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    Teil 46: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 215- 218

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    Mit dieser Kurzinterpretation der Koransuren soll ein kleiner Eindruck von dem vielschichtigen Inhalt des Korans vermittelt werden. In diesem Teil geht es um das Spenden und den Djihad, also das Sich-Mühen um das Gute auf dem Wege Gottes. Das Offenbarungswort 215 der Sure 2, Sure Baqarah lautet übersetzt:

     

    (2: 215- 218)

     

    يَسْأَلُونَكَ مَاذَا يُنفِقُونَ ۖ قُلْ مَا أَنفَقْتُم مِّنْ خَيْرٍ فَلِلْوَالِدَيْنِ وَالْأَقْرَبِينَ وَالْيَتَامَىٰ وَالْمَسَاكِينِ وَابْنِ السَّبِيلِ ۗ وَمَا تَفْعَلُوا مِنْ خَيْرٍ فَإِنَّ اللَّـهَ بِهِ عَلِيمٌ

     

    „ (Prophet!) Sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sag: Wenn ihr etwas spendet, soll es den Eltern, den nächsten Verwandten, den Waisen, den Armen und dem zukommen, der (auf dem Wege Gottes) in Not gerät. Und was ihr (auch) an Gutem spendet, (wisset:) darüber weiß Gott Bescheid.“ (2: 215)

     

    Ein aufrichtig gläubiger Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er an die Bedürftigen denkt. Darauf wird an vielen Stellen im Koran hingewiesen. Die Muslime fragten daher den Propheten, was sollen wir spenden und wie viel?

     

    Art und Ausmaß von Spenden lassen sich nicht genau festlegen und hängen von den Möglichkeiten des Einzelnen und von dem, was die Bedürftigen benötigen ab. Im Koran heißt es daher: Wenn ihr etwas spendet, soll es nützlich sein und gut, wie viel es auch immer ist.

     

    Zunächst sollte jeder an die Eltern und andere Verwandte denken, wenn sie Hilfe benötigen. Des weiteren dann an die Bedürftigen in der Gesellschaft, an alle, die Hilfe brauchen.

     

    Dieser Koranvers schließt mit dem Hinweis, dass Gott nicht nur Spenden, sondern jedes andere gute Werk, dass für andere getan wird, sieht. Gott sieht und belohnt. Andere brauchen gar nicht zu erfahren, wenn r jemand etwas Gutes getan hat. Wenn wir weniger Wert darauf legen, dass andere von unserer Spende oder unserem guten Werk erfahren, so erhöht sich der Wert dieses Tuns bei Gott um ein Vielfaches.

     

    Aus dem Koranvers 215 der Sure 2 entnehmen wir:

     

    Erstens: Wenn wir jemandem helfen wollen, so haben Eltern und Verwandte Vorrang vor anderen.

     

    Zweitens: Ein gutes Werk geht nie verloren, egal ob es insgeheim geschieht oder öffentlich. Wenn es jedoch offiziell nicht bekannt wird, steigert sich sein Wert bei Gott.

     

    Es folgt nun Offenbarungswort 216 der Sure Baqarah: Hier eine Übersetzungsversion:

     

    كُتِبَ عَلَيْكُمُ الْقِتَالُ وَهُوَ كُرْهٌ لَّكُمْ ۖ وَعَسَىٰ أَن تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَّكُمْ ۖ وَعَسَىٰ أَن تُحِبُّوا شَيْئًا وَهُوَ شَرٌّ لَّكُمْ ۗ وَاللَّـهُ يَعْلَمُ وَأَنتُمْ لَا تَعْلَمُونَ

     

    „Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber wie oft ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und wie oft liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist. Gott weiß Bescheid, ihr aber nicht.“ (2: 216)

     

    Gott hat zum Schutz der Religion, den Djihad gegen die Feinde der Gläubigen angeordnet. Der Mensch sucht jedoch von Natur aus nur nach Annehmlichkeiten und Bequemlichkeit, während Krieg und Kampf ihm missfallen, denn sie fordern große Anstrengungen und bringen menschliche Verluste und materielle Schäden.

     

    Im Vers 216 der Sure Baqarah wird auf diese Neigung des Menschen hingewiesen. Aber der Mensch wird ebenso daran erinnert, dass der Kampf gegen feindliche Aggressionen, auch wenn er schwer und unerfreulich ist, der einzige Weg zum Wohl ist. Wir Menschen können also nicht die Anweisungen Gottes aufgrund unserer Triebe und Wünsche, d.h. je nach Lust und Liebe, entweder akzeptieren oder ablehnen. Das hieße, sich wie ein Kind zu verhalten. Ein Kind ergreift angesichts einer Injektionsspritze die Flucht, auch wenn es vielleicht weiß, dass diese für seine Gesundheit und sein Leben notwendig ist. Ein Kind verlangt auch dann noch nach Leckereien oder etwas was ihm schmeckt, wenn diese ihm nicht bekommen, weil es krank ist. In der Tat ist nicht alles, was uns gefällt auch gut, und nicht alles, was uns missfällt, schlecht für uns.

     

    Wir schließen aus Koranvers 216, Sure 2:

     

    Darüber was gut und was schlecht für uns Menschen ist, sollten nicht Instinkte und Triebe bestimmen, sondern Maßstab sind die Gebote Gottes, denn Gott hat Gebote aufgestellt, die im Interesse des Menschen sind. Seine Gebote haben das Wohl des Menschen zum Ziel.

     

    Es folgt nun die Übersetzung der Verse 217 und 218 der Sure Baqarah:

     

    يَسْأَلُونَكَ عَنِ الشَّهْرِ الْحَرَامِ قِتَالٍ فِيهِ ۖ قُلْ قِتَالٌ فِيهِ كَبِيرٌ ۖ وَصَدٌّ عَن سَبِيلِ اللَّـهِ وَكُفْرٌ بِهِ وَالْمَسْجِدِ الْحَرَامِ وَإِخْرَاجُ أَهْلِهِ مِنْهُ أَكْبَرُ عِندَ اللَّـهِ ۚ وَالْفِتْنَةُ أَكْبَرُ مِنَ الْقَتْلِ ۗ وَلَا يَزَالُونَ يُقَاتِلُونَكُمْ حَتَّىٰ يَرُدُّوكُمْ عَن دِينِكُمْ إِنِ اسْتَطَاعُوا ۚ وَمَن يَرْتَدِدْ مِنكُمْ عَن دِينِهِ فَيَمُتْ وَهُوَ كَافِرٌ فَأُولَـٰئِكَ حَبِطَتْ أَعْمَالُهُمْ فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ ۖ وَأُولَـٰئِكَ أَصْحَابُ النَّارِ ۖ هُمْ فِيهَا خَالِدُونَ

    „Man fragt dich nach dem Krieg im heiligen Monat, danach, in ihm zu kämpfen. Sag: In ihm ist Krieg ein schweres Vergehen. Aber die Menschen vom Wege Gottes abhalten, und nicht an Ihn glauben, und die heilige Moschee (in Mekka) entweihen und die Anwohner daraus vertreiben, (all das) wiegt bei Gott schwerer. (Denn) der Versuch Zwietracht zu stiften, wiegt schwerer als Töten. Und (ihr Gläubigen, wisset): sie werden nicht aufhören, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von eurer Religion abbringen – wenn sie können. Und (wisset:) Diejenigen von euch, die sich von ihrer Religion abbringen lassen und als Ungläubige sterben, deren Werke sind im Diesseits und im Jenseits hinfällig. Sie werden Bewohner des Höllenfeuers sein und stets darin weilen.

    Gewiss!“ (2: 217)

     

    إِنَّ الَّذِينَ آمَنُوا وَالَّذِينَ هَاجَرُوا وَجَاهَدُوا فِي سَبِيلِ اللَّـهِ أُولَـٰئِكَ يَرْجُونَ رَحْمَتَ اللَّـهِ ۚ وَاللَّـهُ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

     

    „Diejenigen, die glauben und diejenigen, die ausgewandert sind und um Gottes willen Djihad geführt haben, dürfen auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ (2: 218)

     

    Wie wir bereits in einem der vorherigen Beiträge sagten, galt seit Prophet Ibrahim (Abraham) in vier Monaten des Jahres der Krieg als verboten. Der Islam übernahm diesen nützlichen Brauch, d.h. in den Monaten Radschab, Zi-l-Qaadeh, Zi-l-Hadscheh und Moharram ist es verboten Krieg zu führen.

     

    Über den geschichtlichen Hintergrund des Koranverses 217 der Sure 2 steht in den Chroniken wie folgt:

     

    Der Prophet hatte eine achtköpfige Gruppe von Muslimen in Richtung Mekka ausgesandt, damit sie die Situation des Feindes auskundschaften. Das war vor der ersten militärischen Auseinandersetzung, dem Badr-Krieg. Diese Gruppe stieß unterwegs auf eine Karawane der Quraisch, unter denen sich einer der Anführer der Ungläubigen befand. Die Muslime griffen, unangeachtet dessen das ein heiliger Monat, in dem Krieg verboten war, diese Karawane an. Sie töteten den Anführer der Ungläubigen, und kehrten mit mehreren Gefangenen und Beutestücken zum Propheten zurück.

     

    Der Prophet aber tadelte sie: Ich habe euch nicht befohlen, sie anzugreifen, dazu noch im heiligen Monat! Er lehnte die Gefangenennahme und Beute ab. Daher reagierten auch die anderen Muslime mit Kritik.

     

    Doch im feindlichen Lager begann man über Prophet Mohammad (s.a.s.) zu spotten, er habe Krieg und Blutvergießen und Gefangenennahme in den heiligen Monaten erlaubt und die Muslime zu diesem Tun angespornt.

     

    Angesichts dieser feindlich gesinnten Informationen wurde der Koranvers 217 der Sure 2 herabgesandt. In diesem heißt es, dass der Prophet, der gar nicht den Befehl zum Angriff gegeben hatte, bestätigen soll, dass Krieg im Heiligen Monat ein großes Vergehen ist. Danach aber werden die Feinde daran erinnert, was sie den Muslimen bereits zuvor angetan haben: Sie haben sie gefoltert und aus Mekka vertrieben und ihnen den Zugang zum Hause Gottes verwährt und zwar nicht nur einige Monate lang, sondern das ganze Jahr über, auch in den heiligen Monaten. Und Gott verkündigt daher im Vers 217: Was ihr getan habt, ist noch schlimmer als Töten.

     

    Daraufhin werden die Muslime gewarnt: Gebt acht und denkt nicht, der Feind wird euch in Ruhe lassen. Er wird unentwegt versuchen, euch von eurer Religion abzubringen. Ihr solltet wissen, wer seinen Glauben aufgibt, dessen gute Werke werden allesamt hinfällig und er wird Bewohner der Verdammnis sein.

     

    Mit dem Vers 218 tröstet Gott die Muslime, welche die Karawane angegriffen hatten, und verzeiht ihnen, weil sie Ihm zuliebe und zur Wahrung der Religion, aus Mekka ausgewandert waren, und die Karawane nicht aus weltlichen Gründen angegriffen hatten.

     

    Aus den Koranversen 217 und 218 der Sure 2 ist wie folgt zu entnehmen:

     

    Erstens: Wir müssen auf unser Verhalten und Vorgehen achten, damit wir keine Fehler oder Verstöße begehen, durch die wir dem Feind ungewollt Vorwände in die Hand geben.

     

    Zweitens: Wenn wir ein Urteil fällen, müssen wir uns erst der Tatsachen bewusst werden und uns nicht nur auf erste Eindrücke verlassen. Bei einem Vorfall müssen wir die Ursachen hinterfragen. Jemand der Zwietracht stiftet, scheint auf den ersten Blick kein Mörder zu sein, aber durch sein Zwietracht-Säen werden oft größere Konflikte ausgelöst. Und, Konflikte gefährden die Sicherheit und hinterlassen oftmals mehr als nur einen Toten.