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    Teil 52: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 245- 248

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    Wieder haben wir den Koran aufgeschlagen um in ihm zu lesen und seinen Inhalt zu erklären. Die Übersetzung des Verses 245 der Sure 2, Sure Baqarah lautet:

     

    (2: 245- 248)

     

    مَّن ذَا الَّذِي يُقْرِضُ اللَّـهَ قَرْضًا حَسَنًا فَيُضَاعِفَهُ لَهُ أَضْعَافًا كَثِيرَةً ۚ وَاللَّـهُ يَقْبِضُ وَيَبْسُطُ وَإِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

     

    „Wer will Gott ein gutes Darlehen geben, damit er es ihm vervielfache? Gott teilt (den täglichen Unterhalt der Menschen) knapp oder reichlich zu. Und zu ihm werdet ihr zurückkehren.“ (2: 245)

     

    Im Koranvers 245 wird der Einsatz von Hab und Gut für den Djihad, den Kampf für das Gute auf dem Wege Gottes, mit „Darlehen an Gott“ umschrieben. Mit Darlehen an Gott ist aber nicht nur gemeint, dass der Gläubige von seinem Hab und Gut zum Kampf für das Gute auf dem Wege Gottes beisteuert. Vielmehr bezieht dieser Begriff auch die Hilfen an Bedürftige mit ein. Gott wird dieses Darlehen auf Erden und in der Ewigkeit um ein vielfaches zurückgeben. In seinen Händen liegt unser täglicher Unterhalt. Was wir davon auf seinem Wege hergeben, rechnet er an und gleicht es zur rechten Zeit aus.

     

    Wir entnehmen diesem Koranvers:

     

    Wenn wir uns bewusst werden, dass es in Gottes Hand liegt, ob unser täglicher Unterhalt wächst oder geringer wird, dann fällt es uns leicht, auf Seinem Wege etwas abzugeben oder zum mindesten anderen Geld zu leihen ohne es ihnen irgendwann einmal vorzuhalten, da wir alleine auf den Lohn Gottes hoffen.

     

    Im folgenden werden die Offenbarungsworte 246 und 247 übersetzt:

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الْمَلَإِ مِن بَنِي إِسْرَائِيلَ مِن بَعْدِ مُوسَىٰ إِذْ قَالُوا لِنَبِيٍّ لَّهُمُ ابْعَثْ لَنَا مَلِكًا نُّقَاتِلْ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ ۖ قَالَ هَلْ عَسَيْتُمْ إِن كُتِبَ عَلَيْكُمُ الْقِتَالُ أَلَّا تُقَاتِلُوا ۖ قَالُوا وَمَا لَنَا أَلَّا نُقَاتِلَ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ وَقَدْ أُخْرِجْنَا مِن دِيَارِنَا وَأَبْنَائِنَا ۖ فَلَمَّا كُتِبَ عَلَيْهِمُ الْقِتَالُ تَوَلَّوْا إِلَّا قَلِيلًا مِّنْهُمْ ۗ وَاللَّـهُ عَلِيمٌ بِالظَّالِمِينَ

    „Hast du nicht (das Schicksal) einer Gruppe der Angesehenen unter den Kindern Israel gesehen, als sie nach Moses zu einem ihrer Propheten sagten: Schick uns einen König, damit wir (unter seinem Befehl) um Gottes willen kämpfen! Er sagte: Vielleicht werdet ihr, wenn euch vorgeschrieben ist zu kämpfen, (nicht folgen und) nicht kämpfen? Sie sagten: Warum sollten wir denn nicht um Gottes willen kämpfen, wo wir doch aus unseren Wohnungen und weg von unseren Söhnen vertrieben worden sind? Als ihnen aber dann vorgeschrieben wurde zu kämpfen, wandten sie sich, bis auf einige wenige, ab. Gott weiß über die Frevler Bescheid.“ (2: 246)

     

    وَقَالَ لَهُمْ نَبِيُّهُمْ إِنَّ اللَّـهَ قَدْ بَعَثَ لَكُمْ طَالُوتَ مَلِكًا ۚ قَالُوا أَنَّىٰ يَكُونُ لَهُ الْمُلْكُ عَلَيْنَا وَنَحْنُ أَحَقُّ بِالْمُلْكِ مِنْهُ وَلَمْ يُؤْتَ سَعَةً مِّنَ الْمَالِ ۚ قَالَ إِنَّ اللَّـهَ اصْطَفَاهُ عَلَيْكُمْ وَزَادَهُ بَسْطَةً فِي الْعِلْمِ وَالْجِسْمِ ۖ وَاللَّـهُ يُؤْتِي مُلْكَهُ مَن يَشَاءُ ۚ وَاللَّـهُ وَاسِعٌ عَلِيمٌ

    „Und ihr Prophet sagte zu ihnen: Gott hat euch Talut (Saul) als König geschickt. Sie sagten: Wie sollte ihm die Königsherrschaft über uns zukommen, wo wir doch ihrer würdiger sind als er, und er keine großen Reichtümer besitzt? Er (ihr Prophet) sagte: Gott hat ihn vor euch auserwählt und ihm ein Übermaß an Wissen und Körperkraft verliehen. Gott gibt seine Herrschaft, wem er will. Gott bereichert und weiß Bescheid.“ (2: 247)

     

    Nach Moses waren die Kinder Israel wieder unter die Herrschaft von Götzenanbetern geraten. Dies hatten sie sich durch ihr Streben nach möglichst viel Lebensgenuss eingehandelt. Doch einige von ihnen fassten den Entschluss für die Befreiung aus dem Joch zu kämpfen. Sie baten den Propheten ihrer Zeit, er möge jemanden als Befehlshaber und König über sie bestimmen, damit sie unter seiner Führung gegen die Götzenanbeter kämpfen. Aber der Prophet kannte die Vorgeschichte der Bani Israel gut. Er wusste dass sie nicht gerne kämpften. Doch um ihre Bitte zu erfüllen, ernannte er Talut (Saul) zu ihrem Führer. Talut war jung und arm. Er war Hirte, und keiner kannte ihn. Die anderen waren ziemlich überrascht, hatten sie doch erwartet, dass der Prophet eine bekannte und angesehene Person ihres Volkes zum Herrscher bestimmt. Sie lehnten es daher ab, dass Talut sie befehligt und behaupteten sogar: wir sind doch würdiger als er. Aber für Krieg und Kampf sind besonnene Überlegung und gute körperliche Konstitution wichtig. Von beidem besaß Talut mehr als die anderen. Deshalb hatte Gott seinen Propheten angewiesen, dass die Führung an ihn zu übergeben ist.

     

    Mindesten drei Dinge können wir den Versen 246 und 247 der Sure 2 entnehmen:

     

    Erstens: Der Kampf zur Selbstverteidigung, Verteidigung der Familie oder der Heimat, ist eine Form des Djihad auf dem Wege Gottes.

     

    Zweitens: Die Religion kann nicht von der Politik getrennt werden. Alle Gesandten Gottes haben sich dafür eingesetzt, die Menschen aus der Hand unterdrückender Herrscher zu befreien und die Rechtschaffenen an die Macht zu bringen.

     

    Drittens: Maßstab für ein verantwortungsvolles Amt, sind die notwendige körperliche Konstitution und das nötige Wissen, nicht aber Reichtum, Ansehen und gesellschaftliche Position.

     

    Die Übersetzung des nächsten Koranverses, Koranvers 248, der Sure 2:

     

    وَقَالَ لَهُمْ نَبِيُّهُمْ إِنَّ آيَةَ مُلْكِهِ أَن يَأْتِيَكُمُ التَّابُوتُ فِيهِ سَكِينَةٌ مِّن رَّبِّكُمْ وَبَقِيَّةٌ مِّمَّا تَرَكَ آلُ مُوسَىٰ وَآلُ هَارُونَ تَحْمِلُهُ الْمَلَائِكَةُ ۚ إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَآيَةً لَّكُمْ إِن كُنتُم مُّؤْمِنِينَ

     

    „Und ihr Prophet sagt zu ihnen: Das Zeichen seiner Königsherrschaft sei, dass die Lade (welche den Feinden in die Hände gefallen ist, unter seiner Herrschaft) zu euch zurückkehrt, getragen von den Engeln, (ausgestattet) mit Sakina (Ruhe und Sicherheit) und Baqija (Verbliebenem) von eurem Herrn und Erhalter, (aus der) Hinterlassenschaft der Sippe Moses und derjenigen Aarons. Darin liegt für euch ein deutliches Zeichen (dafür, dass Talut von Gott erwählt wurde und über euch steht), wenn ihr an Gott glaubt.“ (2: 248)

     

    Das Volk der Israeliten wollte Talut (Saul) nicht als Führer anerkennen. Damit sie sich in Gottes Willen fügen, kündigte ihr Prophet an, dass Gott ein Zeichen schicken wird. Dieses Zeichen würde die Rückkehr der heiligen Lade der Bani Israel sein und durch Talut würde sie wieder zu den Kindern Israel zurückgebracht.

     

    Es war die Truhe, in welche die Mutter von Moses in ihrer Not und aufgrund göttlicher Inspiration den kleinen Moses gelegt und den Wellen des Nils anvertraut hatte. Auf diese Weise war Moses vor den Häschern des Pharaos gerettet worden. Die Frau des Pharaos fand das Kind. Sie und der Pharao gewannen es lieb und Moses wuchs bei ihnen auf und die Truhe wurde am Hof des Pharaos verwahrt.

     

    Später bewahrten die Kinder Israel die Tafeln mit den göttlichen Geboten in ihr auf. Der Prophet legte beim herannahen des Todes, sein Panzerhemd und weitere Erinnerungsstücke an sich in die Lade und hinterließ sie seinem Volk. Für die Israeliten war diese Truhe heilig. Im Krieg führten sie diese dem Herr voran. Sie gab ihnen das Gefühl der Sicherheit und stärkte ihre Kampfmoral.

     

    Doch die heilige Lade fiel den Feinden in die Hände. Das bereitete den Israeliten Kummer. Unter der Führung von Talut (Saul) konnten sie mit Gottes Hilfe, diese Truhe zurückbekommen und das erfüllte sie mit Stolz.

     

    Zusammenfassend lehren uns diese Koranverse, dass wir auf dem Weg der Verteidigung von Religion und Heimat nicht mit dem Einsatz von Leben und Gut zurückhalten sollen.

     

    Bei der Wahl von Führungskräften sollten wir auf ihre Eignung und ihr Wissen achten, nicht aber auf Reichtum und weltliche Titel.