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    Teil 47: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 219- 221

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    In diesem Teil wird es um einige islamische Gebote für Gesellschaft und Familie gehen. Dazu die Übersetzung der Koranverse 219 und 220 der Sure Baqarah:

     

    (2: 219- 221)

     

    يَسْأَلُونَكَ عَنِ الْخَمْرِ وَالْمَيْسِرِ ۖ قُلْ فِيهِمَا إِثْمٌ كَبِيرٌ وَمَنَافِعُ لِلنَّاسِ وَإِثْمُهُمَا أَكْبَرُ مِن نَّفْعِهِمَا ۗ وَيَسْأَلُونَكَ مَاذَا يُنفِقُونَ قُلِ الْعَفْوَ ۗ كَذَٰلِكَ يُبَيِّنُ اللَّـهُ لَكُمُ الْآيَاتِ لَعَلَّكُمْ تَتَفَكَّرُونَ

     

    „(Prophet!) Man fragt dich nach dem Wein und dem Losspiel. Sag: In ihnen liegt eine schwere Sünde. Und wenn sich auch für die Menschen ein (materieller) Nutzen darin verbirgt, so ist die Sünde, die in ihnen liegt, größer als ihr Nutzen. Und man fragt dich, was man spenden soll. Sag: Den Überschuss (was über den eigenen Bedarf hinausgeht). So legt Gott euch Seine Zeichen dar. Vielleicht würdet ihr nachdenken.“ (2: 219)

     

     

    فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ ۗ وَيَسْأَلُونَكَ عَنِ الْيَتَامَىٰ ۖ قُلْ إِصْلَاحٌ لَّهُمْ خَيْرٌ ۖ وَإِن تُخَالِطُوهُمْ فَإِخْوَانُكُمْ ۚ وَاللَّـهُ يَعْلَمُ الْمُفْسِدَ مِنَ الْمُصْلِحِ ۚ وَلَوْ شَاءَ اللَّـهُ لَأَعْنَتَكُمْ ۚ إِنَّ اللَّـهَ عَزِيزٌ حَكِيمٌ

     

    „(Und hinsichtlich ) Diesseits und Jenseits – Und auch nach den Waisen wirst du gefragt. Sag: Ihnen recht zu tun ist besser.

     

    Aber wenn ihr euch mit ihnen zusammentut, dann sind sie eure Brüder. Gott weiß den, der Unheil anrichtet, von dem zu unterscheiden, der recht tut. Und wenn er wollte, würde er euch in Bedrängnis bringen. Gott ist gewiss mächtig und weise.“ (2: 220)

     

    Diese beiden Koranverse beziehen sich auf Fragen aus dem alltäglichen Leben der Muslime an den Propheten. Der Prophet antwortete ihnen nicht aus eigenem Urteil, sondern mit der göttlichen Offenbarung.

     

    Eine üble Gewohnheit aus der vorislamischen Zeit war das Weintrinken und das Glücksspiel. Daher befragten die Muslime den Propheten dazu. Gott gab dem Propheten die Anweisung zu sagen, dass zwar in beidem ein materieller Nutzen liegt, dass die darin liegende Sünde aber größer ist als dieser Nutzen.

     

    Der Anbau von Trauben, die Herstellung von Wein und dessen Verkauf, das alles bedeutet wirtschaftliche Vorteile für einige und auch das Glücksspiel ist für einige ein einträgliches Geschäft, aber für die anderen ein Verlust. Die genannten äußerlichen Vorteile sind aber geringfügig angesichts der Schwere der Sünde, die Alkoholkonsum und Glücksspiel beinhalten.

     

    Die Muslime fragten den Propheten auch, wie viel sie spenden sollen. Der Prophet sagt was ihm offenbart wurde: Alles, was eueren eigenen Bedarf übersteigt. Das heißt, spendet nicht eueren Besitz den ihr selber braucht, und bleibt den Bedürftigen gegenüber auch nicht gleichgültig, damit sie nicht weiter bedürftig bleiben. Geht den Mittelweg.

     

    In einer weiteren Frage an den Propheten geht es um die Versorgung von Waisenkindern. Einige Muslime hatten große Angst davor, gegen das Gesetz, dass sich ihr Besitz nicht mit dem der Waisenkinder, die bei ihnen leben, vermischen darf, zu verstoßen und trennten deshalb sogar das Essen und Essgeschirr der Waisenkinder von ihrem. Dadurch machten sie sich das Leben schwer.

     

    Wieder gab der Prophet ihnen aufgrund der göttlichen Offenbarung Antwort und sagte: wichtig ist, dass ihr das rechte tut und euch in gerechter Weise um die Angelegenheiten der Waisen kümmert. Sie sollen nicht benachteiligt werden. Aber ihr solltet nicht aus Angst, euer Besitz könnte sich mit dem ihren vermischen, von Anfang an überhaupt keine Verantwortung mehr für Waisenkinder übernehmen und die Waisen sich selbst überlassen. Solange ihr deren Eigentum nicht verschwendet oder missbraucht, ist es keine Sünde wenn sich euer Leben mit ihrem Leben mischt. Gott sieht was ihr tut. Er weiß wer Böses hegt und wer in Wirklichkeit die Betreuung eines Waisenkindes ausnutzen will. Gott möchte nicht dass ihr euch das Leben schwer macht. Er möchte nur, dass ihr das, was den Waisen gehört von dem was euch gehört, trennt. Gebt also acht.

     

    Aus den zwei genannten Koranversen können wir mehrere Punkte ableiten:

     

    Erstens: Wir sollen uns nicht nach Tätigkeiten umschauen, die für unsere Seele schädlich sind. Auch wenn eine Tätigkeit gewinnträchtig ist, wie Weinbau, Weinverkauf oder Glücksspiele, der Koran untersagt sie.

     

    Zweitens: Wir sollten die Freiheit und die Sicherheit in der Gesellschaft wahren. Gott hat den Wein verboten, weil er den Verstand schwächt. Glücksspiele gefährden die wirtschaftliche Sicherheit und rufen Hass und Verbrechen hervor. Deshalb wurden auch sie verboten.

     

    Drittens: Was wir von unserem Eigentum nicht benötigen, davon sollen wir den anderen spenden um ihnen zu helfen. Dadurch kommen wir nicht in Versuchung zu verschwenden.

     

    Viertens: Wenn wir gut über die Gebote Gottes nachdenken, sehen wir, dass ihnen immer ein tieferer Sinn zugrunde liegt und sie im Interesse des Einzelnen und der Gesellschaft stehen. Deshalb sollten wir uns an diese Gebote halten.

     

    Fünftens: Fürsorgelose Kinder dürfen wir nicht alleine lassen. Die Mitglieder einer islamischen Gesellschaft müssen für sie Sorge tragen und ihr Eigentum schützen.

     

    Die Offenbarungsworte des Verses 221 der Sure 2 lauten in der Übersetzung:

     

    وَلَا تَنكِحُوا الْمُشْرِكَاتِ حَتَّىٰ يُؤْمِنَّ ۚ وَلَأَمَةٌ مُّؤْمِنَةٌ خَيْرٌ مِّن مُّشْرِكَةٍ وَلَوْ أَعْجَبَتْكُمْ ۗ وَلَا تُنكِحُوا الْمُشْرِكِينَ حَتَّىٰ يُؤْمِنُوا ۚ وَلَعَبْدٌ مُّؤْمِنٌ خَيْرٌ مِّن مُّشْرِكٍ وَلَوْ أَعْجَبَكُمْ ۗ أُولَـٰئِكَ يَدْعُونَ إِلَى النَّارِ ۖ وَاللَّـهُ يَدْعُو إِلَى الْجَنَّةِ وَالْمَغْفِرَةِ بِإِذْنِهِ ۖ وَيُبَيِّنُ آيَاتِهِ لِلنَّاسِ لَعَلَّهُمْ يَتَذَكَّرُونَ

    „Und heiratet nicht heidnische Frauen, solange sie nicht gläubig werden! Eine gläubige Sklavin ist besser als eine Heidin, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und gebt nicht gläubige Frauen an heidnische Männer in die Ehe, solange diese nicht gläubig werden! Ein gläubiger Sklave ist besser als ein Götzenanbeter, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene (Ungläubige) rufen (euch) zum Höllenfeuer. Gott aber ruft (euch) zum Paradies und zur Vergebung durch seine Gnade. Und er macht den Menschen seine Zeichen klar. Vielleicht würden sie sich mahnen lassen.“ (2: 221)

     

    Der Islam widmet der Ehe und Familiengründung besondere Aufmerksamkeit. Er legt Bedingungen fest, welche die Ehepartner erfüllen müssen. Die erste und wichtigste Bedingung ist, dass die Partner gläubig sind, damit auch die nächste Generation in einem spirituellen Umfeld aufwachsen kann. Allzu oft spielt in den meisten Gesellschaften die wirtschaftliche Position und Äußerliches eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Ehepartners und die spirituellen Werte haben an Bedeutung verloren. Aber aus der Sicht des Islam ist ein gläubiger Mensch, selbst wenn er aus einer niedrigen Gesellschaftsklasse kommt, besser als ein ungläubiger Mensch, auch wenn er gesellschaftlich höher steht. Denn für den Islam gelten Werte wie innere Reinheit und Moral als Maßstab, nicht Besitz und gesellschaftliche Stellung.

     

    Wir entnehmen daher dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Der heilige Ehebund sollte in einer islamischen Gesellschaft auf der Basis des Glaubens geschlossen werden, damit aus ihm eine rechtschaffene und gesunde neue Generation hervorgeht.

    Zweitens: Bei der Wahl des Ehepartners sollten an erster Stelle religiöse und geistige Werte beachtet werden und nicht Äußerlichkeiten wie Schönheit oder Besitz, also Dinge die schnell vergänglich sind. Wir sollten Weitsicht üben und überlegen, ob uns die Ehe den Weg zum Paradies ebnet oder den Weg in die Verdammnis.

     

    Zum Abschluss bitten wir Gott, dass Er uns Seine Gebote näher bringt, und dass wir nach ihnen handeln, denn sie sind lebensspendend. Wir bitten Gott uns von Alkohol und Glücksspiel fernzuhalten, damit die Voraussetzungen für eine gesunde Gesellschaft geschaffen werden.