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    Teil 4: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 6-9

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    Wir beginnen unseren 4. Beitrag aus der neuen Sendereihe In Richtung Licht wieder im Namen Gottes des Allbarmherzigen und Gütigen. Im Namen Gottes des Allmächtigen, des Allwissenden und Allweisen. Im Namen dessen, der das Recht in den Mittelpunkt seiner Schöpfung gestellt hat. Auch heute möchten wir wieder eine Ähre im Kornfeld des Korans pflücken.

     

     

    Zu Beginn der Sure Baqareh, der zweiten Sur, wurden die Menschen gemessen am Maßstab des Glaubens und je nach ihrer Rechtleitung oder ihres Abirrens in drei Gruppen eingeteilt: die Mumenin – die Gläubigen, die Kaferan – die Ungläubigen und die Monafeqin – die Heuchler. In dieser Koranstelle werden die Merkmale dieser drei Gruppen genannt und Maßstäbe vorgestellt, an denen jeder, gleich in welcher Epoche er lebt, sich und die anderen beurteilen und erkennen kann, zu welcher Gruppe er selber gehört. Mit anderen Worten: in dieser Koransure werden gültige Maßstabe der Menschenkunde definiert, die jederzeit und überall angewandt werden können und nicht auf einen bestimmten Zeitraum oder Ort oder eine bestimmte Gesellschaft beschränkt sind. Die Eigenschaften der Mumenin, der gläubigen Menschen, haben wir bereits im letzten Teil unseres Beitrages, den ersten Versen der Sure Baqareh entnommen.

     

     

    Jetzt folgen die Offenbarungszeichen 6 und 7, in denen die besonderen Merkmale der Kaferan – der Ungläubigen, beschrieben sind.

     

     

    (2: 6-9)

    إِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا سَوَاءٌ عَلَيْهِمْ أَأَنذَرْتَهُمْ أَمْ لَمْ تُنذِرْهُمْ لَا يُؤْمِنُونَ

     

     

    „Die, die ungläubig wurden: Für sie ist es das gleiche, ob du sie vor der Strafe Gottes warnst oder nicht: Sie werden nicht gläubig werden. (2: 6)

     

     

    خَتَمَ اللَّـهُ عَلَىٰ قُلُوبِهِمْ وَعَلَىٰ سَمْعِهِمْ وَعَلَىٰ أَبْصَارِهِمْ غِشَاوَةٌ وَلَهُمْ عَذَابٌ عَظِيمٌ

     

     

     

    Gott hat ihre Herzen und Ohren versiegelt, und ihre Augen sind verschleiert und eine große Strafe wurde für sie festgelegt.“ (2: 7)

     

     

     

    Gemäß diesen Offenbarungszeichen sind die Ungläubigen genau das Gegenstück zu den Gottesfürchtigen. Die Gottesfürchtigen öffnen sich vollkommen für Wahrheit und Recht, aber die Nicht-Glaubenden beharren auf ihrer Abirrung und schließen hartnäckig die Augen vor Wahrheit und Recht und dieser Zustand wirkt sich bis tief in ihr Inneres aus, so dass keine Mahnung und Warnung mehr Wirkung auf sie hat. So bedeutet der Ausdruck Kofran Nemat – Gottes Segen nicht beachten und Undankbarkeit gegenüber Gottes Segensgaben. Der Mensch kommt nicht als Ungläubiger auf die Welt. Wenn sein Verstand herangereift ist und er unterscheidensfähig wurde, nimmt er je nach Argumentation den Glauben an oder lehnt ihn ab.

     

     

    وَمِنَ النَّاسِ مَن يَقُولُ آمَنَّا بِاللَّـهِ وَبِالْيَوْمِ الْآخِرِ وَمَا هُم بِمُؤْمِنِينَ

     

     

     

    „Jemand der, nachdem er die Fähigkeit zu entscheiden, gewonnen hat, den Glauben ablehnt, hat sich selber den Weg der Rechtleitung verstellt, denn er hat freiwillig den Unglauben gewählt.“ (2: 8)

     

     

    Das Beharren auf dem Unglauben, legt die Kraft der Erkenntnis still. Dies kann so weit gehen, dass die Blicke des Menschen verschleiert werden und er sich ein falsches, umgekehrtes Bild von der Wahrheit macht. Die genannte Koranstelle ist eine Mahnung an alle Ungläubigen, auch die in unserer Zeit. Sie warnt vor der Versiegelung von Herz und innerem Ohr, die beharrlicher Unglauben zur Folge hat.. Auch wenn Gott diese Versiegelung entstehen lässt, so hat in Wirklichkeit der Ungläubige sie sich selber freiwillig eingehandelt, und zwar durch sein Tun und Denken.

     

     

     

    Gott, der Gütige und Weise, hat viele viele Male den Menschen ein schönes Leben verheißen und gesagt: Ich bringe euch aus der Dunkelheit ins Licht. Er hat gesagt: Er ist Freund und Herr der Gläubigen. Er hilft ihnen. Diese Erhellung und diese Wegführung gilt dann, wenn ein Mensch nicht eigensinnig gegenüber Recht und Wahrheit eingestellt ist, sich vom Sündhaften distanziert und zu Gott eine tiefe Glaubensbeziehung anknüpft. Aber wenn ein Menschengeschöpf sich eigensinnig von der Rechtlenkung abwendet, dann läßt Gott ihn mit seinem Unglauben alleine.

     

     

    In einer Überlieferung von Imam Bagher, a.s., Nachkomme aus der Prophetenfamilie, heißt es:

     

     

    „Im Herzen jedes gläubigen Dieners gibt es eine strahlend weiße Stelle. Wenn er sündigt, taucht dort ein schwarzer Punkt auf. Bereut er aufrichtig, dann wird diese schwarze Stelle beseitigt, aber wenn er die Sünden fortsetzt, wird sie größer, bis sie alles Weiße überdeckt hat. Und wenn das Weiße überdeckt ist, dann kehrt der Besitzer dieses Herzens nie wieder zu Wohl und Glück zurück.“

     

     

    In dieser Überlieferung wird betont, dass die Menschen selber zwischen dem Weg des Glücks und Unglücks wählen. In anderen Koranversen wie dem 35. der Sure 23 hat Gott deutlich verkündet, dass er die Herzen der arroganten Eigensinnigen und Unrecht Tuenden versiegelt. Bei gesellschaftlichen Umwälzungen und Revolutionen taucht immer auch das Phänomen der Heuchelei auf. Es ist unrealististisch zu denken, dass alle, die sich überzeugt zeigen, und mit anpacken, ohne Ausnahme innerlich tatsächlich auch überzeugt sind. Der Islam hat in einem bestimmten Abschnitt seiner Geschichte eine Gruppe vor sich gesehen, die weder so ehrlich und mutig waren, sich zum Glauben zu bekennen, noch es wagten oder vermochten, sich klar gegen den Islam zu stellen. Diese Gruppe wird im Koran die Monafeqin oder Munafeqan genannt, die Heuchler. Diese scheinen äußerlich gläubige, gute Menschen zu sein. Sie zu erkennen, ist daher schwierig. Aber der Koran nennt mehrere klare Merkmale, an denen ihr wahres Gesicht deutlich wird. Daher heisst es in Fortsetzung der Sure 2, nachdem die besonderen Merkmale der Kaferan, der Ungläubigen genannt wurden, über die Monafeqin, die Heuchler:

     

     

    يُخَادِعُونَ اللَّـهَ وَالَّذِينَ آمَنُوا وَمَا يَخْدَعُونَ إِلَّا أَنفُسَهُمْ وَمَا يَشْعُرُونَ

     

     

     

    „Eine Grupppe unter den Menschen sagt: Wir glauben an Gott und den Jüngsten Tag, während sie nicht glauben. Sie betreiben Tücke und List gegen Gott und die Gläubigen, während sie (in Wirklichkeit ) nur sich selbst betrügen, aber es nicht merken.“ (2: 9)

     

     

    Zu Beginn dieser Koranstelle wird zunächst gesagt, was Heuchelei ist. Die Heuchler geben, entgegen ihrer inneren Überzeugung, vor gläubig zu sein und versuchen Gott und die wahren Gläubigen zu täuschen, entweder aus Furcht um den Verlust von Vorteilen, oder um sich neue Vorteile zu verschaffen. Hier ist demnach vom Betrug der Monafeqin die Rede. Die Monafeqin machen sich aber selber etwas vor, denn sie sind auf Abwege geraten. Gott ist unendliche Macht: Er lebt, lenkt und herrscht über alles. Er kennt auch alle Geheimnisse des Menschen.