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    Teil 41: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 190- 195

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    In dieser Reihe beschäftigen wir uns mit dem Koran und bringen eine einfache Deutung der Koranverse. wir sind bei der Sure Al Baqarah, der Sure 2, sie ist die längste Sure im Koran. Hier nun Vers 190 dieser Sure in der deutschen Bedeutung: (2: 190- 195)

     

     

    وَقَاتِلُوا فِي سَبِيلِ اللَّـهِ الَّذِينَ يُقَاتِلُونَكُمْ وَلَا تَعْتَدُوا ۚ إِنَّ اللَّـهَ لَا يُحِبُّ الْمُعْتَدِينَ

     

    „Und kämpft auf dem Wege Gottes gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen! Aber begeht keine Übertretung. Gewiss! Gott liebt die nicht, die Übertretungen begehen.“ (2: 190)

     

    Die Selbstverteidigung gegenüber dem Feind ist eines der elementarsten Menschenrechte. Der Koran betont dies, fügt aber hinzu, dass keiner eine Übertretung begehen darf, was bedeutet:

     

    Bevor ihr den Feind nicht zum Islam aufgerufen habt, dürft ihr keine Waffen benutzen und den krieg beginnen. Im Krieg dürft ihr keine Kinder und Frauen und alte Menschen, welche nicht gegen euch Krieg führen, angreifen. Auch im Krieg müsst ihr das Mitgefühl für andere Menschen bewahren.

     

    Diese Koranstelle besagt: Ein Kampf muss auf dem Wege Gottes geschehen und in Seinem Zeichen stehen. Expansionismus kann nicht das Motiv für den Djihad sein, auch nicht ethnische und Rassenkonflikte.

     

    Auch im Krieg muss die Gerechtigkeit gewahrt werden. Die Grenzen, die Gott gesetzt hat, dürfen nicht überschritten werden.

     

    In den beiden nächsten Koranversen 191 und 192 der Sure 2 heißt es daraufhin:

     

    وَاقْتُلُوهُمْ حَيْثُ ثَقِفْتُمُوهُمْ وَأَخْرِجُوهُم مِّنْ حَيْثُ أَخْرَجُوكُمْ ۚ وَالْفِتْنَةُ أَشَدُّ مِنَ الْقَتْلِ ۚ وَلَا تُقَاتِلُوهُمْ عِندَ الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ حَتَّىٰ يُقَاتِلُوكُمْ فِيهِ ۖ فَإِن قَاتَلُوكُمْ فَاقْتُلُوهُمْ ۗ كَذَٰلِكَ جَزَاءُ الْكَافِرِينَ  

     

    „Und tötet sie, wo ihr sie zu fassen bekommt und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! Der Versuch zu verführen ist schlimmer als Töten. Jedoch kämpft nicht bei der heiligen Moschee gegen sie, solange sie nicht dort gegen euch kämpfen! Aber wenn sie gegen euch den Krieg beginnen, dann tötet sie! Derart ist der Lohn der Ungläubigen (auf Erden), (2: 191)

     

    فَإِنِ انتَهَوْا فَإِنَّ اللَّـهَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

     

    Wenn sie jedoch aufhören, so ist Gott barmherzig und bereit zu vergeben.“ (2: 192)

     

    Diese beiden Koranverse fordern die Muslime dazu auf sich gegen die Götzendiener in Mekka zu wehren. Die Götzendiener hatten die Muslime aus ihrer Stadt und Heimat vertrieben. Sie hatten die Muslime derartig gefoltert und gequält, dass es mit den Worten des Korans noch schlimmer war, als wenn sie sie umgebracht hätten.

     

    Gott erlaubt jedoch zur Wahrung der Heiligen Moschee nicht, dass dort ein Krieg stattfindet, es sei denn die Götzendiener werden selber an diesem heiligen Ort den Krieg beginnen. Dann müssten sich die Muslime auch an diesem Ort verteidigen. Denn die Verteidigung ist überall eine Pflicht.

     

    Aus dieser Ayeh entnehmen wir, dass

     

    Erstens: Gegen die zu kämpfen ist, die jede Gelegenheit nutzen um dem Islam und den Muslimen zu schaden, und ihnen nicht zu erlauben, Komplotte zu schmieden und Unheil zu stiften.

     

    Zweitens: Das Haus Gottes ist zu achten. Aber die Achtung des Lebens der Muslime ist noch wichtiger.

     

    Drittens: Die Reaktion mit gleichem ist ein wichtiger Punkt im Islam im Zusammenhang mit den Feinden.

     

    Hier nun Vers 193 der Sure Al Baqara:

     

    وَ قَاتِلُوهُمْ حَتَّىٰ لَا تَكُونَ فِتْنَةٌ وَيَكُونَ الدِّينُ لِلَّـهِ ۖ فَإِنِ انتَهَوْا فَلَا عُدْوَانَ إِلَّا عَلَى الظَّال

     

    „Und kämpft gegen die Feinde der Religion Gottes, bis keine Verführung (Unglauben und Götzentum) mehr bleibt und die Religion nur noch Gott gilt! Wenn sie jedoch aufhören (mit Unrecht und Aggression) (lasst sie in ruhe,) (denn) es darf keine Aggression geben, außer gegen die Frevler.“ (2: 193)

     

    Expansion – Rassismus – Kriegsbeute – sind im Islam nicht die Ziele des Krieges oder Kampfes. Im Gegenteil: Die Beseitigung der Ursachen von Unrecht und Aggression und die Ablehnung der Grundlagen für Unglauben und Aberglauben sind das Endziel, denn wenn dieses erreicht ist, können die Grundlagen für Gerechtigkeit geschaffen und es kann verwirklicht werden, dass die Menschen zur Religion Gottes   finden.

     

    Deshalb kämpfen wir nur gegen die, welche die Religion bekämpfen und den Muslimen Schwierigkeiten bereiten. Wenn sie dies unterlassen, werden wir keinen Kampf beginnen und niemanden angreifen, nur weil er eine andere Überzeugung hat als den Islam.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Um die Religion Gottes zu verbreiten, müssen die despotischen Herrscher, welche falsche Ansichten verbreiten, bekämpft werden.

     

    Zweitens: Allen steht der Weg zur Rückkehr und Reue offen. Er wird niemals versperrt. Auch wenn der Gott leugnende Feind mitten im Kampf seine Meinung und sein Handeln ändert, verzeiht Gott ihm.

     

    In der Ayeh 194 der Sure Baqara lesen wir weiter:

     

    الشَّهْرُ الْحَرَامُ بِالشَّهْرِ الْحَرَامِ وَالْحُرُمَاتُ قِصَاصٌ ۚ فَمَنِ اعْتَدَىٰ عَلَيْكُمْ فَاعْتَدُوا عَلَيْهِ بِمِثْلِ مَا اعْتَدَىٰ عَلَيْكُمْ ۚ وَاتَّقُوا اللَّـهَ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ مَعَ الْمُتَّقِين 

     

    „Der heilige Monat für den heiligen Monat! Auch die Heiligkeiten (fallen unter das Gesetz der) Wiedervergeltung. Wenn nun einer gegen euch (im heiligen Monat) Übergriffe begeht, dann übt an ihm in gleicher Weise Vergeltung! Doch fürchtet Gott (und überschreitet nicht das Maß)! Ihr müsst wissen, dass Er mit denen ist, die Ihn fürchten.“ (2: 194)

     

    Im Islam gilt Krieg in 4 Monaten des Jahres als verboten. Das sind die Monate Radschab, Zi-l-Gha’adeh, Zi-l-Hadscheh und Muharram. In der islamischen Frühzeit wollten die Götzendiener dieses göttliche Gebot ausnutzen, um die Muslime mit einem Angriff zu überrumpeln. Doch ihnen war nicht klar, dass das Leben der Muslime höher steht als die heiligen Monate und jeder, der Heiligkeiten verletzt damit rechnen muss, dass mit ihm auf gleiche Weise verfahren wird.

     

    Der Koranvers 194 der Sure 2 weist uns darauf hin, dass der Feind immer angriffsbereit ist und wir ihm nicht erlauben dürfen, Gelegenheiten auszunutzen.

     

    Abkommen und Vereinbarungen sind solange einzuhalten wie die andere Seite sich daran hält. Der Missbrauch einer Vereinbarung durch die Gegenseite ist inakzeptabel.

     

    Selbst dem Feind gegenüber muss Gerechtigkeit gewahrt werden.

     

    Hier nun die Übersetzung des Koranverses 195 der 2. Koransure.

     

    وَأَنفِقُوا فِي سَبِيلِ اللَّـهِ وَلَا تُلْقُوا بِأَيْدِيكُمْ إِلَى التَّهْلُكَةِ ۛ وَأَحْسِنُوا ۛ إِنَّ اللَّـهَ يُحِبُّ الْمُحْسِنِينَ  

     

    „Und spendet auf dem Wege Gottes und stürzt euch nicht ins Verderben (indem ihr nicht spendet)! Und seid rechtschaffen! Gott liebt die Rechtschaffenen.“ (2: 195)

     

    Durch das Spenden entsteht eine Angleichung der Einkommen. Das Spenden führt indirekt zur Wahrung des Kapitals. Hierüber sagt Imam Ali -a.s.-:

     

    Bewahrt euren Besitz, indem ihr die Zakatsteuer bezahlt.

     

    Dem Koranvers 195 entnehmen wir:

     

    Erstens: Wo Geiz und Vermögensanhäufung herrschen, gerät die Existenz und Würde einer Gesellschaft in Gefahr.

     

    Zweitens: Alles was dem Wesen des Menschen schadet und ihn auf irgendeine Weise ins Verderben stürzt, ist haram – d.h. religionsrechtlich untersagt.

     

    Abschließend bitten wir Gott darum, dass unser Glaube so stark ist, dass wir bereit sind, dafür alles herzugeben, die Wahrung der Religion über uns selber stellen und unser Wohl darin sehen, dass als erstes Gott mit uns zufrieden ist.