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    Teil 50: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 233- 237

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    Teil 50: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 233- 237
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    In den vorhergehenden Teilen wurden die Koranverse der Sure 2 besprochen, in denen es um die Beziehung von Mann und Frau in der Ehe geht. In diesem Teil wird nun über die Pflichten der Eltern gegenüber ihren Kindern gesprochen. Diese Pflichten gelten auch noch nach einer Trennung der Ehepartner.

     

    In der Sure 2 heißt es im Vers 233 übersetzt:

     

    (2: 233- 237)

     

    وَالْوَالِدَاتُ يُرْضِعْنَ أَوْلَادَهُنَّ حَوْلَيْنِ كَامِلَيْنِ ۖ لِمَنْ أَرَادَ أَن يُتِمَّ الرَّضَاعَةَ ۚ وَعَلَى الْمَوْلُودِ لَهُ رِزْقُهُنَّ وَكِسْوَتُهُنَّ بِالْمَعْرُوفِ ۚ لَا تُكَلَّفُ نَفْسٌ إِلَّا وُسْعَهَا ۚ لَا تُضَارَّ وَالِدَةٌ بِوَلَدِهَا وَلَا مَوْلُودٌ لَّهُ بِوَلَدِهِ ۚ وَعَلَى الْوَارِثِ مِثْلُ ذَٰلِكَ ۗ فَإِنْ أَرَادَا فِصَالًا عَن تَرَاضٍ مِّنْهُمَا وَتَشَاوُرٍ فَلَا جُنَاحَ عَلَيْهِمَا ۗ وَإِنْ أَرَدتُّمْ أَن تَسْتَرْضِعُوا أَوْلَادَكُمْ فَلَا جُنَاحَ عَلَيْكُمْ إِذَا سَلَّمْتُم مَّا آتَيْتُم بِالْمَعْرُوفِ ۗ وَاتَّقُوا اللَّـهَ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ بِمَا تَعْمَلُونَ بَصِيرٌ

    „Und die Mütter sollen ihre Kinder zwei volle Jahre stillen. (Das gilt) für die, die das Stillen ganz zu Ende führen wollen. Und der Vater ist verpflichtet, (während der Stillzeit der Mutter) ihren Unterhalt und ihre Kleidung in rechtlicher Weise zu bestreiten (selbst wenn er sich von ihr getrennt hat). Von niemand wird (aber) mehr verlangt, als er vermag. Weder die Mutter noch der Vater haben das Recht (wegen ihrer Uneinigkeit) ihrem Kind zu schaden. Und der Erbe des Vaters hat (für den Fall, dass dieser stirbt) dieselbe Verpflichtung (gegenüber der stillenden Mutter). Und wenn die beiden nach gegenseitiger Übereinkunft und Beratung (vor Ablauf von zwei Jahren) das Kind entwöhnen wollen, ist es keine Sünde für sie. Und wenn ihr eure Kinder zum Stillen einer Amme geben wollt, ist es keine Sünde für euch, wenn ihr das, was der Mutter zusteht, ihr (der Amme) in gebührender Weise aushändigt. Und fürchtet Gott! Ihr müsst wissen, dass Gott wohl durchschaut, was ihr tut.“ (2: 233)

     

    Die Familie ist Eckpfeiler der Gesellschaft, und wenn dieser ins Schwanken gerät, treten Problemen in der Gesellschaft auf.

     

    Mit dieser göttlichen Offenbarung wird die Versorgung der Kinder, insbesondere der Säuglinge und Kleinkinde, im Falle einer Scheidung geregelt. Angesichts der mütterlichen Gefühle und der Bedeutung des Stillens für ein Kind, wird eine Stillzeit von zwei Jahren empfohlen. Die Mutter soll sogar bei einer Scheidung vom Vater des Kindes oder nach der Scheidung und dem Tod des Vaters, diese Pflicht gegenüber dem Kind einhalten. Die Auseinandersetzung und Trennung von dem Vater des Kindes, darf nicht zum Schaden des Säuglings oder Kleinkindes sein. Dabei hat der Vater die Pflicht, für das Wohl von Mutter und Kind zu sorgen, indem er ihre Versorgung sicherstellt.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle zwei wichtige Punkte:

     

    Erstens: Die Kinder haben Rechte gegenüber ihren Eltern, die diese beachten müssen. Bei einer Trennung der Eltern dürfen die Kinder nicht der Auseinandersetzung zwischen Vater und Mutter zum Opfer fallen.

     

    Zweitens: Der Mann ist für die Deckung der Grundbedürfnisse der Familie verantwortlich. Die Frau hat keine Verpflichtung hinsichtlich des Familien-Unterhaltes.

     

    Der Vers 234 dieser Sure sagt weiter:

     

    وَالَّذِينَ يُتَوَفَّوْنَ مِنكُمْ وَيَذَرُونَ أَزْوَاجًا يَتَرَبَّصْنَ بِأَنفُسِهِنَّ أَرْبَعَةَ أَشْهُرٍ وَعَشْرًا ۖ فَإِذَا بَلَغْنَ أَجَلَهُنَّ فَلَا جُنَاحَ عَلَيْكُمْ فِيمَا فَعَلْنَ فِي أَنفُسِهِنَّ بِالْمَعْرُوفِ ۗ وَاللَّـهُ بِمَا تَعْمَلُونَ خَبِيرٌ

     

    „Und wenn welche von euch sterben und Gattinnen hinterlassen, sollen diese ihrerseits vier Monate und zehn Tage abwarten. Wenn sie dann das Ende ihrer Frist erreichen, ist es keine Sünde für euch, wenn sie von sich aus in rechtlicher Weise etwas unternehmen (um wieder zu heiraten). Gott ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.“ (2: 234)

     

    Der Tod trennt Eheleute voneinander. Es gibt in einer solchen Situation unterschiedliche Sitten bei den verschiedenen Völkern. Bei einigen Völkern hat man sogar daran geglaubt, dass die Frau nach dem Tod ihres Mannes auch sterben muss und sie wurde bei lebendigem Leibe zusammen mit dem Verstorbenen begraben. Bei anderen Völkern war es verboten, dass die Frau erneut heiratet. Andere erlaubten wiederum, dass sich die Witwe sofort nach dem Tod ihres Mannes wieder verheiratet.

     

    Im Gegensatz zu solchen Extremen, zeigt der Islam eine andere Regelung auf. Aus Respekt vor dem verstorbenen Ehemann und um sicherzugehen, ob die Frau nicht ein Kind von ihm erwartet, ist die Beachtung einer Wartefrist notwendig. Nach dieser Frist kann die Frau frei darüber entscheiden, wen sie heiraten möchte.

     

    Es folgt der Koranvers 235 in der Übersetzung:

     

    وَلَا جُنَاحَ عَلَيْكُمْ فِيمَا عَرَّضْتُم بِهِ مِنْ خِطْبَةِ النِّسَاءِ أَوْ أَكْنَنتُمْ فِي أَنفُسِكُمْ ۚ عَلِمَ اللَّـهُ أَنَّكُمْ سَتَذْكُرُونَهُنَّ وَلَـٰكِن لَّا تُوَاعِدُوهُنَّ سِرًّا إِلَّا أَن تَقُولُوا قَوْلًا مَّعْرُوفًا ۚ وَلَا تَعْزِمُوا عُقْدَةَ النِّكَاحِ حَتَّىٰ يَبْلُغَ الْكِتَابُ أَجَلَهُ ۚ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ يَعْلَمُ مَا فِي أَنفُسِكُمْ فَاحْذَرُوهُ ۚ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ غَفُورٌ حَلِيمٌ

    „Und es ist keine Sünde für euch, wenn ihr (ihnen gegenüber noch vor Ablauf der Wartezeit gewisse) Andeutungen auf einen Heiratsantrag macht, oder wenn ihr bei euch im Stillen (derartige) Absichten hegt. Gott weiß, dass ihr an sie denken werdet. Aber verabredet euch nicht heimlich mit ihnen! Sagt vielmehr nur, was sich geziemt. Und entschließt euch nicht zum Ehebund, bevor nicht die vorgeschriebene Wartezeit abgelaufen ist. Ihr müsst wissen, dass Gott Bescheid weiß über das, was ihr (in Gedanken und Absichten) in euch hegt. Fürchtet ihn daher (und fürchtet das Übertreten seines Gebotes)! Ihr müsst (aber auch) wissen, dass Gott milde ist und bereit zu vergeben.“ (2: 235)

     

    Im vorhergehenden Koranvers wurde gesagt, dass die Frauen die ihren Mann verloren haben, den Mann ihrer eigenen Wahl heiraten können. In dieser Ayeh heißt es aber auch: Es ist nicht erlaubt, dass sie ihn heiraten, bevor die Wartezeit von vier Monaten und zehn Tagen abgelaufen ist. Ein Mann darf sich jedoch in dieser Zeit mit einem Heiratsantrag an sie wenden. Er muss sich allerdings der Situation der Trauernden angemessen verhalten.

     

    Wir entnehmen dieser Koranstelle:

     

    Erstens: Der Islam geht mit der Fitrah – dem Urgrund der menschlichen Seele einher. Jeder Mensch möchte sich aufgrund dieses von Gott gegebenen Seelen-Grundes mit einem Partner zusammenschließen. Der Islam widerspricht daher nicht dieser Neigung, sondern stellt den geeigneten Gesetzesrahmen dafür.

     

    Zweitens: Geheime Abmachungen und ungebührliche Schritte vor der Ehe sind zu unterlassen.

     

    Nun folgt die Übersetzungsversion der beiden nächsten Verse der Sure Baqarah. Es sind die Offenbarungsworte 236 und 237 dieser Sure:

     

    لَّا جُنَاحَ عَلَيْكُمْ إِن طَلَّقْتُمُ النِّسَاءَ مَا لَمْ تَمَسُّوهُنَّ أَوْ تَفْرِضُوا لَهُنَّ فَرِيضَةً ۚ وَمَتِّعُوهُنَّ عَلَى الْمُوسِعِ قَدَرُهُ وَعَلَى الْمُقْتِرِ قَدَرُهُ مَتَاعًا بِالْمَعْرُوفِ ۖ حَقًّا عَلَى الْمُحْسِنِينَ

     

    „Es ist keine Sünde für euch, wenn ihr Frauen entlasst, solange ihr sie noch nicht berührt habt – oder keine Morgengabe festgelegt habt. (Aber) stattet sie mit einer würdigen Gabe aus – der Reiche, wie es seinen Verhältnissen und der Arme, wie es den seinen entspricht! Dies geziemt sich für diejenigen, die rechtschaffen sind.“ (2: 236)

     

    وَإِن طَلَّقْتُمُوهُنَّ مِن قَبْلِ أَن تَمَسُّوهُنَّ وَقَدْ فَرَضْتُمْ لَهُنَّ فَرِيضَةً فَنِصْفُ مَا فَرَضْتُمْ إِلَّا أَن يَعْفُونَ أَوْ يَعْفُوَ الَّذِي بِيَدِهِ عُقْدَةُ النِّكَاحِ ۚ وَأَن تَعْفُوا أَقْرَبُ لِلتَّقْوَىٰ ۚ وَلَا تَنسَوُا الْفَضْلَ بَيْنَكُمْ ۚ إِنَّ اللَّـهَ بِمَا تَعْمَلُونَ بَصِيرٌ

    „Aber wenn ihr sie entlasst, noch ehe ihr sie berührt habt, und eine Morgengabe festgelegt habt, dann habt ihr die Hälfte dessen, was ihr ausgesetzt habt, auszuhändigen – außer wenn euch von ihnen oder von dem, der zur Eheschließung bevollmächtigt ist, Nachlass gewährt wird. Und wenn ihr Nachlass gewährt (und ihr die ganze Morgengabe schenkt), entspricht das der Gottesfürchtigkeit eher. Und vergesst nicht untereinander Großmut walten zu lassen! Gott sieht wohl, was ihr tut.“ (2: 237)

     

    Diese beiden Koranverse unterstreichen die finanziellen Rechte der Frau gegenüber dem Mann. Selbst wenn bei der Schließung des Heiratsvertrages keine Morgengabe festgelegt wurde, so soll der Mann durch ein geeignetes Geschenk, entsprechend seiner finanziellen Situation die Trennung wieder gut machen. Das ist die Art rechtschaffener Menschen.

     

    Für den Fall, dass eine Morgengabe festgelegt worden ist, so hat der Mann diese bei einer Trennung von der Frau voll auszuzahlen, wenn er sie nach der Hochzeit berührt hat. Auch, wenn die Trennung bereits nach einem Tag erfolgt.

     

    Selbst wenn er sie nicht berührt hat ist es besser, dass er die ganze Morgengabe an die Frau zahlt. Dies ist ein Zeichen für Großmut. Mindestens aber muss er die Hälfte der Morgengabe zahlen, es sei denn die Frau will ihm dies freiwillig erlassen.

     

    Wir entnehmen diesen beiden Koranversen, welche Form der Ehe der Koran im Auge hat. Es ist eine Ehe, bei der immer – auch dann wenn sie auseinandergeht – Ethik und menschliche Größe beachtet werden. Bei einer Scheidung müssen beide Seiten die Rechte des anderen berücksichtigen und beide sollen sich im Guten trennen. Statt Hass und Aggression sollte auch bei der Trennung Großzügigkeit und Nachsicht geübt werden.