islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Teil 35: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 167- 171

    Teil 35: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 167- 171

    • http://german.irib.ir
    Rate this post

     

    Wir freuen uns über Ihr Interesse an unsere kurzen ‎Koranerläuterungen. Diesen Beitrag beginnen wir mit der ‎Übersetzung des Koranverses 167 aus der Sure 2, Sure ‎Bagharah:‎

     

    (2: 167- 171)

     

    وَقَالَ الَّذِينَ اتَّبَعُوا لَوْ أَنَّ لَنَا كَرَّةً فَنَتَبَرَّأَ مِنْهُمْ كَمَا تَبَرَّءُوا مِنَّا ۗ كَذَٰلِكَ يُرِيهِمُ اللَّـهُ أَعْمَالَهُمْ حَسَرَاتٍ عَلَيْهِمْ ۖ وَمَا هُم بِخَارِجِينَ مِنَ النَّارِ

     

    „Diejenigen, die (denen, die auf Abwege führten) ‎Gefolgschaft geleistet haben, sagen am Tag des Jüngsten ‎Gerichtes: Hätten wir doch Gelegenheit zur Umkehr, damit ‎wir uns von ihnen lossagen, so wie sie sich von uns ‎losgesagt haben. So lässt Gott sie ihre Werke sehen, wobei ‎sie sie bedauern. Und sie werden aus dem Höllenfeuer nicht ‎herauskönnen.“ (2: 167)

     

    Im letzten Beitrag haben wir davon gesprochen, wie die ‎Übeltäter die Strafe Gottes erblicken und sich die Anführer ‎von ihren Anhängern lossagen, weil eine Zuneigung, die auf ‎dem Wunschverlangen und Trieben fußt, sich am Jüngsten ‎Tag in Hass und Abscheu verwandelt. In der Übersetzung, ‎die sie eben hörten, heißt es: „Die Höllenbewohner bitten ‎Gott, wieder auf die Welt zurückkehren zu können, um sich ‎dort von ihren Anführern loszusagen und fernzuhalten, denn ‎sie bereuen, dass sie diesen gefolgt sind. Aber ihre Reue ‎nützt ihnen nichts mehr. Es gibt keine Umkehr.“‎

     

    Im Gegensatz zu denjenigen, die sagen, der Mensch besitzt ‎eigentlich keine Entscheidungsfreiheit und im Grunde ‎handelt er aufgrund eines Zwanges, zeigt dieser Koranvers, ‎dass die Menschen auf der Erde Entscheidungskraft haben. ‎Ihr Bedauern und ihre Reue zeigen, dass sie anders hätten ‎handeln können. Aber sie haben selbst aus eigenen Stücken ‎den falschen Weg gewählt.‎

     

    Nun achten Sie bitte auf den nächsten Offenbarungsvers der ‎Sure 2, den Vers 168: Ya ayyohannas… lakum adwanum ‎mobin

     

    يَا أَيُّهَا النَّاسُ كُلُوا مِمَّا فِي الْأَرْضِ حَلَالًا طَيِّبًا وَلَا تَتَّبِعُوا خُطُوَاتِ الشَّيْطَانِ ۚ إِنَّهُ لَكُمْ عَدُوٌّ مُّبِينٌ

     

    „Ihr Menschen! Esst von dem, was es auf der Erde gibt, ‎soweit es erlaubt und gut ist. Und folgt nicht den ‎Versuchungen Satans. Er ist euch wirklich ein klarer Feind.‎“ (2: 168)

     

    Das Essen und Trinken ist ein Trieb des Menschen. Der ‎Bedarf an Nahrung ist eines der grundlegendsten ‎Bedürfnisse aller Menschen. Aber wie bei vielen anderen ‎Dingen, wird auch bei der Nahrungsaufnahme über- und ‎Untertrieben. Einige möchten ohne Beachtung irgendwelcher ‎Regeln oder Wertmaßstäbe nach Belieben alles essen und ‎trinken und es kümmert sie nicht, ob die Vernunft oder das ‎Religionsgesetz dies erlaubt oder ob die Nahrung, die sie zu ‎sich genommen haben, auf religionsrechtlich erlaubten oder ‎unerlaubtem Wege gewonnen wurde. Es geht ihnen nur ‎darum ihren Magen zu füllen und ihre Trieblust zu ‎befriedigen.‎

     

    Es gibt auf der anderen Seite Leute, die ohne ‎überzeugenden Grund, selbst das, was Vernunft und ‎Religionsgesetz erlauben, nicht essen und meinen, es wäre ‎gut, auf diese Weise das Triebhafte in sich zu bekämpfen.‎ Der Islam ist eine umfassende Lehre. Er enthält ‎Bestimmungen hinsichtlich der Nahrung. Was für den Körper ‎gut und notwendig ist, ist erlaubt und was dem Menschen ‎seelisch oder körperlich schadet wird untersagt.‎

     

     

    In der Koranstelle, die sie eben hörten, heißt es daher:‎

    ‎„Was auf der Erde ist, hat Gott für euch erschaffen. So esst ‎von dem was erlaubt und rein und für euch geeignet ist. ‎Erklärt nicht etwas ohne Grund für erlaubt oder für ‎verboten. Auf diese Weise will Satan euch auf Abwege ‎bringen. So wie er einmal Adam und Eva täuschte und sie ‎dazu verleitete, vom verbotenen Baum zu essen.“‎

     

    Wein zu sich zu nehmen ist gemäß Islam eine Befolgung ‎Satans, denn Wein ist verboten. Aber ebenso ist es eine ‎Befolgung Satans, wenn der Mensch etwas was ‎religionsrechtlich erlaubt ist, nicht zu sich nimmt, denn dies ‎macht er meistens aufgrund falscher Ansichten oder ‎Aberglauben.‎

     

     

    In dem Koranvers 169 der Sure Baghara heißt es weiter: ‎Innama… Taalamun‎

     

    إِنَّمَا يَأْمُرُكُم بِالسُّوءِ وَالْفَحْشَاءِ وَأَن تَقُولُوا عَلَى اللَّـهِ مَا لَا تَعْلَمُونَ

     

    „Er, Satan, befiehlt euch doch nur Böses und Hässliches, und ‎befiehlt euch, über Gott etwas zu sagen, wovon ihr kein ‎Wissen habt.‎“ (2: 169)

     

    In dem Koranvers 168 steht: „Satan ist euer Feind“. In ‎diesem heißt es nun: „Ein Zeichen dafür das Satan eurer ‎Feind ist, besteht darin, dass er unablässig euch zu ‎Schlechtem und Hässlichem einlädt, dessen Folgen nur Übel ‎sein wird“. Natürlich herrscht Satan nicht über uns, dass er ‎uns unseren Willen nehmen könnte. Wenn hier von „Befehl ‎zur Sünde“ die Rede ist, so sind seine Zuflüsterungen ‎gemeint, die umso mehr Einfluss auf den Menschen ‎ausüben, je schwächer sein Glaube ist. Satan ruft zur Sünde ‎auf und zeigt auch, wie man sie am besten rechtfertigt. Ein ‎Weg zur Rechtfertigung und zur Vorbereitung der Sünde, ‎sind Lügen über Gott. Wenn der Mensch aufgrund von ‎Ignoranz und Aberglauben etwas Unerlaubtes tut, und es ‎dann so rechtfertigt, dass Gott damit einverstanden sei…‎

     

    Weiter geht es mit der Übersetzung des Koranverses 170 ‎der Sure 2:‎

     

    وَإِذَا قِيلَ لَهُمُ اتَّبِعُوا مَا أَنزَلَ اللَّـهُ قَالُوا بَلْ نَتَّبِعُ مَا أَلْفَيْنَا عَلَيْهِ آبَاءَنَا ۗ أَوَلَوْ كَانَ آبَاؤُهُمْ لَا يَعْقِلُونَ شَيْئًا وَلَا يَهْتَدُونَ

     

    „Und wenn man zu ihnen sagt, sie sollen dem folgen, was ‎Gott herab gesandt hat, sagen sie: ‚Nein wir folgen dem, ‎was wir als Glauben und Brauch unserer Väter übernommen ‎haben.‘ Wenn nun aber ihre Väter nichts verstanden haben ‎und nicht rechtgeleitet waren?“ (2: 170)‎

     

    Die Wahrung von Kultur und Tradition der Vorfahren ist ‎grundsätzlich etwas Gutes, solange sie nicht gegen die ‎Vernunft oder gegen das göttliche Offenbarungswort ‎verstößt. Aber den abergläubischen Bräuchen der Vorfahren ‎sollte man nicht aufgrund von ethnischem Stolz folgen. Ein ‎Weg auf dem Satan sich einschleichen kann, ist die blinde ‎Nachahmung der Vorfahren, wobei der Mensch statt die ‎göttlichen Gebote zu beachten, bedingungslos die falschen ‎Bräuche der Vorfahren pflegt, obwohl er weiß, dass das nicht ‎richtig ist. Die Religion gebietet ihm, dies nicht zu tun.‎

     

    In der folgenden Ayeh 171 heißt es nun:‎

     

    وَمَثَلُ الَّذِينَ كَفَرُوا كَمَثَلِ الَّذِي يَنْعِقُ بِمَا لَا يَسْمَعُ إِلَّا دُعَاءً وَنِدَاءً ۚ صُمٌّ بُكْمٌ عُمْيٌ فَهُمْ لَا يَعْقِلُونَ

     

    „(Prophet!) Bei den Ungläubigen ist es (wenn du sie zum ‎Islam aufrufst), wie wenn ein Hirt (bei Gefahr, seine Schafe) ‎ruft, diese aber nur Laute wahrnehmen (ohne zu verstehen). ‎‎(Diese Ungläubigen sind) Taub, stumm und blind. Und sie ‎begreifen nicht.‎“ (2: 171)

     

    In der vorherigen Ayeh hieß es, dass die Ungläubigen ‎blindlings dem Aberglauben ihrer Vorfahren folgen, obwohl ‎ihre Ahnen ihre falschen Ansichten weder auf vernünftiger ‎Überlegung noch aufgrund von göttlicher Offenbarung ‎pflegten. In dem Koranvers, den sie eben lasen heißt es ‎deshalb: „Die Ungläubigen denken selber nicht nach, damit ‎sie zur Wahrheit finden. Sie verschließen Augen und Ohren ‎vor der Wahrheit, damit sie nichts sehen und hören. Genau ‎wie Schafe, die, wenn sie den Hirten, der sie vor einer ‎Gefahr warnen will rufen hören, nicht verstehen, was er ruft. ‎Wie die Tiere haben Sie Ohren und Augen aber sie denken ‎nicht nach. Deshalb erkennen sie nicht die Wahrheit und ‎wenden sich den falschen Bräuchen ihrer Vorfahren zu, Sie ‎ahmen diese einfach nach, ohne nachzudenken.“ ‎

     

    Folgende wichtige Punkte wollen wir abschließend noch ‎einmal aufzählen:‎

     

    ‎1. Der Mensch ist kein Tier, welches seinem Magen ‎gehorcht, sondern er soll seine Nahrungsbedürfnisse im ‎Rahmen der göttlichen Gebote decken und Reines und ‎Erlaubtes zu sich nehmen.‎

    ‎2. Satan kann auch in der Gestalt eines Menschen die ‎anderen zu Bösem und Schlechtem aufrufen.‎

    ‎3. Die Pflege der Traditionen und Bräuche unserer Vorväter ‎ist nur dann richtig, wenn diese Bräuche auf Wissen und ‎Vernunft beruhen. Andererseits hat die Überlieferung von ‎Aberglauben von der einen zur nächsten Generation nicht ‎mehr als Rückschritt und Verfall zur Folge.‎

    ‎4. Der Wert des Menschen hängt von seinem Verstand und ‎Denken ab.Tiere haben auch wie er Augen und Ohren.‎

     

    Zum Schluss bitten wir Gott uns bei dem Kampf gegen ‎unerlaubte innere Wünsche und Einflüsterungen des Satans ‎von außen zu helfen und zu verhindern, dass wir blindlings ‎die anderen nachahmen. Wir bitten ihn auch uns zu helfen, ‎dass wir aufgrund der Vernunft und Offenbarung unseren ‎Weg zur Glückseligkeit gehen.‎