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    Teil 38: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 180- 182

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    Wir beginnen unseren heutigen Beitrag in Erinnerung an ein ‎Wort des Propheten des Islams, in dem er die Muslime ‎auffordert: „Seht ihm Koran euren Wegführer“‎ Bei unserer Betrachtung des Koraninhalts sind wir bei dem ‎Offenbarungswort 180 der Sure Bagharah angelangt: Kotoba ‎aleikom… mottaqin

     

    (2: 180- 182)

     

     

    كُتِبَ عَلَيْكُمْ إِذَا حَضَرَ أَحَدَكُمُ الْمَوْتُ إِن تَرَكَ خَيْرًا الْوَصِيَّةُ لِلْوَالِدَيْنِ وَالْأَقْرَبِينَ بِالْمَعْرُوفِ ۖ حَقًّا عَلَى الْمُتَّقِينَ

     

    „Wenn es bei einem von euch aufs Sterben zugeht, und ‎wenn er Vermögen hinterlässt, ist euch vorgeschrieben, in ‎rechtlicher Weise eine letztwillige Verfügung zugunsten der ‎Eltern und der nächsten Verwandten zu treffen. Dies gebührt ‎den Gottesfürchtigen.“‎ (2: 180)

     

    Geburt und Tod gehören zum Leben. Jeder von uns muss ‎eines Tages diese Welt verlassen. Am Tag unserer Geburt ‎haben wir sie mit leeren Händen betreten. Und auch beim ‎Fortgang können wir nichts von dem weltlichen Besitz ‎mitnehmen, weder unser Geld noch unseren Privatwagen, ‎noch unser Haus. ‎

     

    Nach den islamischen Regelungen, soll 2 Drittel des ‎Vermögens eines Verstorbenen unter seinen Kindern und ‎seiner Ehefrau und weiteren Erben aufgeteilt werden. Diese ‎Aufteilungsregel bedarf keines Testamentes. Aber für das ‎dritte Drittel seiner Hinterlassenschaft kann der Mensch ein ‎Testament ausstellen und bestimmen, wie es verwendet ‎wird. Deshalb heißt es an dieser Koranstelle, dass die ‎gottesfürchtigen Menschen, von ihrem religiös rechtmäßigen ‎Besitz bei Herannahen ihrer Todesstunde ihren Eltern und ‎nahen Verwandten etwas hinterlassen. Ihre Kinder und ‎Ehefrau erben ohnehin zwei Drittel von ihm.‎

     

    Das Testament muss jedoch der Vernunft entsprechen. Es ‎darf nicht so sein, dass jemand in überschwänglicher ‎Zuneigung dem einen viel schenkt und einen anderen aus ‎Hass oder Rache leer ausgehen lässt. Das Testament ist eine ‎Art Vorausplanen. Mit ihm kann man Versäumtes wieder gut ‎machen. So kann sich der Mensch auch noch nach seinem ‎Tode durch sein Testament Gottes Lohn verdienen.‎

     

    Wir entnehmen dem Vers 180 der Sure Baghara, dass die ‎Eltern ein Recht darauf haben, dass ihre Kinder sie achten. ‎Deshalb soll der Mensch einen Teil seines Besitzes ihnen ‎hinterlassen.‎

     

    Die nächste Koranstelle, die zu beachten ist, ist Vers 181 der ‎gleichen Sure: Faman badalu… samion alim

     

    فَمَن بَدَّلَهُ بَعْدَ مَا سَمِعَهُ فَإِنَّمَا إِثْمُهُ عَلَى الَّذِينَ يُبَدِّلُونَهُ ۚ إِنَّ اللَّـهَ سَمِيعٌ عَلِيمٌ

     

    „Wenn dann jemand das Testament abändert, nachdem er es ‎gehört hat, so wisset: die Schuld daran trifft nur diejenigen, ‎die es abändern. Gott hört und weiß alles.“ (2:181)

     

    Es kommt vor, dass die Kinder eines Verstorbenen oder ‎seine Verwandten sein Testament trotz voller Erkenntnis ‎über seinen Inhalt, ändern. Zum Beispiel steht im ‎Testament: „Gebt eine bestimmte Geldsumme einem ‎bestimmten Bedürftigen. Aber die Kinder des Verstorbenen ‎befolgen diesen Wunsch nicht, sondern geben das Geld ‎einem anderen.“‎

     

    Der Koran sagt dazu: „Der Verstorbene, der diesen ‎testamentarischen Wunsch geäußert hat wird seinen Lohn ‎dafür erhalten und der, der anstelle eines anderen das Geld ‎erhält, den trifft auch keine Schuld, weil er nichts davon ‎wusste. Nur wer das Testament wissentlich geändert hat, ‎der hat eine Sünde begangen. Im Islam ist auch noch nach ‎dem Tod, das Recht auf Eigentum zu wahren. Jemand darf ‎nicht unerlaubt über das Eigentum eines Verstorbenen ‎bestimmen, selbst wenn er sein direkter Nachkomme ist.‎

     

    Wir entnehmen demnach dieser Koranstelle, dass wir uns ‎nach dem Testament richten müssen. Jede ‎Testamentänderung ist ein Verrat. Gott kennt diesen Verrat ‎und kann ihn bestrafen.‎

     

    Der nächsten Vers in dieser Sure ist Vers 182: Faman ‎khafa… ghafuran rahim‎

     

    فَمَنْ خَافَ مِن مُّوصٍ جَنَفًا أَوْ إِثْمًا فَأَصْلَحَ بَيْنَهُمْ فَلَا إِثْمَ عَلَيْهِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

     

    „Wenn aber der Erb-Lasser (aufgrund einseitiger Zuneigung ‎zu einigen Erben) in seinem Testament unrechtmäßig ‎vorgeht oder zu Schuldhaftem auffordert, so trifft den, der ‎die (negative Auswirkung der Hinterlassenschaft) befürchtet ‎und daraufhin (durch Änderung des Testamentes) zwischen ‎ihnen (den Hinterbliebenen) auf gütlichem Weg einen ‎Ausgleich herbeiführt, keine Schuld. Gott ist barmherzig und ‎bereit zu vergeben.‎“ (2: 182)

     

    Im Offenbarungszeichen 181 war gesagt worden, dass jeder ‎der wissentlich ein Testament ändert, eine Sünde begeht. In ‎der darauf folgenden Ayeh 182 wird nun auf den Fall ‎eingegangen, dass jemand ein ungerechtes Testament ‎aufstellt mit dem er Zwietracht in der Familie stiftet. Es kann ‎auch sein, dass er, ohne das zu dürfen, sein Testament über ‎mehr als 1 Drittel seines Besitzes ausstellt. Möglicherweise ‎äußert er auch testamentarisch einen Wunsch, dessen ‎Erfüllung Sündigen bedeutet. In allen diesen Fällen darf das ‎Testament richtig gestellt werden, um auf diese Weise ‎zwischen denen, die einen Anteil haben, Frieden zu stiften.‎

     

    Wir sehen an diesem Koranvers wieder einmal, dass der ‎Islam, den Menschen nicht in die Sackgasse geraten lässt. ‎Wenn etwas vorrangig wichtig ist, muss es beachtet werden. ‎Hier ist es zu nächst die Achtung des Testamentes, welche ‎wichtig ist. Aber die Vermeidung von Zwietracht ist noch ‎wichtiger. Es ist wie mit der Lüge. Grundsätzlich ist Lügen ‎eine Sünde. Aber manchmal wird es zur Pflicht, zum Beispiel ‎um ein Menschenleben vor der Willkür eines Tyrannen zu ‎schützen.‎

     

    Abschließend richten wir wieder eine Bitte an Gott. Wir ‎bitten ihn er möge uns helfen, dass wir immer unsere Pflicht ‎erfüllen – bis zum letzten Moment. Wir bitten ihn, dass wir ‎auch noch an der Schwelle zum Tod dafür sorgen, dass wir ‎gut in Erinnerung bleiben und uns auch noch nach dem Tod ‎göttliche Belohnung zuteil wird.‎

     

    Damit schließen für heute die Koranbetrachtung ab.‎

     

     

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