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    Teil 31: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 148- 152

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    Teil 31: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 148- 152
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    Wir beginnen unseren heutigen Beitrag aus der Reihe „In ‎Richtung Licht“ wieder mit der Übersetzung eines Verses aus ‎dem Koran. Heute ist es der Vers 148 aus der Sure Baqarah:‎ (2: 148- 152)

     

     

    وَلِكُلٍّ وِجْهَةٌ هُوَ مُوَلِّيهَا ۖ فَاسْتَبِقُوا الْخَيْرَاتِ ۚ أَيْنَ مَا تَكُونُوا يَأْتِ بِكُمُ اللَّـهُ جَمِيعًا ۚ إِنَّ اللَّـهَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

     

    „Jeder hat eine Richtung, in der er sein Gesicht wendet. So ‎wetteifert nun (anstatt euch um die Gebetsrichtung zu ‎streiten) nach den guten Dingen und Werken! Wisset! Wo ‎immer ihr sein werdet, Gott wird allesamt (am Jüngsten ‎Tag) herbeibringen. Er hat zu allem die Macht.“‎ (2: 148)

     

    Wie wir bereits in den vorherigen Beiträgen sagten, ist es ‎nicht maßgeblich, in welcher Richtung zu beten ist, da die ‎verschiedenen Religionen im Laufe der Geschichte ‎unterschiedliche Gebetsrichtungen hatten. Wichtig ist die ‎Fügung in die Anweisung Gottes. Daher sollten wir nicht ‎sinnlos über Dinge sprechen, die nicht den Kern der Religion ‎darstellen. Maßstab sind für Gott die guten Werken. Der ‎Mensch sollte versuchen, die anderen darin zu übertreffen ‎und statt viel zu reden, richtig handeln.‎

     

    Wettkämpfe hat es schon im Altertum gegeben. ‎Wettbewerbe gibt es im Sport oder auf den Gebieten Bildung ‎und Wissenschaft. Doch der Koran legt sich nicht genau auf ‎einen bestimmten Wettbewerbsbereich fest, sondern sagt: ‎‎„Wetteifert in allen, was dem Einzelnen und der Gesellschaft ‎zum Guten gereicht, miteinander, und versucht einander in ‎dieser Hinsicht zu übertreffen. Denkt aber bei allem – damit ‎dieser Wettbewerb im Zeichen Gottes steht – an die ‎Abrechnung am Jüngsten Gericht und handelt in ‎Vorbereitung auf diesen Tag, denn der wahre Lohn steht am ‎Jüngsten Gericht bereit.“‎

     

     

    Es sind die folgenden Koranverse 150 ‎und 149 dieser Sure:‎

     

    وَمِنْ حَيْثُ خَرَجْتَ فَوَلِّ وَجْهَكَ شَطْرَ الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ ۖ وَإِنَّهُ لَلْحَقُّ مِن رَّبِّكَ ۗ وَمَا اللَّـهُ بِغَافِلٍ عَمَّا تَعْمَلُونَ

     

    ‎„(Prophet!) Und von wo du herkommst, da wende dich (beim ‎Gebet) mit dem Gesicht in Richtung der heiligen ‎Anbetungsstätte in Mekka! Diese Anweisung ist in der Tat ‎Wahrheit und Recht von deinem Herrn und Erhalter! Gott ‎achtet sehr wohl auf das, was ihr tut.“ (2: 149)

     

     

    وَمِنْ حَيْثُ خَرَجْتَ فَوَلِّ وَجْهَكَ شَطْرَ الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ ۚ وَحَيْثُ مَا كُنتُمْ فَوَلُّوا وُجُوهَكُمْ شَطْرَهُ لِئَلَّا يَكُونَ لِلنَّاسِ عَلَيْكُمْ حُجَّةٌ إِلَّا الَّذِينَ ظَلَمُوا مِنْهُمْ فَلَا تَخْشَوْهُمْ وَاخْشَوْنِي وَلِأُتِمَّ نِعْمَتِي عَلَيْكُمْ وَلَعَلَّكُمْ تَهْتَدُونَ

     

    „(Prophet! Und wieder ‎sei betont): Von wo du herkommst, da wende dich beim ‎Gebet (nur) mit dem Gesicht in Richtung der heiligen ‎Anbetungsstätte in Mekka! Und (ihr Muslime!) wo immer ihr ‎seid, da wendet euch mit dem Gesicht in diese Richtung: ‎damit die Leute kein Argument gegen euch haben – mit ‎Ausnahme derer von ihnen, die Unrecht begehen (denn ‎diese werden nicht von ihrem Starrsinn und ihren ‎Ausflüchten ablassen). Nicht sie sollt ihr fürchten, sondern ‎mich. (Diese Änderung der Gebetsrichtung geschah) damit ‎ich meine Gnade an euch vollende, und ihr euch vielleicht ‎würdet rechtleiten lassen.“ (2: 150)‎

     

    Diese beiden Koranverse heben erneut hervor, dass der ‎Prophet und die Muslime sich für das Gebet nach Mekka ‎wenden sollen. Dies kann verschiedene Gründe gehabt ‎haben.‎

     

    Erstens fürchteten viele Muslime den Spott der Juden und ‎daher fiel es ihnen schwer, die Gebetsrichtung zu ändern. ‎Aber der Koranvers sagt: „fürchtet nicht sie, fürchtet euch ‎davor, die Anordnung Gottes auf die leichte Schulter zu ‎nehmen.“‎

     

    Zweitens hatten die Schriftbesitzer in ihren Heiligen Büchern ‎gelesen, dass der Prophet des Islams in zwei ‎Gebetsrichtungen beten wird. Wenn dies nicht der Fall ‎gewesen wäre, dann hätten die Schriftbesitzer einwenden ‎können, dass Prophet Mohammad (s.a.s.) nicht die ‎Merkmale besitzt, die in ihren Schriften prophezeit werden.‎

     

    Drittens galten die vorherigen Koranverse für das Gebet am ‎Wohnort und diese Koranstelle bezieht sich auf das Gebet ‎auf Reisen, welches auch in Richtung der Al-haram-Moschee ‎in Mekka gebetet werden muss. ‎

     

     

    كَمَا أَرْسَلْنَا فِيكُمْ رَسُولًا مِّنكُمْ يَتْلُو عَلَيْكُمْ آيَاتِنَا وَيُزَكِّيكُمْ وَيُعَلِّمُكُمُ الْكِتَابَ وَالْحِكْمَةَ وَيُعَلِّمُكُم مَّا لَمْ تَكُونُوا تَعْلَمُونَ ‎

     

    „(Ihr Muslime! Wir haben unsere Gnade an euch vollendet ‎und euch den Weg zur Rechtleitung geebnet:) Wir haben ja ‎auch einen Gesandten aus euren eigenen Reihen unter euch ‎gesandt, der euch unsere Verse verliest, euch läutert, euch ‎die Schrift und die Weisheit lehrt und euch lehrt, was ihr ‎nicht wusstet.“‎ (2: 151)

     

    In dem vorhergehenden Koranvers hat Gott einen der ‎Gründe für die Änderung der Gebetsrichtung genannt ‎nämlich, dass er seine Gnade an den Muslimen vollenden ‎und ihnen Rechtleitung schicken wollte. In der Ayeh 151, die ‎sie eben hörten, steht, dass Gott den Muslimen noch andere ‎große Segensgaben zuteil werden lässt. Die wichtigste ‎davon ist die Existenz des Propheten. Einem Propheten der ‎die Menschen die göttlichen Zeichen und seine Gebote ‎überbringt und lehrt und der die Menschen um sich herum ‎läutern und weiter bringen will. Die Lesung der göttlichen ‎Zeichen bereitet Geist und Seele auf ihre Läuterung vor. ‎Ihnen folgt die Lehre der Gebote und der Weisheit und ‎richtigen Lebensanschauung. Dies ist die wichtigste Aufgabe ‎aller göttlichen Propheten zur Rechtleitung der Menschen ‎gewesen. Die Propheten führten die Menschen nicht nur auf ‎dem Gebiet der Moral und der Überzeugung an, sondern sie ‎wollten auch, dass die Gesellschaft eine höhere geistige ‎Entwicklung erfährt. Das Wissen, dass diese großen Lehrer ‎der Menschheit verbreiteten war auf dem Glauben an Gott ‎begründet. Es war kein Wissen getrennt vom Glauben oder ‎in Konfrontation zu ihm.‎

     

    In dem Offenbarungswort 152 der Sure Baqarah heißt es ‎weiter:

     

    فَاذْكُرُونِي أَذْكُرْكُمْ وَاشْكُرُوا لِي وَلَا تَكْفُرُونِ

     

    „Fazakaruni… Latakforun. – So gedenket meiner, ‎damit ich eurer gedenke, und seid mir dankbar und nicht ‎undankbar!“‎ (2: 152)

     

    Da Gott uns diesen großen Segen zuteil werden ließ, ‎gebietet uns die Vernunft und die Natur, uns ihm, dem ‎Segensspender, zuzuwenden und ihm für alles was wir ‎besitzen, dankbar zu sein und den Segen zu seiner ‎Zufriedenheit einzusetzen.‎

     

    Wenn der Mensch Gott vergisst, hat er die Quelle alles Guten ‎vergessen und Gott wird ihn auch nicht beachten.‎ Gottes zu gedenken, bedeutet nicht nur Ihn beim Namen zu ‎nennen. Ein wahres Gedenken besteht darin, dass der ‎Mensch wegen Gott eine Sünde unterlässt, wenn er in ‎Versuchung gerät.‎ Ähnlich bedeutet Gott zu danken, nicht nur ein mündlicher ‎Dank. Wahrer Dank bedeutet vielmehr, dass der Mensch ‎jede Segensgabe an der richtigen Stelle nutzt und für den ‎Zweck einsetzt, für den sie bestimmt ist.‎

     

     

    Abschließend möchten wir noch einmal die wichtigsten ‎Punkte wiederholen, die wir in unserem heutigen Beitrag ‎hervorgehoben haben:‎

    ‎1. Statt fruchtlose Diskussionen über die Unterschiede ‎zwischen den Religionen und Konfessionen zu führen, sollten ‎wir an die Verbreitung und Stärkung der positiven Dinge und ‎an gute Werke denken und miteinander auf diesem Wege ‎wetteifern. ‎

    ‎2. Die Muslime müssen von allem, was den Feinden die ‎Möglichkeit bietet, Vorwände zu bringen, Abstand nehmen.‎

    ‎3. Die Änderung der Gebetsrichtung hat nach Herabsendung ‎der entsprechenden Ayat sowohl für Einheit unter den ‎Muslimen als auch für Unabhängigkeit gegenüber der ‎Vorherrschaft der anderen gesorgt.‎

    ‎4. Die Propheten sind die engagierten, wohlgesinnten Lehrer ‎der Menschheit gewesen, die mit ihren Lehren und der ‎Läuterung das Wohl für Leib und Seele der Menschen ‎erzielen wollten.‎

     

     

    Abschließend bitten wir Gott darum, dass er uns für den ‎großen Segen der Rechtleitung und der Prophetschaft ‎dankbar sein lässt. ‎