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    Teil 33: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 158- 162

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    Den heutigen Beitrag beginnen wir mit der ‎Übersetzung des Koranverses 158 der Sure Bagharah. Dort ‎heißt es:‎ (2: 158- 162)

     

     

    إِنَّ الصَّفَا وَالْمَرْوَةَ مِن شَعَائِرِ اللَّـهِ ۖ فَمَنْ حَجَّ الْبَيْتَ أَوِ اعْتَمَرَ فَلَا جُنَاحَ عَلَيْهِ أَن يَطَّوَّفَ بِهِمَا ۚ وَمَن تَطَوَّعَ خَيْرًا فَإِنَّ اللَّـهَ شَاكِرٌ عَلِيمٌ

     

    „As-Safaa und Al-Marwa gehören doch zu den Symbolen ‎Gottes. Wenn einer die große Wallfahrt zum Haus (der ‎Kaaba) oder die kleine Wallfahrt (Umra) vollzieht, ist es für ‎ihn keine Sünde, zwischen ihnen (As-Safaa und Al-Marwa) ‎auf und abzugehen. Und wenn einer durch ein gutes Werk ‎Gottes Anweisung folgt, so ist Gott über (dieses Tun) ‎unterrichtet und zeigt Seine Dankbarkeit.“‎ (2: 158)

     

    Die Hadschbräuche, die es in dieser Form seit Abraham a.s. ‎gibt, sind im Laufe der Zeit von ignoranten Götzenanbetern ‎stark mit Aberglauben vermischt worden. Der Islam hat den ‎Kern dieser wichtigen Form des Gottesdienstes wieder von ‎den abergläubischen Beimischungen befreit.‎

     

    Zu dem Hadschbrauch gehört der Sa’i. Bei diesem geht der ‎Pilger mehrmals zwischen den beiden Bergen Safaa und ‎Marwa, die neben der Al-Haram-Moschee liegen, auf und ab. ‎Die Götzendiener hatten auf jedem dieser beiden Berge ‎Götzen aufgestellt und während des Sa’is umkreisten sie ‎diese.‎

     

    Als die Muslime ihren Hadsch durchführen wollten, ‎empfanden sie Abneigung gegen den Sa’i zwischen Safaa ‎und Marwa und dachten, sie sollten ihn weglassen, weil ‎einmal auf den beiden Bergen Götzen gestanden hatten.‎

     

    Aber Gott schickte ihnen die Ayeh, die sie eben hörten. In ‎ihr hieß, dass diese beiden Berge ein Zeichen für die ‎göttliche Macht sind und an den Gründer des Hadschs, an ‎Abraham erinnern. Wenn unwissende Leute, diesen Teil des ‎Hadschs mit Symbolen des Götzentums verunreinigt haben, ‎so heißt es dennoch: „Ihr sollt ihn deshalb nicht weglassen. ‎Ihr sollt vielmehr durch eure Anwesenheit dafür sorgen, ‎dass die, die auf Abwege gelangten, nicht mehr an diesen ‎Ort kommen.“‎

     

    Als Abraham zusammen mit seiner Gemahlin und seinem ‎neugeborenen Sohn Ismail Mekka ereichten, ließ er in ‎Erfüllung des göttlichen Auftrages die beiden in dieser ‎trockenen Wüste zurück und ging. Die Mutter Ismaels eilte ‎besorgt auf der Suche nach Wasser zwischen den beiden ‎Bergen As-Safaa und Al-Marwa auf und ab. Plötzlich trat ‎unter den Füßen Ismaels eine Quelle hervor. Die Quelle ‎Zamzam. Seitdem soll auf Anweisung Gottes jeder, der das ‎Haus Gottes in Mekka aufsucht, in Gedenken an den Tag, an ‎dem Hadschar zwischen diesen beiden Bergen hin und her ‎eilte, es ihr nachtun und auf diese Weise die Erinnerung an ‎diese opferbereite Mutter aufrechterhalten. Dass Gott das ‎Mühen dieser Mutter in einem heiligen Brauch verewigte, ist ‎Sein Zeichen des Dankes und der Anerkennung für das ‎aufrichtige Mühen Hadschars. Wir lernen daraus, dass Gott ‎uns Seinen Dank erweisen wird, wenn wir Gutes tun. Dies ist ‎der größte Trost für alle, die seitens anderer Undankbarkeit ‎erfahren müssen.‎

     

    In der nächsten Ayeh 159 der Sure 2 heißt es weiter:‎

     

    إِنَّ الَّذِينَ يَكْتُمُونَ مَا أَنزَلْنَا مِنَ الْبَيِّنَاتِ وَالْهُدَىٰ مِن بَعْدِ مَا بَيَّنَّاهُ لِلنَّاسِ فِي الْكِتَابِ ۙ أُولَـٰئِكَ يَلْعَنُهُمُ اللَّـهُ وَيَلْعَنُهُمُ اللَّاعِنُونَ

    „…diejenigen, die verheimlichen, was wir an klaren ‎Beweisen und zur Rechtleitung hinab gesandt haben, ‎nachdem wir es den Menschen in der Schrift klar dargelegt ‎haben, werden von Gott verflucht und von (allen) denen, die ‎‎(überhaupt) verfluchen.“‎ (2: 159)

     

    Dieser Koranvers ist ein Hinweis auf jene jüdischen und ‎christlichen Gelehrten, die die Zeichen, die in ihren Schriften ‎über das Kommen des Propheten des Islams enthalten sind, ‎verheimlichen und auf diese Weise die Mühen, die die ‎Propheten, die Gott zur Rechleitung und zu ihrem Wohl und ‎Glück zu ihnen geschickt hat, zunichte machen.‎

     

    Wenn die Wahrheit von unwissenden Menschen verheimlicht ‎wird, hat dies eine geringere Strafe zur Folge. Aber wenn ‎jemand dies tut, obwohl er die Wahrheit kennt, so ist dies ‎das größte Unrecht, was er den Menschen antun und was er ‎gegenüber den Propheten und gegenüber Gott begehen ‎kann. Deshalb ziehen diese Menschen sich deren ständigen ‎Fluch auf sich. Dieser Vers zeigt ganz deutlich, dass man ‎nicht nur den reinen Menschen seine Freundschaft bezeugen ‎soll, sondern auch den unreinen und besonders denen, die ‎die Menschen in die Irre führen, seine Abscheu zeigen darf.‎

     

    Jedoch schließt Gott in der nächsten Ayeh einen Teil der ‎jüdischen und christlichen Gelehrten aus und sagt:‎

     

    إِلَّا الَّذِينَ تَابُوا وَأَصْلَحُوا وَبَيَّنُوا فَأُولَـٰئِكَ أَتُوبُ عَلَيْهِمْ ۚ وَأَنَا التَّوَّابُ الرَّحِيمُ

    „…ausgenommen diejenigen, die reuevoll umkehren (und ‎durch gute Werke ihre schlechten wieder gut machen) und ‎sich bessern und offen legen (was ihnen offenbart worden ‎ist, anstatt es zu verheimlichen) Ihnen wende ich mich ‎‎(gnädig) wieder zu. Ich bin ja der Reue entgegennehmende ‎Gnädige und Barmherzige.“‎ (2: 160)

     

    Im Islam gibt es keine Sackgasse, sondern Gott lässt immer ‎ein Türchen für die Rückkehr offen, so dass selbst die ‎sündigsten Menschen nicht die Hoffnung auf Seine ‎Barmherzigkeit verlieren brauchen.‎

     

    Natürlich hängt die Form der Reue von der Art und Wirkung ‎der Sünde ab. Durch die Reue soll so weit es geht die ‎Wirkung der Sünde wieder gut gemacht werden. Die Reue ‎für die Verheimlichung der Wahrheit besteht daher in dem ‎umgekehrten Tun, nämlich in der Verkündung der Wahrheit, ‎um damit zu erreichen, dass die Menschen nicht mehr auf ‎Irrwege geraten.‎

     

    Es folgt nun die Übersetzung der Verse 161 und 162 der ‎Sure Bagharah: ‎

     

    إِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا وَمَاتُوا وَهُمْ كُفَّارٌ أُولَـٰئِكَ عَلَيْهِمْ لَعْنَةُ اللَّـهِ وَالْمَلَائِكَةِ وَالنَّاسِ أَجْمَعِينَ

    „(Jedoch) auf denen, die ungläubig sind und in diesem ‎Zustand sterben, liegt der Fluch Gottes und der Engel und ‎der Menschen insgesamt.“ (2: 161)

     

    خَالِدِينَ فِيهَا ۖ لَا يُخَفَّفُ عَنْهُمُ الْعَذَابُ وَلَا هُمْ يُنظَرُونَ

     

    „Sie werden darin (in dieser ‎Verdammung und dem Fernsein von der göttlichen ‎Barmherzigkeit ) bleiben, ohne dass ihnen Straferleichterung ‎oder Aufschub gewährt wird.“ (2: 162)‎

     

    Im Koranvers 162 hieß es, dass diejenigen, welche ‎zunächst die Wahrheit verheimlichten, sie in Reue den ‎Menschen vorlegen sollen, um Gottes Güte und Gnade zu ‎erfahren. Aber die beiden Verse, die sie eben hörten, warnen ‎sie erneut: Wenn ihr dies nicht tut, so wird euch der Fluch ‎Gottes, der Engel und der Menschen erfassen.“‎

     

    Die Reue ist immer nur wirksam wenn sie vor dem Tod ‎geschieht. Wenn die Zeichen des Todes eintreten, hat die ‎Reue keinen Sinn mehr. Auch der Pharao hat – den ‎Ertrinkungstod vor Augen, bereut. Aber das hat ihm nichts ‎mehr genützt.‎

     

    Deshalb haben die Propheten und Gottesfreunde immer wie ‎folgt Gott gebeten: „Lass uns im Augenblick des Todes, ‎Muslime sein, denn im Unglauben zu sterben ist ein ‎unheilbares Leiden.“ Der göttlichen Barmherzigkeit ‎fernzubleiben ist eine Strafe, die sowohl im Leben als auch ‎danach diejenigen erfasst, die die Wahrheit verhüllt haben. ‎Alle Menschen werden ihnen ihre Abscheu darüber kundtun.‎

     

    Da die göttlichen Strafen auf Seiner Weisheit und ‎Gerechtigkeit beruhen, sind sie weder Unrecht noch Rache. ‎Für die, die bewusst die Wahrheit verbergen, wird es keine ‎Straferleichterung und keine Aufschubfrist geben. Die ‎schlimme Rückwirkung seines Tuns wird nicht weniger und ‎sie wird nicht verzögert werden.‎

     

     

    Wieder konnten wir der Korankommentierung mehrere ‎wichtige Punkte entnehmen.‎

    ‎1. Wenn Gotteshäuser wie die Moscheen von unwissenden ‎Leuten mit Aberglauben verunreinigt werden, so darf man ‎diese Moscheen nicht boykottieren, sondern man muss ‎durch die Anwesenheit an diesen Orten, diese reinigen und ‎die richtigen Formen der Gottanbetung in ihr wieder ‎beleben.‎

    ‎2. Plätze, die Zeichen der in Krafttretung der göttlichen ‎Wunder, Seiner Macht und Barmherzigkeit sind, wie Safaa ‎und Marwa, müssen in Ehren gehalten werden, damit die ‎Erinnerung an die rechtschaffenen guten Menschen und ihre ‎Taten in Geist und Seele der Menschen wach gehalten ‎werden.‎

    ‎3. Die Verhüllung der Wahrheit gehört zu den Sünden, bei ‎denen selbst das Gewissen des Täters ihn verflucht und ‎tadelt, denn in der inneren Natur aller Menschen gibt es den ‎Geist der Wahrheitssuche. Diesen hat ihr Gott mitgegeben.‎

    ‎4. Auf der einen Seite gibt Gott den sündigen Menschen die ‎Möglichkeit zu bereuen und zurückzukehren. Auf der ‎anderen Seite hat er versprochen, die Reue anzunehmen ‎und sagt: „Ich selber bin der, der sie entgegennimmt“.‎

    ‎5. Die Folgen und der Ausgang einer Sache sind wichtig und ‎es fragt sich ob der Mensch als Ungläubiger stirbt oder als ‎Muslim. Natürlich wird sich das Ende jedes Menschen aus ‎dem ergeben, was er in diesem Leben getan hat.‎

     

     

    Zum Schluss beten wir zu Gott, dass Er uns die macht der ‎Erkenntnis der Wahrheit und ihrer Darlegung schenkt und ‎unser Leben gut enden lässt. ‎