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    Teil 43: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 200- 205

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    In der Sure Al Baqara, geht es an einer Stelle um den Hadsch – die Pilgerreise nach Mekka. Auch die nächsten Offenbarungszeichen dieser Sure, der Sure 2, haben dieses Thema zum Inhalt. Hier nun die Übersetzung des Inhaltes der Offenbarungsworte 200 bis 202 dieser Sure auf Deutsch:

     

     

    فَإِذَا قَضَيْتُم مَّنَاسِكَكُمْ فَاذْكُرُوا اللَّـهَ كَذِكْرِكُمْ آبَاءَكُمْ أَوْ أَشَدَّ ذِكْرًا ۗ فَمِنَ النَّاسِ مَن يَقُولُ رَبَّنَا آتِنَا فِي الدُّنْيَا وَمَا لَهُ فِي الْآخِرَةِ مِنْ خَلَاقٍ

     

    Und wenn ihr eure (Hadsch-)Riten vollzogen habt, dann gedenkt Gottes, wie ihr eurer Väter gedachtet, oder noch inniger (aber an dieser Stelle trennen sich die Gemüter:) Und unter den Menschen gibt es welche, die (nur an ihr weltliches Wohl denken und daher im Gebet wie folgt) sagen : Herr gib uns im Diesseits. Diese Gruppe wird an dem Hiernach   keinen Anteil haben. (2: 200)

     

     

    وَمِنْهُم مَّن يَقُولُ رَبَّنَا آتِنَا فِي الدُّنْيَا حَسَنَةً وَفِي الْآخِرَةِ حَسَنَةً وَقِنَا عَذَابَ النَّارِ

     

    (Aber) es gibt unter den Menschen auch welche , die sagen: Herr gib uns im Diesseits Gutes und ebenso im Hiernach und bewahre uns vor der Strafe des Höllenfeuers. (2: 201)

     

     

    أُولَـٰئِكَ لَهُمْ نَصِيبٌ مِّمَّا كَسَبُوا ۚ وَاللَّـهُ سَرِيعُ الْحِسَابِ

     

    Ihnen kommt ein Anteil von dem zu, was sie (auf der Welt durch ihren Einsatz und ihr Gebet) erzielt haben. Gott ist schnell im Verbuchen (ihrer Taten). (2: 202)

     

    Vor dem Islam war es unter den Arabern zur Gepflogenheit geworden, sich nach der Hadsch-Zeremonie in Mekka   an einem bestimmten Ort zur Huldigung ihrer Vorfahren und Preisung ihrer Stammeswürden zu versammeln. Der Koran jedoch empfahl ihnen: Anstatt den Vorfahren zu huldigen, sollt ihr Gottes eingedenk sein. Gedenkt des Segens den er euch zuteil werden liess.

     

    Dann heisst es weiter im Koran: Es gibt zwei Gruppen von Betenden unter den Hadschpilgern: Die einen bitten nur um das weltliche Wohl. Sie scheinen sich keine Sorgen über den Jüngsten Tag und ihr endgültiges Schicksal zu machen, bitten Gott daher nicht um Beseitigung ihrer dortigen totalen Bedürfigkeit und werden folglich leer aus.

     

    Die anderen jedoch wenden sich nicht nur mit der Bitte um die weltlichen Güter , in denen sie Mittel zu ihrer Vervollkommnung sehen, an Gott . Sie bitten Ihn auch darum, dass sie das Jüngste Gericht, vor dem die Taten jedes Menschen beurteilt werden, erhobenen Hauptes verlassen dürfen und Rettung vor den jenseitigen Qualen finden.

     

    Aus dieser Koranstelle können wir mindestens drei Dinge lernen:

     

    Erstens: Wir sollten beim Gebet nicht oberflächlich und nur an unser im Verhältnis zur Ewigkeit sehr kurzes weltliches Leben denken.

     

    Zweitens: Der Islam ist nicht einseitig. Der Gläubige wird nicht angewiesen, nur für das Wohl im Jenseits beten. Er darf ruhig auch an das eigene materielle Wohl und das materielle Wohl der Gesellschaft denken und darum bitten.

     

    Drittens: Wir sollten Gott allgemein um unser Wohlergehen bitten und darum, dass er uns mit dem beschert, was für uns gut ist und sein wird. Es ist nicht richtig, detailliert festzulegen, was Gott uns bescheren soll. Schließlich wissen wir gar nicht sicher, ob das, was wir uns wünschen, im Endeffekt zu unseren Gunsten sein wird oder nicht. Keiner kennt seine Zukunft.

     

    In dem nächsten Offenbarungszeichen der Sure 2 steht: Es ist der Vers 203 dieser Sure:

     

    وَاذْكُرُوا اللَّـهَ فِي أَيَّامٍ مَّعْدُودَاتٍ ۚ فَمَن تَعَجَّلَ فِي يَوْمَيْنِ فَلَا إِثْمَ عَلَيْهِ وَمَن تَأَخَّرَ فَلَا إِثْمَ عَلَيْهِ ۚ لِمَنِ اتَّقَىٰ ۗ وَاتَّقُوا اللَّـهَ وَاعْلَمُوا أَنَّكُمْ إِلَيْهِ تُحْشَرُونَ        

     

    und gedenkt Gottes (während des Hadsches) an bestimmten Tagen! Und wenn einer sich mit (nur) zwei Tagen (Aufenthalt in Mina) eilt, trifft ihn keine Sündenschuld. Auch wenn einer in Verzug gerät (und drei Tage in Mina bleibt) trifft ihn keine Schuld. (Dies gilt)für den, der gottesfürchtig ist. (und seinen Aufenthalt nicht kürzt oder verlängert, um Gottes Gebot zu übertreten) Fürchtet daher Gott! Ihr müsst wissen, dass ihr zu ihm versammelt werdet.

    (2: 203)

     

    Im Koranvers 200 hieß es :Und wenn ihr eure (Hadsch-)Riten vollzogen habt, dann gedenkt Gottes, wie ihr eurer Väter gedachtet, oder noch inniger. Im Vers 203 wird gesagt, dass dieses Gedenken an bestimmten Tagen gschehen soll. Nach dem Opferfest am 10. des Hadschmonates, sollen die Pilger den 11., 12. und 13. dieses Monats in Mina verbleiben. Hier haben sie eine ausgezeichnete Gelegenheit über alles nachzudenken: sich und die Welt und vor allen Dingen Gott. Die Araber vor dem Islam haben sich zu diesem Zeitpunkt nach dem hadschritual ihrer Stammesehren und Vorahnen gerühmt. Wir sollen dies nicht tun, sondern sollen Gott preisen, ihm danken und zu ihm beten. Er ist der einzige Gott. Er ist Schöpfer und Erhalter.

     

    Dem Koranvers 203 entnehmen wir:

     

    Dass Gott es dem Menschen einfach macht, wenn er gottesfürchtig ist. Gott akzeptiert das Werk eines solchen Menschen, auch wenn es gar nicht so umfangreich ist, und übergeht dabei großzügig seine Mängel und Schwächen .

     

    Hier nun das Offenbarungszeichen 204 dieser Sure:

     

    وَمِنَ النَّاسِ مَن يُعْجِبُكَ قَوْلُهُ فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا وَيُشْهِدُ اللَّـهَ عَلَىٰ مَا فِي قَلْبِهِ وَهُوَ أَلَدُّ الْخِصَامِ

     

    Und unter den Menschen gibt es solche, deren Reden über das diesseitige Leben dich in Erstaunen versetzen. Doch Gott ist Zeuge über das, was sie (an Hass gegen die aufrichtig Glaubenden) im Herzen haben. Sie sind die ärgsten Feinde.

    (2: 204)

     

    Dieser Koranvers ist ein Hinweis auf die Heuchler. Ein Hinweis darauf, dass manche auf so schöne Weise über ihren Glauben und das Leben sprechen, dass es die wahren Gläubigen beeindruckt. Der Koran warnt vor diesen Leuten. Ihnen ist nicht zu trauen. In ihrem Herzen ist keine Spur von Glauben. Sie sind den Gläubigen sogar heimlich feindlich gesinnt.

     

    Wir dürfen uns also nicht von ihren schönen Reden täuschen lassen und müssen uns statt dessen fragen, steckt nicht etwas anderes dahinter? Wollen sie meinen Glauben oder meine Liebe zum Weltlichen stärken ?

     

    Die Übersetzung des nächsten Koranverses 205, der Sure 2 lautet:

     

    وَإِذَا تَوَلَّىٰ سَعَىٰ فِي الْأَرْضِ لِيُفْسِدَ فِيهَا وَيُهْلِكَ الْحَرْثَ وَالنَّسْلَ ۗ وَاللَّـهُ لَا يُحِبُّ الْفَسَادَ

     

    (ein Zeichen der Feindschaft des Heuchlers gegenüber den Wahrhaft Gläubigen ist folgendes:)

    Wenn er erstarkt und an die macht kommt, ist er eifrig darauf bedacht, auf der Erde Unheil anzurichten und so vernichtet er Saatfrüchte und Nachkommenschaft. Aber Gott liebt das Unheil (und die Unheilstifter) nicht.

    (2: 205)

     

    Die Heuchler sind Leute, die viel versprechen. Sie versprechen, wenn wir an der Macht wären, würden wir für Sicherheit und Wohl aller sorgen. Aber wenn sie dann wirklich das Sagen haben, werden sie zur Erreichung ihrer eigenen Interessen, über Leichen gehen. Sie zerstören die Wirtschaft und bringen die junge Generation auf Abwege.

     

    An einer anderen Stelle sagt der Koran : Wenn aber die Rechtschaffenen an die Macht kommen, werden sie sowohl die Religion der Menschen stärken als für ihr weltliches Wohl sagen. Sie werden sich zum Beispiel für die Verbreitung des Gebetes , dieser schönsten Form des Kontaktes zu Gott, genauso einsetzen, wie für die Zakkatabgabe, durch die der Mensch eine Verpflichtung gegenüber den Bedürftigen in der Gesellschaft nachkommt.

     

    Wir entnehmen daher der Ayeh 205 der Sure 2, als erstes, dass wir uns nicht davon täuschen lassen dürfen, wenn jemand nur schön redet und darauf achten, ob dass was er tut, dem materiellen und dem geistigen und seelischen Wohl der Menschen etwas nutzt oder im Gegenteil schadet.