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    Teil 39: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 183- 186

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    Dieser Teil beginnt als Fortsetzung unserer Koraninterpretation mit dem Offenbarungszeichen 183 der Sure 2: (2: 183- 186)

     

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا كُتِبَ عَلَيْكُمُ الصِّيَامُ كَمَا كُتِبَ عَلَى الَّذِينَ مِن قَبْلِكُمْ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَ

     

    „Ihr Gläubigen! Euch ist vorgeschrieben, zu fasten, so wie es auch denjenigen, die vor euch lebten, vorgeschrieben worden ist. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein.“ (2: 183)

     

    Eines der göttlichen Gebote ist das Gebot des Fastens. Das Fastengebot wurde nicht erst im Islam erlassen. Auch in den vorhergehenden Religionen göttlichen Ursprungs gibt es dieses Gebot. Das religiöse Fasten stärkt den Willen des Menschen. Der Mensch, der auf diese Weise seinen Willen stärkt, lernt auch den Verlockungen des Unerlaubten zu widerstehen.

     

    Durch das religiöse Fasten erreicht der Mensch aber noch mehr. Seine religiösen Gefühle wachsen und das Verständnis gegenüber seinen Mitmenschen wird vermehrt. Wer einen Monat lang jeden Tag am eigenen Leibe verspürt hat, wie es ist, Hunger zu haben, der versteht Menschen die Hunger leiden müssen besser und er versucht sein Handeln zu ändern, indem er vielleicht mit den Segensgaben Gottes sorgsamer umgeht oder hilfsbereiter gegenüber Hilfsbedürftigen wird. Fasten schafft Voraussetzungen, uns von Sünden zu befreien. Ausgangspunkte für die meisten Sünden, sind die triebhaften Wünsche des Menschen. Durch Fasten können wir Kontrolle über diese triebhaften Wünsche gewinnen. Fasten verhilft uns Menschen zur größerer Abstinenz und fördert die Gottesfürchtigkeit. Beim religiösen Fasten verzichtet der Mensch nicht nur auf Speisen und Getränk, denn nicht nur der Leib, sondern auch die Seele soll eine Reinigung erfahren. Daher ist der aufrichtig Fastende darauf bedacht, sich jeder Sünde zu enthalten.

     

    Dieser Koranstelle entnehmen wir:

     

    1. Das religiöse Fasten, welches die Gottesfürchtigkeit im Menschen weckt und stärkt, ist ein Zeichen des Glaubens.

     

    1. Gott ist nicht darauf angewiesen, dass der Mensch seine Gebote befolgt, und Ihm zum Beispiel durch Fasten und das tägliche Gebet dient. Aber es ist zu unserem eigenen Vorteil, wenn wir die Gebote Gottes befolgen.

     

    Das Offenbarungszeichen 184 der Sure Baqarah besagt:

     

    أَيَّامًا مَّعْدُودَاتٍ ۚ فَمَن كَانَ مِنكُم مَّرِيضًا أَوْ عَلَىٰ سَفَرٍ فَعِدَّةٌ مِّنْ أَيَّامٍ أُخَرَ ۚ وَعَلَى الَّذِينَ يُطِيقُونَهُ فِدْيَةٌ طَعَامُ مِسْكِينٍ ۖ فَمَن تَطَوَّعَ خَيْرًا فَهُوَ خَيْرٌ لَّهُ ۚ وَأَن تَصُومُوا خَيْرٌ لَّكُمْ ۖ إِن كُنتُمْ تَعْلَمُونَ

    „(Das Fasten ist) eine bestimmte Anzahl von Tagen (einzuhalten). Und wenn einer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet (und deshalb nicht fasten kann, ist ihm) eine Anzahl anderer Tage (zum Nachholen des Fastens auferlegt). Und diejenigen, für die das Fasten anstrengend ist (wie alte Menschen) gilt die Ersatzpflicht, nämlich die Speisung   eines Armen. Und wenn einer aus freien Stücken noch mehr Gutes tut, ist das besser für ihn. Es ist (aber in jedem Fall) besser für euch, dass ihr fastet, wenn ihr (richtig zu urteilen) wisst.“ (2: 184)

     

    Gottes Gebote sind nicht streng und ihre Befolgung ist nicht anstrengend. Jeder trägt eine seinen Kräften entsprechende Verpflichtung. Das Fasten ist ohnehin nur in einem bestimmten Monat des Jahres Pflicht. Und wenn einer zu dieser Zeit, nämlich im Monat Ramadan, auf Reisen oder krank ist, kann er die Fastenpflicht zu einer anderen Zeit nachholen. Und wenn jemand überhaupt nicht die Kraft zum Fasten hat, dann soll er, statt Hunger zu ertragen, an die Hungernden denken und für jeden Tag im Monat Ramadan, an dem er nicht fasten konnte, einen Armen sättigen.

     

    Wenn jemand als Ersatz für jeden nicht gefasteten Fastentag nicht nur einen, sondern mehrere Bedürftige sättigt, ist das natürlich noch besser.

     

    In Wirklichkeit ist Fasten jedoch so positiv, dass jeder, der dessen Wirkung und Wert erkennt, gar nicht vom Fastengebot befreit sein möchte.

     

    Wir sehen: Der Islam ist eine Religion, die alle Aspekte berücksichtigt. In der genannten Ayeh sind für alle, entsprechend ihren Bedingungen, Regelungen für das Fasten aufgestellt, und es gelten Sonderbedingungen für Reisende und Kranke und betagte Menschen.

     

    Das nächste Verszeichen ist etwas länger. Es ist das Offenbarungszeichen 185 der Sure 2:

     

    شَهْرُ رَمَضَانَ الَّذِي أُنزِلَ فِيهِ الْقُرْآنُ هُدًى لِّلنَّاسِ وَبَيِّنَاتٍ مِّنَ الْهُدَىٰ وَالْفُرْقَانِ ۚ فَمَن شَهِدَ مِنكُمُ الشَّهْرَ فَلْيَصُمْهُ ۖ وَمَن كَانَ مَرِيضًا أَوْ عَلَىٰ سَفَرٍ فَعِدَّةٌ مِّنْ أَيَّامٍ أُخَرَ ۗ يُرِيدُ اللَّـهُ بِكُمُ الْيُسْرَ وَلَا يُرِيدُ بِكُمُ الْعُسْرَ وَلِتُكْمِلُوا الْعِدَّةَ وَلِتُكَبِّرُوا اللَّـهَ عَلَىٰ مَا هَدَاكُمْ وَلَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ  

    „Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran herabgesandt wurde. (Der Koran) Wegführer der Menschen und mit klaren Beweisen der Rechtleitung und (Maßstab zu) der Unterscheidung des Rechten vom Unrechten. Wer nun von euch während des Monats anwesend ist, soll in ihm fasten. Und wenn einer krank ist, oder sich auf einer Reise befindet (und deshalb nicht fasten kann, der soll ) die entsprechende Anzahl anderer Tage (fasten). Gott will es euch leicht machen, nicht schwer. (So fastet) damit die Zahl (der vorgeschriebenen Fastentage) voll erreicht wird und preist Gott dafür, dass Er euch rechtgeleitet hat! Vielleicht werdet ihr euch dankbar zeigen.“ (2: 185)

     

    In den vorhergehenden Koranversen wurden das Gebot des Fastens im Monat Ramadan sowie einige Fastenregeln genannt. Im Vers 185, wird über den Zeitpunkt des religiösen Fastens, nämlich über den Monat Ramadan gesprochen. Der Monat Ramadan ist schon bevor das Fastengebot für ihn erlassen wurde, etwas Besonderes gewesen. In diesem Monat wurde der Koran herabgesandt. Dies ist überhaupt der wichtigste Grund für die Heiligkeit dieses Monats. Die Herabsendung geschah in der Nacht des Schicksals und diese ist eine der Nächte im Monat Ramadan.

     

    Nur der Monat Ramadan wird mit seinem Namen im Koran genannt. Ramadan bedeutet soviel wie „etwas verbrennen“. Vielleicht hat das zu bedeuten, dass die Sünden des Fastenden verbrannt werden und er sich somit von ihnen befreien kann.

     

    Der Islam ist keine schwierige oder strenge Religion. Wer im Monat Ramadan nicht fasten kann, der kann im Laufe des Jahres die Fastentage nachholen und er braucht auch nicht 30 Tage hintereinander zu fasten, sondern kann die Fastentage über das Jahr verteilen. Wenn er überhaupt ganz vom Fasten befreit ist, dann muss er aber einen Ersatz dafür leisten, nämlich die Kafaareh (Speisung von Bedürftigen).

     

    Es gibt auch für das Gebet solche Erleichterungen. Zum Beispiel wenn der Mensch vor dem Gebet aus berechtigten Gründen nicht die rituelle Reinigung mit Wasser, das wusu’ durchführen kann, so genügt es, wenn er ein tayamom (z.B. mit reiner Erde) vornimmt, wozu er kein Wasser benötigt. Wenn das „Stehen“ beim Gebet für ihn schwierig ist, dann kann er sich setzen. In bestimmten Fällen (Krankheit) ist es ihm auch erlaubt, im Liegen zu beten.

     

    Der Mensch sollte daher Gott seinen Dank zeigen, denn Gott verlangt nur so viel von ihm, wie in seinen Kräften steht. Er macht es dem Menschen nicht unnötig schwer.

     

    Aus Ayeh 185 entnehmen wir, dass sich die Muslime jedes Jahr im Monat Ramadan läutern und so auf den Empfang des Korans vorbereiten können. In der 186. Ayeh der Sure 2 heißt es weiter:

     

    وَإِذَا سَأَلَكَ عِبَادِي عَنِّي فَإِنِّي قَرِيبٌ ۖ أُجِيبُ دَعْوَةَ الدَّاعِ إِذَا دَعَانِ ۖ فَلْيَسْتَجِيبُوا لِي وَلْيُؤْمِنُوا بِي لَعَلَّهُمْ يَرْشُدُونَ

     

    „Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, (sag): Ich bin nahe. Ich erhöre, wenn einer zu mir betet, sein Gebet. Sie sollen nun (auch ihrerseits) auf mich hören und an mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen.“ (2: 186)

     

    Als der Prophet gefragt wurde: ‚Ist Gott uns nahe, damit wir still zu ihm beten oder ist er fern, damit wir ihn mit lauter Stimme rufen?’, wurde ihm der Vers 186 geoffenbart.

     

    Gott ist sehr nahe! Er ist so nahe, dass wir uns das gar nicht vorstellen können, denn in dem Offenbarungswort 16 der Sure Qaf, Sure 50, steht sogar: „Ich bin dem Menschen näher als seine Halsschlagader.“

     

    Der Mensch kann zeitlich und örtlich ungebunden, immer und überall mit Gott sprechen, zu ihm beten.

     

    Der Monat Ramadan ist der Monat des Gebetes und der Reue, und in Ayeh 186 hat Gott anschaulich auf die Beziehung zwischen sich und den Menschen hingewiesen.

     

    Wir erfahren durch Ayeh 186 Sure 2, dass Gott unser Gebet, unseren Ruf, hört. Er erhört uns und kommt unseren Bedürfnissen nach. Wir sollten zu ihm beten und nur auf seine Anweisung hören. Unser Wohl und Glück hängt von unsrem Glauben an Ihn ab.

     

    Zum Abschluss bitten wir Gott, er möge uns helfen, dass wir uns nach Seinen Geboten in der Form richten, wie er es angewiesen hat und durch das Lesen im Koran und durch häufiges Gebet, Seiner gedenken.