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    Teil 55: Sure Al Baqarah (die Kuh) Verse 256- 259

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    Dieser Teil beginnt mit der Übersetzung der Verse 256 und 257 der längsten Koransure. Es ist die Sure Baqarah, Sure 2.

     

    (2: 256- 259)

     

    لَا إِكْرَاهَ فِي الدِّينِ ۖ قَد تَّبَيَّنَ الرُّشْدُ مِنَ الْغَيِّ ۚ فَمَن يَكْفُرْ بِالطَّاغُوتِ وَيُؤْمِن بِاللَّـهِ فَقَدِ اسْتَمْسَكَ بِالْعُرْوَةِ الْوُثْقَىٰ لَا انفِصَامَ لَهَا ۗ وَاللَّـهُ سَمِيعٌ عَلِيمٌ

     

    „In der (Annahme der) Religion gibt es keinen Zwang. Die Entwicklung (und der Weg zu ihr) ist klar (unterscheidbar) geworden gegenüber der Verirrung. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Gott aber glaubt, der hält sich an dem festesten Tau, bei dem es kein Reißen gibt. Und Gott hört und weiß (alles).“ (2: 256)

    اللَّـهُ وَلِيُّ الَّذِينَ آمَنُوا يُخْرِجُهُم مِّنَ الظُّلُمَاتِ إِلَى النُّورِ ۖ وَالَّذِينَ كَفَرُوا أَوْلِيَاؤُهُمُ الطَّاغُوتُ يُخْرِجُونَهُم مِّنَ النُّورِ إِلَى الظُّلُمَاتِ ۗ أُولَـٰئِكَ أَصْحَابُ النَّارِ ۖ هُمْ فِيهَا خَالِدُونَ

     

    „Gott ist Freund und Herr derer, die gläubig sind. Er bringt sie aus der Finsternis hinaus ins Licht. Die Ungläubigen aber haben die Götzen zu Freunden und Herren. Die bringen sie aus dem Licht hinaus in die Finsternisse. Sie werden Bewohner des Höllenfeuers sein und ewig darin bleiben.“ (2: 257)

     

    Der Glaube ist eine Angelegenheit des Herzens. Er kann niemals durch Zwang entstehen. Überzeugung kann ein Menschen nur durch Beweise und Argumente, Moral und Belehrung gewinnen. Gott hat dem Menschen zur Entfaltung und Vervollkommnung verholfen, indem er Propheten und himmlische Schriften sandte. Mit Hilfe dieser kann der Mensch den richtigen Weg vom Irrweg unterscheiden.

     

    Aber Er hat dem Menschen auch die Entscheidungskraft gegeben, das zu wählen, was er möchte. Deshalb haben selbst die Propheten niemanden gezwungen, die von ihnen gebrachte göttliche Religion anzunehmen. Erzwungener Glaube ist wertlos.

     

    Wenn sich der Mensch nun von der Herrschaft der Götzen lossagt und nur dem einen, alleinigen Gott dient, so ist Gott sein Freund und Helfer. Gott übernimmt die Fürsorge für ihn und lenkt ihn. Gott leitet ihn, und wenn er im Leben an einer Weggabelung angelangt, dann wird er ihn an dieser Weggabelung die Richtung wählen lassen, die recht ist und ihn vor Gefahren schützen.

     

    Wer sein Herz jedoch an etwas anderes oder jemand anderen bindet, als an Gott, und nicht bei Ihm Zuflucht sucht, der soll wissen, dass er das dunkle Dickicht der Unwissenheit, der Götzenanbetung und des Aberglaubens betreten hat. In diesem Dickicht gibt es keinen Weg zu Licht und Wahrheit.

     

    Die Koranverse 256 und 257 der Sure 2 enthalten mindestens drei wichtige Dinge:

     

    Erstens: Glaube ist dann wahre Überzeugung, wenn er auf Wissen und Erkenntnis beruht und aus freien Stücken gewählt wurde.

     

    Zweitens: Es gibt nur einen Weg zur Wahrheit, aber Irrwege gibt es unzählige. Im Koran kommt das Wort „Nur“ (das arabische Wort für Licht), in der Einzahl vor, wenn es darum geht, dass Gott die Gläubigen zum Licht führt. Aber wenn es um die Befolgung falscher Wege geht, heißt es: Sie führen in die Finsternisse (arabisch „Zulimaat“). Hier wird also Finsternis in der Mehrzahl benutzt.

     

    Drittens: Der Weg zum Licht bedeutet: Weiterkommen, Hoffnung, Sicherheit. Doch die Irrwege bedeuten Dunkelheit, Wirrnisse, Unwissenheit, Unsicherheit, Sorge.

     

    Der nächste Koranvers ist der Vers 258 der Sure 2:

     

    أَلَمْ تَرَ إِلَى الَّذِي حَاجَّ إِبْرَاهِيمَ فِي رَبِّهِ أَنْ آتَاهُ اللَّـهُ الْمُلْكَ إِذْ قَالَ إِبْرَاهِيمُ رَبِّيَ الَّذِي يُحْيِي وَيُمِيتُ قَالَ أَنَا أُحْيِي وَأُمِيتُ ۖ قَالَ إِبْرَاهِيمُ فَإِنَّ اللَّـهَ يَأْتِي بِالشَّمْسِ مِنَ الْمَشْرِقِ فَأْتِ بِهَا مِنَ الْمَغْرِبِ فَبُهِتَ الَّذِي كَفَرَ ۗ وَاللَّـهُ لَا يَهْدِي الْقَوْمَ الظَّالِمِينَ

    „Hast du nicht jenen gesehen, der (arrogant) wegen der Königsherrschaft, die Gott ihm gegeben hatte, mit Abraham über seinen Herrn stritt. Als Abraham sagte: ‚Mein Herr ist es, der lebendig macht und sterben lässt‘. Er sagte: ‚Ich mache lebendig und lasse sterben‘. Abraham sagte: ‚Fürwahr! Gott bringt die Sonne vom Osten her. (Wenn du die Welt beherrschst, so) Bring du sie vom Westen!‘. Da war jener Ungläubige verdutzt. Gott leitet das Volk der Frevler nicht auf den rechten Weg.“ (2: 258)

     

    Einer der babylonischen Herrscher hieß Nimrod. Er behauptete ein Gott zu sein, und dass alle anderen ihm untertan sein müssten. Unterdessen rief Ibrahim (Abraham) die Menschen auf, nur dem Einen Gott zu dienen. Nimrod ließ ihn rufen und sagte: Was dein Gott kann, kann ich auch.

     

    Abraham verwies als erstes darauf, das Leben und Tod in Gottes Hand liegen.

     

    Da befahl Nimrod, man solle zwei Gefangene holen. Den einen ließ er frei und den anderen ließ er töten. Damit wollte er beweisen: Ich bestimme auch über Leben und Tod. Dies war natürlich ein falscher Rückschluss. Aber Abraham ging nicht darauf ein, sondern verwies auf ein anderes Zeichen Gottes, den Sonnenaufgang im Osten. Er fragte Nimrod: Kannst du die Sonne im Westen aufgehen lassen?

     

    Nimrod konnte nichts darauf antworten und blieb stumm. Dennoch gelangte er nicht zur Einsicht. Er lehnte sich weiter gegen die Wahrheit auf und befahl Abraham auf den Scheiterhaufen zu bringen. Der Koran weist an anderer Stelle darauf hin.

     

    Am Beispiel Nimrods sehen wir, dass ein charakterschwacher Mensch in einer Machtposition möglicherweise so arrogant wird, dass er – statt dem einen Gott zu dienen, sich selbst als einen Gott betrachtet, dem sich alle unterwerfen müssen.

     

    Am Beispiel Abrahams sehen wir, dass die Gottgesandten aufgrund logischer Argumente zum Glauben an den einen Gott einladen. Doch die Verfechter von Unwahrheit und Unrecht kennen nur den einen Fluchtweg vor der Wahrheit: unlogische Rückschlüsse und irrationale Entscheidungen.

     

    Es folgt die Übertragung des nächsten Koranverses, Vers 259, ins Deutsche:

     

    أَوْ كَالَّذِي مَرَّ عَلَىٰ قَرْيَةٍ وَهِيَ خَاوِيَةٌ عَلَىٰ عُرُوشِهَا قَالَ أَنَّىٰ يُحْيِي هَـٰذِهِ اللَّـهُ بَعْدَ مَوْتِهَا ۖ فَأَمَاتَهُ اللَّـهُ مِائَةَ عَامٍ ثُمَّ بَعَثَهُ ۖ قَالَ كَمْ لَبِثْتَ ۖ قَالَ لَبِثْتُ يَوْمًا أَوْ بَعْضَ يَوْمٍ ۖ قَالَ بَل لَّبِثْتَ مِائَةَ عَامٍ فَانظُرْ إِلَىٰ طَعَامِكَ وَشَرَابِكَ لَمْ يَتَسَنَّهْ ۖ وَانظُرْ إِلَىٰ حِمَارِكَ وَلِنَجْعَلَكَ آيَةً لِّلنَّاسِ ۖ وَانظُرْ إِلَى الْعِظَامِ كَيْفَ نُنشِزُهَا ثُمَّ نَكْسُوهَا لَحْمًا ۚ فَلَمَّا تَبَيَّنَ لَهُ قَالَ أَعْلَمُ أَنَّ اللَّـهَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

    „Oder (hast du die Geschichte gehört) von dem, der an einer Ortschaft vorbeikam, die in Trümmern lag (und alle Einwohner tot unter den Trümmern lagen). Als er (im Stillen) sagte: ‚Wie sollte Gott diese zum Leben erwecken, nachdem sie gestorben sind?‘ Da ließ Gott ihn hundert Jahre sterben. Hierauf erweckte Er ihn und sagte: ‚Wie lange hast du (in diesem Zustand) verweilt?‘ Er sagte: ‚Einen Tag oder einen Teil davon.‘ Gott sagte: ‚Nein, du hast hundert Jahre (in diesem Zustand) verweilt. Sieh auf dein Essen und dein Getränk (das du bei dir hattest). Es ist (obwohl verderblich) nicht verdorben. Und sieh auf deinen Esel (welcher auf natürliche Weise verwest ist) und sieh auf dich selber, wie du heil geblieben bist und keine Veränderung erfahren hast. Wir haben dies geschehen lassen(damit wir dir deine Frage beantworten und) auch, um dich zu einem Zeichen für die Menschen zu machen. Sieh nun auf die Gebeine (deines Reittieres) wie wir sie zusammenfügen und sie dann mit Fleisch bedecken.‘ Nachdem es (diese Wahrheit) ihm klar geworden war, sagte er: ‚Ich weiß nun, dass Gott zu allem die Macht hat.‘ “ (2: 259)

     

    Den Koranauslegungen ist zu entnehmen, dass die Geschichte im Vers 259 der Sure 2 sich auf einen Propheten bezieht, der zu den Kindern Israel ausgesandt wurde, den Propheten Esra. Er bat Gott, ihm vor Augen zu führen, wie die Toten am Jüngsten Tag zum Leben erweckt werden.

     

    Und Gott machte seine Allmacht deutlich: die leicht verderbliche Nahrung war nach 100 Jahren noch genauso frisch wie am ersten Tag, aber das harte Skelett des Reittieres war morsch geworden und auseinandergebrochen. Gott fügte dieses wieder zusammen und rief das Tier ins Leben zurück.

     

    Esra selber war völlig heil, obwohl er 100 Jahre tot gewesen war. Er wachte auf, und dachte er hätte nur ein wenig geschlafen.

     

    Wir sehen: Es ist kein Ding der Unmöglichkeit, dass die Toten am Jüngsten Tag zum Leben erweckt werden. Gott hat Beispiele dafür gebracht, dass dies geschehen wird.

     

    Wir sehen auch, dass Gott seine Macht auf verschiedene Weise deutlich gemacht hat, damit die Menschen seine Allmacht erkennen.

     

    Wir sollten daher nicht daran zweifeln, dass es die Auferstehung von den Toten gibt.