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    Teil 40: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 187- 189

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    Die Übersetzung des Koranverses 187 der Sure Baqarah, Sure 2 lautet: (2: 187- 189)

     

    أُحِلَّ لَكُمْ لَيْلَةَ الصِّيَامِ الرَّفَثُ إِلَىٰ نِسَائِكُمْ ۚ هُنَّ لِبَاسٌ لَّكُمْ وَأَنتُمْ لِبَاسٌ لَّهُنَّ ۗ عَلِمَ اللَّـهُ أَنَّكُمْ كُنتُمْ تَخْتَانُونَ أَنفُسَكُمْ فَتَابَ عَلَيْكُمْ وَعَفَا عَنكُمْ ۖ فَالْآنَ بَاشِرُوهُنَّ وَابْتَغُوا مَا كَتَبَ اللَّـهُ لَكُمْ ۚ وَكُلُوا وَاشْرَبُوا حَتَّىٰ يَتَبَيَّنَ لَكُمُ الْخَيْطُ الْأَبْيَضُ مِنَ الْخَيْطِ الْأَسْوَدِ مِنَ الْفَجْرِ ۖ ثُمَّ أَتِمُّوا الصِّيَامَ إِلَى اللَّيْلِ ۚ وَلَا تُبَاشِرُوهُنَّ وَأَنتُمْ عَاكِفُونَ فِي الْمَسَاجِدِ ۗ تِلْكَ حُدُودُ اللَّـهِ فَلَا تَقْرَبُوهَا ۗ كَذَٰلِكَ يُبَيِّنُ اللَّـهُ آيَاتِهِ لِلنَّاسِ لَعَلَّهُمْ يَتَّقُونَ

     

    „Es ist euch erlaubt zur Fastenzeit bei Nacht mit euren Ehefrauen Umgang zu pflegen. Sie sind für euch, und ihr seid für sie (wie) eine Bekleidung. Gott weiß (wohl), dass ihr euch (immer wieder) selber betrogen habt (als euch der nächtliche Umgang nicht erlaubt war). Und nun hat Er sich euch gnädig wieder zugewandt und euch verziehen. Von jetzt ab berührt sie (ohne Bedenken) und geht dem nach, was Gott euch bestimmt hat, und esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt! Hierauf haltet das Fasten durch bis zur Nacht! Und berührt sie nicht, während ihr zur Andacht an den Gebetsstätten weilt! Das sind die Gebote Gottes. Kommt ihnen nicht nahe! So legt Gott den Menschen seine Zeichen dar. Vielleicht werden sie gottesfürchtig sein.“ (2: 187)

     

    Zu Beginn des Islams waren die Gebote für das religiöse Fasten strenger. Nicht nur am Tag, sondern auch in den Nächten des Fastenmonats war der engere Kontakt zur Ehefrau untersagt. Es durfte auch nur abends, vor dem Schlafen, etwas gegessen und getrunken werden, und dann nichts mehr. Für viele Muslime waren diese Regeln zu schwer und sie bestanden die göttliche Prüfung nicht, da sie diese Regeln nicht einhalten konnten. Der Koran drückt es so aus: Sie betrogen sich selber.

     

    Durch Herabsendung des Offenbarungswortes 187 der Sure Baqarah lockerte Gott die Fastengebote, damit die Muslime sie besser einhalten können.

     

    Die eheliche Beziehung wird in dieser Koranstelle sehr subtil und treffend umschreiben. Es heißt: Die Eheleute sind wie eine Bekleidung füreinander. Bekleidung bedeckt einerseits körperliche Mängel und ist andererseits ein Schmuck. Eheleute bewahren sich gegenseitig vor abwegigen Schritten. Sie schmücken einander und geben einander inneren Frieden. So wie eine Bekleidung den Menschen wärmt, bringt auch der Ehepartner Wärme ins Leben. Bemerkenswert ist, dass beide, Mann und Frau, die gleiche Aufgabe haben, dass sie gleichgestellt sind.

     

    Wir können diesem Koranvers mehrere Punkte entnehmen:

     

    1. Der Islam zeichnet sich dadurch aus, dass er die Gebote erleichtert. Wenn die Erfüllung eines Gebotes große Mühe macht, so vereinfacht Gott die Regeln.
    2. Der Verstoß gegen Gottes Gebote und Sündigen ist Unrecht, das wir uns selbst antun. Wir schaden nämlich nicht Gott, sondern uns selber damit.
    3. Der Islam ist keine Religion des Mönchstums und der ständigen Abstinenz von Genüssen. Neben dem Gott-Dienen sind Genüsse bei Beachtung der Regeln erlaubt. Dies zeigt, dass der Islam alle Seiten des menschlichen Lebens beachtet.
    4. Nun, da Gott die erlaubten Wege für die Befriedigung der natürlichen Triebe festgelegt hat, gibt es keine Entschuldigung mehr sich der Sünde zuzuwenden.
    5. Sich der Sünde zu nähern, birgt die Gefahr sie zu begehen. Gott gebietet daher, dass wir der Sünde erst gar nicht nahe kommen sollen.
    6. Ob sich die göttlichen Gebote nun auf das Fasten oder den ehelichen Kontakt beziehen: Sie gelten der Erreichung eines gottesfürchtigen Denkens und Handelns und der Enthaltung der Sünden.

     

    Vers 188 der Sure 2 lautet:

     

    وَلَا تَأْكُلُوا أَمْوَالَكُم بَيْنَكُم بِالْبَاطِلِ وَتُدْلُوا بِهَا إِلَى الْحُكَّامِ لِتَأْكُلُوا فَرِيقًا مِّنْ أَمْوَالِ النَّاسِ بِالْإِثْمِ وَأَنتُمْ تَعْلَمُونَ

     

    „Und bringt euch nicht untereinander in betrügerischer Weise um euer Vermögen, und wendet euch damit nicht (zur Bestechung) an die Richter, um die Leute in sündhafter Weise um einen Teil ihres Vermögens zu bringen, wo ihr doch Bescheid wisst (dass ihr einen Verstoß begeht).“ (2: 188)

     

    Der Koranvers 188 verweist auf zwei große Sünden, die zur Verbreitung von Ungerechtigkeit und einer unsicheren Wirtschaftslage führen. Die Muslime werden ernsthaft vor der unerlaubten Aneignung fremden Eigentums gewarnt und davor, einen Richter zu bestechen, damit er ihnen dazu verhilft, sich fremdes Gut anzueignen. Der Koran bezeichnet dies sowohl als Sünde und religionsrechtlich verboten, sowie auch als unverständig.

     

    Viele versuchen die Bestechungsgelder zu beschönigen, indem sie diese als Schenkung oder Geschenk bezeichnen. Damit wollen sie aber nur ihren Verstoß gegen die religiösen Gebote wieder gutmachen, bzw. sich vor der Strafe retten oder sonst wie Vorteile für sich erzielen.

     

    Hier ein Beispiel aus der islamischen Geschichte, zur Zeit Imam Ali’s (a.s.):

     

    Einmal brachte jemand Halwa, eine wohlschmeckende Süßspeise, an die Tür von Imam Ali’s Haus. Er bezeichnete diese sozusagen als Geschenk, aber in Wirklichkeit erhoffte er sich, dass Imam Ali (a.s.) im Gericht ein Urteil zu seinen Gunsten fällen würde. Aber der Imam sagte: „Bei Gott. Selbst wenn du mir sieben Reiche schenken würdest, nur, damit ich zu Unrecht einer Ameise die Schale eines Gerstenkorns wegnehme, so würde ich dies nicht tun.“

     

    Der Ayeh 188 entnehmen wir:

    1. Der Islam achtet den privaten Besitz und verbietet, dass jemand sich das Eigentum anderer unrechtmäßig aneignet.
    2. Besitz muss auf rechtmäßige Weise erworben werden. Die unrechtmäßige Aneignung von Besitz führt nicht zum Besitzrecht, selbst dann nicht, wenn der Richter im Gericht ein solches Urteil gefällt haben sollte.
    3. Jemanden zu bestechen oder sich bestechen zu lassen, ist religionsrechtlich Sünde, dabei spielt es keine Rolle, als was wir die Bestechung bezeichnen, zum Beispiel als Geschenk, Schenkung oder Anteil und ähnliches.

     

    Das nächste Offenbarungswort der Sure 2 ist die Ayeh 189 sie besagt im übertragenen Sinne:

     

    يَسْأَلُونَكَ عَنِ الْأَهِلَّةِ ۖ قُلْ هِيَ مَوَاقِيتُ لِلنَّاسِ وَالْحَجِّ ۗ وَلَيْسَ الْبِرُّ بِأَن تَأْتُوا الْبُيُوتَ مِن ظُهُورِهَا وَلَـٰكِنَّ الْبِرَّ مَنِ اتَّقَىٰ ۗ وَأْتُوا الْبُيُوتَ مِنْ أَبْوَابِهَا ۚ وَاتَّقُوا اللَّـهَ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ

     

    „Man fragt dich nach den Neumonden. Sag: Sie sind feste Zeiten für die Menschen und für die Pilgerreise. Und die Frömmigkeit besteht nicht darin, dass ihr von hinten in die Häuser geht. Sie besteht vielmehr darin, dass man gottesfürchtig ist. Geht also durch die Tür in die Häuser, und fürchtet Gott. Vielleicht wird es euch wohl ergehen.“ (2: 189)

     

    Der Islam verknüpft seine Gebote mit den Gesetzen der Natur. Das ist einer seiner Vorzüge. Zum Beispiel trifft dies auf den Zeitpunkt für die täglichen Pflichtgebete zu, er richtet sich nach dem Sonnenauf- und Sonnenuntergang und dem höchsten Stand der Sonne zur Mittagszeit. Ein anderes Bespiel sind der Fastenmonat Ramadan und der Pilgermonat Zi-Hadsche. Sie beginnen, wenn der Neumond am Himmel erschienen ist. Die Neumonde sind markante Punkte, welche den Beginn jedes neuen Mond-Monates kennzeichnen. Durch sie entsteht so etwas wie ein ewiger Naturkalender. Und der Mensch benötigt einen Kalender, um sein Leben zeitlich zu ordnen.

     

    Das Erscheinen des Neumondes dient daher sowohl der zeitlichen Regelung der weltlichen Angelegenheiten als auch derjenigen, die den Gottesdienst betrifft.

     

    In der genannten Koranstelle wird aber auch ein Aberglaube aus vorislamischer Zeit beseitigt. Die Götzendiener dachten, wenn sie das Pilgergewand tragen, dann müssen sie alle üblichen Gewohnheiten ablegen. Deshalb betraten sie ihre Häuser nicht auf normalem Wege und glaubten damit ein gutes Werk zu tun. Der Koran sagt jedoch: dies ist ein Aberglauben, den ihr selbst geschaffen habt. Ihr solltet gottesfürchtig sein und jede Sache auf dem richtigen Wege angehen.

     

    Um zu wissen, wann es Zeit für die Pilgerfahrt ist, richtet euch nach den Neumonden. Und um die Gebote Gottes richtig durchzuführen, richtet euch nach den religiösen Leitbildern. Sie öffnen euch die Tore zu der Erkenntnis über Recht und Unrecht. Wenn ihr wollt, dass es euch wohl ergeht, dann nehmt euch davor in Acht, euch in Glaubensdingen und Geboten nach persönlichen Eindrücken zu richten.

     

    Wir können aus dem Koranzeichen 189 noch mindestens zwei Punkte ableiten, nämlich folgende:

     

    1. Der Mensch soll sein Leben zeitlich ordnen und planen. Gott hat ja auch für das „Ihm-Dienen“ eine zeitliche Unterteilung gemacht.
    2. Ein frommes Tun ist ein Tun, welches die Vernunft und das Religionsgebot gebieten und das auf Gottesfurcht beruht. Dies ist nicht der Fall, wenn wir abergläubische Sitten nur deshalb für gut betrachten, weil sie zu den Bräuchen unserer Vorfahren gehörten.

     

    Wieder bitten wir zum Abschluss Gott, dass Er uns hilft unsere religiösen Aufgaben vollständig durchzuführen, und zwar gemäß Seiner Gebote und nicht so wie wir das gerne möchten.