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    Teil 32: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 153- 157

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    Gerne begrüßen wir sie wieder zu unserer Sendung über den Inhalt des Korans. Dieses Buch ist eine Quelle, die jeden Durst stillt und ein ausgezeichneter Ratgeber. Wir beginnen mit der Rezitation des Offenbarungswortes 153 der Sure 2: Ya aiyoha…maa-ssaberin

     

    (2: 153- 157)

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اسْتَعِينُوا بِالصَّبْرِ وَالصَّلَاةِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ مَعَ الصَّابِرِينَ

     

    „Ihr Gläubigen! Sucht (bei Problemen und in Härten) Hilfe in der Geduld und im Gebet! Gott ist mit denen, die geduldig sind.“ (2: 153)

     

    Der Mensch begegnet im Leben immer wieder Problemen und Schwierigkeiten. Wenn er diese nicht besiegen kann, ist er gezwungen, Niederlagen hinzunehmen. Aber gläubige Menschen haben zwei starke Stützen: Geduld und Ausdauer sowie das Gebet und den Kontakt zu Gott. Sie stützen sich damit sowohl auf eigene innere Kräfte und vertrauen auf die unendliche Macht Gottes.

     

    Und Gott verspricht, dass er den geduldig Betenden beisteht und immer und überall an ihrer Seite ist. Dies ist der größte Rückhalt des Menschen gegenüber allen Härten und Engpässen.

     

    In der Ayeh 154 der Sure 2 heißt es daraufhin sinngemäß:

     

    وَلَا تَقُولُوا لِمَن يُقْتَلُ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ أَمْوَاتٌ ۚ بَلْ أَحْيَاءٌ وَلَـٰكِن لَّا تَشْعُرُونَ

     

    „Und sagt nicht von denen, die um der Sache Gottes willen getötet werden, sie seien tot. Sie sind vielmehr lebendig. Aber ihr spürt das nicht.“ (2: 154)

     

    In der erst genannten Ayeh waren die Menschen zur Geduld aufgerufen, in der nächsten liegt der obige Hinweis auf den Dschihad und das Schahadat, den Kampf um das Gute im Zeichen Gottes und den Opfertod auf diesem Wege vor. Dieser Kampf bringt viele Gefahren und Opfer für Hab und Gut sowie Leib und Seele mit sich und erfordert daher Standhaftigkeit und Geduld.

     

    Es gibt Leute, die sich jedoch nie an der Front der Verteidigung blicken lassen, sondern auch noch die anderen davon abhalten wollen und ihnen einreden wollen, dass ein Verteidigungskampf sinnlos sei. Sie setzen eine bedauernde Miene auf, wenn jemand auf dem Wege Gottes den Tod fand und sagen: „Schade, dass er umsonst sein Leben ließ.“

     

    Im Badr-Krieg verloren 14 Muslime ihr Leben und fanden den Märtyrertod und die Leute sagten: „Sie sind tot.“ Aber Gott sandte obiges Offenbarungswort herab und verneinte dies. Er sagte: „Märtyrer leben! Ihr spürt es nur nicht.“

     

    Im anschließenden Koranvers der Sure Bagharah heißt es weiter:

     

    وَلَنَبْلُوَنَّكُم بِشَيْءٍ مِّنَ الْخَوْفِ وَالْجُوعِ وَنَقْصٍ مِّنَ الْأَمْوَالِ وَالْأَنفُسِ وَالثَّمَرَاتِ ۗ وَبَشِّرِ الصَّابِرِينَ

     

    „Und wir werden euch sicher mit ein wenig Furcht und Hunger und Verlust an Vermögen, an Leib und Leben und Mangel an Früchten (die ihr zum Lebensunterhalt nötig habt) Prüfungen aussetzen. Und bring denen, die geduldig sind, gute Nachricht (dass, sie siegreich aus diesen göttlichen Prüfungen hervorgehen werden, wenn sie geduldig sind und sie großer Lohn erwartet)!“ (2: 155)

     

    Es gehört eindeutig zu Gottes Traditionen, dass er die Menschen auf die Probe stellt und davon ist keiner ausgenommen. Aber die Prüfungen sind nicht für alle gleich. Gott prüft den Menschen je nach den Fähigkeiten, die Er ihm zur Verfügung gestellt hat.

     

    Für den einen besteht der Prüfstein aus finanziellen und wirtschaftlichen Sorgen und in diesem Zusammenhang wird er auf die Probe gestellt. Für einen anderen sind die Gefahren des Krieges und die Teilnahme an der Verteidigungsfront ein Prüfstein, bei dem sich herausstellt, inwieweit er innere Bereitschaft zur Verteidigung besitzt.

     

    Es liegt auf der Hand, dass Gott uns nicht erst solche Prüfungen stellen muss, um uns zu kennen. Denn Er weiß mehr über uns Bescheid als wir. Diese Prüfungen dienen dazu, dass wir selber uns besser kennen. Dass wir unsere inneren Kräfte an den Tag legen und wenn wir sie richtig einsetzen, den Lohn dafür erhalten. Viele Qualitäten des Menschen treten erst in schwierigen Situationen zum Vorschein, seine Geduld und Ausdauer, seine Gottesfürchtigkeit und Opferbereitschaft, seine Genügsamkeit. In diesen Situationen erfahren Geist und Seele des Menschen eine Entfaltung.

     

    In dem darauf folgenden Vers der Sure 2 steht nun im Vers 156 folgendes: Allazina iza…radschiun

     

    الَّذِينَ إِذَا أَصَابَتْهُم مُّصِيبَةٌ قَالُوا إِنَّا لِلَّـهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ

     

    „(Die Geduldigen sind) diejenigen, die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: Wir gehören Gott und zu Ihm kehren wir zurück.“ (2: 156)

     

    In der vorherigen Ayeh ist den Geduldsamen und Standhaften der Sieg versprochen worden. In dieser wird nun gesagt, wer als geduldig gilt. Wirklich geduldig ist jener, der im Unglück nicht den Boden unter den Füßen verliert und in Hoffnungslosigkeit versinkt, sondern weiter auf Gott vertraut. Jemand der weiß, dass sein Kommen und Gehen von Gott abhängt, von Gott, der das Dasein aufgrund seiner Güte und Weisheit lenkt, blickt positiv auf alles. Die Welt ist ja keine ewige Bleibe. Sie ist auch kein Ort, an dem wir uns ausruhen und vergnügen sollen. Sie ist der Ort der Prüfung. Die Härten dienen der Prüfung und daher ist Unglück kein Zeichen für Unbarmherzigkeit des Schöpfers sondern sie sind Chancen dafür, dass wir uns weiterentwickeln.

     

    Die Menschen sehen das Unglück verschieden. Ein Teil von ihnen hat wenig Geduld und wehklagt schnell. Ein anderer Teil bleibt geduldig und anstatt Dinge zu sagen, die der Gottesleugnung und -Verleumdung gleichkommen, suchen sie Zuflucht bei ihrem Schöpfer. Es gibt jedoch noch eine Gruppe von Menschen, die nicht nur geduldig sind, sondern auch dankbar, weil sie in den Prüfungen des Lebens einen Weg sehen, sich geistig und seelisch zu stärken und zu entwickeln.

     

    In dem nächsten Vers der Sure 2, dem Vers 157 heißt es über den Lohn der wahrhaft Geduldigen:

     

     

    أُولَـٰئِكَ عَلَيْهِمْ صَلَوَاتٌ مِّن رَّبِّهِمْ وَرَحْمَةٌ ۖ وَأُولَـٰئِكَ هُمُ الْمُهْتَدُونَ

     

    „Ihnen (diesen Geduldigen) lässt ihr Herr und Erhalter Segnungen und Barmherzigkeit angedeihen. Sie sind es die Rechtleitung fanden.“ (2: 157)

     

    Dieser Koranvers kündigt den Geduldsamen einen großen Lohn an, nämlich die Herabsendung des göttlichen Segens, der sie vor Irrtümern bewahrt und ihnen wahre Rechtleitung zu teil werden lässt. Auch wenn alle Daseinswesen, Gottes Güte und Barmherzigkeit erfahren, so wird in dieser Koranstelle den Geduldsamen etwas besonders verheißen: die wahre Rechtleitung.

     

    Abschließend fassen wir noch einmal das wichtigste in unserem heutigen Beitrag zusammen:

     

    1. Das tägliche Gebet soll keine Last sein. Es ist ein Mittel für Geduld in Härten. Deshalb hat Gott gesagt: „Stützt euch auf das Gebet um Geduld und Ausdauer zu gewinnen.“ Durch das Gebet findet der Mensch, dem Schranken gesetzt sind, Verbindung zu einer Macht, die keine Schranken kennt: der schrankenlosen Macht Gottes.
    2. Alle Menschen verbringen nach dem Tod eine Zeitlang in der Zwischenwelt, in der ihre Seele weiterlebt. Doch den Märtyrern wird in dieser Zwischenwelt ein besonderes Leben zuteil. Dieses ist von besserer Qualität als das der anderen Toten
    3. Aus den göttlichen Prüfungen gehen nur die Geduldsamen siegreich hervor. Göttliche Prüfungen werden allen gestellt. Keiner kann vor ihnen flüchten.
    4. Die Geduld von der gesprochen wurde, ist im Glauben an Gott und das Jüngste Gericht verwurzelt. Diese Überzeugungen geben dem Menschen die Kraft, Härten durchzustehen.
    5. Geduld und Standhaftigkeit gereichen dem Menschen in dieser Welt zu Glück und Wohl, aber der spirituelle Lohn und der Lohn in der Ewigkeit sind um ein Vielfaches größer.

     

    Wir bitten Gott, dass er uns den wahren Geduldsamen, den Propheten und Imamen folgen lässt, damit wir bei schwierigen Prüfungen nicht scheitern.