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    Teil 51: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 238- 244

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    Diese Auslegung des Korans wird nun mit weiteren Geboten des Islams für das private und gesellschaftliche Leben fortgesetzt. Es folgt Offenbarungsvers 238 und 239 der Sure 2 in der Übersetzung:

     

    (2: 238- 244)

     

    حَافِظُوا عَلَى الصَّلَوَاتِ وَالصَّلَاةِ الْوُسْطَىٰ وَقُومُوا لِلَّـهِ قَانِتِينَ

     

    „Haltet die Gebete ein, (insbesondere auch) das mittlere (das Mittagsgebet), und steht demütig ergeben vor Gott!“ (2: 238)

     

    فَإِنْ خِفْتُمْ فَرِجَالًا أَوْ رُكْبَانًا ۖ فَإِذَا أَمِنتُمْ فَاذْكُرُوا اللَّـهَ كَمَا عَلَّمَكُم مَّا لَمْ تَكُونُوا تَعْلَمُونَ

     

    „Und wenn ihr (eine Gefahr oder einen Feind) fürchtet, dann (betet) im Marschieren oder Reiten! Wenn ihr dann aber in Sicherheit seid, dann gedenket Gottes, dafür dass er euch gelehrt hat, was ihr nicht wusstet.“ (2: 239)

     

    Damit der Mensch gesund bleibt, ist er auf körperliche und seelische Nahrung angewiesen, die geeignet ist. Wenn wir einige Tage lang kein Essen zu uns nehmen das uns stärkt, werden wir schwach und erkranken schnell. Auch unsere Seele braucht eine kräftigende Nahrung, um sich zu entfalten. Diese Seelennahrung gewinnt der Mensch aus dem ständigen Kontakt zu seinem Schöpfer.

     

    Die täglichen Gebete einzuhalten ist ähnlich wie die mehrmalige Nahrungsaufnahme am Tag ein Gebot. Diese Gebete helfen unserer Seele zu wachsen, sich zu vollenden, sich von Unrat zu befreien und von Schlechtem fernzuhalten.

     

    In der genannten Koranstelle wird betont, dass die Gebete sogar bei Gefahr eingehalten werden sollen, und wenn es sein muss, man die Gebete auch im Laufen oder Sitzen (beim Reiten) oder in einer anderen als der normalen Haltung sprechen soll.

     

    Die Notwendigkeit für den Menschen die täglichen Gebete zu sprechen bleibt also bestehen, egal in welcher Situation er sich befindet. Gerade auch während der Mensch sich gegenüber einem Feind verteidigt, braucht er das Gebet zur Stärkung.

     

    Es folgen nun die drei nächsten Koranverse:

     

    Vers 240 bis 242 der Sure Baqarah:

     

    وَالَّذِينَ يُتَوَفَّوْنَ مِنكُمْ وَيَذَرُونَ أَزْوَاجًا وَصِيَّةً لِّأَزْوَاجِهِم مَّتَاعًا إِلَى الْحَوْلِ غَيْرَ إِخْرَاجٍ ۚ فَإِنْ خَرَجْنَ فَلَا جُنَاحَ عَلَيْكُمْ فِي مَا فَعَلْنَ فِي أَنفُسِهِنَّ مِن مَّعْرُوفٍ ۗ وَاللَّـهُ عَزِيزٌ حَكِيمٌ

     

    „Und wenn welche von euch abberufen werden und Gattinnen hinterlassen, sollen sie als Verordnung zugunsten ihrer Gattinnen so vorsehen, dass sie bis ein Jahr um ist, nicht aus dem Haus gewiesen werden und sie (durch Zahlung des Lebensunterhaltes) ausgestattet werden. Wenn sie aber ausziehen ist es für euch keine Sünde, wenn sie ihrerseits etwas unternehmen was recht ist. Gott ist mächtig und weise.“ (2: 240)

     

    وَلِلْمُطَلَّقَاتِ مَتَاعٌ بِالْمَعْرُوفِ ۖ حَقًّا عَلَى الْمُتَّقِينَ

     

    „Und den entlassenen Frauen steht ebenso eine Ausstattung in gebührlicher Weise zu. (Dies gilt) als eine Verpflichtung für die Gottesfürchtigen (Männer).“ (2: 241)

     

    كَذَٰلِكَ يُبَيِّنُ اللَّـهُ لَكُمْ آيَاتِهِ لَعَلَّكُمْ تَعْقِلُونَ

     

    „So macht Gott euch Seine Verse klar. Vielleicht denkt ihr nach.“ (2: 242)

     

    Diese drei Koranverse der Sure Baqarah beziehen sich erneut auf die Rechte der Frauen, die ihren Ehemann verloren haben. Erstens heißt es, dass eine Frau, die aus Achtung für ihren verstorbenen Ehemann nicht nach der Mindestwartezeit von vier Monaten und zehn Tagen sofort heiratet, auf Wunsch bis zu einem Jahr im Haus des Ehemanns leben kann und deren Unterhalt gebührend zu zahlen ist. Keiner darf sie aus dem Haus des verstorbenen Ehemannes fortschicken.

     

    Weiter heißt es, wenn sie sich aber nach der Wartefrist neu verheiraten will, darf keiner sie daran hindern. Danach wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Frau zusätzlich zur Morgengabe eine würdige Aussteuer bekommen soll, um ihren Kummer zu mildern.

     

    Diesen Koranversen entnehmen wir:

     

    Erstens: Der Islam schenkt den Rechten der Frau in der Familie große Aufmerksamkeit. Er betrachtet die Deckung ihres Unterhaltes in gebührender Weise nach dem Tod des Ehemannes als notwendig.

     

    Zweitens: Die Frau kann frei entscheiden, wen sie heiratet. Ihre Würde muss in der Ehe gewahrt werden.

     

    Die Koranverse 243 und 244 der Sure 2 bedeuten in der deutschen Übersetzung:

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الَّذِينَ خَرَجُوا مِن دِيَارِهِمْ وَهُمْ أُلُوفٌ حَذَرَ الْمَوْتِ فَقَالَ لَهُمُ اللَّـهُ مُوتُوا ثُمَّ أَحْيَاهُمْ ۚ إِنَّ اللَّـهَ لَذُو فَضْلٍ عَلَى النَّاسِ وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لَا يَشْكُرُونَ

    „Hast du nicht jene (und ihr Schicksal) gesehen, die in Todesfurcht zu Tausenden aus ihren Wohnungen auszogen? Aber Gott sagte zu ihnen: Sterbet! Hierauf machte Er sie lebendig (damit ihr Schicksal den anderen eine Lehre ist). Gott ist huldvoll gegen die Menschen. Aber die meisten danken nicht.“ (2: 243)

     

    وَقَاتِلُوا فِي سَبِيلِ اللَّـهِ وَاعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ سَمِيعٌ عَلِيمٌ

     

    „(Ihr Gläubigen! Fürchtet nicht den Tod). Und kämpft auf dem Wege Gottes! Ihr müsst wissen, dass Gott alles hört und weiß.“ (2: 244)

     

    An dieser Stelle im Koran wird über ein Volk berichtet, welches nicht bereit war, seine Religion dem Feind gegenüber zu verteidigen und aus Angst vor dem Tod, seine Heimat verließ. Gott aber ließ dieses Volk sterben und erweckte es daraufhin wieder zum Leben. Er ließ sie alle sterben um sie und die nachfolgenden Generationen daran zu erinnern, dass der Tod den Menschen überall ereilen kann und nicht nur im Krieg.

     

    Dann wendet sich der Herr an die Muslime und mahnt sie, aus dieser wahren Geschichte eine Lehre zu ziehen. Sie sollen wissen, dass die Flucht vor dem Kampf nicht bedeutet, dass man dem Tod entfliehen kann, sondern dass man durch eine solche Flucht den Zorn Gottes auf sich ziehen kann. Dann ruft er die Gläubigen auf, die Religion gegenüber dem Feind zu verteidigen und erinnert sie daran, dass Gott weiß, welche Opfer die Gläubigen bringen und dass er sie belohnt.

     

    Drei wichtige Punkte entnehmen wir den Koranversen 243 und 244:

     

    Erstens: Die Auferstehung von den Toten am Jüngsten Tag ist kein Ding der Unmöglichkeit. Gott hat schon in dieser Welt oftmals Tote wieder zum Leben erweckt.

     

    Zweitens: Aus dem Kampfgeschehen kann man sich vielleicht retten, aber nicht vor dem göttlichen Willen.

     

    Drittens: Der islamische Djihad gilt der Verteidigung der Religion Gottes. Er dient weder zur Eroberung fremder Gebiete, noch zur Machtdemonstration noch zur willkürlichen Vorherrschaft.

     

    Abschließend bitten wir Gott darum, dass er uns in jeder Hinsicht zu seinem treuen Diener werden lässt: Im Gebet, bei der Wahrung der Familienrechte, in der Gesellschaft und bei der Verteidigung der religiösen Wertmaßstäbe.