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    Teil 42: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 196- 199

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    In unseren kurzen Erläuterungen zu den Koranversen haben wir auf die Ratschläge des Korans hingewiesen, die auch im heutigen Leben nicht ihre Aktualität verloren haben. Im letzten Teil ging es um das Sich-Mühen und Spenden auf Gottes Wegen. In den heutigen Verszeichen aus dem Koran wird ein Teil der Hadschsitte dargelegt. Die Pilgerreise nach Mekka zur Teilnahme an den Hadschzeremonien ist ein wichtiger Brauch im Islam. Wir hoffen, dass für alle die sich danach sehnen, einmal am Hadsch zum Hause Gottes teilzunehmen, dieser Wunsch in Erfüllung gehen wird.

     

    Hier die Übersetzung des 196. Offenbarungswortes der Sure 2:

     

    وَأَتِمُّوا الْحَجَّ وَالْعُمْرَةَ لِلَّـهِ ۚ فَإِنْ أُحْصِرْتُمْ فَمَا اسْتَيْسَرَ مِنَ الْهَدْيِ ۖ وَلَا تَحْلِقُوا رُءُوسَكُمْ حَتَّىٰ يَبْلُغَ الْهَدْيُ مَحِلَّهُ ۚ فَمَن كَانَ مِنكُم مَّرِيضًا أَوْ بِهِ أَذًى مِّن رَّأْسِهِ فَفِدْيَةٌ مِّن صِيَامٍ أَوْ صَدَقَةٍ أَوْ نُسُكٍ ۚ فَإِذَا أَمِنتُمْ فَمَن تَمَتَّعَ بِالْعُمْرَةِ إِلَى الْحَجِّ فَمَا اسْتَيْسَرَ مِنَ الْهَدْيِ ۚ فَمَن لَّمْ يَجِدْ فَصِيَامُ ثَلَاثَةِ أَيَّامٍ فِي الْحَجِّ وَسَبْعَةٍ إِذَا رَجَعْتُمْ ۗ تِلْكَ عَشَرَةٌ كَامِلَةٌ ۗ ذَٰلِكَ لِمَن لَّمْ يَكُنْ أَهْلُهُ حَاضِرِي الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ ۚ وَاتَّقُوا اللَّـهَ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ شَدِيدُ الْعِقَابِ

    Führt Hadsch und Umreh (die große bzw. kleine Pilgerreise nach Mekka) im Dienste Gottes durch! Und wenn ihr an der Ausführung der Wallfahrtszeremonien (nachdem ihr das Pilgergewand angelegt habt) behindert seid, dann bringt (bevor ihr das Pilgergewand wieder ablegt, an Opfertieren) dar was erschwinglich ist! Und schert euch nicht den Kopf, bis die Opfertiere ihren Ort erreicht haben (und an der Opferstätte geschlachtet werden). Und wenn einer von euch krank ist oder wenn es ihn am Kopf plagt, hat er mit Fasten oder Spenden oder der Opferung eines Schlachttieres Ersatz zu leisten. Wenn ihr aber in Sicherheit seid, und wenn einer die Gelegenheit benützt, außer der Wallfahrt eine Besuchtsfahrt zu machen, so opfert an Opfertieren, was erschwinglich ist. Und wenn einer keine Möglichkeit hat (ein Opfertier darzubringen oder zu bezahlen) hat er drei Tage während der Hadschzeit und sieben nach seiner Rückkehr zu fasten. Das macht zusammen zehn Tage. Dies für diejenigen, deren Angehörige nicht in Mekka (oder Umgebung )wohnhaft sind. Und fürchtet Gott! Ihr müsst wissen, dass Gott schwere Strafen verhängt.

    (2: 196)

     

    Sie wissen: Abraham ist der Begründer des Hadschbrauches gewesen. Also war die Pilgerreise nach Mekka und der Hadsch schon unter den damaligen Arabern Brauch. Der Islam hat diesen Brauch bestätigt. Jeder Muslim hat, wenn er dazu in der Lage ist, die Pflicht einmal in seinem Leben auf Hadschreise zu gehen. Die Umreh, die kleine Hadschreise, ist dagegen für jeden eine Pflicht, der Mekka betritt. Bei der Umreh wird nur ein Teil der großen Hadschzeremonien absolviert: zum Beispiel gehört das Umschreiten des Hauses Gottes, der Kaaba, dazu.

     

    In der Ayeh 196 der Koransure Al Baqara erfolgt zunächst die Anweisung zu Hadsch und Umreh. Daraufhin werden Regelungen für den Fall genannt, dass jemand an der vollständigen Durchführung dieser Wallfahrten behindert wird. Dies zeigt wieder, dass Gott von seinen Dienern nichts verlangt, was ihre Kräfte übersteigt.

     

    Der Islam ändert je nach den Bedingungen, die Gebote entsprechend ab und lässt somit niemanden in eine Sackgasse geraten. Im Falle des Hadsches und der Umreh bedeutet das, dass jemand, der die Wallfahrt nicht zu Ende führen kann, anstelle dessen fastet, spendet oder mit dem Fleisch eines Opfertieres die Armen speist.

     

    Hier folgt nun Vers 197 der Sure 2:

     

    الْحَجُّ أَشْهُرٌ مَّعْلُومَاتٌ ۚ فَمَن فَرَضَ فِيهِنَّ الْحَجَّ فَلَا رَفَثَ وَلَا فُسُوقَ وَلَا جِدَالَ فِي الْحَجِّ ۗ وَمَا تَفْعَلُوا مِنْ خَيْرٍ يَعْلَمْهُ اللَّـهُ ۗ وَتَزَوَّدُوا فَإِنَّ خَيْرَ الزَّادِ التَّقْوَىٰ ۚ وَاتَّقُونِ يَا أُولِي الْأَلْبَابِ

     

    Die Wahllfahrt findet in bestimmten Monaten statt. Und wenn jemand in ihnen die Wallfahrt auf sich nimmt (der soll wissen): Während der Wallfahrt darf man keinen Umgang mit der Ehefrau haben, keine Sünde begehen und sich nicht (mit anderen ) herumstreiten. (Wisset!) Was ihr an Gutem tut, das weiß Gott. Und versorgt euch mit Wegzehrung. Die beste Wegzehrung ist Gottesfurcht. Fürchtet nur mich, die ihr Verstand habt! (2: 197)

     

    Die große Wallfahrt zu Mekka findet nur einmal im Jahr statt. Zu einer ganz bestimmten Zeit. Wer sich auf die Wallfahrt nach Mekka begibt, der sollte von Beginn eine besondere Wegzehrung für diese spirituelle Reise dabei haben. Er sollte nach der Rechtschaffenheit suchen und sich von Sünde und Streit fernhalten.

     

    Das Offenbarungswort 197 der Sure Al Baqara besagt:

     

    Mekka ist die Stadt der Sicherheit, der Einheit, des Gott-Dienens. Vor allen Dingen in den Hadschtagen muss dieser Heilige Ort frei bleiben von Dingen wie Konflikt, Sünde, geschlechtlichem Genuss. Diese Tage sollen nur der Hinwendung zu Gott dienen.

     

    Nun die nächsten beiden Koranverse der Sure 2, die Verse 198 und 199 in einer sinngemäßen Übersetzungsversion:

     

    لَيْسَ عَلَيْكُمْ جُنَاحٌ أَن تَبْتَغُوا فَضْلًا مِّن رَّبِّكُمْ ۚ فَإِذَا أَفَضْتُم مِّنْ عَرَفَاتٍ فَاذْكُرُوا اللَّـهَ عِندَ الْمَشْعَرِ الْحَرَامِ ۖ وَاذْكُرُوهُ كَمَا هَدَاكُمْ وَإِن كُنتُم مِّن قَبْلِهِ لَمِنَ الضَّالِّينَ     

     

    (Handelsgeschäfte sind in den Hadschtagen erlaubt) Es ist keine Sünde für euch, danach zu streben, dass eurer Herr euch Gunst erweist. Und wenn ihr von der Arafat-Wüste aus weitergezogen seid, dann gedenkt Gottes im heiligen Masch’ar-gebiet! Gedenkt Seiner, während ihr vordem zu denen gehörtet, die irregehen. (2: 198)

     

     

    ثُمَّ أَفِيضُوا مِنْ حَيْثُ أَفَاضَ النَّاسُ وَاسْتَغْفِرُوا اللَّـهَ ۚ إِنَّ اللَّـهَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

     

    Hierauf zieht, von dort, von wo aus die Leute (in Richtung Mina) ziehen, weiter und bittet Gott um Vergebung. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben. (2: 199)

     

    Im Vers der diesen beiden vorausgeht, wurde gesagt: Was die Sicherheit und Einheit der Muslime gefährdet ist vor allen Dingen während der Hadschzeit verboten. Der Vers 198 gibt nun eine Regelung bekannt, die mit einer Regel, die die Araber von sich aus vor dem Islam eingeführt hatten, bricht: Sie behaupteten nämlich, dass es Sünde ist, während der Hadschtage Handelsgeschäfte zu betreiben. Gott lässt im Vers 198 der Sure 2 die Muslime wissen: dass wirtschaftliche Tätigkeiten und Handel ruhig betrieben werden dürfen. Sie sind nicht verboten, im Gegenteil: Sie sind sogar notwendig.

     

    Daraufhin wird auf den weiteren Pilgerweg hingewiesen, von Arafat nach Masch’ar, von masch’ar nach Mina und gesagt: Gedenkt hierbei Gottes. Erinnert euch daran, dass er euch vom Irrweg zurückholte und in die richtige Bahn lenkte. Zieht alle gemeinsam von einem Pilgerort zum anderen. Und nicht jeder für sich.

     

    Wir sehen an diesen Koranversen wieder, dass der Islam eine Religion ist, die alle Seiten des Lebens berücksichtigt: Neben den Ritualen der Gottesanbetung wie dem Hadsch wird auch an die materiellen Bedürfnisse des Lebens wie der Einkommensverdienst gedacht.

     

    Wir werden daran erinnert, dass wir auf Reisen auch materiellen Segen nutzen können. Wir sollen nur nicht Gott dabei vergessen.

     

    Außerdem werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass beim Hadsch, die besonderen Privilegien und Titel wegfallen. Alle müssen gleich sein. Die Hadschzeremonie soll gemeinsam durchgeführt werden.

     

    Abschließend bitten wir Gott, er möge uns noch mehr mit den Geboten der Religion und mit ihrer heilvollen Wirkung auf unser Leben vertraut machen. Er möge uns helfen, dass wir die Praktizierung dieser lebensspendenden Gebote des Islams nicht vernachlässigen.