمْ ۚ وَمَا بَعْضُهُم بِتَابِعٍ قِبْلَةَ بَعْضٍ ۚ وَلَئِنِ اتَّبَعْتَ أَهْوَاءَهُم مِّن بَعْدِ مَا جَاءَكَ مِنَ الْعِلْمِ ۙ إِنَّكَ إِذًا لَّمِنَ الظَّالِمِينَ

     

    „Prophet! Welchen Grund und welches Zeichen du auch für die Schriftbesitzer bringst, sie werden sich nicht deiner Gebetsrichtung anschließen. Und du schließt dich deinerseits nicht der ihren an. Sie ( die Juden und Christen) schließen sich ja auch untereinander nicht der gleichen Gebetsrichtung an. Solltest du aber nach all dem Wissen, das dir (von Gott her) zugekommen ist, ihrer persönlichen Neigung folgen, dann gehörst du in der Tat zu den Frevlern.“ (2: 145)

     

    Dieser Koranvers sollte dem Propheten als Trost dienen. Er sollte sich nicht darüber grämen, dass die Schriftbesitzer sich nicht in die neue Gebetsrichtung wenden. Er sollte wissen, dass sie aufgrund ihres Übereifers nicht bereit sind, Recht und Wahrheit einzusehen. Das sie nicht zu überzeugen sind und nicht von ihrem Standpunkt abrücken. Es heißt weiter – gerichtet an den Propheten: Aber dass sie die neue Gebetsrichtung nicht akzeptieren, darf nicht dazu führen, dass auch du daran zweifelst. Du sollst entschieden erklären: Wir lassen uns nicht von solchen Protesten einschüchtern und halten an unserer Überzeugung fest.

     

    Denn Gott mahnte den Propheten: Wenn du dich von den anderen beeinflussen lässt und die neue Gebetsrichtung aufgibst, wird dies als großes Unrecht gelten. Als Unrecht gegenüber deinem Volk.

     

    In den nächsten beiden Offenbarungsworten, Vers 146 und 147 der Sure Baqarah heißt es übersetzt weiter:

     

     

    الَّذِينَ آتَيْنَاهُمُ الْكِتَابَ يَعْرِفُونَهُ كَمَا يَعْرِفُونَ أَبْنَاءَهُمْ ۖ وَإِنَّ فَرِيقًا مِّنْهُمْ لَيَكْتُمُونَ الْحَقَّ وَهُمْ يَعْلَمُونَ

     

    „Diejenigen, denen wir die Schrift gegeben haben, kennen den Propheten des Islams wie ihre Söhne. Aber einige von ihnen verheimlichen die Wahrheit, während sie doch um sie wissen.“ (2: 146)

     

     

    الْحَقُّ مِن رَّبِّكَ ۖ فَلَا تَكُونَنَّ مِنَ الْمُمْتَرِينَ

     

    „Es ist die Wahrheit, die von deinem Herrn kommt. Du darfst niemals zu denen gehören, die daran zweifeln.“ (2: 147)

     

    In Evangelium und Thora stand über die Merkmale des Propheten des Islams geschrieben. Die Schriftbesitzer wussten daher, dass Mohammad dieser Prophet war, weil er diese Merkmale besaß. Doch einige der Schriftbesitzer verheimlichten den anderen diese Wahrheit aus Übereifer und Eigensinn.

     

    Es gab aber auch Christen und Juden, die angesichts der Merkmale und Eigenschaften Prophet Mohammads (s.a.s.) seine Gottgesandtschaft akzeptierten. In ihren Heiligen Schriften stand ja so viel über das Aussehen und Wesen des Propheten geschrieben, dass die Schriftbesitzer mit den Worten des Korans: ihn so gut kannten wie ihre eigenen Kinder.

     

    Diese Ayeh unterstreicht, dass nur das, was Gott herabsendet, Wahrheit ist und keiner sollte, selbst wenn es die Mehrheit der anderen tut, sich eigensinnig abwenden und an der Wahrheit der göttlichen Offenbarung zweifeln.

     

    Aus dieser Betrachtung des Korans haben wir jedoch noch mehr gelernt und zwar:

     

    1. Die Gebetsrichtung bedeutet sowohl Unabhängigkeit als auch Ergebenheit. Unabhängigkeit von jeder Denkschule und Rasse, die die Muslime beherrschen will und Ergebenheit gegenüber Gott, Fügung in Sein Gebot, ohne es in Frage zu stellen.
    2. Der Islam ist eine ausgeglichene Religion. Sie wählt den Mittelweg. Die Muslime, die den geraden Weg Gottes wählen, können für die anderen Leitbild sein und über sie Zeugnis ablegen.
    3. Eine sture, fanatische Einstellung versperrt dem logischen Denken und der Erkenntnis der Wahrheit den Weg.
    4. Wissen allein genügt nicht. Der Mensch muss auch nach der Wahrheit streben. Eigensüchtiges Verlangen verleitet den Menschen manchmal dazu, Wissen zu verheimlichen oder zu verfälschen.

     

    Zum Abschluss möchten wir Gott bitten, uns den Geist der Fügung in seine Gebote zu schenken und uns Bereitschaft verleihen, die Wahrheit zu akzeptieren.