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    Teil 53: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 249- 252

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    In diesem Beitrag verfolgen wir weiter die Geschichte von Talut (Saul), der zum Befehlshaber der Kinder Israel auserwählt worden war. Die Übersetzung des Verses 249 der Sure Baqarah lautet dazu:

     

    (2: 249- 252)

     

    فَلَمَّا فَصَلَ طَالُوتُ بِالْجُنُودِ قَالَ إِنَّ اللَّـهَ مُبْتَلِيكُم بِنَهَرٍ فَمَن شَرِبَ مِنْهُ فَلَيْسَ مِنِّي وَمَن لَّمْ يَطْعَمْهُ فَإِنَّهُ مِنِّي إِلَّا مَنِ اغْتَرَفَ غُرْفَةً بِيَدِهِ ۚ فَشَرِبُوا مِنْهُ إِلَّا قَلِيلًا مِّنْهُمْ ۚ فَلَمَّا جَاوَزَهُ هُوَ وَالَّذِينَ آمَنُوا مَعَهُ قَالُوا لَا طَاقَةَ لَنَا الْيَوْمَ بِجَالُوتَ وَجُنُودِهِ ۚ قَالَ الَّذِينَ يَظُنُّونَ أَنَّهُم مُّلَاقُو اللَّـهِ كَم مِّن فِئَةٍ قَلِيلَةٍ غَلَبَتْ فِئَةً كَثِيرَةً بِإِذْنِ اللَّـهِ ۗ وَاللَّـهُ مَعَ الصَّابِرِينَ

     

    „Und als Talut (Saul) mit den Truppen ausrückte, sagte er: Gott wird euch in der Tat mit einem Fluss auf die Probe stellen, wer daraus trinkt, gehört nicht zu mir. Wer jedoch nicht davon kostet, es sei denn, er schöpft eine Handvoll (und möchte nicht ungehorsam sein) – gehört zu mir. Da tranken sie (sobald sie den Fluss erreichten), mit wenigen Ausnahmen, daraus. Und als er und diejenigen, die mit ihm gläubig waren, den Fluß passiert hatten, sagten sie: Wir haben heute keine Kraft mit Dschalut (Goliath) und seinen Truppen zu kämpfen. Diejenigen aber, die (an den Jüngsten Tag glaubten und) damit rechneten, dass sie Gott begegnen werden, sagten: Wie oft schon hat eine geringe Schar mit Gottes Erlaubnis über eine große gesiegt. Gott ist mit denen, die geduldig sind (und Ausdauer haben).“ (2: 249)

     

    Als Gott Talut zum Befehlshaber der Kinder Israel bestimmte, kamen Beschwerden aus der Schicht der Angesehenen dieses Volkes. Die Stammesoberhäupter suchten nach Vorwänden, um den Kampf zu umgehen (siehe auch vorhergehender Teil).

     

    Eine Gruppe der Israeliten erkannte Talut als Heerführer an und zog mit ihm in den Kampf. Doch Talut stellte sie an einem Fluss auf die Probe um herauszufinden, wie ergeben sie ihm waren und sagte: Die wahren Getreuen sind die, die ihren Durst nicht mit diesem Wasser stillen und nur eine Handvoll daraus schöpfen um sich die Lippen anzufeuchten.

     

    Der Koranvers 249 berichtet davon, dass nur sehr wenige ihrem Durst widerstehen konnten und die meisten ausgiebig von dem Flusswasser tranken.

     

    Und beim nächsten Schritt wurden einige weitere schwach, denn als sie das Heer des Feindes mit Dschalut (Goliath) an der Spitze sahen, verloren sie allen Mut und sagten, sie könnten nicht kämpfen. So blieben nur die wahren Gläubigen an der Seite des Talut. Die, welche Gott so sehr liebten, dass sie nicht zurückwichen und standfest blieben und sich nicht vor dem großen Heer des Feindes fürchteten.

     

    Aus dieser wahren Begebenheit können wir vieles lernen:

     

    Erstens: Gott prüft uns auch mit Speise und Trank. Nicht nur dadurch, dass er Dinge wie Schweinefleisch oder Alkohol verbietet, sondern manchmal auch dadurch, dass er den Verzicht auf Erlaubtes von uns fordert. Auf diese Weise stellt sich heraus wer in einer Gesellschaft wirklich gläubig und wer nur ein Mitläufer ist.

     

    Zweitens: Der Glaube an das Jüngste Gericht und das Leben im Jenseits und an Gottes Verheißungen, stärken den Menschen in Härten und bei Problemen.

     

    Drittens: Im Kampf ist eines besonders wichtig: Der fortgesetzte Widerstand und die Ausdauer. In der Geschichte um den Kampf Sauls gegen Goliath, begegnen wir vielen, die nur leere Parolen ausgeben. Schließlich aber siegten einige wenige über Goliath, weil sie standhaft blieben.

     

    Der 250. Vers der Sure 2 lässt sich wie folgt übersetzen:

     

    وَلَمَّا بَرَزُوا لِجَالُوتَ وَجُنُودِهِ قَالُوا رَبَّنَا أَفْرِغْ عَلَيْنَا صَبْرًا وَثَبِّتْ أَقْدَامَنَا وَانصُرْنَا عَلَى الْقَوْمِ الْكَافِرِينَ

     

    „Und als sie (die kleine Schar der Gläubigen) Dschalut (Goliath) und seinen Truppen gegenüberstanden, sagten sie: Herr, verleih uns Geduld und Ausdauer, festige unsere Füße und hilf uns das Volk der Ungläubigen zu besiegen.“ (2: 250)

     

    Es waren also nur die wirklich Gläubigen der Israeliten in den Krieg gegen Dschalut gezogen, denn die Ängstlichen waren nicht dazu bereit gewesen.

     

    Die Gläubigen aber wussten, ohne göttliche Hilfe werden sie nichts gegen das große feindliche Heer ausrichten können. Deshalb baten Sie Gott um Seinen Beistand. Sie baten ihn auch, er möge ihnen Standhaftigkeit und Geduld in den Härten des Krieges geben.

     

    Folglich lässt sich aus dieser Koranstelle entnehmen:

     

    Erstens: Das Gebet nützt etwas, wenn wir uns selber auch Mühe geben. Uns nicht anzustrengen und nur um Erfolg zu beten, genügt nicht. Die Getreuen des Talut taten beides: sie zogen in den Kampf und beteten darum, dass Gott sie siegen lässt.

     

    Zweitens: Noch etwas wichtiges: Das Ziel gläubiger Menschen ist der Sieg des Rechtes über das Unrecht. Ihnen geht es nicht darum, dass ihr Volk oder ihre Rasse über ein anderes Volk bzw. eine andere Rasse siegt. Die Getreuen des Talut baten daher Gott: Lass uns über die Gottesleugner und -verleumder, über die Ungläubigen, siegen.

     

    Der Koran berichtet in den nächsten beiden Versen, Vers 251 und 252, über den Ausgang dieses historischen Ereignisses:

     

    فَهَزَمُوهُم بِإِذْنِ اللَّـهِ وَقَتَلَ دَاوُودُ جَالُوتَ وَآتَاهُ اللَّـهُ الْمُلْكَ وَالْحِكْمَةَ وَعَلَّمَهُ مِمَّا يَشَاءُ ۗ وَلَوْلَا دَفْعُ اللَّـهِ النَّاسَ بَعْضَهُم بِبَعْضٍ لَّفَسَدَتِ الْأَرْضُ وَلَـٰكِنَّ اللَّـهَ ذُو فَضْلٍ عَلَى الْعَالَمِينَ

     

    „Und sie (Talut und seine Anhänger) schlugen das feindliche Heer mit Gottes Erlaubnis und Davud (der junge David aus den Reihen des Talut) tötete den Dschalut (Goliath). Und Gott gab ihm die Königsherrschaft und die Weisheit und lehrte ihn, was Er wollte. Und wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, wäre die Erde (mit ihren Bewohnern) dem Unheil verfallen. Aber Gott ist huldvoll gegen die Menschen in aller Welt.“ (2: 251)

     

    تِلْكَ آيَاتُ اللَّـهِ نَتْلُوهَا عَلَيْكَ بِالْحَقِّ ۚ وَإِنَّكَ لَمِنَ الْمُرْسَلِينَ

     

    „(Prophet!) Das sind die Verse Gottes. Wir verlesen sie dir der Wahrheit entsprechend. Du bist wirklich einer der Gesandten.“ (2: 252)

     

    Das mutige Vorgehen der Gläubigen und der Beistand Gottes ließ diese kleine Schar über ein schwer bewaffnetes großes Heer siegen. David, der noch sehr jung war aber kühn und gläubig, streckte den Anführer der Feinde zu Boden. Für diese kühne Tat und seinen Glauben belohnte Gott ihn reichlich. Er erkor ihn zum Propheten und verlieh ihm großes Wissen und Weisheit. Auch belohnte er ihn dadurch, dass er seinen Sohn zum Propheten bestimmte. Dieser war kein anderer als der weise Soleyman (Salomon).

     

    Der Koran hat an dieser Stelle in mehreren Versen vom Kampf und Sieg der Gläubigen unter den Kindern Israel berichtet. Mit diesen Versen wollte er auch die Muslime, die aus Mekka emigriert waren, seelisch stärken.

     

    Diese Muslime hatten all ihr Hab und Gut in Mekka zurückgelassen. Sie waren wenige an der Zahl und besaßen nichts mehr. Gott machte ihnen mit diesen Offenbarungsworten Mut und erinnerte sie daran, dass ähnlich wie schon die Vornehmen der Bani Israel auch die Götzendiener von Mekka spotteten, denn sie sagten:

     

    Wieso soll Mohammad besser als wir und unser Prophet sein. In Mekka gibt es doch genug reiche und angesehene Leute, die besser dazu geeignet wären.

     

    Den beiden Versen 251 und 252 der Sure 2 entnehmen wir unter anderem folgende Gedanken:

     

    Erstens: Wenn jemand sich keine Mühe gibt, wird Gott ihm auch keine besondere Gnade erweisen. David setzte sein Leben auf dem Wege Gottes ein und Gott gab ihm den Rang eines Propheten.

     

    Zweitens: Wenn der Djihad, der Kampf gegen die Feinde Gottes, keine Pflicht wäre, gäbe es heute nur noch Unheil auf der Erde. Die, die sich an diesem Kampf beteiligen, sollten wissen, was er wert ist und sich nicht fürchten auf diesem Wege ihr Leben zu opfern.

     

    Die Geschichte vom Sieg der Kämpfer des Talut über die Übermacht der Krieger des Dschalut zeigt fünf wichtige Faktoren die zum Sieg führen:

     

    1. eine starke, kompetente Führung
    2. gläubige Anhänger
    3. Vertrauen auf Gott
    4. Geduld und Standhaftigkeit
    5. ein Kampfmotiv, dass im Zeichen Gottes steht